Moers Festival
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David Friedman am Vibraphon
Das Moers Festival ist ein internationales Musikfestival in Moers am Niederrhein (Nordrhein-Westfalen). Es findet seit 1972 an vier Tagen zu Pfingsten statt.
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[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Internationales New Jazz Festival Moers (1972 − 2005)
Burkhard Hennen organisierte 1972 als künstlerischer Leiter das Internationale New Jazz Festival Moers mit Unterstützung von Kulturvertretern der Stadt Moers. Das Free-Jazz-Festival etablierte sich schnell in der nationalen und internationalen Szene der freien Jazzmusik.
In den ersten Jahren war der Schlosshof des Moerser Schlosses der Spielort für die Künstler. Dann verlagerte man 1975 das Festival in den nahegelegenen Freizeitpark, da die Konzerte immer mehr Besucher anzogen. Nach einigen Jahren unter freiem Himmel mit vielen Regengüssen wurde das Jazzfestival von 1983 bis 1986 in die Moerser Eissporthalle verlegt, seit 1987 findet das Festival im größten Zirkuszelt Europas wieder im Moerser Freizeitpark statt. Hennen erweiterte 1979 das Festival an den Vormittagen mit „Projekten“, bei denen Musiker verschiedener Gruppen zusammen improvisierten.
Ab 1979 zeichnete das WDR-Fernsehen das Festival regelmäßig auf und erweiterte später die Zusammenarbeit mit Radioübertragungen und -aufzeichnungen in den Sendern WDR 3 und WDR 5. Im Jahr 2002 drängte die Programmdirektion des WDR auf ein Mitspracherecht bei der Programmgestaltung. Da der WDR sich schon zuvor zunehmend aus der Fernsehaufzeichnung zurückgezogen hatte und die morgendlichen Improvisations-Projekte für nicht sendefähig hielt, war für Hennen das Maß voll und kündigte den Vertrag mit dem Sender auf.[1] Der öffentlich-rechtliche Radiosender NPS der nahe gelegenen Niederlande überträgt seit 2001 Live-Konzerte.[2]
1985 führte Hennen eine weitere Reihe in das Festival ein, die African Dance Night, die sich nicht nur einem neuen Musikspektrum öffnete, sondern auch zu einem attraktiven Angebot für Nicht-Jazzfans aus der Region wurde. Afrikanische Superstars wie Mori Kante, Salif Keïta, Cheb Mami oder Youssou N’Dour traten auf und brachten das Publikum zum Tanzen. Diese Veranstaltung wurde in der Moerser Eissporthalle durchgeführt, zuletzt im Jahre 2005.
Im Laufe der Zeit erweiterte sich der Musikcharakter des Festivals vom reinen, freien Jazz über Weltmusik bis hin zu den Grenzgängern populärer Musik heute. Freie Musik bedeutet für das Selbstverständnis der Festivalmacher nicht mehr nur Jazz, Soul, Funk, Hiphop, sondern auch das ganze Spektrum der experimenteller und improvisierter Musik in den Musikstilen anderer Ethnien. Die Liste der hochkarätigen Musiker, die im Laufe der Jahre auf dem Festival aufgetreten sind, ist lang. Unter anderem spielten Cecil Taylor, Lester Bowie, Anthony Braxton, Peter Brötzmann, John Carter, Archie Shepp, Sun Ra, Art Ensemble of Chicago, Mars Williams, Shibusa Shirazu, Jamaaladeen Tacuma, um nur einige Musiker zu nennen.
[Bearbeiten] mœrs festival
Nach 34 Jahren gab Burkhard Hennen im Jahr 2005 die künstlerische Leitung des Festivals auf wegen weiterer Querelen mit der Moerser Stadtverwaltung.[3] Als neuer künstlerischer Leiter wurde Reiner Michalke eingesetzt. Seit 2006 trägt es die Wortmarke mœrs festival. Veranstalter ist nun die „Moers Kultur GmbH“. Mit dem Wechsel des Veranstalters wurde ab 2006 die eintägige African Dance Night durch zahlreiche nächtliche Projekte rund um das Festivalgelände abgelöst.
[Bearbeiten] Literatur
- Frank Schemmann: Photography. Moers Festival 1995 - 2004. Mit einem Vorwort von Burkhard Hennen. Köhler Labonté Osnowski (KLO), Köln 2004, ISBN 978-3-933357-25-0, 8 Bildbeispiele (archiviert auf archive.org)
[Bearbeiten] Film
- Moers Festival 2006. Musikdokumentation, Deutschland, 2006, 90 Min., Produktion: WDR, Reihe: Rockpalast, Erstsendung: 16. Juli 2006, Inhaltsangabe
- Moers Festival 2009. rau, schnell, bunt - eine Festivalcollage, Deutschland, 2009, 30 Min., Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Internetseite des mœrs festival
Festivalberichte
- "Freiheiten jenseits von Free", Neue Zürcher Zeitung, 29. Mai 2009
- „Festival in Moers. Was Jazz darf und ist“, Frankfurter Rundschau, 4. Juni 2009
- „Der Himmel über Moers“, netzeitung, 17. Mai 2005
- „Wo Wogram Gram verpustete“, Stattzeitung (Moers), 23. Oktober 2004
- „Moers, ein Hochsitz für neugierige Horcher“, Schaffhauser Nachrichten, 3. Juni 2004
- „Die Grenzen des Genres“, Tagesspiegel, 5. Juni 1998
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Stefan Pieper: „Moers-Festival ohne WDR. Aufbruch am Niederrhein mit neuen Akzenten“, JazzZeitung, 2003, Nr. 6, S. 10
- ↑ Archiv der NPS
- ↑ „34. MoersFestival. Eine Ära geht zu Ende“, ExtraBlatt, Pfingsten 2005, archiviert auf archive.org

