Leonardo Donà

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Leonardo Dona
Wappen Leonardo Donàs

Leonardo Donà (* 1536; † 16. Juli 1612) war der 90. Doge von Venedig. Er regierte von 1606 bis 1612. Der Streit mit dem Kirchenstaat, der sich unter seinem Vorgänger Marino Grimani entzündet hatte, spitzte sich unter seiner Regierungszeit zu und konnte in der Folge erst unter Mitwirkung verschiedener europäischer Mächte beigelegt werden.

Familie[Bearbeiten]

Die Donà gehörten zu den angesehensten neuen Familien (case vecchie). Zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert stellte die Familie drei Dogen, außer Leonardo auch Francesco Donà und Nicolò Donà. Der vorletzte Doge von Venedig, Paolo Renier, war mit einer Donà aus dem Zweig der dalle Rose, Giustina Donà, verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Leonardo Donà hatte an den Universitäten Padua und Bologna Moralphilosophie, Geschichte und alte Sprachen studiert. Er war nicht verheiratet.
Er hat in seinem Leben eine Reihe von Ämtern im Dienst der Republik bekleidet. 22 Jahre lang war er Botschafter Venedigs, so in Madrid, beim Deutschen Kaiser und bei verschiedenen Päpsten. Er war Bailo in Konstantinopel, Podestà von Brescia, Prokurator von San Marco und Provveditore der Terraferma.

Donà war befreundet mit Galilei, der zwischen 1592 und 1610 Professor an der venezianischen Universität Padua war.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Im Alter von 70 Jahren wurde er in das Dogenamt gewählt. Die Wahl des sittenstrengen und asketischen Donà stieß bei den Venezianern auf wenig Begeisterung.

Er setzte die Politik seines Vorgängers fort, und die Spannungen mit dem Vatikan nahmen zu. Er hielt an den Gesetzen, die den Einfluss der Kurie in Venedig beschnitten, fest. Als Berater in Fragen des kanonischen Rechts stellte der Rat der Zehn den in Venedig geborenen Paolo Sarpi ein, ein Mönch des Servitenordens. Am 14. Mai 1607 erließ der Papst ein Interdikt gegen Venedig. Sarpi, den Rom der Häresie verdächtigte, wurde exkommuniziert. Daraufhin verwies man die Jesuiten aus der Stadt, Kapuziner und Theatiner folgten freiwillig. Andere Priester und Ordensleute, prominentester der Patriarch von Grado, ein Mitglied des Hauses Vendramin, passten sich den neuen Gegebenheiten an und blieben. Der Kirchenkonflikt zwischen Venedig und Rom drohte auf andere europäische Staaten überzugreifen, die jeweils die venezianische bzw. päpstliche Partei ergriffen. Dem französischen Kardinal Joyeus gelang schließlich ein Kompromiss, dem beide Parteien widerwillig zustimmten: Venedig übergab die inhaftierten Priester dem Botschafter des französischen Königs, und der Papst hob das Interdikt auf. Die Sympathien des venezianischen Volkes waren bei diesem Konflikt auf Seiten des Papstes. Der Zorn des Volkes entlud sich schließlich in einem Attentat auf den exkommunizierten Sarpi. Daraufhin wurde das Verbot des Jesuitenordens in Venedig bestätigt, ebenso wurde es den Nobili verboten, ihre Kinder auf Schulen der Jesuiten zu schicken. Donà starb am 16. Juli 1612. Sein überraschender Tod wurde vom abergläubischen Volk als Strafe Gottes gedeutet.

Grabmal[Bearbeiten]

Sein Grabmal befindet sich über dem Portal von San Giorgio Maggiore.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Giunti, Florenz 2003, ISBN 88-09-02881-3 (Nachdr. d. Ausg. Mailand 1960).
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2001, ISBN 3-538-07116-0.

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Marino Grimani Doge von Venedig
16061612
Marcantonio Memmo