PJ Harvey

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PJ Harvey (2011)

PJ Harvey MBE (* 9. Oktober 1969 in Yeovil, Somerset; eigentlich Polly Jean Harvey) ist eine britische Alternative-Sängerin und Songwriterin.

Musikalische Laufbahn[Bearbeiten]

PJ Harvey begann ihre musikalische Laufbahn in der Band Automatic Dlamini. Unter ihrem Namen PJ Harvey gründet sich später ein Trio. 1992 erschien das erste gemeinsame Album Dry beim Label Too Pure, mit dem die Band die Aufmerksamkeit der Independent-Szene auf sich zog.

1993 unterzeichnete Harvey einen Vertrag mit dem Plattenlabel Island Records. Anschließend veröffentlichte sie dann kurz hintereinander zwei Alben, Rid of Me in der originalen Besetzung und, nachdem sich Harvey entschlossen hatte, als Solokünstlerin weiterzumachen, das Album 4-Track Demos. Im selben Jahr tourte sie im Vorprogramm von U2.

1995 erschien ihr Album To Bring You My Love, welches John Parish und Flood produzierten. To Bring You My Love entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Independentalben. Parish und Harvey hatten bereits in der Band Automatic Dlamini zusammengearbeitet. 1996 brachten der Multiinstrumentalist und Produzent und PJ Harvey gemeinsam Dance Hall at Louse Point heraus. Auf Nick Caves Album Murder Ballads (1996) ist PJ Harvey als Duettpartnerin bei Henry Lee vertreten. Ebenso ist sie auf Trickys Album Angels with Dirty Faces (1998) beim Song Broken Homes Gastsängerin.

Mit ihrem Nachfolgealbum Is This Desire? (1998) konnte sie weder bei den Kritikern noch bei den Plattenkäufern an den Erfolg von To Bring You My Love anknüpfen. 1999 schloss sich Harvey wieder mit ihren alten Bandkollegen zusammen. Gemeinsam nahmen sie in Dorset und New York das Album Stories from the City, Stories from the Sea (2000) auf. Für dieses Album, auf dem auch Thom Yorke (Radiohead) als Gastsänger dabei ist, bekam PJ Harvey 2001 den Mercury Music Prize verliehen. Auf dem Album It's a Wonderful Life (2001) von Sparklehorse ist PJ Harvey als Gastsängerin und Musikerin vertreten.

2003 wurde sie auf die Rancho De La Luna eingeladen, wo sie mit Josh Homme und anderen Künstlern zusammen an den Desert Sessions Volumes 9 & 10 gearbeitet hat.

Im Mai 2004 erschien das Album Uh Huh Her, welches stilistisch wieder an Harveys frühere Alben anknüpft. Darüber hinaus ist sie 2004 auch auf dem Album Bubblegum von Mark Lanegan vertreten. Hier lieferte sie die Stimme für die Songs Hit the City und Come to Me. 2005 arbeitete sie an dem Album Before the Poison von Marianne Faithfull mit, auf dem u. a. auch der Song No Child of Mine enthalten ist.

Mit dem im September 2007 erschienenen, höchst elegischen Album White Chalk hat Harvey auf den Einsatz der bis dahin meist dominierenden E-Gitarre verzichtet. Stattdessen ließ sie sich ausschließlich von akustischen Instrumenten – vorwiegend dem Piano – begleiten und präsentierte sich auch stimmlich meist eine Tonlage höher.

Am 30. März 2009 wurde das Album A Woman a Man Walked By veröffentlicht, das Harvey wie Dance Hall at Louse Point (1996) in Zusammenarbeit mit John Parish aufgenommen hatte. Das nächste und mittlerweile achte Soloalbum der Britin, Let England Shake, erschien im Februar 2011. PJ Harvey bekam dafür zum zweiten Mal (nach 2001) den Mercury Music Prize verliehen. Zahlreiche Magazine wählten Let England Shake zum Album des Jahres.[1]

Neben ihrem Beruf als Musikerin taucht PJ Harvey auch als Maria Magdalena in Hal Hartleys Spielfilm Das Buch des Lebens auf. Außerdem studierte sie am Central Saint Martins College of Art and Design in London und ist eine anerkannte Bildhauerin.

Im Juni 2013 wurde sie für ihre Verdienste um die Musik mit dem MBE ausgezeichnet. Königin Elisabeth II. überreichte ihr den Orden am 10. Dezember 2013 im Buckingham Palace[2].

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[3] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1992 Dry 11
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. März 1992
1993 Rid of Me 3
(4 Wo.)
158
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Mai 1993
4-Track Demos 19
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 1993
1995 To Bring You My Love 47
(9 Wo.)
38
(4 Wo.)
12
(6 Wo.)
40
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. Februar 1995
1998 Is This Desire? 57
(2 Wo.)
17
(2 Wo.)
54
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. September 1998
2000 Stories from the City, Stories from the Sea 54
(4 Wo.)
43
(4 Wo.)
26
(5 Wo.)
23
(17 Wo.)
42
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Oktober 2000
2004 Uh Huh Her 36
(3 Wo.)
33
(5 Wo.)
17
(8 Wo.)
12
(3 Wo.)
29
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. Mai 2004
2007 White Chalk 54
(1 Wo.)
66
(2 Wo.)
21
(5 Wo.)
11
(4 Wo.)
65
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. September 2007
2011 Let England Shake 20
(5 Wo.)
15
(6 Wo.)
4
(10 Wo.)
8
(25 Wo.)
32
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Februar 2011

Kollaborationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[3] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1996 Dance Hall at Louse Point 46
(1 Wo.)
178
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. September 1996
(mit John Parish)
2009 A Woman a Man Walked By 62
(1 Wo.)
55
(1 Wo.)
24
(3 Wo.)
25
(3 Wo.)
80
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. März 2009
(mit John Parish)

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Anmerkungen
1995 The B-Sides Erstveröffentlichung: 1995
2004 iTunes Originals Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2004
2006 The Peel Sessions 1991–2004 Erstveröffentlichung: 23. Oktober 2006
2011 iTunes Session Erstveröffentlichung: 12. September 2011

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[3] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1992 Sheela-Na-Gig
Dry
69
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1992
1993 50ft Queenie
Rid of Me
27
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1993
Man-Size
Rid of Me
42
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1993
1995 Down by the Water
To Bring You My Love
38
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1995
C'mon Billy
To Bring You My Love
29
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1995
Send His Love to Me
To Bring You My Love
34
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1995
1996 That Was My Veil
Dance Hall at Louse Point
75
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 1996
(mit John Parish)
1998 A Perfect Day Elise
Is This Desire?
25
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 1998
1999 The Wind
Is This Desire?
29
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Januar 1999
2000 Good Fortune
Stories from the City, Stories from the Sea
41
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. November 2000
2001 A Place Called Home
Stories from the City, Stories from the Sea
43
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Februar 2001
This Is Love
Stories from the City, Stories from the Sea
41
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Oktober 2001
2004 The Letter
Uh Huh Her
28
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2004
You Come Through
Uh Huh Her
41
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Juli 2004
Shame
Uh Huh Her
45
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. September 2004

Als Gastmusikerin[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[3] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1996 Henry Lee
Murder Ballads
36
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1996
(Nick Cave and the Bad Seeds featuring PJ Harvey)
1998 Money Greedy / Broken Homes
Angels with Dirty Faces
25
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1998
(Tricky featuring PJ Harvey)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: PJ Harvey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.albumoftheyear.org/album/2087-pj-harvey-let-england-shake.php
  2. https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/206698/Birthday_Honours_List_2013.pdf
  3. a b c d Chartquellen: DE AT CH UK US