Köterberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Berg Köterberg; für die gleichnamige Ortschaft der Stadt Lügde siehe Köterberg (Lügde).
Köterberg
(früher: Keutersberg)
Blick von Norden zum Köterberg, mit Fernmeldeturm Köterberg

Blick von Norden zum Köterberg, mit Fernmeldeturm Köterberg

Höhe 495,8 m ü. NHN [1]
Lage zwischen Lügde und Höxter; Kreise Lippe und Höxter, Landkreis Holzminden; Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen (Deutschland)
Gebirge Lipper Bergland
Dominanz 17,8 km → Vogelherd (507 m, südwestlich des Großen Ahrensberges, Solling)
Schartenhöhe 289 m ↓ südlich Bredenborns[2]
Koordinaten 51° 51′ 19″ N, 9° 19′ 27″ O51.8553611111119.3241111111111495.8Koordinaten: 51° 51′ 19″ N, 9° 19′ 27″ O
Köterberg (Nordrhein-Westfalen)
Köterberg
Blick aus Richtung Holzminden im Ostsüdosten zum Köterberg

Blick aus Richtung Holzminden im Ostsüdosten zum Köterberg

Köterberghaus mit Anbau um 1950
Fernmeldeturm Köterberg
und Köterberghaus
Fernmeldeturm Köterberg, weitere Sendetürme und Parkplatz auf der Gipfelregion des Köterbergs
Blick vom Köterberggipfel nach Süden mit Fürstenau in Fotomitte
Gipfelschilder am Köterberghaus am tatsächlich 495,8 m[1] hohen Köterberg
Köterbergstraße (K 69) zum Gipfel; beim Dorf Köterberg

Der Köterberg, früher auch Keutersberg genannt, zwischen Lügde und Höxter auf der Grenze der Kreise Lippe und Höxter ist mit 495,8 m ü. NHN[1] der höchste Berg im Mittelteil des im Weserbergland und auf der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelegenen Lipper Berglands.

Im Deutschen Hauptdreiecksnetz (DHDN) ist der Köterberg Hauptdreieckspunkt mit der Benennung Lügde, Köterberg. Oftmals ist der Berg von weither zu sehen, zum Beispiel vom knapp 90 km (Luftlinie) entfernten Brocken im Harz. Von ihm bietet sich ebenfalls oft eine gute Aussichtsmöglichkeit.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Köterberg liegt rund 13 km südsüdöstlich von Lügde, auf dessen Stadtgebiet auch sein Gipfel liegt, und etwa 10 km nordnordwestlich von Höxter erhebt er sich hoch über die ihn umgebende Landschaft. An seinem Nordnordwesthang liegt das Dorf Köterberg.

Der Berggipfel und wesentliche Teile des Bergrückens liegen in Nordrhein-Westfalen. Nur eine schmale, aber sich bis auf den Gipfel erstreckende Landzunge, die im unteren Teil im Tal eines Quellbachs vom Weser-Nebenfluss Lonaubach verläuft, gehört zu Niedersachsen. An dieser Zunge stoßen nahe dem Gipfel die nordrhein-westfälischen Kreise Lippe im Norden und Höxter im Süden mit dem niedersächsischen Landkreis Holzminden im Osten zusammen. Nordwestlich des Bergs entspringt beim Dorf Köterberg die Niese. Der Berg ist bewaldet, die Gipfelregion aber nur im Norden.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Der Köterberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Niedersächsisches Bergland (mit Weser- und Leine-Bergland; Nummer D36) bzw. in der Haupteinheit Lipper Bergland (364) im Südlichen Lipper Bergland (364.3) zum Naturraum Schwalenberger Höhen (364.37).

Geologie[Bearbeiten]

Der Köterberg ist Teil des durch Muschelkalk und Keuper geprägten Lipper Berglands. Er wird durch Sandsteine und Mergel des Oberen Keuper aufgebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Köterberg wird erstmals 1430 urkundlich erwähnt. In den lippischen Grenzakten findet sich ein Eintrag im 16. Jahrhundert.

1536 schloss der Paderborner Bischof Hermann V. von Wied (zugleich Erzbischof von Köln), Herzog Ernst I. zu Braunschweig-Lüneburg und Simon V. Graf zur Lippe einen Vertrag über gemeinschaftliche Schürfrechte und einen Jahrmarkt am Köterberg ab. Bereits 1520 waren zwei Bergleute am Köterberg tätig gewesen, hatten aber keinen Erfolg. 1543 versuchte Hermann von der Malsburg erneut Gold, Silber, Kupfer und Blei am Köterberg abbauen zu lassen, allerdings auch ohne Erfolg.

Karl Ludwig Edler von Lecoq nahm den Keutersberg zwischen 1796 und 1801 als Dreieckspunkt in sein militärisch-topographisches Kartenwerk auf.

Die Brüder Grimm nennen 1816 in ihren Deutschen Sagen (Nr. 9, 20) den Köterberg auch Götzenberg, weil dort die Götter der Heiden angebetet wurden. Dort spielt auch ihr Märchen Die drei Vögelchen.

1831/32 entstand als erstes massives Bauwerk auf der höchsten Spitze des Berges ein 15½ Fuß (ca. 4,9 m) hoher Turm als Dreieckssignal ersten Ranges zur Triangulation. Der Köterberg war eine Station des Preußischen optischen Telegrafen, der von 1832 bis 1849 Berlin und Koblenz nachrichtentechnisch verband. 1929 wurde der Turm gesprengt.

1939 war der Bau eines Kriegerehrenmals auf dem Köterberg geplant. 1945 wurde der Köterberg zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Artilleriestellung der US-Armee genutzt.

Von 1960 bis 1962 wurde auf dem Köterberg auch ein Detachment der US-amerikanischen 585th Communications and Guidance Squadron (CGS) der USAFE aus Bitburg stationiert. Die Bodenstation diente der Zielführung für die nuklearbestückten Marschflugkörper vom Typ MGM-1 Matador, die 1962 ausgemustert wurden.

Köterberghaus[Bearbeiten]

Vom 7. Juni bis 2. Oktober 1929 wurde das Köterberghaus in Form einer schlesischen Baude errichtet. Dabei wurde das Fundament aus den Steinen des Turms von 1893 gebaut, der bei Baubeginn gesprengt wurde. Erster Pächter der darin befindlichen Wirtschaft war die Familie Ströhl. 1935 übernahm Rudolf Brand als Pächter die Gastronomie und nach dessen Tod von 1968 bis 1985 seine Frau Alma Brand den Betrieb. 1985 folgte die Übergabe an Rudolf Brand jun., der im gleichen Jahr das Gebäude vom Landesverband Lippe (LVL) abkaufte. Es gab in der langen Geschichte des Köterberghauses zahlreiche Besuche von Persönlichkeiten, darunter Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, Konrad Adenauer sowie viele Generäle der NATO während des Kalten Kriegs.

Türme[Bearbeiten]

Fernmeldeturm Köterberg[Bearbeiten]

Der auf dem Köterberg stehende, 100 m hohe Fernmeldeturm Köterberg wurde 1971 als Typenturm von der Deutschen Bundespost erbaut und dient heute dem drahtlosen Telefonverkehr.

Sendetürme[Bearbeiten]

Es gibt weitere zwei Sendetürme auf dem Berg für Richtfunk, als Polizei-, Feuerwehr- und Amateurfunkrelais sowie für Bundeswehrfunk. Das 70-cm-Amateurfunkrelais mit dem Rufzeichen DB0KB sendet auf der Frequenz 439,425 MHz. Die Kopplung zum Relais DB0WUR auf dem Wurmberg im Harz ist zeitweise in Betrieb. Die U.S. Army Communications Engineering and Installation Agency (USACEIA) installierte hier von Mai 1984 bis Mai 1985 eine Funk- und Radioanlage. Funkamateure nutzen den Gipfel wegen der günstigen Sende- und Empfangsbedingungen.

Aussichtsmöglichkeit[Bearbeiten]

Weil der weitläufige Gipfelbereich des Köterbergs, der über eine Sackgasse von Lügde-Köterberg kommend angefahren werden kann, fast unbewaldet ist, bietet sich von dort die wohl beste (Fast-)Rundumsicht nicht nur im Grenzbereich der zuvor genannten Bundesländer, sondern zum Beispiel sogar bis zum Habichtswald und Kaufunger Wald in Nordhessen und zum Harz, der sich in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen befindet.

Zu sehen sind beispielsweise:

Wegen der guten Aussichtsmöglichkeit und vor allem wegen seiner exponierten Lage, beides ähnelt dem Brocken im Harz, vermittelt der Köterberg den Eindruck, höchster Punkt im Weserbergland zu sein, obwohl der Solling ihn mit vier Gipfeln (Große Blöße, Großer Ahrensberg, Moosberg, Vogelherd) überragt. Die Gipfel im Solling sind jedoch alle stark bewaldet, recht unauffällig und aus der Ferne nicht ohne weiteres auszumachen. Der Köterberg wird daher auch als „Brocken des Weserberglandes“ bezeichnet.

Tourismus[Bearbeiten]

In den Sommermonaten treffen sich an den Wochenenden auf dem Gipfel zahlreiche Motorradfahrer zum Benzingespräch, was häufig zu einer beträchtlichen Ansammlung von Motorrädern auf dem Parkplatz führt. Ebenso befahren sportlich ambitionierte Radfahrer den Köterberg. Im Köterberghaus befindet sich ein Gastronomiebetrieb.

Kurioses[Bearbeiten]

Auf zwei Schildern am Köterberghaus wird die Höhe des tatsächlich 495,8 m[1] hohen Köterbergs falsch mit „500 m über NN“ angegeben, was gelegentlich auch in der Literatur und Werbung zu finden ist.

Der Köterberg wird scherzhaft auch „Monte Bello“ oder „Monte Wau-Wau“ genannt.

Verkehr[Bearbeiten]

Nordwestlich vorbei am Köterberg verläuft von Falkenhagen südsüdostwärts durch Köterberg und dann westwärts nach Niese die Kreisstraße 69, von der im Dorf Köterberg die auch als K 69 bezeichnete Köterbergstraße als Stichstraße zum Berggipfel führt. Sie weist eine maximale Steigung von 14 Prozent auf.

Panoramafoto[Bearbeiten]

Panorama vom Köterberg aus; von Norden über den Osten bis Süden

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Dominanz und Prominenz nach TK 25; Scharte ist etwa 207 m hoch

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerking, Willy, 75 Jahre Köterberghaus. Seine Geschichte im Spiegel der Gästebücher, in: Heimatland Lippe (Zeitschrift des Lippischen Heimatbundes, Detmold), Nr. 4/2004, S. 44–77, Nr. 7/2004, S. 141–145.
  • Wienke, Martin, Der Köterberg im Weserbergland. Detmold 1978.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Köterberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien