Northern Army Group

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Die Northern Army Group (NORTHAG - Heeresgruppe Nord) war ein Zusammenschluss mehrerer westeuropäischer Heereskorps, die während des Kalten Krieges im Verteidigungsfall der NATO unterstellt werden sollten. Sie hätten so unter einem einheitlichen Kommando gestanden.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Oberkommando (HQ) NORTHAG wurde am 1. November 1952 in Bad Oeynhausen aufgestellt und 1954 nach Mönchengladbach - Rheindahlen verlegt. Am Standort Mönchengladbach wurde das HQ NORTHAG mit drei weiteren Kommandostellen, dem Hauptquartier der 2. Allied Tactical Air Force (ATAF), dem Hauptquartier der British Army of the Rhine (BAOR) und dem Hauptquartier der Royal Air Force Germany (RAFG) zusammengeführt.

Verbandsabzeichen[Bearbeiten]

Verbandsabzeichen der NORTHAG

Beim Bau des Hauptgebäudes für das gemeinsame Hauptquartier, dem JHQ (Joint Headquarters), wurde eine fränkische Streitaxt (Franziska) gefunden. Sie wurde als Verbandsabzeichen für die NORTHAG gewählt, da sie den Sieg eines westlichen Heeres gegen Angreifer aus dem Osten symbolisiert. Die Franken besiegten im Jahre 451 n. Chr. eine Armee unter der Führung von Attila bei Châlons-sur-Marne und beendeten somit eine Eroberung Westeuropas durch die Hunnen.

Organisation[Bearbeiten]

Verantwortungsbereiche der Korps in NATO-MItteleuropa in den 1980er Jahren

In der NATO-Kommandostruktur unterstand das HQ NORTHAG den Allied Forces Central Europe (AFCENT), welches dem Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) unterstellt war.

Oberbefehlshaber des HQ NORTHAG war grundsätzlich ein britischer General, gleichzeitig Oberkommandierender der britischen Rheinarmee (BAOR). Chef des Stabes war ein deutscher Generalmajor, mit belgischem und niederländischem Generalmajoren als Stellvertretern.

Dem HQ NORTHAG wurden folgende nationale Verbände zugeordnet:

Diese Verbände unterstanden ihren jeweiligen nationalen Kommandostellen. Die gesamte Führungsgewalt über die Korps, sollte erst im Verteidigungsfall auf die NATO, und somit auf das HQ NORTHAG, übergehen. Die Luftunterstützung sollte durch die 2.ATAF gewährleistet werden.

Dem HQ NORTHAG waren neben dem multinationalen Stabspersonal, schon im Frieden, folgende nationale Truppenteile unterstellt:

  • die 13. belgische Fernmeldekompanie (13. Cie T Tr)
  • das 28. britische Fernmelderegiment (NORTHAG)
  • das deutsche Fernmeldebataillon 840 (NORTHAG)
  • eine niederländische Fernmeldekompanie und die
  • NORTHAG-Fernmeldekompanie (NORTHAG Air Support Radio Squadron), welche aus Soldaten aller vier Nationen zusammengesetzt war.

Intern war für die Kommunikation zwischen dem Hauptquartier und den Verbänden die NORTHAG Signal Group zuständig. Diese war eine multinationale Abteilung, die sich der unterstellten Fernmeldeverbände bediente, welche jeweils eine andere Art der Verbindung aufbauen musste (Richtfunk, Kabelverbindung etc.).

Im Verteidigungsfall war für die Hauptquartiere der NORTHAG und der 2. ATAF die Verlegung in das JOC (Joint Operation Centre), einer Bunkeranlage im St. Pietersberg bei Maastricht, vorgesehen.

Operationsbereich[Bearbeiten]

Im Verteidigungsplan der NATO, gegen eine potentielle Bedrohung durch den Warschauer Pakt, war der NORTHAG der Bereich zwischen Hamburg und Kassel (Nord-Süd) und der deutsch-niederländischen, bzw.-belgischen Grenze bis zur (damaligen) innerdeutschen Grenze (West-Ost) zugewiesen. Die Standorte der NORTHAG-Streitkräfte befanden sich dementsprechend, größtenteils, in diesem Bereich. Nördlich schloss sich der Kommandobereich der Allied Forces Northern Europe (AFNORTH) und im Süden die Central Army Group (CENTAG) an.

Auflösung[Bearbeiten]

Am 24. Juni 1993 wurden die Hauptquartiere der NORTHAG und der 2.ATAF im Rahmen eines militärischen Festaktes offiziell aufgelöst. Letzter Befehlshaber der NORTHAG war General Sir Charles Guthrie, KCB LVO OBE. Letzter Chef des Stabes war Generalmajor Helmut Willmann, später Befehlshaber des Eurokorps.

Literatur[Bearbeiten]

  • “Heeresgruppe Nord” -Broschüre- Herausgeber: HQ NORTHAG 1987
  • “Die fünf Hauptquartiere in Mönchengladbach” -Broschüre- Mönch-Verlag Koblenz 1987
  • “The History of Northern Army Group” Herausgeber: HQ NORTHAG 1993