Hochheim am Main

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hochheim am Main
Hochheim am Main
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hochheim am Main hervorgehoben
50.0166666666678.35129Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 129 m ü. NN
Fläche: 19,43 km²
Einwohner:

16.914 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 871 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65239
Vorwahlen: 06146,
06145 (Massenheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 006
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burgeffstraße 30
65239 Hochheim am Main
Webpräsenz: www.hochheim.de
Bürgermeisterin: Angelika Munck (FWG)
Lage der Stadt Hochheim am Main im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Hochheim am Main ist eine Stadt im Main-Taunus-Kreis in Hessen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Blick über die Weinlage Stielweg und die Oberrheinische Tiefebene bis zum Odenwald
Denkmalgeschützte Stadtansicht von Süden über die Weinbergslagen Stielweg (unten) und Domdechaney (oben)
Geschichte des Königin-Viktoria-Denkmals
Rathaus mit Le-Pontet-Platz

Die Stadt Hochheim liegt, wie der Name schon sagt, etwa 35 Meter über der Untermainebene auf einer Geländestufe am Südrand des Main-Taunus-Vorlandes. Der Südhang dieser sich auf etwa fünf Kilometer Länge erstreckenden Geländestufe ist, teilweise bis dicht ans Mainufer, mit Weinbergen bewachsen. Durch diese Lage bietet sich in den Weinbergen und vom südlichen Stadtrand eine Fernsicht bis Darmstadt, zur Neunkircher Höhe im Odenwald, zu der markanten Spitze des Melibokus an der Bergstraße in 38 Kilometern Entfernung und schließlich bis Oppenheim in Rheinhessen. Zugleich ist die Stadtsilhouette aus südlicher Richtung weit sichtbar.

In unmittelbarer Nähe finden sich die Großstädte Frankfurt am Main, Wiesbaden und Mainz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hochheim grenzt im Norden an Hofheim am Taunus, im Osten an Flörsheim am Main, im Süden, getrennt durch den Main, an Rüsselsheim, Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg (alle drei Kreis Groß-Gerau) sowie im Westen an die Stadtteile Mainz-Kostheim und Delkenheim der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Hochheim besteht aus der Kernstadt Hochheim, der um den Bahnhof am Mainufer angesiedelten Südstadt, die durch Weinberge von der Hochheimer Altstadt getrennt ist, und dem 1977 eingemeindeten Stadtteil Massenheim mit ungefähr 1500 Einwohnern. Seit dieser Zeit gehört auch das Wiesbadener Kreuz zum Hochheimer Stadtgebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

In Hochheim wurde ein keltisches Fürstengrab gefunden. Zur Römerzeit war das Gebiet bereits dicht besiedelt, und der Weinbau wurde eingeführt. Der Name Hochheim geht auf die hier im 4. und 5. Jahrhundert siedelnden Alemannen zurück, auf die die Franken folgten. Hochheim wurde 754 während des Todeszugs von Bonifatius erstmals erwähnt. Massenheim wurde erstmals 819 als Geschenk an das Kloster Fulda erwähnt. 1273 wurde das Dorf Hochheim vom Kölner Domkapitel an das Mainzer Domkapitel verkauft. Im Jahr 1484 verlieh Kaiser Friedrich III. das Recht, jährlich zwei Märkte abzuhalten. Beim Reichsdeputationshauptschluss fiel Hochheim 1803 an das Fürstentum Nassau-Usingen, das 1806 mit dem Fürstentum Nassau-Weilburg zum Herzogtum Nassau vereinigt wurde. Seit April 1817 war Hochheim Sitz eines herzoglich-nassauischen Amtes und wurde seit 1820 als Stadt geführt, ohne dass sich die Verleihung der Stadtrechte urkundlich nachweisen ließe. Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen im Jahr 1866 kam Hochheim zur Provinz Hessen-Nassau. Die nassauischen Ämter wurden zu Landkreisen zusammengefasst, und Hochheim gehörte zunächst zum Mainkreis und später zum Landkreis Wiesbaden. Bei dessen Auflösung im Jahr 1928 wurde die Stadt dem Main-Taunus-Kreis zugeordnet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hochheim mit der preußischen Provinz Nassau Teil des neu gegründeten Landes Hessen. Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Massenheim eingemeindet.

Kultur[Bearbeiten]

In Hochheim und Massenheim ist eine Vielzahl von 185 kulturhistorischen Objekten unter Denkmalschutz gestellt worden. Darunter fallen als Gesamtanlagen die Altstadt von Hochheim und der Dorfkern von Massenheim mit vielen restaurierten Fachwerkhäusern. Für den ungestörten Blick auf die Gesamtanlage Hochheim gelten auch die zum Main nach Süden abfallenden Weinberge als schützenswerter Grünbereich. Seit der Niederlegung der Stadtmauer zu Beginn des 19. Jahrhunderts blieb die Ansicht von Süden unverändert. Die Stadt wuchs seitdem nur nach Norden, Osten und Westen.

Blickfang in der südlichen Stadtsilhouette ist die Kirche Sankt Peter und Paul, eine im Stil des Barock gehaltene Kirche mit Fresken des 1725 in Söflingen (Ulm) geborenen deutschen Barockmalers Johann Baptist Enderle. Im Jahr 2005 wurden die seit 1999 andauernden Restaurierungsarbeiten an den Fresken von Enderle beendet.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[2]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
34,8 %
20,5 %
19,5 %
17,3 %
5,7 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-0,2 %p
+0,1 %p
-9,6 %p
+17,3 %p
-1,8 %p
-5,8 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,8 13 35,0 13 35,6 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,5 8 20,4 7 26,5 10
FWG Freie Wählergemeinschaft Hochheim / Massenheim 19,5 7 29,1 11 21,4 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,3 6
FDP Freie Demokratische Partei 5,7 2 7,5 3 7,1 3
GAL Grün-Alternative Liste Hochheim und Massenheim 2,2 1 8,0 3
GRÜNE/GAL Bündnis 90/Die Grünen/Grün-Alternative Liste 9,3 3
Gesamt 37 37 37
Wahlbeteiligung in % 45,4 44,7 55,2

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die seit 2002 amtierende Bürgermeisterin Angelika Munck (FWG) wurde am 27. Januar 2008 im ersten Wahlgang mit 50,7 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 69,0 %.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Hochheim unterhält seit 1987 eine Partnerschaft mit der im Département Vaucluse in der Nähe von Avignon gelegenen Stadt Le Pontet. Weiterhin bestehen Städtefreundschaften mit der ungarischen Stadt Bonyhád im Komitat Tolna (seit 1997) und der thüringischen Stadt Kölleda.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Altstadt – im Vordergrund: der alte Friedhof
Südstadt – am linken Bildrand: Kläranlage

Der Wirtschaftszweig, dem die Stadt ihre Bekanntheit in erster Linie verdankt, ist der Weinbau. Der Name der Stadt ist seit einem Besuch der britischen Königin Viktoria im Jahr 1845[3] im englischsprachigen Raum als Hock zum Synonym für Rheinwein im Allgemeinen und für Wein aus dem Rheingau im Besonderen geworden.

Der Überlieferung nach soll sich wegen des guten Geschmacks der Hochheimer Weine und ihrer nahrhaften Eignung am britischen Hof das Sprichwort etabliert haben: „A good Hock keeps off the doc!“ Sinngemäß: Ein guter Hochheimer ersetzt jeden Arzt, oder hält den Arzt fern.

Mit 241 ha Rebfläche gehört Hochheim zu den großen Weinbaugemeinden im Rheingau. Die Hochheimer Gemarkung bildet das Kernstück der Großlage Daubhaus. Die namhaftesten Lagen sind die unterhalb der Altstadt gelegenen Lagen Domdechaney und Kirchenstück sowie der kleine Königin-Viktoria-Berg, der östlich der Stadt oberhalb der Bahnlinie inmitten der Hölle gelegen ist, dort wo das in neugotischem Stil errichtete Königin-Viktoria-Denkmal an den Besuch der Queen in Hochheim erinnert.[4] Weitere Lagen sind Berg, Herrnberg, Hofmeister, Reichestal, Stein und Stielweg. Hinzu kommt die Lage Schlossgarten in der Gemarkung Massenheim. 80 % der Rebfläche sind mit Rieslingreben bestockt, 15 % entfallen auf Spätburgunder und 5 % auf Kerner, Müller-Thurgau und andere Rebsorten. Das Domdechant Werner’sche Weingut erinnert an die Verbindung zum Mainzer Klerus.

Hochheim war im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch ein wichtiges Zentrum der Sektproduktion. So wurde 1837 hier die rheinische Sektkellerei Burgeff, bekannt unter der Marke Mumm, gegründet, die sich heute im Besitz der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien befindet. 1877 kam das Sekthaus Carl Graeger hinzu.

Jährlich steht die Stadt Anfang November im Zeichen des Hochheimer Marktes, eines der größten Herbstmärkte in Deutschland. Er wird seit 1484 abgehalten und ist für ein Wochenende von Freitag bis Dienstag mit einer Mischung aus Kram-, Vergnügungs- und Viehmarkt Anziehungspunkt von fast einer halben Million Besucher.

Am ersten Juliwochenende findet ein Weinfest in Hochheim statt, das über hunderttausend Besucher anlockt.

Die wirtschaftliche Struktur der Stadt Hochheim war seit dem Zweiten Weltkrieg einem steten Wandel unterworfen. Das international bekannteste hier ansässige Unternehmen ist Tetra Pak, das hier seit 1965 den Sitz seiner Deutschland-Zentrale hat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Personen wurden in Hochheim geboren, wirkten aber hauptsächlich andernorts:

  • Johannes Selenka (1801–1871), Buchdrucker und Wegbereiter der Handwerkerbewegung in Braunschweig
  • Sigmund Aschrott (1826–1915), Kaufmann, Industrieller und Immobilienunternehmer in Kassel
  • Ferdinand Raab (1878–1954), Industrieller in der Braunkohlenindustrie
  • Diether Hummel (1908–1989), Sektproduzent und Verbandspräsident
  • Franz Crass (1928–2012), Opernsänger, lebte bis zum Tode in Hochheim am Main, starb in Rüsselsheim.
  • Valentin Petry (* 1928), Radsportler
  • Rolf Selzer (* 1942), Politiker (SPD)

Verkehr[Bearbeiten]

Am westlichen Stadtrand verläuft die Bundesautobahn 671 mit den Anschlussstellen Hochheim Süd und Hochheim Nord. Durch die Stadt führt die Bundesstraße 40 nach Mainz im Westen und Flörsheim im Osten. Nach Flörsheim und Wiesbaden-Delkenheim führt außerdem die Landesstraße 3028.

Die Stadt liegt innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbundes an der S-Bahn-Strecke S1 zwischen Rödermark, Frankfurt am Main und Wiesbaden.

Radwanderwege[Bearbeiten]

Hochheim ist Teil des Pilotgebietes im Regionalpark Rhein-Main mit mehreren ausgebauten und geplanten Routen.

Durch die Stadt bzw. am Mainufer führen Radwanderwege:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochheim am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hochheim am Main – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl
  3. Frankfurter Neue Presse: V wie Victoriaberg-Wein. Das Hessen-ABC bei Rhein-Main.Net
  4. Landesamt für Denkmalpflege Hessen: Recherche nach Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen – Inschrift: „WINDSOR CASTLE V. DEC./ MDCCCL - Ihre Majestät VICTORIA, Königin von Grossbritannien u. Irland hatte die Gnade diesem Weinberge Ihren hohen Namen zu verleihen. Der erhabenen Monarchin zu Ehren und als dankbare Erinnerung an eine so huldvolle Auszeichnung wurde dieser Denkstein errichtet von G. M. Pabstmann. Hochheim am 24. Mai 1854“