Mitternacht im Garten von Gut und Böse

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Filmdaten
Deutscher Titel Mitternacht im Garten von Gut und Böse
Originaltitel Midnight in the Garden of Good and Evil
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch, Französisch
Erscheinungsjahr 1997
Länge 149 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Clint Eastwood
Drehbuch John Lee Hancock
Produktion Clint Eastwood,
Arnold Stiefel,
Anita Zuckerman
Musik Lennie Niehaus
Kamera Jack N. Green
Schnitt Joel Cox
Besetzung

Mitternacht im Garten von Gut und Böse (Originaltitel Midnight in the Garden of Good and Evil) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Clint Eastwood aus dem Jahr 1997, das nach dem gleichnamigen Bestseller von John Berendt entstand. Der Roman bezieht sich auf Tatsachen, die sich in den 1980er Jahren ereigneten.

Handlung[Bearbeiten]

Jim Williams, ein Millionär aus kleinen Verhältnissen, Kunstsammler, Antiquitätenhändler und Lebemann, lebt in Savannah und organisiert in seinem Haus ausgefallene Partys. Der New Yorker Journalist John Kelso, der für das Magazin Town & Country über die Weihnachtsparty von Williams berichten soll, ist von diesem fasziniert. Auf der Party wird Kelso Zeuge einer Szene zwischen Williams und dessen Liebhaber Billy Carl Hanson, in der Hanson Williams auffordert, ihm Geld zu geben. Als er es nicht erhält, bedroht er ihn. Daraufhin droht auch Williams seinem Liebhaber, woraufhin dieser das Haus verlässt. Noch in der gleichen Nacht wird Hanson von Williams in seinem Haus in Notwehr erschossen, nachdem dieser Williams mit zwei Schüssen verfehlt hat.

Kelso gibt den Plan auf, einen Artikel über die Weihnachtsparty zu verfassen, und recherchiert, um ein Buch über den Fall zu schreiben. Bei den Ermittlungsbehörden kommen Zweifel an einer Notwehrhandlung durch Williams auf, so dass dieser des Mordes verdächtigt wird. Für Williams hingegen sind die Ermittlungen der Tatsache geschuldet, dass er homosexuell sei und dies im Ort nicht gern gesehen würde. Der Anwalt von Williams hofft, dass Kelso für Publicity sorgen und den Ausgang eines anstehenden Prozesses durch entsprechende Recherchen und Berichte beeinflussen könnte. Kelso geht auf einen Handel ein, Informationen von Williams zu bekommen und im Gegenzug seine Rechercheergebnisse mit dem Anwalt von Williams zu teilen.

Williams nimmt Kelso zu einer mitternächtlichen Voodoo-Sitzung auf einem Friedhof mit, bei der die Voodoo-Priesterin Minerva die Zeit vor Mitternacht („Gute Zeit“) und nach Mitternacht („Böse Zeit“) nutzen will, um den toten Hanson dazu zu bewegen, Williams in Ruhe zu lassen. Laut Williams ist die Priesterin die wichtigste Person in seinem Verteidigungsteam, da er an die spirituelle Kraft glaube.

Kurze Zeit später wird gegen ihn Anklage erhoben und er wird verhaftet. Während des Prozesses vor einem Geschworenengericht werden von der Staatsanwaltschaft die Zweifel an einer Notwehrsituation auch dadurch belegt, dass an Hansons Hand keine Schmauchspuren gefunden wurden. Später findet Kelso heraus, dass die Hände der Leiche erst im Krankenhaus mit Kunststofftüten geschützt worden sind und somit bis dahin beliebig hätten manipuliert werden können.

Als er Williams diesen für die Entlastung wichtigen Umstand erzählen will, teilt dieser ihm vorher mit, er habe Hanson erschossen, ohne dass dieser auf ihn geschossen habe. Hanson habe seine Waffe nicht entsichern können. Er habe anschließend die Schüsse aus Hansons Waffe abgegeben und sie ihm wieder in die Hand gedrückt. Dies wolle er im Prozess auch aussagen, auch wenn er damit der Lüge überführt würde („Lieber gehe ich als Lügner ins Gefängnis, als als Mörder“).

Da der Anwalt von Williams kurze Zeit später hinzukommt und ihm die Nachricht über die Plastiktüten überbringt, wird der Vorsatz von Williams hinfällig. Für Kelso führt dies zu einem inneren Konflikt, da nun nicht die Wahrheit ans Licht kommt, sondern die Lügen von Williams ungesühnt bleiben. Er wird deutlich reservierter gegenüber Williams, auch als dieser ihm nach seinem Freispruch dankt und ein Bild schenkt.

Williams stirbt kurz danach an einem Herzinfarkt im selben Zimmer, in dem auch Hanson starb. Im Todeskampf erscheint ihm der tote Hanson. Dieser nickt ihm lächelnd zu.

Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film wirke wie eine „Schlafwandlung“ und mache es dem Zuschauer schwer, sich zu konzentrieren. Er sei für ein kleines, exklusives Publikum bestimmt – nicht weil er schlecht sei, sondern weil er Geduld abverlange („it demands a certain temperament to enjoy a long, unhurried experience like this“). Der Film thematisiere den Konflikt zwischen Gut und Böse in jedem Menschen, wobei die Figur von John Kelso als Beispiel diene. Dieser Konflikt sei subtiler gezeigt als in dem Film Im Auftrag des Teufels. Der Film würde jedoch in dieser Hinsicht besser wirken, wären die guten Seiten der Persönlichkeit von Kelso nicht in „unzusammenhängenden“ Szenen gezeigt.[1]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film weise zum Anfang „viel Gespür für die Exzentrizitäten der Figuren und Atmosphären'“ auf. Danach verfalle er in „Konventionalität“ und sei „nicht einmal richtig spannend“.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kevin Spacey gewann im Jahr 1997 den Society of Texas Film Critics Award. Der Film wurde 1998 für den GLAAD Media Award und für den Political Film Society Award für Menschenrechte nominiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde in Savannah (Georgia) gedreht.[3] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 30 Millionen US-Dollar. Der Film spielte in den Kinos der USA ca. 25,1 Millionen US-Dollar ein.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik von James Berardinelli
  2. Mitternacht im Garten von Gut und Böse im Lexikon des Internationalen Films
  3. Filming locations für Midnight in the Garden of Good and Evil
  4. Box office / business für Midnight in the Garden of Good and Evil