Niccolò Machiavelli

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Dieser Artikel erläutert den Philosophen Machiavelli; zu seinem gleichnamigen Cousin siehe Niccolò Machiavelli (1449–1516); zu weiteren Bedeutungen von Machiavelli siehe Machiavelli (Begriffsklärung).
Niccolò Machiavelli, Detail aus dem Bildnis von Santi di Tito

Niccolò di Bernardo dei Machiavelli [nikkoˈlɔ makjaˈvɛlli] (* 3. Mai 1469 in Florenz, Republik Florenz; † 21. Juni 1527 ebenda) war ein florentinischer Philosoph, Politiker, Diplomat, Geschichtsschreiber und Dichter.

Unterschrift von Machiavelli

Vor allem aufgrund seines Werks Il Principe („Der Fürst“) gilt er als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. Machiavelli ging es hier – im Ansatz neutral – darum, Macht analytisch zu untersuchen, anstatt normativ vorzugehen und die Differenz zwischen dem, was sein soll und dem, was ist, festzustellen. Er orientierte sich in seiner Analyse an dem, was er für empirisch feststellbar hielt.[1] Sein politisches und literarisches Werk, Discorsi, ist darüber in den Hintergrund getreten. Der später geprägte Begriff Machiavellismus wird oft als abwertende Beschreibung eines politischen Verhaltens gebraucht, das zwar raffiniert ist, aber ohne ethische Einflüsse von Moral und Sittlichkeit die eigene Macht und das eigene Wohl als Ziel sieht. Sein Name wird daher heute häufig mit rücksichtsloser Machtpolitik unter Ausnutzung aller Mittel verbunden.

Die politische Landkarte Italiens um 1494 (Das Königreich beider Sizilien (Kingdom of the two Sicilies) gehörte zu Aragon.)

Leben[Bearbeiten]

Herkunft, republikanische Prägung und Ablehnung der Medici[Bearbeiten]

Niccolò Machiavelli entstammte einer angesehenen, jedoch verarmten Familie. Er wuchs zusammen mit seinen drei Geschwistern Primavera, Margherita und Totto Machiavelli bei seinen Eltern Bernardo di Niccolò Machiavelli und dessen Frau Bartolomea di Stefano Nelli im Florentiner Stadtviertel Santo Spirito südlich des Arno auf. Über seine Mutter ist wenig bekannt. Man weiß nur, dass sie belesen war und kleinere Schriften verfasste.[2] Der Vater arbeitete hauptsächlich als Anwalt, war aber in dem Beruf erfolglos und verarmte. Mit seinem geringen Gehalt unterhielt er eine kleine Bibliothek und ermöglichte seinem Sohn Niccolò eine umfassende humanistische Bildung. So lernte Machiavelli schon früh autodidaktisch die Werke antiker Klassiker kennen, unter anderen die Werke von Aristoteles, Boëthius, Cicero (De officiis) und Claudius Ptolemäus. Er wurde von Privatlehrern in den Sieben Freien Künsten unterwiesen. „Grammatik und Latein lernte er in einem Alter, in dem man nach dem Aufbau modernen Schulunterrichts noch in der Muttersprache weder lesen noch schreiben kann“.[3] Seine Briefe unterschrieb er mit unterschiedlichen Varianten seines Namens wie „Niccolò“, „Nicolò“, „Nicholò“, und „Machiavelli“, „Macchiavelli“, „Machiavegli“, „Macchiavegli“.

Machiavelli entwickelte nach Volker Reinhardt als Sohn eines erfolglosen und verarmten Advokaten unter der Herrschaft der Medici eine tiefe Abneigung gegen diese mächtige Familie und jegliche Manipulationen der Politik. Es „spricht vieles dafür, dass ihm der Widerwille gegen die manipulierte Republik gleichfalls von Kindesbeinen an vermittelt wurde. [Er …] lernte früh, Politik als Ringen von Interessen und sozialen Schichten zu betrachten.“[4]

Girolamo Savonarola, Bildnis von Fra Bartolommeo, um 1498

Einer der ersten Machiavelli-Biographen, der Italiener Pasquale Villari, beschrieb das Aussehen Machiavellis wie folgt:

„(…) von mittlerer Größe, mager, mit sehr lebhaften Augen, einem etwas kleinen Kopf, einer leicht gebogenen Nase, einem stets zusammengepressten Mund: Alles hatte bei ihm den Eindruck eines sehr gewandten Beobachters und eines Denkers, doch nicht eines achtungsgebietenden und auf andere einwirkenden Mannes. Er konnte sich nicht leicht von seinem Sarkasmus frei machen, der immerfort um seine Lippen spielte, aus seinen Augen sprühte und ihm den Anschein eines berechnenden und nüchternen Kopfes gab.“

Republikanischer Politiker und Amtsträger im Dienste von Florenz[Bearbeiten]

Am 23. Mai 1498 wurde Girolamo Savonarola als Ketzer verbrannt. Durch die anschließenden „Säuberungen“ wurde erst die neue Stelle Machiavellis frei; er wurde unter vier Bewerbern am „15. Juni 1498 zum Sekretär und Vorsteher der zweiten Staatskanzlei, der „Kanzlei der Zehn“, gewählt.“[5] Volker Reinhardt überrascht dies rückblickend, da Machiavelli vor der Wahl „keinerlei Spuren in öffentlichen Dokumenten hinterlassen“[6] hatte und seine Konkurrenz stark war: „Ein Professor für Beredsamkeit, ein Notar, ein weiterer studierter Jurist.“[6] Am 19. Juni bestätigte der Große Rat von Florenz seine Ernennung. Volker Reinhardt kommt zum Ergebnis, dass der „neue »Zweite Kanzler« […] gewichtige Fürsprecher gehabt“[7] haben muss, da „die Netzwerke der führenden Familien die Politik“[8] bestimmten.

Auch Maurizio Viroli schreibt, dass Machiavelli aus dem Nichts zum Zweiten Kanzler gewählt wurde.[9] Durch die Säuberungen nach Savonarolas Tod wurde, nach Viroli, Machiavelli mit der harten Seite der Politik vertraut. Viroli weist zudem darauf hin, dass Machiavelli von Ricciardo Becchi, florentinischer Botschafter in Rom, beauftragt wurde eine Predigt von Savonarola am 1. und 2. März 1498 in San Marco zu besuchen. Machiavelli schreibt am 9. März einen Brief an Becchi, in dem Savonarola nicht gut wegkam.[10] Außerdem wurde Machiavelli nach Viroli vom Ersten Kanzler, Marcello Virgilio Adriani, unterstützt.[11] Machiavelli wurde unter anderem deshalb Zweiter Kanzler, weil er weder den vertriebenen Medici noch dem dominikanischen Bußprediger Girolamo Savonarola nahestand.

Im Mai 1500 wurde Niccolò Machiavelli durch den Tod seines Vaters Bernardo Oberhaupt seines Familienzweiges.

Von 1498 bis 1512 war er Staatssekretär der Zweiten Kanzlei des Rats der „Dieci di pace e di libertà“ (Rat der Zehn, wörtlich: „Zehn von Frieden und Freiheit“) der Republik Florenz und war als solcher für die Außen- und Verteidigungspolitik zuständig.

Im Sommer 1501 heiratete er Marietta Corsini. Wie damals üblich, wurde diese Heirat nach sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten geschlossen.[12] Mit ihr hatte er fünf Söhne und eine Tochter. Einer der Söhne seiner Tochter Bartolommea ordnete und veröffentlichte den Nachlass von Machiavelli.[13]

Diplomatische Missionen für die Republik[Bearbeiten]

Caterina Sforza

Machiavellis erste Dienstreise führte ihn nach Piombino[14] zu Jacopo IV. Appiano[15] und hatte mit dem Kampf um Pisa zu tun. Die nächste Reise führte ihn „im Juli 1499 nach Forlì[16]. Dort verhandelte er mit Caterina Sforza über die bezahlte Unterstützung (Condottiere) von Florenz. In seiner gesamten Amtszeit wurde er während seiner Abwesenheiten von Florenz von „seinem Büroleiter (coadiutore) Biagio Buonaccorsi mit dem aktuellen Kanzleiklatsch“[17] und dem Geschehen in Italien versorgt.

Im Sommer 1499 setzte Florenz im Kampf um Pisa auf die französische Hilfe, die aber auch nicht erfolgreich war. Deshalb wurde Machiavelli unter der Führung von Luca degli Albizzi[18] dort hingeschickt. Aber Pisa wurde wieder nicht erobert. Daraufhin wurde Machiavelli unter der Führung des Patrizier Francesco della Casa im Juli 1500[19] zum französischen Hof geschickt. Dort sollten sie das Problem mit Ludwig XII. klären. Die Reise war problematisch, da durch die dort grassierende Pest der König von Schloss zu Schloss flüchtete und sie ihm dauernd nachreisen mussten. Am 26. Juli trafen sie den König in Lyon.[20] Machiavelli kam durch die Verhandlungen zum Schluss, dass man sich auf Ludwig XII. nicht verlassen konnte, da er „gierig, käuflich, verräterisch [und] opportunistisch“[21] war. Nach Volker Reinhardt lernte Machiavelli aus dieser Reise: „Je näher die Menschen der Macht standen, desto mehr wurden sie vom Ehrgeiz angestachelt. […] Die Mächtigen wie Ludwig XII. werden von der avarizia beherrscht: dem Geiz, dem unstillbaren Drang, nichts von der Macht und ihrem Reichtum abzugeben, auch wenn sie dadurch noch viel mehr gewinnen könnten. Die bitterste Einsicht betraf die Florentiner Politik: Mit Wankelmut und Nachgiebigkeit erreichte man gar nichts.“[22] Am 14. Januar 1501 traf Machiavelli wieder in Florenz ein.

Cesare Borgia als Herzog von Valentinois

Cesare Borgia eroberte 1501 Piombino und am „4. Juni erhob sich Arezzo gegen die florentinische Herrschaft.“[22] Andere Orte folgten der Rebellion, in die Cesare Borgia wahrscheinlich verwickelt war. Um Näheres über Cesare Borgia zu erfahren schickte man Francesco Soderini, Bischof von Volterra, und Machiavelli am 22. Juni 1502 nach Urbino, das sie am 25. Juni erreichten.[23] Während der Gespräche beschäftigte sich Machiavelli intensiv mit Cesare Borgia, den Sohn des Papstes Alexander VI.. Später schrieb Machiavelli das Buch Der Fürst in Anlehnung an Cesare Borgia. Nach gut drei Wochen ging man „ohne Vertragsabschluss auseinander.“[24] Nach seiner Rückkehr wurde Piero Soderini, der Bruder des Bischofs Francesco Soderini, zum Staatsoberhaupt auf Lebenszeit von Florenz gewählt.

Am 6. Oktober 1502 brach Machiavelli nach Imola auf, um dort „in der Nacht vom 7. auf dem 8. Oktober die erste Unterredung mit Cesare Borgia“[25] zu führen. In einem Brief nach Florenz beurteilte Machiavelli Cesare Borgia. Er schrieb am 23. Oktober: „… Was seinen [Cesare Borgias] Staat betrifft, den ich aus der Nähe zu studieren Gelegenheit hatte, so ist er ausschließlich auf Glück (fortuna) aufgebaut. Das heißt, seine Macht beruht auf der sicheren Meinung, dass ihn der König von Frankreich mit Truppen unterstützt und der Papst mit Geld.“[26]

Am 31. Dezember lud Cesare Borgia seine Gegner „zu einem Versöhnungstreffen nach Senigallia ein“.[27] Alle kamen. Zwei ließ er gleich erwürgen und zwei behielt er als Geiseln. „Kurz nach dem dramatischen Geschehen, in tiefster Nacht, ließ er Machiavelli zu sich rufen.“[27] Machiavelli war beeindruckt von dem „in seinen Augen übermenschlichen Mut“.[28] Aber Cesare Borgia hatte auch Glück, dass seine Gegner so naiv waren und ihm glaubten. „Der Coup von Senigallia gewann auf diese Weise Ewigkeitswert. Mit aller Liebe zum Detail und mit viel schriftstellerischer Freiheit hat ihn Machiavelli einige Jahre später nacherzählt.“[29]

Am 18. August 1503 starb der Papst, der Vater Cesare Borgias. Damit war dessen Glückssträhne vorbei; seine Macht schrumpfte, obwohl er weiterhin von Frankreich unterstützt wurde. Der neu gewählte Papst Pius III. verstarb knapp vier Wochen nach seiner Ernennung. Daraufhin wurde Machiavelli Ende September von der Signoria nach Rom zur Papstwahl geschickt. Hier ist Machiavelli „Gesprächspartner aller Mächtigen, vom zukünftigen Papst bis zum Kardinal d'Amboise“.[30]

Porträt Raffaels von Papst Julius II.

Am 1. November 1503 wurde Julius II. zum Papst gewählt, weil er nach Machiavellis Ansicht den „Wählern das Blaue vom Himmel herunter versprochen [hatte], und zwar jedem das, was er am meisten wünschte.“[31] Cesare Borgia wurde „der Besitz der Romagna, die starke Festung Ostia als Sicherheitsplatz und die Führung der päpstlichen Truppen zugesichert.“[31] Mitte November wurde Cesare Borgia dort gefangen genommen. „Mit unüberhörbarem Behagen schildert Machiavelli, wie der Eingekerkerte nach allen Regeln der Kunst erpresst wurde.“[32]

Ludwig XII.

Nachdem die Spanier am 28. Dezember 1503 überraschend die Franzosen in einer Schlacht geschlagen hatten, wurde Machiavelli am 19. Januar 1504 nach Frankreich zu Ludwig XII. geschickt[33] und blieb dort bis zum 13. Februar 1504, nach dem „die Nachricht vom Waffenstillstand eintraf.“[34]

Machiavellis Militärreform: Aufbau einer Bürgermiliz anstelle eines Söldnerheeres[Bearbeiten]

Der Kampf um das abtrünnige Pisa beschäftigte die Stadt Florenz weiter. Da Söldner nach Machiavellis Auffassung (erhärtet in bitteren eigenen Erfahrungen mit Söldnerführern) generell unzuverlässig und allein auf ihre eigenen Interessen bedacht waren, schuf Machiavelli ab 1506 ein Heer nach römischem Vorbild, in dem eine Anzahl florentinischer Bürger und Bauern dienen mussten. Machiavelli schrieb: „… ihr werdet es noch sehen, welchen Unterschied es ausmacht, Bürger-Soldaten nach Tüchtigkeitsauslese und nicht nach Korruption zu bekommen.“[35] Nach Volker Reinhardt ging es Machiavelli damit um mehr. „Das neue Militärsystem soll Florenz von Grund auf verwandeln. Aus einer Republik der nützlichen Netzwerke solle eine Republik der Leistung und des Verdienstes werden!“[35] Durch diese Reformen bekam Machiavelli ein neues Amt im Magistrat. Er leitete ohne zusätzliches Gehalt die Militärbehörde.[36] Ihm oblag die Kriegsführung ebenso wie vor allem die Aufstellung, Ausbildung und Versorgung der neugegründeten Miliz, von der er sich den Aufstieg und das politische Überleben der Republik Florenz versprach.

Die Aristokraten von Florenz waren über diese Bürgermiliz nach Maurizio Viroli nicht erfreut.[37] Fast alle in Florenz waren stolz auf ihre Bürgermiliz bis auf Alamanno Salviati, einer der Führer der aristokratischen Opposition gegen Piero Soderini.[38]

Begegnung mit Papst Julius II. und Reise nach Deutschland[Bearbeiten]

Im August 1506 wurde Machiavelli, „der Menschen-Erforscher“[39], zum Papst nach Rom geschickt, um sich und der Stadt Florenz ein Bild vom Papst zu machen und dessen Ziele herauszufinden. Machiavelli beschrieb den Papst Julius II. wie folgt: „Wer sein Wesen gut kennt, weiß, dass er zur Heftigkeit und Überstürzung neigt und dass diese Überstürzung, Bologna zurückzuerobern, die am wenigsten gefährliche Überstürzung sein wird, zu der er neigen wird.“[40] Dieser Papst wird also nicht eher ruhen, bis der Kirchenstaat wieder die erste Macht in Italien ist. Im November war Machiavelli wieder in Florenz.

Maximilian I. Albrecht Dürer, 1519

Machiavelli wurde am 19. Juni 1507 zum Geschäftsträger der Republik beim römisch-deutschen Kaiser Maximilian I. gewählt, aber dies wurde „schon wenige Tage später rückgängig gemacht.“[41] Machiavelli war kein Aristokrat oder Patrizier, sondern nur ein Sohn eines verarmten Anwaltes. Die Aristokraten[42] übten starken Druck auf diese Entscheidung aus, so dass sie zurückgenommen wurde. Stattdessen schickte man Francesco Vettori, der aber nicht die üblichen, geforderten Berichte an Piero Soderini schickte.

Machiavelli war über die Entscheidung, dass nicht er, sondern ein Wohlgeborener zum Kaiser geschickt wurde, bitter enttäuscht. Er fühlte sich betrogen und zurückgesetzt.[43] Am 17. Dezember machte sich Machiavelli dann doch im Auftrag von Florenz über Mailand und Genf nach Südtirol auf und traf am 11. Januar 1508 in Bozen beim Kaiser ein.

Trotzdem entstand aus der Zusammenarbeit mit Vettori eine lebenslange Freundschaft.[44] Aufgabe des „Menschenbeobachters“ Machiavelli war es, dem Kaiser Florenz zu erklären. Dies war aber für Machiavelli eine unlösbare Aufgabe, da „der Herrscher offenbar selbst nicht wusste“[45], was er wollte. Machiavelli blieb bis zum Frühjahr beim Kaiser und reiste über Bologna zurück und verfasste darüber Berichte.

Die Eindrücke der Reise über die Schweiz nach Deutschland zum Kaiser reflektierte Machiavelli. Er kam zu dem Ergebnis, insbesondere die Schweizer genössen „ohne jeden Unterschied des Ranges – mit Ausnahme derer, die als gewählte Amtsträger tätig sind – eine wirkliche freie Freiheit“.[46]

Im Gegensatz zu Florenz. Dort gab es nach Machiavellis Meinung „eine unfreie Freiheit“.[46] „«Freie Freiheit» hieß für Machiavelli mithin Aufstieg nach Verdienst, allein nach Ansehen der Person, nicht der Familie.“[47] Damit kehrte Machiavelli nach Volker Reinhardt eine mehr als einhundertjährige Werte-Ordnung um. Die Schweizer und Deutschen seien nicht mehr die Barbaren, sondern ein Vorbild für Italien.

Triumphaler Sieg von Machiavellis Bürgermiliz[Bearbeiten]

Im Februar und März führte Machiavelli seine Bauernmiliz nach Pisa, welches am 8. Juni 1509 nach kurzem Kampf kapitulierte. Pisa wurde nach Ansicht Machiavellis für seinen langjährigen Widerstand nicht genügend bestraft, so dass es sich bei nächster Gelegenheit wieder erheben würde.[48]

Dennoch war der triumphale Sieg über Pisa der größte politische Erfolg Machiavellis. Dieser Erfolg wurde Machiavelli jedoch nur kurz gedankt. Er selbst musste nach Verona, während „der Patrizier Luigi Guicciardini in einer offiziellen und sehr viel prestigeträchtigeren Mission“ ihm in Mantua nachfolgte. Das musste, so Volker Reinhardt, Machiavelli „als eine unerträgliche Herabwürdigung empfinden.“[49] Nicht der wird belohnt, der erfolgreich ist, sondern einer, der die besseren Beziehungen hat.

Kontakt zu Leonardo da Vinci; Empirisches Denken[Bearbeiten]

Mit Leonardo da Vinci arbeitete er in seiner Zeit in Florenz eng zusammen. So waren beide am Hofe Cesare Borgias, der von da Vinci gemalt wurde. Um Pisa zu besiegen, wurde erwogen, einen Kanal zu bauen, um den Arno umzuleiten und auf diese Weise Pisa vom Meer abzuschneiden. An diesem Kriegsprojekt war da Vinci als Naturforscher und Zeichner beteiligt. Er malte ein Bild über die Schlacht von Anghiari, und Machiavelli beschrieb diese Schlacht in den Florentiner Geschichten. Dirk Hoeges (2000) geht davon aus, dass Machiavelli durch die Zusammenarbeit mit da Vinci lernte, dass Erfahrungswissen (Empirie) eine sicherere Quelle ist als das bisher übliche Wissen der Humanisten. Er betont: Machiavelli „kehrt als Grundlage seiner Schrift [Der Fürst, d. V.] die Erfahrung hervor, die über die Dauer vieler Jahre zur kompetenten Wahrnehmung der Wirklichkeit geführt hat.“[50]

Florenz im Machtkampf zwischen Frankreich und dem Papst[Bearbeiten]

Florenz geriet 1510 zwischen die Fronten im unerwarteten Konflikt[51] zwischen Papst Julius II. und dem französischen König Ludwig XII. Machiavelli wurde daraufhin nach Lyon geschickt, wo er am 7. Juli 1510 eintraf. Traditionell war Florenz mit dem französischen Hof befreundet, aber man wollte es sich auch nicht mit dem Papst verscherzen. Dieser Konflikt war nicht auflösbar, so dass Machiavelli bis zum September dort bleiben musste und ihm dies „im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen schlug“.[52]

Machiavelli „fand in diesen diplomatischen Wirrnissen des Jahres 1510 einfach keine klare Linie.“[53] Florenz war in einer schwierigen Position zwischen den Blöcken, die beide von ihm Unterstützung verlangten und beide ungleich stärker als Florenz waren. Machiavelli konnte sich nicht klar für oder gegen Frankreich entscheiden. So schickte er, was sehr ungewöhnlich war, seine Berichte ohne jegliche Kommentare nach Florenz. In ihnen schätzte er die kommende politische Weltmachtstellung von Spanien, welches mit dem Papst verbunden war, völlig falsch ein.

Florenz entschied sich für Frankreich und gegen den Papst. Volker Reinhardt behauptet, dass „die Macht der Tradition auch in einem so unkonventionellen Geist wie Niccolò Machiavelli in Zeiten der politischen und gesundheitlichen Krise unwiderstehlich war. Hinzu kam, dass Machiavelli wie so viele originelle Denker Gefahr lief, zum Gefangenen seiner eigen Dogmen zu werden: Spanien zählte nicht, weil es sich von den ewig gültigen Vorbildern des alten Roms entfernt hatte. […] Was der Meisterdenker Machiavelli nicht anerkannte, durfte nicht sein.“[54]

Im Oktober 1510 erkrankte der greise Papst schwer, erholte sich aber schnell wieder. Wäre der Papst zu dem Zeitpunkt gestorben, „so wären die Hauptwerke Niccolò Machiavellis höchstwahrscheinlich nie entstanden.“[55] In dem Machtkampf lud Ludwig XII. zu einem Konzil nach Pisa zum 1. September 1511 ein. Pisa gehörte zu Florenz und stimmte dem Konzil zu, womit Florenz sich endgültig die Feindschaft des Papstes zuzog. Der Papst berief daraufhin selbst zu einem Konzil nach Rom in den Lateran ein.

Im Mai 1511 wurde Machiavelli nach Monaco geschickt. Die Mission verlief ergebnislos, sticht aber aus den zahlreichen Missionen Machiavellis insofern heraus, als er während dieser Mission explizit den Titel eines Botschafters[56] trug.

Im September 1511 wurde Machiavelli angesichts der ungeklärten Lage wieder zum französischen König geschickt. Sein Auftrag war zu erreichen, dass das kompromissverhindernde Konzil in Pisa entweder abgesagt oder verlegt würde, oder dass mindestens die anreisenden Kardinäle nicht über Florenz reisen würden, um den Papst nicht weiter zu provozieren. Aber die Reise war erfolglos. Der Papst verhängte sogar ein Interdikt über Florenz. Am 4. Oktober 1511 erhielt Machiavelli die Abberufung, und er kehrte nach Florenz zurück.

Die Situation in Florenz wurde immer prekärer, da Ferdinand II. und die Republik Venedig mit dem Papst eine Heilige Liga bildeten.[57]

Deswegen wurde Machiavelli im November 1511 „als Quartiermeister und Empfangschef“ mit „300 Fußsoldaten seiner eigenen Milz“[58] nach Pisa geschickt. Die Pisaner hatten den angereisten Kardinälen bisher eine standesgemäße Begrüßung verweigert. Er sollte dies nachholen und die Kardinäle dazu bewegen, das Konzil woanders fortzusetzen. Danach musste er Soldaten anwerben, da Florenz sich auf einen Krieg mit dem Papst vorbereitete. Im selben Monat hob der Papst das Interdikt wieder auf; die Kardinäle reisten von Pisa nach Mailand.

Der florentinische Kardinal Giovanni de’ Medici, der spätere Papst Leo X., gewann in Rom immer mehr Einfluss. Es schien so, dass eine Übereinkunft mit dem Papst zustande kommen würde. Trotzdem stand Piero Soderini weiter zum französischen König. Man schickte Antonio Strozzi als Botschafter nach Rom, um die Lage zu sondieren.

Im Februar 1512 eroberten französische Truppen Brescia; am 11. April wurden „die spanischen, venezianischen und päpstlichen Truppen“[59] bei Ravenna besiegt. Kardinal Giovanni de’ Medici geriet in Gefangenschaft, konnte aber kurz darauf durch Glück nach Rom fliehen. Die Schlacht bei Ravenna war jedoch nur ein Pyrrhussieg, da die französischen Truppen viele Gefallene zu beklagen hatten.

Da Florenz weiter im Alarmzustand war, wurde Machiavelli „fast pausenlos auf militärische Missionen“[60] geschickt, um Soldaten auszuheben und Festungen zu inspizieren.

Am 13. Juni 1511 gewannen päpstliche Truppen Bologna zurück; Pavia wurde von den Schweizern erobert. Mailand wurde am 20. Juni eingenommen. Am 11. Juli 1512 kam der spanische Botschafter nach Florenz, um die Republik zum Beitritt zur Liga gegen Frankreich zu überreden. Doch das Staatsoberhaupt Piero Soderini setzte weiterhin auf die Franzosen. Am 30. Juli 1512 versuchte sich Florenz gegen ca. 30.000 Dukaten von Frankreich freizukaufen. „Das war Politik im schlimmsten Kaufmanns-Stil, wie Machiavelli sie schon zehn Jahre zuvor im Zeichen der Bedrohung durch Cesare Borgia ausgeführt hatte.“[61] Es war ein unsinniger Kompromiss, mit dem man zusätzlich noch den französischen König verärgerte.

Diplomatische und militärische Totalniederlage von Florenz[Bearbeiten]

Am 22. August 1512 wurde Machiavelli von seinen militärischen Missionen zurückgerufen. Die päpstliche Allianz wollte unter spanischer Führung gegen Florenz vorgehen. Der Spanier Raimondo de Cardona bot Florenz an, gegen „30.000 fiorini abzuziehen.“[62] Aber nun lehnte Florenz ab. Daraufhin wurde am 29. August Prato erobert und grausam geplündert. Florenz gab nun alles verloren. „Die Signora bezahlte dem spanischen Vizekönig das Geld, das sie ihm drei Tage zuvor noch abgeschlagen hatte, um einer Plünderung wie in Prato zu entgehen.“[63]

Rückkehr der Medici, Sturz Machiavellis[Bearbeiten]

Am 31. August wurde Soderini aus Florenz geführt, und „die Medici [kehrten] unter dem Schutz des spanischen Vizekönigs“[64] zurück. Die Medici, der Kardinal Giovanni de’ Medici, sein Bruder Guiliano und sein Neffe Giulio de’ Medici übernahmen die Macht, verteilten Posten an ihre Gefolgschaft und entfernten diejenigen, denen sie misstrauten – darunter an prominenter Stelle Machiavelli. Machiavelli verlor seine Ämter (Jahresgehalt 200 Florin) am 7. November. Machiavellis Nachfolger war Niccolò Michelozzi.[65] Der Erste Kanzler, Marcello Virgilio Adriani, „durfte sein Amt bis zu seinem Tod 1522 durch alle politische Veränderungen hindurch behalten.“[64]

Herfried Münkler betrachtet den Umstand, dass Machiavelli, anders als die meisten seiner Kollegen, des Amtes enthoben wurde, als Beleg für die politische Bedeutung, die die Medici ihm zusprachen.[66]

Ansicht des Hauses, in dem sich Macchiavelli während seines Exils aufhielt, in San Casciano in Val di Pesa, Ortsteil Sant’Andrea in Percussina

„Am 10. November 1512, nur drei Tage nach seiner Amtsenthebung, wurde Machiavelli dazu verurteilt, eine Bürgschaft über 1000 fiorini für künftiges Wohlverhalten zu stellen“.[67] Da Machiavelli nicht genügend Kapital besaß, sprangen drei Freunde ein. Am 17. November wurde Machiavelli verboten, den Regierungspalast zu betreten. Dies war schwierig, da noch öffentliche Gelder in seinem Besitz waren und er diese dort abrechnen musste. „Dass man dabei nicht den geringsten Fehlbetrag feststellte, spricht für den Ruhmestitel, den Machiavelli lebenslang für sich in Anspruch nahm: unbestechlich zu sein.“[67]

Gefangenschaft und Folter[Bearbeiten]

Verschwörer um Agostino Capponi und Pietropaola Boscoli konspirierten gegen die Medici und erstellten „im Februar 1513 eine Liste von Personen […], deren oppositionelle Haltung zu den Medici bekannt gewesen sein dürfte.“[68] Auf Platz sieben stand Machiavelli. Er war nicht zuhause, als die Staatspolizei ihn aufsuchte, aber er stellte sich kurz darauf.

Porträt des Papstes Leo X. mit den Kardinälen Giulio de’ Medici, dem späteren Clemens VII. und Luigi de’ Rossi, Gemälde von Raffael, um 1518–1519, Florenz, Uffizien

Wie damals üblich, wurden alle bei den Verhören gefoltert. Machiavelli wurde „nach sechs «Aufhängungen» ergebnislos in seine Zelle zurückgeschickt.“[69] Capponi und Boscoli „wurden am 23. Februar hingerichtet.“[69] Am 11. März 1513 wurde Giovanni de’ Medici zum Papst gewählt und nannte sich Leo X. Dies wurde in Florenz gefeiert und die Gefangenen amnestiert, so dass Machiavelli am 12. März wieder frei war. Nach Volker Reinhardt „ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er [Machiavelli] sich in das dilettantische Komplott von Februar 1513 verwickeln ließ.“[70]

Der Fall von Florenz als Bruch im Leben Machiavellis[Bearbeiten]

Machiavelli war von der Niederlage der florentinischen Republik – mit der sein persönliches Scheitern einhergegangen war – tief getroffen. Er reflektierte den Fall der Republik Florenz „in einem Brief an eine namentlich nicht genannte adlige Dame“[64] und kritisierte seinen politischen Führer Soderini scharf. Nach Machiavelli war Piero Soderini „ein Gefangener seiner Illusionen“.[64] Einige Wochen später schrieb Machiavelli an Piero Soderini, der nach Siena ins Exil gegangen war, einen Brief. In diesem kritisiert Machiavelli nach Volker Reinhardt, dass Soderini „das Grundgesetz der Politik, dass der Zweck die Mittel heiligt, nicht nur verkannt, sondern in sein ängstliches Gegenteil verkehrt hat. Er wollte es zu vielen recht machen und hat darüber die erste Pflicht des Staatsmanns, den Staat um jeden Preis zu erhalten, vernachlässigt.“[71] Eigene politische Fehler analysierte er dabei nicht: „Einsicht in eigene Fehler oder gar Selbstkritik waren Machiavelli fremd.“[71]

Des Weiteren schrieb Machiavelli drei Sinngedichte zum Fall von Florenz. Eines ist Giovanni Battista Soderini, einem Neffen Piero Soderini, gewidmet und handelt von der Glücksgöttin Fortuna. Machiavelli kommt in dem Gedicht zu dem Schluss, dass Fortuna „über ihre Feinde Schande und Elend ausbreiten“ kann, aber „die Gesetze der Politik kann sie nicht verändern.“[72] „Der perfekt geordnete Staat kann das launische Glück ausschalten.“[72] Das zweite Gedicht Von der Gelegenheit ist Felipp de’ Nerli gewidmet. Wer virtù hat, nutzt die Gelegenheit (occasione), ohne Reue zu zeigen. Das dritte Gedicht Über die Undankbarkeit, gewidmet Giovanni Folchi, hat auch einen persönlichen Bezug:

„Durch dieses Gedicht will ich aus dem Herzen reißen
oder zumindest mildern den Schmerz über das Unglück,
der in mir tobt und wütet“

Niccolò Machiavelli[73]

Machiavelli, der Reformer in Florenz, erntet nach seiner eigenen persönlichen Meinung nur Undank, hervorgerufen durch Neid und Missgunst seiner Mitbürger.

Leben in Armut[Bearbeiten]

In den folgenden Jahren wohnte er mit seiner Frau und den mittlerweile sechs Kindern auf seinem kleinen Landgut, das Albergaccio in dem Dorf Sant’Andrea in Percussina 15 Kilometer südwestlich von Florenz. Machiavelli ertrug es nicht mehr, tatenlos in Florenz zu leben[74], da seine politischen Ansichten bei den Medici nicht mehr gefragt waren. Innerhalb eines halben Jahres nach seiner Folter schrieb er sein berühmtestes Werk Il Principe 1513. Der ursprüngliche Titel hieß De principatibus (Von den Fürstentümern) und „ist ein sprachliches Täuschungsmanöver, das die Humanisten lächerlich machen soll.“[75] Die Kapitelüberschriften sind lateinisch verfasst, „der eigentliche Text aber ist im «Volgare» geschrieben, in der Volkssprache des toskanischen Italienisch.“[75]

Streben nach politischer Rehabilitierung und der Rückkehr in politische Ämter[Bearbeiten]

Machiavelli versuchte in der Zeit seiner allmählich gelockerten Verbannung, durch politische Dienste und Publizistik seine Rückkehr in Ämter und Würden zu erreichen. Dieses Bestreben bestimmte von nun an den Rest seines Lebens.

Reisen, Verfassungsanalysen und Denkschriften Machiavellis[Bearbeiten]

Machiavelli führte einige Geschäftsreisen (1516 Livorno, 1518 Genua, 1519 und 1520 Lucca) durch. In dem Memorandum Über die Angelegenheiten von Lucca schrieb er, dass die Verfassung für Florenz „vorbildlich sein sollte“[76], da die Mitglieder der Stadtregierung nicht über zu viel persönliche Macht verfügten und der Große Rat kontrolliert wurde. Wer dort zehn Mal notiert wurde, musste tatsächlich gehen. Schon in der Discorsi schrieb Machiavelli nach Reinhardt, dass „die republikanischen Grundwerte [..] bei der breiten Masse besser geschützt“[77] würden als bei den einflussreichen Familien.

Lorenzo de’ Medici, Herzog von Urbino

Nach dem frühen Tod Lorenzo de’ Medicis am 4. Mai 1519 veranstaltete der Kardinal Giulio de’ Medici (später Papst Clemens VII.) „ein regelrechtes Brainstorming“[78] über die Frage, wie es mit Florenz weiter gehen solle. Auch Machiavelli beteiligte sich mit der Denkschrift Abhandlung über die florentinischen Angelegenheiten nach dem Tod Lorenzo de’ Medicis. Machiavelli empfahl dem Kardinal, nach einer Analyse der Geschichte von Florenz, dass die Medici erst mal an der Macht bleiben sollten. Aber „es soll einen engen Rat der 65, einen mittleren Rat der 100 und einen großen Rat der 1000“[79] geben. Ersterem solle die Exekutive obliegen, die „Gesetzgebung dem Großen Rat, und das mittlere Gremium sollte als Scharnier zwischen beiden dienen.“[79] Nach dem Ableben der Medici sollte alle Macht an die Räte gehen. Machiavelli war sich sicher, dass die verbliebenen Medici nicht mehr lange leben würden, da 1520 nur zwei zehnjährige illegitime Kinder, Alessandro de’ Medici und Ippolito de’ Medici, für die nächste Generation der Medici zur Verfügung standen.

„In diesem unerhörten Memorandum zog Machiavelli die praktische Nutzanwendung aus dem Buch über die Fürstentümer.“[80] Es fragt sich, wie Machiavelli dazu kam, dem Kardinal und dem Medici-Papst Leo X. so etwas Revolutionäres vorzuschlagen. Für eine derartige Offenheit gab es nicht nur kein Vorbild, Machiavellis Menschenbild der ambizione und der avarizia hingegen sprachen selbst dagegen, dass die Medici freiwillig mit Blick auf ihr zu erwartendes Ableben präventiv auf die Macht verzichteten. Auch das von ihm selbst geschriebene „Gesetz der Geschichte“[81] sprach dagegen. In seiner Rolle als „Außenseiter […] quer zu den Mächtigen und außerhalb aller einflussreichen Zirkel“ hatte Machiavelli nichts mehr zu verlieren, denn tiefer als im Jahr 1519 konnte Machiavelli nicht mehr fallen. Zu gewinnen hatte er durch solche schonungslosen Betrachtungen aber auch nichts. Die beiden Medici setzten dementsprechend auch nichts von Machiavellis Vorschlägen um und förderten auch keinen Neuanfang seiner Karriere.

Im Mai 1521 wurde Machiavelli vom Amt für öffentliche Angelegenheiten in Florenz nach Capri geschickt, um einen Fastenprediger auszusuchen. Die Mission war erfolglos, aber Machiavelli berichtete in zynischen Briefen von seiner Reise. Dadurch verlor er „bei den Mächtigen seine Glaubwürdigkeit“,[82] während Machiavelli nicht mehr an „heilsame Effekte seiner Ratschläge glaubte.“[82]

Krise und Behauptung der Medici[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1521 verstarb Leo X. mit 46 Jahren. Wie von Machiavelli erwartet und mit wenig Feingefühl veröffentlicht, blieb den Medici, neben den beiden jungen Bastarden, tatsächlich nur noch der Kardinal Giulio de’ Medici übrig, der nun erneut aufrief, Ideen zu sammeln, wie es mit Florenz weitergehen solle. Machiavelli nahm auch diesmal kein Blatt vor den Mund und forderte „eine Republik zu schaffen, die sich auf den gemeinsamen Nutzen aller Bürger gründete:“

„Kein Gesetz ist vor Gott und den Menschen lobenswerter als die Ordnung, die eine wahre, einige und heilige Republik begründet, in der man frei beratschlagt, klug diskutiert und das Beschlossene getreulich ausführt.“

Niccolò Machiavelli[83]

Nach Machiavelli sollte es einen Großen Rat geben mit „umfassenden Kompetenzen, Gesetze zu erlassen“; ein mittleren Rat „mit hundert Mitgliedern, die sich um Steuern und Finanzen kümmern“ und „zehn frei gewählte «Reformer»“ sollen zusammen mit dem Kardinal Giulio de’ Medici alles weitere regeln, durften jedoch die Rechte des Großen Rates nicht antasten, und ihre Vollmacht war auf ein Jahr beschränkt. Damit war das Ende der Medici für Machiavelli besiegelt.

Im Juni 1522 wurde der Niederländer Adriaan Florisz d’Edel zum Papst Hadrian VI. gewählt. Hadrian VI. versuchte Reformen in Rom durchzusetzen. Dadurch schaffte er sich viele Feinde. Er starb „zur Freude der meisten Kardinäle und Humanisten“[84] schon am 14. September 1523.

Am 19. November wurde der letzte Medici Kardinal Giulio de’ Medici zum Papst Clemens VII. ernannt.

Machiavelli war sicherlich verzweifelt darüber, wie viel Glück die Medici hatten. In Florenz wurde einer der beiden Bastarde, Alessandro de’ Medici, als Stellvertreter von Kardinal Giulio de’ Medici benannt. Da Alessandro erst zwölf Jahre alt war, wurde Kardinal Silvio Passerini (* 1469, † 20. April 1529) als Sachverwalter in Florenz bestimmt. Die von Machiavelli favorisierte Republik wurde von den Medici nicht eingeführt.

Cosimo de’ Medici

Widerwilliges Arrangement mit der Herrschaft der Medici[Bearbeiten]

Machiavelli blieb wenig anderes übrig, als sich mit der Präsenz der Medici zu arrangieren. Im Auftrag von Kardinal Giulio de’ Medici selbst schrieb Machiavelli die Geschichte von Florenz (Istorie Fiorentine). Machiavelli erhielt dafür 100 Florin.[85] In dem Werk beschrieb er die Medici auch positiv, aber geizte nicht mit unterschwelliger Kritik nach Volker Reinhardt.

Im März 1525 war die Istorie Fiorentine bis zum Jahr 1492 fertig. Weiter wagte Machiavelli nicht zu schreiben. Auch sonst fürchtete Machiavelli beim jetzigen Papst völlig in Ungnade zu fallen, wenn er seine Sicht der Wahrheit unverschlüsselt schreibe. So wählte Machiavelli einen Mittelweg. Er lobte scheinbar Cosimo de’ Medici (1389–1464) und stellte ihn als perfekten Fürsten dar, aber er stellt ihn auch als Paten von Florenz dar, da dank seines Geldes alle von ihm abhängig waren. Cosimo befriedete Florenz, lähmte aber gleichzeitig den Ehrgeiz. Dadurch erstickte er den Antrieb bei den Bürgern, selbstständig zu sein. Außerdem stiegen die Anhänger der Medici in Florenz auf und nicht die Besten. „Die Stärke der Medici war also die Schwäche des Staates; sie saugten ihn aus, um sich zu behaupten.“[86]

Machiavelli schrieb dieses Geschichtswerk inhaltlich im Gegensatz zu den bisher üblichen – moralisch wertenden – Werken, da er die eigentlichen, pessimistisch eingeschätzten Triebkräfte menschlichen Handelns in der Geschichte beschrieb. Nach Reinhardt ging es Machiavelli darum, „hinter die Fassaden der Propaganda zu blicken und die Kräfte aufzuzeigen, die ungerechte Sozial- und Staatsordnungen zusammen hielten: Täuschung und Gewalt auf der Seite der Mächtigen, Angst und Aberglaube bei den Unterdrückten.“[87]

So berichtet Machiavelli in der Istorie Fiorentine vom Aufstand der rechtlosen Wollarbeiter (Ciompi-Aufstand) 1378. Ihre Forderungen waren nach Machiavelli unter anderem, eine eigene Zunft zu bekommen und einen Anteil an den Ämtern in Florenz. Aber der Aufstand scheiterte nach Machiavelli deshalb, weil die Solidarität der Wollarbeiter nicht groß genug war und sie den Aufstand aus Furcht vor Strafe nicht bis zum letzten bitteren Ende durchzogen, letztlich also nicht ausreichend Entschiedenheit bewiesen. Machiavellis Auffassung nach hätten die Wollarbeiter „dafür sorgen [müssen], dass [sie] für das, was [sie] in den letzten Tagen getan haben, nicht bestraft werden können. […] denn wo viele die Gesetze übertreten, wird niemand belangt.“[88] Machiavelli hielt damit den passiven Florentinern den Spiegel vor: „Alle Macht ist Raub und all ihre Rechtfertigung pure Ideologie.“[87]

Machiavelli übergab das Werk im Mai 1525 dem Papst Clemens VII. Er gab Machiavelli dafür 120 Golddukaten aus seinem persönlichem Vermögen.[89] Am 11. oder 12. Juni verließ er Rom und erreichte Faenza am 21. Juni. Im Auftrag des Papstes sollte Machiavelli mit Francesco Guicciardini über das Verhalten der Italiener gegenüber Karl V. sprechen. Machiavellis Idee, die Romagna militärisch aufzurüsten wurde aber von Guicciardini und dem Papst abgelehnt, so dass Machiavelli am 26. Juli nach Florenz abreiste. Während dieser Zeit schloss er Freundschaft mit Francesco Guicciardini.[90]

Der Sturz der Medici und die gescheiterte Rückkehr Machiavellis[Bearbeiten]

Im August 1525 reiste Machiavelli im Auftrag der florentinischen Wollzunft nach Venedig, um einen Konflikt zwischen Kaufleuten zu lösen. Am 22. Mai 1526 wurde die Liga von Cognac gegründet, da sich der Konflikt des Papstes mit dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Karl V. verschärfte. Im Frühjahr bekam Machiavelli den Auftrag vom Papst die Verteidigung von Florenz zu verstärken. Er bekam Unterstützung durch Pedro Navarro. Machiavelli war wieder im Palazzo Vecchio, wie zu seiner Zeit als Zweiter Kanzler, aktiv.[91]

Im Auftrag von Florenz – das natürlich zum Lager des Medici-Papstes gehörte – führte Machiavelli im September 1526 eine Reise in die Romagna zu Francesco Guicciardini und erneut am 30. November 1526 nach Modena zu Guicciardini.

Die Plünderung Roms
Gemälde von Johann Lingelbach aus dem 17. Jh.

Florenz verhielt sich wieder passiv, statt, wie Machiavelli, der keine kaiserliche und deutsche Präsenz in Italien wollte und lieber die Medici ertrug, es vorschlug, die entscheidende Schlacht zu suchen. Die Uneinigkeit der Italiener begünstigte die Eindringlinge. Das kaiserliche Heer überquerte den Apennin, aber Florenz wurde nicht erobert und geplündert, sondern am 6. Mai 1527 Rom (Sacco di Roma). Der Papst flüchtete erst in die Engelsburg, und einem Gerücht zufolge danach nach Civitavecchia. Dorthin wurde Machiavelli geschickt, „um dort eine Galeere für die Flucht des Papstes bereitzustellen. Aus Civitavecchia schickte Machiavelli am 22. Mai 1527 eine Nachricht an Guicciardini. Sie ist das letzte überlieferte Lebenszeugnis.“[92]

Nach dem Fall Roms fanden auch die Zeiten der Medici in Florenz ein Ende. „Der Weg für eine neue Republik war frei.“[93] Nach einem erfolgreichen „Aufstand gegen die verhassten Medici“ wurde „die Republik wieder ausgerufen und die alte freiheitliche Verfassung am 16. Mai 1527 wieder hergestellt.“[94]

Daraufhin bewarb Machiavelli sich hoffnungsvoll wieder um eine Sekretärsstelle, wurde aber auf der Sitzung des Großen Rates am 10. Juni 1527 „mit 555 gegen 12 Stimmen“[95] abgelehnt. Ironischerweise wurde ihm nun seine scheinbare Nähe zu den Medici zum Verhängnis. Noch im Sturz zogen sie ihren alten intellektuellen Widersacher mit sich.

Stattdessen wurde Francesco Tarugi zum Zweiten Kanzler gewählt. „Elf Tage nach dieser letzten Enttäuschung, am 21. Juni 1527, starb Machiavelli an einem Magenleiden.“[96]

Grab Niccolò Machiavellis in der Kirche Santa Croce

Sein Grabmal befindet sich in der Kirche Santa Croce in Florenz. Es trägt die Inschrift: TANTO NOMINI NULLUM PAR ELOGIUM – 'Solchem Namen ist kein Lobesspruch ebenbürtig' bzw. 'Der Größe dieses Namens wird kein Lob gerecht', darunter der Name und das Sterbedatum in der Form: OBIT AN. A. P. V. M D X X V I I – OBIIT Anno A Partu Virginis MDXXVII – ist gestorben im Jahre nach der jungfräulichen Geburt 1527. Die Inschrift wurde von einem „britischen Bewunderer“[95] 300 Jahre nach seinem Tod angebracht.

Vermächtnis[Bearbeiten]

Machiavellis politisches Vermächtnis findet sich in seinen vier Hauptwerken. Dazu gehören neben seinem bekanntesten Buch Il Principe (Der Fürst) von 1513, das erstmals 1532 posthum erschien, die Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio (Abhandlungen über die ersten zehn Bücher des Titus Livius), die er von 1513 bis 1517 schrieb und die 1532 veröffentlicht wurden, sowie seine 1521 verfasste Istorie fiorentine (Geschichte von Florenz) und sein im selben Jahr entstandenes Werk Dell’Arte della guerra (Von der Kriegskunst).

Es gibt große Widersprüche zwischen den einzelnen Schriften Machiavellis. So handeln die Discorsi eher vom Aufbau und den Vorteilen einer republikanischen Verfassung, während Il Principe sich mit Alleinherrschaft und den damit verbundenen machtpolitischen Überlegungen beschäftigt. Diese Widersprüche lösen sich jedoch auf, so schreiben einige Forscher, wenn man alle seine Werke betrachtet.

Sein deutscher Biograph Dirk Hoeges schreibt dazu im Jahr 2000: „Das Mißverständnis, dem er von Beginn an ausgesetzt ist, resultiert aus seiner Reduzierung auf den Politiker und auf den Autor des «Principe»; erforderlich aber ist der Blick auf sein Gesamtwerk und die Einsicht in den untrennbaren Zusammenhang aller seiner Teile zum Verständnis jedes einzelnen.“[97]

Machiavelli als politischer Philosoph[Bearbeiten]

Machiavelli widmete sich nach seinem Sturz einer umfassenderen schriftstellerischen Tätigkeit und seiner politischen Rehabilitierung. In dieser Zeit entstanden seine beiden Hauptwerke Il Principe, welches er unmittelbar nach seinen schweren Folterungen mit "verkrüppelten Händen" niederschrieb, und die Discorsi. Gedruckt wurden beiden Bücher 1531 und 1532.

Il Principe – Der Fürst als Herrscher[Bearbeiten]

Hauptartikel: Il Principe

Machiavellis Buch Il Principe (Der Fürst) steht nur stilistisch in der langen Tradition der Fürstenspiegel, inhaltlich aber waren für ihn „alle Traktate von Theologen und Humanisten hohles Geschwätz, das von reinem Wunschdenken diktiert wurde“.[98] Machiavelli bricht mit der Tradition normativer Fürstenspiegel bereits damit, dass sein Fürst kein Erbfürst ist, sondern sich den Thron im politischen Spiel selbst errungen hat.

Nach Volker Reinhardt formuliert Machiavelli in diesem Werk als erster überhaupt die Grundsätze der Staatsräson: „Der Herrscher, der dem Staat dient, muss die Gesetze der traditionellen Moral verletzen. Schreckt er davor zurück, geht er zusammen mit seinem Staat unter, dessen elementare Bedürfnisse er falsch verstanden hat.“[99] Für einen Herrscher ist es nach Machiavelli egal, ob er als gut oder als böse gilt. Wichtig ist nur, ob er Erfolg hat oder scheitert. Damit der Herrscher nicht scheitert, darf er vom Volk nicht gehasst werden und muss folgende drei Gebote beachten: „Du sollst dich nicht an den Gütern deiner Untertanen gütlich tun; du sollst dich nicht an ihren Frauen vergreifen; du sollst nicht einfach aus Spaß töten.“[100]

Erfolgreiche Politik verlangt außerdem „die Kunst, den richtigen Schein zu erzeugen.“[101] Machiavelli schreibt im Fürstenbuch:

„Die Menschen urteilen im Allgemeinen nach dem Augenschein, nicht mit den Händen. Sehen nämlich kann jeder, verstehen können wenige. Jeder sieht, wie du dich gibst, wenige wissen, wie du bist. Und diese wenigen wagen es nicht, sich der Meinung der vielen entgegen zu stellen. Denn diese haben die Majestät des Staates zur Verteidigung ihres Standpunkts.“

Niccolò Machiavelli[101]

Der perfekte Fürst muss die traditionellen Moralvorstellungen vorspielen können, aber er darf auch – im Interesse der Staatsräson – vor Gewalt und Terror nicht zurückschrecken.

Machiavelli untersucht verschiedene erfolgreiche Fürsten der Geschichte. Francesco I. Sforza kommt in seinem Urteil dem Ideal recht nahe, aber nur Cesare Borgia könnte ein perfekter Fürst sein, weil er den Mut hatte, seine Feinde in Senigalla zu ermorden, und weil er seine Macht in den eroberten Gebieten geschickt erhielt. Er beging jedoch einen Fehler, als er, nachdem sein Vater gestorben war, dem neuen Papst vertraute, der ihn entmachtete. Borgia also „wurde gewogen und zu leicht befunden.“[102] Einen perfekten Fürsten kennt die Geschichte in Machiavellis Augen also nicht, er verspricht jedoch, dass die Anleitung des Principe es ermögliche, zum perfekten Fürsten zu werden. Machiavelli widmete das Buch Lorenzo II. de’ Medici. In der Schlusspassage gab Machiavelli Lorenzo die Aufgabe, Italien von den Barbaren zu befreien und Italien zu einen. Deshalb wurde Machiavelli „im 19. Jahrhundert als Patron der nationalen Einigung Italiens verehrt.“[102] Nach Volker Reinhardt ist dies falsch. Machiavelli ging es nur „um eine gemeinsame Abwehrfront […] gegen Interventionen“[102] von außen. Außerdem sieht Volker Reinhardt das Buch als ein Bewerbungsschreiben an Lorenzo an.

Volker Reinhardt sieht in dem Werk einen „Bruch mit der politischen, philosophischen und theologischen Tradition.“[102] Die Macht wurde von der traditionellen Moral freigesprochen. Nach Reinhardt löste das Werk aus zwei Gründen „Schockwellen“ aus. Zum einen dadurch, „dass der Politik die Maske der Wohlanständigkeit heruntergerissen und Herrschaft als Inszenierung der Propaganda entlarvt wurde [und …] zum anderen, dass diese bestürzenden Fakten beschrieben, analysiert und ohne jeden Aufruhr zur ethischen Besinnung akzeptiert wurden.“[103] Den ersten bekannten Kommentar zu diesem Werk machte Francesco Vettori in einem Brief vom 18. Januar 1514.[104]

Il Principe ist Lorenzo II. de’ Medici gewidmet. Zuerst sollte es Giuliano II. de’ Medici gewidmet sein, aber Machiavelli entschied sich um.[105] „Diese Widmungen Machiavellis enthalten ungeachtet des Themas klare und scharfe, mit den Mitteln humanistischer Rhetorik ausgestaltete Kritik an den Medici des Cinquecento“,[106] für die er nur Verachtung übrig hat. Als der wichtigste Berater von Lorenzo II. de’ Medici, Francesco Vettori, diesen auf das Werk hinwies, zeigte Lorenzo II. de’ Medici kein Interesse daran. “He had absolutely no interest in reading a work like The Prince, and if, he had read it, he would not understand it.”[107]

Die Stadt-Republik Florenz um 1500

In seinem berühmtesten Werk beschreibt nach Hoeges Machiavelli, wie ein Herrscher politische Macht gewinnen und bewahren kann, wobei das politische Ziel die Errichtung einer Republik sein sollte. Das Werk wird oft als Verteidigung des Despotismus und der Tyrannei solcher machtbewussten Herrscher wie Cesare Borgia verstanden, aber Borgia, so postuliert Hoeges, ist „nicht der «principe» Machiavellis“.[108] Borgia ist gefährlich, „aber Gefährlichkeit macht keinen principe.“[109] Borgia ist unglaubwürdig, aber nach Machiavelli muss ein Fürst glaubwürdig sein. Hoeges äußert sich dazu folgendermaßen: „Was er [Borgia] verkörpert, ist die furcht- und schreckenserregende Darstellung von Macht, die sich im Ausnutzen des Augenblicks, im virtuosen Vabanque, d. h. riskantes Unterfangen, zeigt und bis zum nächsten Mord reicht.“[110] In Machiavellis „Herrschernovelle «Castruccio Castracani» [entwirft …] er seinen Modellfürsten, den «principe nuovo»“ (Neuer Fürst),[111] aber „«Il Principe» kennt keinen realen Akteur, der den Fürsten verkörpert. Als Typus ist er [der neue Fürst] ein humanistisches Konstrukt, zusammengesetzt aus Mythos, Geschichte und Gegenwart, und als Projektion derealisiert.“[112] Das heißt, Machiavelli konstruiert einen Idealfürsten, der aber von keiner lebenden Person je erreicht werden kann. Moses kommt, so sieht es Hoeges, „mehr als jeder andere“ dem Idealfürsten nahe.

Nach Maurizio Viroli bricht Machiavelli in dem Fürstenbuch mit zwei Traditionen. Ein guter Fürst sollte nach den alten Traditionen nicht wild und brutal wie ein Löwe sein und nicht so listig und täuschend wie ein Fuchs, sondern er sollte Tugendhaft herrschen. Machiavelli lehrt nach Viroli genau das Gegenteil.[113] Viroli zitiert eine Stelle aus dem Werk:

„Und weil denn ein Fürst imstande sein soll, die Bestie zu spielen, so muss er von diesen den Fuchs und den Löwen annehmen; denn der Löwe entgeht den Schlingen nicht, und der Fuchs kann dem Wolf nicht entgehen. Er muß also ein Fuchs sein, um die Schlingen zu kennen, und ein Löwe, um die Wölfe zu schrecken.“

Niccolò Machiavelli[114]

Als zweites bricht Machiavelli mit der Tradition, dass ein Fürst generös sein muss, in dem er Freunde beschenkt und auch selber im Luxus zu leben hat. Ein Fürst der dies befolgt, schmeichelt aber nur ein paar Mitläufern und ruiniert mit dem Luxusleben sein Fürstentum.[105]

Nach Viroli lehrt Machiavelli aber nicht, dass der Zweck die Mittel heilige, sondern dass der Fürst nicht fürchten muss, brutal und geizig zu sein und er das Notwendige machen muss, um das Ziel zu erreichen.[105]

Die Discorsi – Das Wesen einer starken Republik[Bearbeiten]

In dem Werk Discorsi, welches vermutlich parallel zum Fürstenbuch entstand, entwickelt Machiavelli das vor dem Hintergrund des Il Principe erstaunliche Ideal einer Republik ohne Fürsten. So soll „Macht und persönlicher Status stets getrennt“ und der „Staatsschatz stets wohlgefüllt, der Bürger hingegen arm“[115] sein. Die Discorsi sind ein Kommentar zum Geschichtswerk des Titus Livius, der die Geschichte der römischen Republik beschreibt. Machiavelli zieht die römische Geschichte heran, um aus ihr seine Überzeugungen zu gewinnen und zu festigen: „Über alles, auch über sich selbst, konnte Machiavelli spotten, doch nicht über die Größe Roms. Dieser Glaube verlieh ihm Halt, Orientierung, Gewissheit und ein Quäntchen Optimismus in den Jahren der politischen Kaltstellung und Isolation.“[116]

Machiavelli war nach Maurizio Viroli erstaunt, dass die Juristen zu seiner Zeit sich an das römische Recht anlehnten, die Künstler die klassische Kunst emittierten und die Ärzte von der Antike lernten,[117] aber „kein Herrscher und kein Freistaat, kein Feldherr und kein Bürger auf die Beispiele früherer Zeiten zurück[griff]“.[118]

Für Maurizio Viroli wurden die Discorsi ein intellektueller und politischer Wegweiser für alle, die eine freie Republik begrüßen. Während Machiavellis Lebenszeit erlangten die Discorsi kaum eine Bedeutung.[119]

Beide Werke waren vorerst nur zur Lektüre durch ausgewählte Leser bestimmt. Francesco Guicciardini konnte die Discorsi nach Machiavellis Tod lesen und kritisierte die Romgläubigkeit besonders, da „Livius’ Erzählung von der römischen Frühzeit aus patriotischen Sagen bestand [, aber Machiavelli] las diese erbaulichen Legenden als lauter Wahrheit“.[120] Außerdem könne man die Zeit der römischen Republik nicht mehr mit dem Florenz des 16. Jahrhunderts vergleichen.

Die Kunst des Krieges[Bearbeiten]

Im August 1521 wurde Über die Kunst des Krieges (Dell’Arte della Guerra) gedruckt. Geschrieben hat Machiavelli dieses Werk auch für seine Freunde der Orti Oricellari Gruppe. Mit ihnen verkehrte Machiavelli in dieser für ihn unbefriedigenden Zeit, was ihm half seinem Leben einen Sinn zu verleihen. Gewidmet ist es Lorenzo di Filippo Strozzi, der ihn während der dunklen Jahre gelegentlich beschenkte und ihn bei Kardinal Giulio de’ Medici eingeführt hatte.[121]

Maurizio Viroli behauptet, dass für Machiavelli die Praxis der Kriegskunst der Abschluss und die Grundlage des zivilen Lebens ist.[121] Machiavelli ist sich bewusst, dass Krieg verheerende Folgen hat, aber eine Republik oder ein Fürstentum muss sich verteidigen können. Ein Herrscher muss den Frieden lieben und wissen, wann er Krieg führen muss.[122]

Das Werk wurde von bedeutenden Zeitgenossen wie Kardinal Giovanni Salviati angepriesen. Im 16. Jahrhundert wurde Über die Kunst des Krieges sieben Mal nachgedruckt und in verschiedene Sprachen übersetzt.[123]

Machiavellis Geschichts- und Menschenbild[Bearbeiten]

Nach Alessandro Pinzani wird die „traditionelle aristotelische Definition des Menschen als zôon politikon[124] von Machiavelli verworfen. „Der Mensch ist in Machiavellis Augen ein Wesen, für das kein Ideal von individueller Vervollkommnung - wie bei Aristoteles - mehr gilt. Somit wird auch die teleologische Geschichtsauffassung des politischen Aristotelismus verworfen, wonach das Telos der Geschichte die Vervollkommnung der menschlichen Natur - sprich: der politischen Natur des Menschen - sei. Die politische Gesellschaft entsteht nach Machiavelli nicht aufgrund irgendeines Plans der Natur, sondern ‚durch Zufall‘ (Discorsi I 2,11)“.[124]


Machiavelli sieht die Geschichte „keineswegs in einem kontinuierlichen Fortschritt ‚zum Besseren‘, wie Kant und Hegel später behaupten werden, noch ist sie als Heilsgeschichte zu lesen“.[124] Die „Menschheit bewegt sich vielmehr unendlich in einem Kreis“.[125] Nach Alessandro Pinzani übernimmt Machiavelli durch Polybios Platons Theorie des Verfassungskreislaufes. Deswegen ist das Minimalziel für Machiavelli nur, „die unausweichliche Dekadenz der Republik möglichst zu verlangsamen“. Deswegen muss die Verfassung der Republik eine Mischform sein. So schreibt Machiavelli in den Discorsi folgendes:

„Nach meiner Meinung sind daher alle diese Staatsformen verderblich, und zwar die drei guten wegen ihrer Kurzlebigkeit und die drei anderen wegen ihrer Schlechtigkeit. In Erkenntnis dieser Mängel haben weise Gesetzgeber jede der drei guten Regierungsformen für sich allein vermieden und eine aus allen dreien zusammengesetzte gewählt. Diese hielten sie für fester und dauerhafter, da sich Fürst, Adel und Volk, in ein- und denselben Staat zur Regierung vereinigt, gegenseitig überwachen“

Niccolò Machiavelli[126]

Alessandro Pinzani stellt einen Geschichtszyklus vor, der die Discorsi nach seiner Meinung durchzieht:
Nach einer „wohlgeordneten Republik“ entsteht durch „Sittenverfall und politischer Dekadenz“ der „Zustand der Anarchie“. Die Anarchie wird durch eine „Neuordnung durch einen Fürsten bzw. Gesetzgeber“ wieder zu einer „wohlgeordneten Republik“ werden usw.[127]

August Buck behauptet, dass Machiavelli den Verfassungskreislauf zwar übernommen, aber verändert hat: „Während Polybios' an die ständige Wiederholung des Zyklus glaubt, bezweifelt Machiavelli, daß ein und derselbe Staat den Zyklus häufiger durchläuft, da dieser meist vorher durch äußere Einwirkungen beendet wird.“[128] Gennaro Sasso bemerkt dazu, dass „die Mischregierung tatsächlich den endgültigen Abschluß des Zyklus der wiederkehrenden Staatsverfassungen“[129] bei Machiavelli ist.

Nach Dirk Hoeges ist die Geschichtsschreibung Machiavellis hervorgegangen aus einer Kritik an der bisherigen Geschichtsschreibung, die die inneren Angelegenheiten der Stadt Florenz verdrängt und die äußeren hervorgehoben habe; diese sah er als eine parteiische Geschichtsschreibung an, in der die Konflikte innerhalb der Stadt ausgeblendet würden. „Die absichtliche Eliminierung der inneren Geschichte durch Leonardo Bruni und Poggio Bracciolini, Sympathisanten der Medici, bewirkt eine Änderung seiner eigenen Konzeption, die Geschichte der Stadt zu schreiben.“[130] Hoeges zufolge entdeckte Machiavelli dadurch das „elementare Movens ihrer Geschichte […], das in Destruktion und Zwietracht, in Disharmonie und konkurrierenden zerstörerischen Gegensätzen lag.“[131] Das Fehlen dieser Elemente habe verhindert, dass Florenz so groß wurde wie Rom oder Athen.

Peter Schröder zufolge ähneln die Gedankengänge Machiavellis dem Konzept des Soziologen Max Weber in seinem Vortrag Politik als Beruf, in dem dieser dem Verantwortungsethiker mehr politischen Sachverstand einräumt, weil er mit der Schlechtigkeit der Welt rechne, als einem Anhänger der Gesinnungsethik. Schröder postuliert: „Der Unterschied zwischen Machiavelli und Weber liegt allein darin, dass erster diese Tatsache ungeschminkt ausspricht, während Weber sie in ein gefälliges, sozusagen zivilisiertes Vokabular kleidet.“[132]

Virtù, Fortuna, Ambizione, Necessità und Occasione[Bearbeiten]

Virtù (Tugend/Tüchtigkeit) ist der Kernbegriff in Machiavellis Theorie und politischer Lehre.“[133] Unter dem Begriff virtù versteht Machiavelli die politische Energie bzw. den Tatendrang, etwas zu tun. „Seine an der politischen Realität orientierten Ratschläge sind nicht auf ein wünschbares (Tugend)-Ideal ausgerichtet, sondern auf ihre Tauglichkeit für die Praxis.“[134] Sowohl einzelne Menschen als auch ganze Völker können Träger dieser Kraft sein. Diese virtù ist nie gleich verteilt. Wo sie allerdings war, führte sie zu großen Reichen. So hatte das Römische Reich eine so große Macht erreicht, weil seine Anführer und sein Volk von viel virtù beseelt waren. Folglich kann man diese metaphysische Kraft nicht erzwingen, aber man kann günstige Voraussetzungen für sie schaffen, z. B. in der Struktur der Verfassung. Die Bürger müssen zur virtù erzogen werden.

Gegenspieler der virtù ist die fortuna in Anlehnung an die Glücks- und Schicksalsgöttin der Römischen Mythologie. Sie steht für das Schicksal, den Zufall, aber auch für die Gelegenheit. Sie ist der unberechenbare Faktor in der politischen Rechnung. „Diese Begrifflichkeit erlaubt es Machiavelli, mit christlichen Vorstellungen zu brechen.“[135] Machiavelli sieht den Herrscher immer in einem Kampf gegen fortuna. Allerdings macht diese nur etwa die Hälfte des Erfolges aus; die andere Hälfte ist bestimmt durch Willenskraft (virtù) und praktische Vorbereitung. Für letzteres stellt ein großer Teil von Machiavellis Werk einen praktischen Ratgeber für Soziales Handeln dar.

Weitere wichtige Begriffe sind laut Schröder ambizione (Ehrgeiz), necessità (Notwendigkeit) und occasione (Gelegenheit). Ambizione stellt für Machiavelli die entscheidende Triebfeder menschlichen Handelns dar. „Dieser Begriff ist […] bei Machiavelli weitgehend negativ konnotiert, da der Ehrgeiz häufig das Allgemeinwohl den privaten, egoistischen Interessen unterordnet.“[135] Necessità „wird von Machiavelli als Ausdruck der politischen und staatlichen Ausnahmesituation eingeführt.“[135] Wenn ein politisches Gemeinwesen durch innere oder äußere Bedrohungen gefährdet ist, bilden moralische Bedenken eine untergeordnete Rolle; man wird gezwungen, amoralisch zu handeln. Zum Zwecke der Selbstbehauptung sind dann alle Mittel erlaubt.

Occasione „beschreibt den historischen Augenblick, den ein besonderer, tugendhafter Mann (uomo virtuoso) oder auch die Führungsschicht eines Staates zu nutzen verstehen muss, um sich als Gesetzgeber oder Feldherr auszuzeichnen.“[136] Fortuna kann, schreibt Machiavelli, nicht nur negativ wirken, sondern eine günstige Gelegenheit schaffen, in der ein guter Herrscher Gutes bewirken kann zum Wohle der Allgemeinheit, aber in der ein schlechter Herrscher dies auch ausnützen wird.

Machiavelli als Dichter[Bearbeiten]

Satirische Werke[Bearbeiten]

Neben politischen und philosophischen Schriften verfasste Machiavelli drei Komödien. Andria ist eine Übersetzung der gleichnamigen Terenz-Komödie. Die Mandragola ist eine eigenständige Komödie, die bis heute aufgeführt wird. Sie handelt von einem Jüngling, der sich in die Frau eines einflussreichen Florentiner Arztes verliebt und diese mit Raffinesse und Intrige erobert. Diese Komödie wurde vielfach als politische Allegorie gelesen. Ihr Entstehungsdatum (vermutlich 1518) ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Ihr folgt die 1525 uraufgeführte Komödie Clizia, eine Auftragsarbeit, die das Niveau der Mandragola nicht ganz erreicht. Clizia ist stofflich an die Casina von Plautus angelehnt, aber keine direkte Übersetzung mehr. Handlungsort und -zeit wurden vom antiken Griechenland ins zeitgenössische Florenz verlegt.

Zu Machiavellis satirischen Werken zählt neben frühen Spott- und Karnevalsliedern auch eine Novelle mit dem umfangreichen Titel:

„Der Erzteufel Belfagor wird von Pluto auf die Erde gesandt, mit der Verpflichtung, eine Frau zu nehmen. Er kommt, nimmt eine Frau, und unvermögend ihren Hochmut zu ertragen, kehrt er lieber in die Hölle zurück, als sich wieder mit ihr zu vereinigen.“

In Machiavellis Werken findet sich oft ein ausgeprägter Zynismus. In einem Brief an Francesco Guicciardini schreibt er:

„Ich sage nie mehr, was ich glaube, und glaube nie mehr, was ich sage, und wenn mir doch einmal ein wahres Wort entschlüpft, verstecke ich es gleich hinter soviel Lügen, dass es nicht wieder zu finden ist.“

Gedichte[Bearbeiten]

Machiavellis dramatisches Schaffen umfasste sechs Werke, von denen nur die drei oben erwähnten erhalten sind. Während des Rinascimento und der Besinnung auf die alten Meister der Antike begannen um 1500 verstärkt Übersetzungstätigkeiten, die eng mit dem Prinzip der „imitatio“ verbunden waren. Neben der Dramengattung Tragödie erhielt die im Mittelalter gering geschätzte Komödie unter Berufung auf Terenz und Plautus einen höheren Stellenwert. Durch das die imitatio ergänzende Prinzip der aemulatio entstehen aus Machiavellis Feder das verloren gegangene Stück Le Maschere nach Aristophanes, von dessen Existenz wir durch Machiavellis Neffen Giuliano de’ Ricci wissen.

Machiavelli schrieb auch Gedichte. Am 8. November 1504 veröffentlichte er eine gereimte »Zehnjahresgeschichte« Decentale. „Machiavelli hielt sich, wie spätere Zeugnisse belegen, für einen großen Dichter in der Nachfolge Dantes und auf gleicher Augenhöhe mit einem Ludovico Ariosto.“[137] In diesem Gedicht verspotte er unter anderem Cesare Borgia (Herzog von Valence).

„Als Alexander VI. vom Himmel getötet wurde,
wurde auch der Staat des Herzogs von Valence
in viele Teile zerbrochen und verteilt.
Julius allein nährte noch Borgias Hoffnung,
so dass der Herzog in ihm zu finden glaubte
das Mitleid, das er selbst mit niemanden hatte.“

Niccolò Machiavelli[137]

Dies Gedicht von Machiavelli benennt auch sein politisches Ziel. „Nach 548 Verszeilen folgte [..] die Moral der Geschichte: Florenz braucht ein neues Militärsystem, wenn es als Staat unter Staaten, das heißt: als Wolf unter Wölfen bestehen will.“[138]

Rezeption[Bearbeiten]

Otfried Höffe behauptet, dass eine einfache Klassifikation der Beiträge zu Machiavelli nicht möglich ist. „Vieldeutig und unerschöpflich zu sein, ist nun mal die Signatur eines Klassikers.“[139]

Nach August Buck hat sich die Rezeption von Machiavelli wie „bei keinem anderen Autor ... in Form einer durch Ideologien belasteten Polemik vollzogen, die auch nach dem Einsetzen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit seinem Werk bis in die Gegenwart fortdauert.“[128] Laut August Buck begann dies mit einem Traktat von Agostino Nifo im Jahr 1523. „Mit dieser moralische Ächtung Machiavellis beginnt noch zu dessen Lebzeiten die Polemik des Antimachiavellismus.“[128]

Eine verunglimpfende und hochemotionale Polemik sieht Höffe bei Reginald Pole, Innocent Gentillet und Leo Strauss. Eine konstruktive Kritik erkennt Höffe bei Jean Bodin und eine politische Rehabilitierung bei Baruch de Spinoza, Arthur Schopenhauer, James Harrington und Andrew Fletcher sowie eine moralische Rehabilitierung bei Johann Gottfried Herder, Johann Gottlieb Fichte und Georg Wilhelm Friedrich Hegel.[140]

Trotzdem wird nach Höffe „Machiavellis Denken, insbesondere das des Principe, ... im Verlauf des 16. Jahrhunderts zum europäischen Kulturgut“.[141] Dabei stand Machiavellis Rezeption „im Zeichen des Streites zwischen den Konfessionen, die sich gegenseitig machiavellistische Gesinnung beschuldigten.“[142]

Machiavellis Begriff der Staatsräson stand im 17. Jahrhundert „im Mittelpunkt der politischen Diskussion“.[143] In Tacitus glaubte „man machiavellistische Grundsätze entdecken zu können“.[143] In der Diskussion griff man auch auf den Namen Tacitus zurück, da man zum einen den verfemten Namen Machiavelli vermied und zum anderen konnte man mit dem römischen Namen „die Auseinandersetzung mit der christlichen Lehre umgehen.“[144]

Man findet heute noch Ratgeberliteratur wie zum Beispiel Machiavelli für Frauen oder Machiavelli für Manager, aber sonst hat Machiavelli nach Höffe seinen Zauber verloren, denn „einige seiner Thesen erscheinen mittlerweile als selbstverständlich anerkannt.“[145] Wirksam ist Machiavelli nur noch, wenn man das Verhalten seines politischen Gegners als machiavellistisch benennt, es also als skrupellos bezeichnet.

In Deutschland beschäftigen sich Ideenhistoriker, Politikwissenschaftler und Soziologen wie Hans Freyer und René König noch mit Machiavelli. Niklas Luhmann widmet Machiavelli in Die Moral der Gesellschaft einen längeren Abschnitt. Aber nach Höffe ist Machiavelli „für Philosophen dagegen kein Thema mehr.“[146]

Nach Peter Schröder gibt es zwei Linien der Rezeption. Auf Betreiben der Jesuiten setzte Papst Paul IV. 1559 Machiavellis Werke auf den Index Librorum Prohibitorum. Damit begann die frühe, pure Ablehnung auf dem europäischen Kontinent in der Gegenreformation. Den 1576 erschienenen Contre-Machiavel schrieb Innocent Gentillet, ein Hugenotte, nach der Bartholomäusnacht. „Der Name Machiavelli wurde somit in den Glaubensstreit gezogen und seine Lehre von Katholiken und Protestanten gleichermaßen als moralisch niederträchtig desavouiert. Machiavellis schlechter Ruf wurde also bereits sehr früh und aufgrund einer relativ durchsichtigen Interessenlage begründet. Diesen Hintergrund muss man zumindest im Auge haben, wenn man die in Deutschland besonders folgenreiche Auseinandersetzung durch Friedrich von Preußen sinnvoll einordnen will.“[147]

Die zweite Linie der Überlieferung liegt in England und Schottland. James Harrington bezieht sich in seinem Hauptwerk The Commonwealth of Oceana ausdrücklich auf Machiavelli. Der Schotte Andrew Fletcher hat „sich den Republikanismus Machiavellis wie kaum ein anderer Denker in einer kleinen, aber bedeutsamen Schrift (Discourse of Government with relation to Militia´s, 1698) zu eigen gemacht.“[148]

Schröder erwähnt auch Montesquieus Werk Vom Geist der Gesetze, welches „ebenfalls unverkennbare Anlehnungen an Machiavellis Konzeption des Republikanismus aufweist.“[149]

Nach Volker Reinhardt gibt es sieben Hauptströmungen der Machiavelli-Rezeption. Erstens die „christliche Empörung über den teuflischen Verderber der Politik“[150] zum Beispiel von Kardinal Reginald Pole. Zweitens „politische Denker wie […] Giovanni Botero [der] die schwierige Synthese aus Staatsräson und Christentum zu bewerkstelligen suchte.“[150] Kardinal Richelieu setzte dies dann in der Praxis um. Drittens die Monarchomachen, die „Caterina de’ Medici als teuflische Schülerin Machiavellis anprangerten.“[150] Viertens nahm Thomas Hobbes Machiavellis Ideen zum Krieg „zum Ausgangspunkt seines Hauptwerkes Leviathan“.[151] Fünftens der Anti-Machiavel von Friedrich II. begründete den Antimachiavellismus. Sechstens beeinflusste es Jean-Jacques Rousseau, der in Machiavelli einen verkappten Revolutionär sah, und vorführte „wie man sich der Tyrannen entledigen konnte.“[152] Außerdem zeigt Machiavelli nach Rousseau auf, was eine gute Republik braucht: „eine Bürgerreligion, die Patriotismus erzeugte, und einen Gemeinwillen, der den Staat stärkte und festigte.“[152] Siebtens wurde Carl von Clausewitz von Machiavellis Ideen zum Krieg beeinflusst.

Weiter merkt Reinhardt an, dass Machiavelli sich als „miserabler Prophet“ erwies, da die Florentiner den gegenteiligen Ideen seines Briefpartners Francesco Vettori folgten. Florenz erlebte bis in das 18. Jahrhundert eine Blütezeit, war aber keine Republik im Sinne Machiavellis und den für Machiavelli vorbildlichen Reichsstädten gehörte die Zukunft in Deutschland nicht. Auch „der moderne Staat entstand nicht aus den wenigen übrig gebliebenen Republiken wie Venedig und den eidgenössischen Kantonen, sondern aus der zentralisierten Monarchie.“[153]

Niccolò Macchiavelli (Statue bei den Uffizien in Florenz)

Die Auseinandersetzungen um Machiavelli begleiten die gesamte moderne Politische Theorie und Ideengeschichte bis hin zur Faschismustheorie und dem Begriff des Totalitarismus. Schon früh bildete sich die gegen die Machiavellianischen Anschauungen gerichtete Strömung des Antimachiavellismus, der zur Hauptsache Kleriker, Adelige, humanistische Philosophen, Freigeister, Aufklärer und Ethiker anhingen. Sie brandmarkten Machiavelli als Menschenfeind. Ihre berühmteste Schrift ist wohl der Antimachiavell Friedrichs des Großen, ein scharfer Angriff auf die im Fürsten vorgeschlagenen Wege, wenngleich Friedrich selbst diese Mittel einzusetzen verstand.

Gedenktafel am Ort seines Geburtshauses (Via Guiccardini, Florenz)

Die Gründerväter der Vereinigten Staaten wurden nach Bradley C. Thompson nicht direkt von Machiavelli beeinflusst, aber sie waren nach Thompson Machiavellianer, ohne es zu wissen. Eine Ausnahme bildete John Adams, der Machiavelli las und seine Ideen verarbeitete. Adams behaupte selber ein „Student Machiavelli“ gewesen zu sein.[154]

Die politische Philosophin Hannah Arendt greift immer wieder auf Machiavellis Gedankengut zurück. Sie schreibt, „daß Machiavelli als erster […] die Heraufkunft oder die Wiederkehr eines rein weltlichen Bereichs antizipierte, dessen Prinzipien und Verhaltensregeln sich von den Geboten der Kirche emanzipierten und dessen moralische Wertsetzungen von keiner Transzendenz mehr gegründet und begründet sein würden. Dies ist der eigentliche Sinn seiner vielfach missverstandenen Lehre, dass es in der Politik darum gehe, zu lernen, »nicht gut zu sein«, nämlich nicht im Sinne christlicher Moralvorstellungen zu handeln.“[155] Nach Arendt vertrat Machiavelli eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat. Ihr Fazit in ihrem Werk Über die Revolution lautet: „Erscheine, wie du sein möchtest, und meinte damit: Wie du in Wahrheit bist, hat für diese Welt und ihre Politik keine Bedeutung; sie besteht ohnehin nur aus Erscheinung, und das wahre Sein spielt in ihr keine Rolle …“[156]

In seiner Vorlesung Die „Gouvernementalität“ bezieht sich Michel Foucault auf Machiavelli (vor allem auf Il Principe) und auf Anti-Machiavelli-Literatur (z. B. Thomas Elyot oder Guillaume de La Perrière), um das Konzept der Gouvernementalität zu entwickeln.[157]

Ausgaben[Bearbeiten]

In deutscher Übersetzung:

  • Der Fürst, Italienisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Philipp Rippel. (= Reclams Universal-Bibliothek. Bd. 1219). Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-001219-8.
  • Der Fürst. Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Mit einem Nachwort von Horst Günther. 5. Auflage. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-458-32907-2.
  • Discorsi, Insel-Verlag, Frankfurt a. M., ISBN 3-458-34251-6.
  • Discorsi (Gedanken über Politik und Staatsführung), Alfred-Kroener-Verlag, ISBN 3-520-37702-0.
  • Das Leben des Castruccio Castracani von Lucca, übersetzt und mit einem Essay zur Ästhetik der Macht hrsg. v. Dirk Hoeges, C. H. Beck, ISBN 3-406-43357-X.
  • La Mandragola, Frankfurt (Verlag der Autoren) 2000.
  • Niccolò Machiavelli – Mandragola, Italienisch/Deutsch; übersetzt von Helmut Endrulat, illustriert von Joachim John, hrsg. von Gero Alfred Schwalb und Hans-Peter Klaus; edition schapeti, Langenhagen 1996.
  • Dirk Hoeges, Niccolò Machiavelli. Dichter-Poeta. Mit sämtlichen Gedichten, deutsch/italienisch. Con tutte le poesie, tedesco/italiano, Reihe: Dialoghi/Dialogues: Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs, Band 10, Peter Lang Verlag, Frankfurt/M. u. a. 2006, ISBN 3-631-54669-6.
  • Gesammelte Werke in einem Band, hrsg. v. Alexander Ulfig, Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 2006, ISBN 978-3-86150-774-1.
  • Geschichte von Florenz, (mit einem Nachwort von Kurt Kluxen), Zürich, o. J., Manesse Bibliothek der Weltgeschichte.
  • Von der Regierungskunst eines Fürsten und Anti-Machiavel oder Versuch einer Kritik (anonym von Friedrich II von Preußen) mit einem Nachwort von Heiner Höfener, Harenberg, Dortmund 1978, ISBN 3-921846-50-1.
  • Der Fürst, vocalbar-Verlag, Berlin Januar 2008, ISBN 3-939696-04-8. Auswahl der wichtigsten Kapitel und mit einem Nachwort versehen von Dr. Jörg Lehmann. Laufzeit: 76 Minuten.
  • Politischer Zustand Deutschlands im Anfang des sechzehnten Jahrhunderts, In: Niccolò Machiavelli. Gesammelte Schriften in fünf Bänden. Unter Zugrundelegung der Übers. von Johann Ziegler und Franz Nicolaus Baur. Hrsg. von Hanns Floerke. Bd. 2: Vom Fürsten. Kleinere Schriften. Müller, München 1925.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Niccolò Machiavelli – Quellen und Volltexte (italienisch)
 Wikisource: Niccolò Machiavelli – Quellen und Volltexte
 Commons: Niccolò Machiavelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Herfried Münkler: Machiavelli. Die Begründung des politischen Denkens der Neuzeit aus der Krise der Republik Florenz. Frankfurt am Main 2004, S. 40.
  2. „We know only that she was a wellread woman who wrote poems and religious lauds.“ Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, 2000, ISBN 0-374-52800-4, S. 8.
  3. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 132.
  4. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 43
  5. Rudolf Zorn: Einleitung, S. XXV, In: Niccolò Machiavelli: Discorsi, Stuttgart 1977.
  6. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 25
  7. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 26.
  8. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 26f.
  9. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 28.
  10. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 29 f.
  11. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 30.
  12. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 90.
  13. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 145.
  14. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 60
  15. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 33
  16. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 63
  17. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 70.
  18. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 79.
  19. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 80
  20. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 43.
  21. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 86.
  22. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 88.
  23. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 95.
  24. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 102.
  25. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 104
  26. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 110.
  27. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 111
  28. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 112.
  29. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 113.
  30. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 101.
  31. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 119
  32. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 123.
  33. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 124f
  34. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 127.
  35. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 137.
  36. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 141.
  37. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 86: „... the aristocrats looked out from their places with baleful eyes on those troops marching behind the standards of the Republic.“
  38. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 95.
  39. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 142.
  40. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 144
  41. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 146.
  42. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 98
  43. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 98f.
  44. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 149.
  45. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 151.
  46. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 154.
  47. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 155
  48. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 160f.
  49. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 165.
  50. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 79.
  51. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 167.
  52. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 173.
  53. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 174.
  54. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 179.
  55. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 182.
  56. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 185.
  57. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 194.
  58. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 195
  59. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 199
  60. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 201.
  61. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 203.
  62. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 205.
  63. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 206.
  64. a b c d Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 207
  65. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 135
  66. Herfried Münkler, Machiavelli. Die Begründung des politischen Denkens der Neuzeit aus der Krise der Republik Florenz. Frankfurt a. M. ²2007, S. 11
  67. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 220.
  68. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 221.
  69. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 223.
  70. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 227.
  71. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 209.
  72. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 214.
  73. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 215.
  74. Maurizio Viroli, Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 144.
  75. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 251.
  76. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 308
  77. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 309.
  78. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 311.
  79. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 313.
  80. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 314.
  81. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 315.
  82. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 337.
  83. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 338.
  84. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 340.
  85. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 197.
  86. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 347.
  87. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 351.
  88. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 349.
  89. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 228f
  90. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 230.
  91. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 238.
  92. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 363.
  93. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 364
  94. Rudolf Zorn: Einleitung, S. XXXIX, In: Niccolò Machiavelli: Discorsi, Stuttgart 1977.
  95. a b Rudolf Zorn: Einleitung, S. XL, In: Niccolò Machiavelli: Discorsi, Stuttgart, 1977
  96. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 364.
  97. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 10.
  98. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 252.
  99. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 254.
  100. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 255f.
  101. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 256.
  102. a b c d Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 260.
  103. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 262
  104. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 33.
  105. a b c Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 159
  106. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 37
  107. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 160., deutsch: „Er hatte absolut kein Interesse daran, ein Werk wie „Der Fürst“ zu lesen, und falls er es gelesen hätte, hätte er es nicht verstanden.“
  108. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 84.
  109. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 98.
  110. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 97
  111. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 63
  112. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 177.
  113. Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 157.
  114. Der Fürst, Frankfurt am Main, Insel Verlag, 2001, S. 87.
  115. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie. München 2012, S. 265.
  116. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie. München 2012, S. 276.
  117. Maurizio Viroli: Niccolò’s Smile: A Biography of Machiavelli. S. 184.
  118. Niccolò Machiavelli: Discorsi. Alfred-Kroener-Verlag, 1977, S. 5.
  119. Maurizio Viroli: Niccolò’s Smile: A Biography of Machiavelli. S. 190.
  120. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie. München 2012, S. 276.
  121. a b Maurizio Viroli: Niccolò's Smile: A Biography of Machiavelli, S. 216.
  122. Maurizio Viroli: Niccolò’s Smile: A Biography of Machiavelli, S. 217.
  123. Maurizio Viroli: Niccolò’s Smile: A Biography of Machiavelli, S. 219.
  124. a b c Alessandro Pinzani: Doch ein Republikaner?, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, Berlin 2012, S. 167.
  125. Alessandro Pinzani: Doch ein Republikaner?, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, Berlin 2012, S. 168
  126. Discorsi, Insel-Verlag, 1977, Frankfurt a. M., S. 15.
  127. Alessandro Pinzani: Doch ein Republikaner?, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, Berlin 2012, S. 170.
  128. a b c August Buck: Machiavelli, Darmstadt, 1985, S. 129
  129. Gennaro Sasso: Niccolò Machiavelli. Geschichte seines politischen Denkens, 1965, S. 222.
  130. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 39.
  131. Dirk Hoeges: Niccolò Machiavelli. Die Macht und der Schein, München, 2000, S. 44.
  132. Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, Frankfurt, 2004, S. 44, FN4.
  133. Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, S. 161
  134. Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, S. 42.
  135. a b c Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, S. 160.
  136. Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, S. 161, kursiv im Original.
  137. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 129
  138. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 131.
  139. Otfried Höffe: Zu Machiavellis Wirkung, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, Berlin, 2012, S. 195.
  140. Otfried Höffe: Zu Machiavellis Wirkung, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, S. 182.
  141. Otfried Höffe: Zu Machiavellis Wirkung, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, S. 180; vgl auch: August Buck: Machiavelli, S. 132
  142. August Buck: Machiavelli, S. 132.
  143. a b August Buck: Machiavelli, S. 134.
  144. August Buck: Machiavelli, S. 137.
  145. Otfried Höffe: Zu Machiavellis Wirkung, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, S. 196.
  146. Otfried Höffe: Zu Machiavellis Wirkung, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Niccolò Machiavelli: Der Fürst, S. 195.
  147. Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, S. 134.
  148. Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, S. 126f.
  149. Peter Schröder: Niccolo Machiavelli, S. 122.
  150. a b c Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 369
  151. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 370.
  152. a b Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 371.
  153. Volker Reinhardt: Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie, München 2012, S. 372
  154. Bradley C. Thompson: Adams's Machiavellian Moment, in: Paul A. Rahe: Machiavelli's Liberal Republican Legacy, Cambridge University Press, 2005, google books, S. 189f.
  155. Hannah Arendt: Über die Revolution, 1965; Piper, 4. Aufl. München 1994, S. 43.
  156. Hannah Arendt: Über die Revolution, S. 129.
  157. vgl. Foucault, Michel: Die "Gouvernementalität. In: Bröckling, Ulrich / Krasmann, Susanne/ Lemke, Thomas (Hrsg.): Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen.