Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge

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Lage des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge

Der Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge ist ein 1965 gegründeter Naturpark im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Nach Erweiterung der Gebietskulisse 2008 ist der Naturpark im südlichen Teutoburger Wald sowie im Eggegebirge mit 2711 km² der flächenmäßig größte in NRW und der sechstgrößte in Deutschland.[1]

Der Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge hat mit seinem Konzept „Natürlich Gesund“ den Landeswettbewerb der nordrhein-westfälischen Naturparke „Naturpark.2009.NRW“ gewonnen.

Geografie[Bearbeiten]

Preußischer Velmerstot, der höchste Punkt des Naturparks

Der nördliche Bereich des Naturparks beginnt direkt südöstlich von Bielefeld und zieht sich danach über den südlichen Teutoburger Wald in südöstlicher Richtung über Oerlinghausen und Detmold nach Horn-Bad Meinberg. Der südliche Bereich schließt sich direkt daran an und zieht sich über das Eggegebirge Richtung Süden über Bad Driburg und Willebadessen bis fast nach Marsberg. Im Osten erstreckt sich der Naturpark bis an die Weser bei Höxter, im Westen reicht er bis an die Stadtgrenze von Paderborn. Nordwestlich von Bielefeld schließt sich der Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge an.

Neben den beiden namengebenden Mittelgebirgszügen liegen Teile des Weserberglandes, des Oberwälder Landeses und des Lippischen Berglandes sowie Bereiche der Karstlandschaft Paderborner Hochfläche und der Senne im Naturpark. Höchster Punkt des Naturparks ist mit 495,8 m ü. NN der Köterberg bei Höxter, zweithöchste Erhebung ist der Preußische Velmerstot mit 468 m ü. NN. Der Vulkan von Sandebeck in Steinheim-Sandebeck gilt als nördlichster Vulkan Deutschlands.[2]

Das regionale Klima weist eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 7 bis 8 °C und Jahresniederschläge zwischen 625 mm (Warburg) und 1.132 mm (Feldrom) auf; es gilt als „Schonklima“ mit leichten bis mäßigen Klimareizen.[3]

Die Region des Naturparks ist auch als „Heilgarten Deutschlands“ bekannt. Grundlage für diesen Beinamen ist die deutschlandweit einmalige Dichte an natürlichen Heilmitteln, wie Sole, Moor sowie kalten und warmen Heilwässern. Heilbäder wie Bad Salzuflen, Bad Lippspringe, Bad Meinberg und Bad Driburg sowie zahlreiche Luft- und Kneippkurorte liegen hier am Rande des Teutoburger Walds.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1910 wurde die „Lippische Naturschutzvereinigung“ gegründet. Ziel war die Ausweisung des „Naturschutzparks Mittelgebirge“ mit dem Donoper Teich als Kerngebiet unter Einbeziehung des lippischen Waldes und des lippischen Teils der Senne. Eine entsprechende Anregung an das Fürstentum Lippe erfolgte 1911 durch den „Verein Naturschutzpark e. V.“[4]

Träger des 1965 gegründeten Naturparkes ist ein Zweckverband der beteiligten Kreise Lippe, Höxter, Paderborn, Gütersloh, dem Hochsauerlandkreis und der kreisfreien Stadt Bielefeld. Die Verbandsversammlung umfasst 22 Vertreter. Der Naturpark ist Mitglied im Dachverband Verband Deutscher Naturparke (VDN) und in der Arbeitsgemeinschaft nordrhein-westfälischer Naturparke.

Hauptaufgabe des Naturparkes ist die Verknüpfung von Erholungsvorsorge und Naturschutz. Im Vordergrund steht hierbei die Schaffung und Sicherung landschaftsbezogener und naturverträglicher Erholungsräume. Zu diesem Zweck verfügt der Naturpark über ein gut ausgebautes Wanderwegenetz. Auf diese Weise wird die ruhige Mittelgebirgslandschaft unter Berücksichtigung des Naturschutzes und des Erlebniswertes erlebbar gemacht. Gleichzeitig werden kulturhistorisch interessante Bereiche wie Burgen, Klöster (z. B. Kloster Dalheim), Wüstungen (z. B. Stadtwüstung Blankenrode) oder die Besuchermagneten Hermannsdenkmal und Externsteine erschlossen.

Im Jahr 2008 wurde das Gebiet durch die bisher nicht umfassten Flächen der Kreise Höxter und Lippe erweitert. Dadurch wuchs die Fläche des Naturparks um mehr als das doppelte von 1059 km² auf 2711 km².[1]

Schreibweise[Bearbeiten]

Der Name des Naturparks schreibt sich – entgegen typografischer Konventionen – mit Leerzeichen um den Schrägstrich. Dies wurde auf der Zweckverbandsversammlung am 6. Dezember 2007 so festgelegt.[5] Der Duden lässt für Eigennamen explizit eine freie Rechtschreibung zu. Typografisch bzw. orthografisch korrekt wäre die Schreibweise „Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge“ ohne Leerzeichen um den Schrägstrich.

Naturschutz[Bearbeiten]

Naturdenkmal Rieseneiche bei Borlinghausen

Etwa 60 % der Fläche des Naturparks sind bewaldet. Als großes geschlossenes Waldgebiet erfüllt der Landschaftsraum eine ökologische Ausgleichsfunktion. Das Eggegebirge und der Teutoburger Wald sind daher wesentliche Bestandteile des landesweiten Biotop-Verbundsystems. Gut 85 % der Fläche sind als Landschaftsschutzgebiete, etwa 10 % als Naturschutzgebiete und rund 14 % als FFH-Gebiete geschützt. Darüber hinaus gibt es etwa 1000 eingetragene Naturdenkmale (z. B. Bäume, Felsen, Kleinbiotope).[3]

Ein Maskottchen des Naturparks ist die Europäische Wildkatze, deren regionales Vorkommen als eines der ursprünglichen, bis heute bestehenden in Nordrhein-Westfalen gilt.[6]

Tourismus[Bearbeiten]

Der Naturpark verfügt über ein gut ausgebautes Netz von etwa 2000 km gekennzeichneten Wanderwegen, die mit rund 120 Wandertafeln ausgestattet sind. Daneben gibt es mehrere thematische Erlebnispfade.

Seit 2006 sind 26 ausgebildete, ehrenamtliche Naturparkführer im Einsatz, die Besuchern ein vielseitiges und qualifiziertes Exkursionsprogramm anbieten. Die Ausbildung und Zertifizierung der Natur- und Landschaftsführer wurde durch die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) geleitet. Ziel ist es Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Natur und Landschaft, Kultur und Geschichte des Teutoburger Waldes, der Senne und des Eggegebirges vertraut zu machen. Im Rahmen geführter Wanderungen werden natürliche Zusammenhänge veranschaulicht und Informationen zu Heimat- und Kulturgeschichte vermittelt.

Im Kreis Lippe werden viele Sehenswürdigkeiten des Naturparks durch den „Naturparkbus“ (KVG Lippe, Touristik–Linie 792) verbunden, der einschließlich Fahrradanhänger unter anderem die Bahnhöfe Detmold und Horn-Bad Meinberg direkt anfährt. Die Buslinie fährt von April bis Oktober jeweils an Wochenenden und Feiertagen im 60-Minuten-Takt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Naturschutzzentrum Senne (Hrsg.): Senne und Teutoburger Wald. tpk-Regionalverlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-936359-32-9.
  • Willy Lippert: Das Eggegebirge und sein Vorland. (Lippert Wanderführer) Eggegebirgsverein. Bad Driburg. 1996. 5. Aufl.
  • Sabine Schierholz: Reiseführer Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge. tpk-Regionalverlag, 2009, ISBN 978-3-936359-34-3.
  • World Habitat Society (Hrsg.): Freizeitkarte Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge 1:100.000. (Herausgegeben für den Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge), 2009, ISBN 978-3-9811646-1-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b http://www.naturpark-teutoburgerwald.de/aktuelles.php (abgerufen am 2. Dezember 2008)
  2. http://www.naturpark-teutoburgerwald.de/documents/Flyer_Vulkan.pdf (abgerufen am 5. Februar 2008)
  3. a b http://www.naturpark-teutoburgerwald.de/der_naturpark-kurzundknapp.php (abgerufen am 5. Februar 2008)
  4. Bezirksregierung Detmold: Naturgeschichten. 100 Jahre staatlicher Naturschutz in Ostwestfalen-Lippe, Abrufdatum 3. Dezember 2008.
  5. http://www.naturpark-teutoburgerwald.de/documents/ZukunftNaturparkklein.pdf
  6. http://www.naturpark-teutoburgerwald.de/die_wildkatze.php (abgerufen am 5. Februar 2008)
  7. http://www.kvg-lippe.de/de/naturparkbus (abgerufen am 5. Februar 2008)

51.8122238.866997Koordinaten: 51° 48′ 44″ N, 8° 52′ 1″ O