Marie François Sadi Carnot

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Théobald Chartran: Marie François Sadi Carnot
Caserio in einer zeitgenössischen Darstellung

Marie François Sadi Carnot (* 11. August 1837 in Limoges; † 25. Juni 1894 in Lyon) war ein französischer Politiker. Er war französischer Staatspräsident von 1887 bis 1894.

Leben[Bearbeiten]

Carnot wurde als Sohn des Politikers Hippolyte Carnot (1801–1888) und Enkel von Lazare Carnot (1753–1823) geboren. Sein Ingenieurstudium absolvierte er an der École polytechnique und der École Nationale des Ponts et Chaussées in Paris. Er wurde Präfekt des Départements Seine-Inférieure (heutiger Name: Seine-Maritime) und Abgeordneter der Côte-d'Or im Jahre 1871.

Nach Tätigkeiten als Staatssekretär und Minister im Staatsbauministerium wurde er schließlich im Jahre 1885 Finanzminister. Nach der erzwungenen Abdankung des Staatspräsidenten Jules Grévy wurde Sadi Carnot am 3. Dezember 1887 zu dessen Nachfolger gewählt. Der Anfang seiner Amtszeit war von den Unruhen um Georges Boulanger und dem Panamaskandal (1892) gekennzeichnet.

Um einer Welle anarchistischer Anschläge zu begegnen und die Agitation der Gewerkschaften zu unterbinden, wurden 1893/1894 die Gesetze betreffend die persönliche Freiheit und die Vergehen der Presse Lois scélérates verabschiedet. Diese wurden von der sozialistischen Opposition als kriminell bezeichnet. Vor diesem Hintergrund wurde Carnot am 24. Juni 1894 in Lyon nach einer Rede von dem italienischen Anarchisten Sante Geronimo Caserio mit einem Messer verletzt und verstarb wenige Stunden später. Er erhielt ein Ehrengrab im Panthéon (Paris).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marie François Sadi Carnot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Jean Clamageran Finanzminister von Frankreich
16. April 188511. Dezember 1886
Albert Dauphin