Mersin

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Dieser Artikel behandelt die türkische Großstadt; für weitere Bedeutungen siehe Mersin (Begriffsklärung).

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Mersin
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Mersin (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Mersin
Koordinaten: 36° 49′ N, 34° 38′ O36.8134.629722222222100Koordinaten: 36° 48′ 36″ N, 34° 37′ 47″ O
Höhe: 100 m
Einwohner: 843.429[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 324
Postleitzahl: 33***
Kfz-Kennzeichen: 33
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Burhanettin Kocamaz (MHP)
Webpräsenz:

Mersin (in der Antike Zephyrion) ist eine an der türkischen Mittelmeerküste gelegene Stadt mit 843.429 Einwohnern und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Mersin, die bis 2002 noch İçel hieß. Sie ist eine wichtige Hafenstadt am Mittelmeer.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt wurde durch einen Wettbewerb im Jahre 1975 festgelegt, der Siegesentwurf stammt von Abdullah Taşçı. Das runde Wappen zeigt im unteren Abschnitt das Mittelmeer mit einer M-förmigen Welle, oberhalb ist in orange eine Sonne am Horizont, die zugleich das bekannte Erzeugnis der Umgebung, die Orange symbolisiert.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Westen der Stadt finden sich Reste einer hethitischen Festung aus dem 13. oder 14. Jahrhundert vor Christus. Mersin wird in der Geschichte mit den Namen des heiligen Paulus aus Tarsus verbunden und damit, dass Marcus Antonius die Gebiete zwischen Alanya und Mersin Kleopatra zum Hochzeitsgeschenk machte.

Muğdat Moschee (1988 fertiggestellt)

Archäologisch bedeutsam ist das seit neolithischer Zeit bewohnte Viranşehir (in der Antike Soloi und Pompeiopolis). Die antike Stadt wurde im Jahr 525 bei einem Erdbeben zerstört. Die Überreste der Nekropole (Gräberfeld), Theater, Badehaus, Arkaden und Tempel sind erhalten. Das Römische Bad zieht wegen seiner interessanten Mosaiken sehr viele Besucher an.

Die Eski-Moschee ist eines der wichtigsten Gebäude aus der osmanischen Zeit (1870). Sie wurde in verschiedenen Perioden restauriert.

Mersins 1946 eröffnetes Halkevi

Im Dezember 1919 erfolgte die Besatzung der Stadt durch Französische Truppen. Nach dreijähriger Besatzung erfolgte im Oktober 1922 der Einmarsch der Truppen der Nationalbewegung Ankaras und der Abzug der ausländischen Besatzungstruppen. 1933 wurden die Provinz Mersin (Provinzhauptstadt Mersin) mit der Nachbarprovinz İçel (Provinzhauptstadt Silifke) zusammengeführt. Mersin wurde die neue Provinzhauptstadt der beiden vereinigten Provinzen und der Provinzname İçel wurde mit dem Gesetz Nr. 2197 für die vereinigte Provinz übernommen. Mit dem Gesetz Nr. 4764 wurde der Name der Provinz im Jahr 2002 zu "Mersin" umgewandelt. Der moderne Hafen der Stadt wurde nach der Bauzeit 1955-1961 eröffnet. 1993 wurde die Stadt zur Großstadtgemeinde (Büyükşehir belediyesi) erklärt.[3] Mersin hat die Mittelmeerspiele 2013 ausgetragen.

Wirtschaft und Infrakstruktur[Bearbeiten]

Der moderne Bahnhof Mersins wurde 1955 an den alten Bahnhof angebaut

Sie ist Universitätsstadt, außerdem auch Sitz einer ozeanografischen Abteilung der Technischen Universität Ankara. Wirtschaftliche Bedeutung haben der Hafen (für die Çukurova), die Fischerei sowie die Erdöl-, Zement-, Nahrungsmittel- und Textilindustrie. Der „Mertim-Tower“ (MERsin TIcaret Merkezi = Mersin-Handelszentrum) ist mit 177 m das zur Zeit höchste Gebäude von Mersin und eines der höchsten in der Türkei. Er hat 52 Etagen und wurde 1987 fertiggestellt.

In der Nähe von Mersin liegt Akkuyu. Dort wird seit vielen Jahren das Kernkraftwerk Akkuyu geplant, obwohl dieser Standort in der Nähe eines Treffpunktes vieler tektonischer Platten (Anatolische Platte, Arabische Platte, Afrikanische Platte und Eurasische Platte) liegt. [4] (siehe auch Kernenergie in der Türkei)

Die Stadt ist Endstation einer Zweiglinie der Bagdadbahn. Sie ist aus Adana gut mit der S-Bahn (Banliyö Trenleri) zu erreichen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Olympische Hallenbad Mersins
  • Nordöstlich der Stadt befindet sich der rätselhafte Felsquader Direklitaş, ein 10 m hoher und kaum 4 m breiter, partiell bearbeiteter Monolith, vermutlich ein unvollendetes antikes Denkmal.
  • Mit dem Ziel, die seit einigen Jahren bestehenden Beziehungen zwischen Mersin und Berlin zu einer neuen Qualität zu führen, ist am 16. Februar 2006 der Freundschaftsverein Berlin – Mersin e.V. entstanden. Der Freundschaftsverein organisiert zusammen mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg den partnerschaftlichen Austausch zwischen Bürgern von Berlin (Tempelhof-Schöneberg) und Mersin (Mezitli). Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht der Gedanke der Völkerverständigung. Seit 2012 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen beiden Bezirken. Außerdem unterhält Mersin seit 2004 eine Städtepartnerschaft zu Oberhausen im Ruhrgebiet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik abgerufen 30. Januar 2011
  2. Wappengeschichte auf der Stadtwebseite
  3. Metin Tuncels: "Mersin" im Islâm Ansiklopedisi, 29 Band, Jahr: 2004, S. 213-215
  4. spiegel.de 15. März 2011: Die Unbeirrbaren vom Bosporus

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]