Liederbach am Taunus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Liederbach am Taunus
Liederbach am Taunus
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Liederbach am Taunus hervorgehoben
50.1208333333338.4911111111111143Koordinaten: 50° 7′ N, 8° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 143 m ü. NHN
Fläche: 6,2 km²
Einwohner: 8914 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1438 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65835
Vorwahlen: 06196, 069
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Villebon-Platz 9–11
65835 Liederbach am Taunus
Webpräsenz: www.liederbach.eu
Bürgermeisterin: Eva Söllner (CDU)
Lage der Gemeinde Liederbach am Taunus im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Liederbach am Taunus ist eine Gemeinde im Main-Taunus-Kreis in Hessen.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus in Alt-Niederhofheim (erbaut 1691)

Liederbach grenzt im Norden an die Stadt Bad Soden am Taunus, im Osten an die Gemeinde Sulzbach (Taunus), im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie im Westen an die Stadt Kelkheim (Taunus).

Gliederung[Bearbeiten]

Liederbach besteht aus den beiden Ortsteilen Niederhofheim und Oberliederbach. Niederhofheim liegt im Westen der Gemeinde. Oberliederbach nimmt den östlichen Teil ein.

Grüne Mitte[Bearbeiten]

Das Landschaftsbild der Gemeinde ist von der so genannten „Grünen Mitte“ geprägt, welche größtenteils aus bewirtschafteten Ackerflächen und dem großzügigen Bachlauf des Liederbachs besteht. Die Grüne Mitte entspricht etwa einem Sechstel der Gesamtfläche Liederbachs, und die Gemeinde ist um deren Bestand sehr bemüht.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Liederbach unterquert die Hauptstraße in Höhe der Gemarkung „Braubach“

Vermutlich um 550 wurden die Dörfer Niederhofheim, Oberliederbach und Unterliederbach gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 791 als Leoderbach, das sich im Besitz des Klosters Lorsch befand. 1100 geht Leoderbach als Lehen in den Besitz der Herren von Eppstein über. Diese verkauften das Dorf 1492 an die Landgrafschaft Hessen. Im 17. Jahrhundert hält die Reformation Einzug in Liederbach.

Die Gemeinden Oberliederbach, Unterliederbach und Niederhofheim kamen 1803 zu Nassau-Usingen und schließlich sechs Jahre später zum geeinigten Herzogtum Nassau. Nach dem Deutsch-Deutschen Krieg wurden die drei Orte 1866 der preußischen Provinz Hessen-Nassau zugeordnet. 1903 wurde mit der Station Niederhofheim-Oberliederbach an der Eisenbahnlinie Höchst-Königstein ein eigener Bahnhof errichtet.

1917 wurde Unterliederbach in die Stadt Höchst am Main eingemeindet, welche 1928 ein Stadtteil von Frankfurt am Main wurde. Oberliederbach und Niederhofheim wurden am 1. April 1928 in den neu geschaffenen Main-Taunus-Kreis integriert.

Im Rahmen der hessischen Kommunalreform schlossen sich beide Gemeinden am 31. Dezember 1971 zur neuen Gemeinde Liederbach zusammen.[2] Die nördlich gelegene Heidesiedlung wurde hauptsächlich von den Farbwerken Höchst errichtet, um ihren Mitarbeitern eine ortsnahe Unterkunft zu bieten.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Gold und Blau gespalten mit je einem größeren Ort am Spalt in den verwechselten Farben; darin je eine zugewendete Wachtel, wiederum in verwechselten Farben.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 27. März 2011 und am 26. März 2006 ergaben folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,7 %
22,2 %
14,8 %
13,2 %
6,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-7,8 %p
-1,4 %p
+5,8 %p
+13,2 %p
-9,9 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,7 13 51,5 16 46,8 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,2 7 23,6 7 26,7 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,8 5 9,0 3 8,5 3
FWG Freie Wählergemeinschaft 13,2 4 8,7 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,0 2 15,9 5 9,4 3
Gesamt 31 31 31
Wahlbeteiligung in % 51,2 48,3 57,5

Bürgermeister[Bearbeiten]

Von 1979 bis 2008 war Gerhard Lehner der Bürgermeister von Liederbach und war damit der dienstälteste und am längsten amtierende Bürgermeister des Kreises. Im Januar 2009 übernahm Eva Söllner (CDU) als erste Bürgermeisterin das Amt.

Partnerstädte[Bearbeiten]

In der Alten Schule finden kulturelle Events statt
Liederbacher Heidesiedlung (vom Schmiehbachtal aus gesehen)

Liederbach besitzt bereits seit vielen Jahren mehrere Partnerstädte in Deutschland und im europäischen Ausland. Dies sind im Einzelnen:

Kultur[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Liederbach am Taunus

Kulturelle Aktivitäten[Bearbeiten]

Der Verein Die Liederbacher Kerbeborsch richtet jährlich zwischen September und Oktober die Kerb aus. Die Kerbeborsch haben dabei die Aufgabe ihren Hannes, eine lebensgroße angekleidete Strohpuppe, die auf dem Kirchweihbaum angehängt wird, zu bewachen. Traditionell versuchen andere Dörfer dieses Symbol zu entwenden. Verbunden mit der Kerb sind auch immer Tanz und Rummelplatz. Ebenfalls beheimatet ist der Sportverein SG Oberliederbach, deren Fußballer in der Landesliga Mitte spielen. Anfang des Jahres 2006 wurde die Blues und Funk Band The Mule gegründet, die ihren Hauptsitz und Proberaum seitdem in Niederhofheim hat.

Umgebung[Bearbeiten]

Bahnhof der Königsteiner Bahn

Das in unmittelbarer Nähe gelegene Schmiehbachtal ist ein beliebtes Erholungs- und Wandergebiet der Liederbacher Bevölkerung. Man bemüht sich von Seiten der Gemeindeverwaltung naturnahe Streuobstwiesen neben landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erhalten.

Jugendtreff[Bearbeiten]

Der 2005 gegründete Jugendtreff von Liederbach bietet dreimal wöchentlich einen Ort für Jugendliche zum Spiele spielen, Entspannen, Spaß haben und Freunde treffen. Des Weiteren gibt es einen bestimmten Tag für Mädchen. Regelmäßig finden besondere Ausflüge und Aktionen wie Tanz- und Breakdance-Kurse sowie Film- und Spieleabende statt.[3]

Vereine[Bearbeiten]

In Liederbach gibt es zahlreiche Vereine wie die SGO (Sportgemeinschaft Oberliederbach), in der hauptsächlich Fußball, Judo und Damengymnastik praktiziert wird. Ebenso gibt es die TSG Niederhofheim, in der die Sportarten Leichtathletik, Tischtennis, Handball, Schützen und Turnen vertreten sind. Neben diesen Sportarten wird auch Volleyball beim VCL (Volleyballclub Liederbach) betrieben. Auch genannt werden müssen, die das Kulturleben bereichernde Freiwillige Feuerwehr Liederbach und das Deutsche Rote Kreuz Liederbach.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Nitz, Simone Balsam, Sonja Bonin: Kulturdenkmäler in Hessen. Main-Taunus-Kreis. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2003, ISBN 3-8062-1650-9.
  • Gesine Karsch, Margret Menzel: Liederbach. Die kleinste Gemeinde im Main-Taunus-Kreis. Selbstverlag, 1978, DNB 790675064.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liederbach am Taunus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370.
  3. http://jugendtreff.bplaced.de/blog/ueber/