Gillian Anderson

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Gillian Anderson bei der Comic-Con 2013

Gillian Leigh Anderson [ˈdʒɪljən] (* 9. August 1968 in Chicago, Illinois) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Sängerin. Sie wurde unter anderem mit den Preisen Golden Globe sowie Emmy ausgezeichnet und erlangte durch ihre Rolle als FBI-Agentin Dana Scully in der US-Fernsehserie Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI große Bekanntheit.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Karrierebeginn und schauspielerischer Durchbruch (1990er Jahre)[Bearbeiten]

Anderson (2004)

Vor ihrer Karriere als Serienschauspielerin kellnerte Gillian Anderson und spielte eine Rolle in dem Theaterstück Absent Friends, für das sie den Theater World Award als Beste Nachwuchsschauspielerin erhielt. Nach diesem Erfolg war ihr nächstes Projekt der Film The Turning, der jedoch floppte.

Nach einem Gastauftritt in der US-Fernsehserie Class of '96 im Jahr 1992 erhielt sie schließlich ihre erste große Fernsehrolle: die Hauptrolle als Special Agent Dana Scully in der Serie Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI von Chris Carter. Mit ihrem Serienpartner, David Duchovny alias Fox Mulder, hatte sie ihren großen internationalen Durchbruch als Schauspielerin. Ursprünglich sollte die Rolle mit einer Blonden besetzt werden, doch Carter konnte schließlich von Andersons Agenten überzeugt werden und bestand auf der Rothaarigen. Sie gab sich als 27-Jährige aus, da sie fürchtete, mit der Angabe ihres wahren Alters die Rolle nicht zu bekommen.

Auch ihre Schwangerschaft sorgte für Ärger, und es kam die Frage nach der Entlassung Andersons auf. Carter bestand jedoch auf ihre Weiterbeschäftigung und band die Schwangerschaft in die Rolle ein. So hat die Entführung, die zuerst als Notlösung dienen sollte, um die kurzzeitige Abwesenheit der Hauptdarstellerin zu erklären, die Serie maßgeblich geprägt. Carter sagte selber häufig, dass die komplette Geschichte sich erst nach und nach entwickelte. Ohne die Schwangerschaft, die erst als Behinderung gesehen wurde, hätte die Serie also einen ganz anderen Verlauf genommen.

Anderson verkörperte neun Jahre lang in fast allen der 202 Episoden, sowie in den Kinofilmen Akte X – Der Film (1998) und Akte X – Jenseits der Wahrheit (2008), Dana Scully und erhielt für ihre Darstellung zahlreiche Auszeichnungen. Neben diesem Fernseh-Engagement spielte sie in weiteren Kinofilmen mit, darunter The Mighty – Gemeinsam sind sie stark (1998), Chicago Cab (1998), Leben und lieben in L.A. (1998), Haus Bellomont (2000).

2000er Jahre bis heute[Bearbeiten]

Nach dem Ende der Serie Akte X zog Anderson nach London. Dort drehte sie unter anderem die Filme The Mighty Celt (2005) und A Cock and Bull Story (2005). Zudem wandte sie sich auch wieder dem Theater zu und spielte in What the Night is for und The sweetest Swing in Baseball von Rebecca Gilman im Londoner West End die Hauptrollen.

Viel Lob erntete Anderson für ihre Darstellung der Lady Dedlock in der mehrteiligen BBC-Verfilmung des Charles-Dickens-Romans Bleak House von 2005. Sie wurde sowohl für den Emmy als auch für den Golden Globe nominiert. Es folgten eine Rolle in Der letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht neben dem Oscar-prämierten Forest Whitaker und eine Hauptrolle im Rachethriller Straightheads.

2008 war Anderson zunächst wieder als Dana Scully, die mittlerweile als Ärztin im Krankenhaus arbeitete, in Akte X – Jenseits der Wahrheit im Kino zu sehen. Anschließend trat sie in der Komödie New York für Anfänger (2008) an der Seite von Simon Pegg, Kirsten Dunst und Jeff Bridges auf.

Im Frühsommer 2009 spielte Anderson erneut in London Theater. Sie übernahm die Rolle der Nora in einer Neufassung des Stücks A Doll's House (deutscher Titel: Nora oder Ein Puppenheim) von Henrik Ibsen im Donmar Warehouse Theatre.[1]

Im Juni 2009 feierte ihr neuer Film, die Satire Boogie Woogie Premiere auf dem Edinburgh International Film Festival. Darin spielt sie an der Seite von Christopher Lee, Heather Graham und Charlotte Rampling. Anschließend hatte sie eine Rolle in der Channel 4-Verfilmung von William Boydss viel beachteten Romans Any Human Heart (Eines Menschen Herz) die im Winter 2010 in vier Teilen ausgestrahlt wurde.[2][3]

Im Frühjahr 2011 war sie in der mehrteiligen, von der BBC produzierten Fernseh-Miniserie The Crimson Petal and the White zu sehen. In der Verfilmung von Michael Fabers gleichnamigem Roman aus dem Jahr 2002 spielte sie die Rolle der Mrs. Castaway, einer Bordellbetreiberin im London der 1870er-Jahre.[4]

Im Sommer 2014 stand sie neben Ben Foster und Vanessa Kirby im Young Vic Theater als Blanche DuBois in Tennessee Williams Endstation Sehnsucht auf der Bühne. Für ihre Leistung wurde sie im selben Jahr mit dem London Evening Standard Theatre Award - Natasha Richardson Award for Best Actress ausgezeichnet.[5]

Schriftstellerei[Bearbeiten]

1999 verfasste sie ein Vorwort für das Buch "Girl Boss: Running the Show Like the Big Chicks: Entrepreneurial Skills, Stories, and Encouragement for Modern Girls" von Stacy Kravetz.[6]

2014 veröffentlichte sie ihren ersten, in Zusammenarbeit mit Jeff Rovin verfassten Roman A Vision of Fire, welcher den ersten Teil einer Trilogie darstellt.[7]

Für die BBC Radio 4 Reihe "A History of Ideas" übernahm Anderson neben Harry Shearer die Rolle als Sprecherin in verschiedenen animierten Videos, die verschiedene philosophische Ideen vorstellt.[8]

Regie[Bearbeiten]

In der siebten Staffel von Akte X, die 1999 produziert wurde bekam Gillian Anderson die Möglichkeit, ein Drehbuch für eine Episode zu verfassen und bei dieser auch Regie zu führen. Sie war damit die erste Regisseurin bei der Serie, und neben Michelle MacLaren eine der zwei weiblichen.

Am 06. Februar 2015 hatte der Kurzfilm The Departure auf der Website des Guardian Premiere, der von Anderson nach einem Drehbuch von Andrew O'Hagan inszeniert und im Rahmen der YV Shorts produziert wurde. Dabei handelt es sich um Kurzfilme, die von Theaterstücken inspiriert wurden, die im Young Vic Theater aufgeführt wurden. In The Departure übernimmt Anderson erneut die Rolle der Blanche DuBois. Der Film ist ein Prequel zu dem Stück Endstation Sehnsucht, das in der Zeit kurz bevor Blanche in dem Stück zu ihrer Schwester Stella nach New Orleans zieht, spielt.[9]

Gillian Anderson hat seit vielen Jahren die Rechte für die Film-Adaption von Elizabeth Rosner Buch Die Geschwindigkeit des Lichts, für das sie nicht nur das Drehbuch verfasst sondern auch Regie führen will. [10]

Persönliches[Bearbeiten]

Während der Dreharbeiten zu Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI lernte Anderson den Artdirector Errol Clyde Klotz kennen, den sie 1994 heiratete. Noch im selben Jahr kam ihre Tochter zur Welt. 1997 trennten sich Anderson und Klotz.

Anderson war 2004 in zweiter Ehe mit Julian Ozanne, einem freiberuflichen Journalisten und Dokumentarfilmer, verheiratet. Das Paar trennte sich im April 2006.

Mit dem englischen Geschäftsmann Mark Griffith hat sie zwei Söhne.

Engagement[Bearbeiten]

Anderson engagiert sich für eine Vielzahl wohltätiger Zwecke.[11]

2008 gründete sie mit anderen die Organisation South African Youth Education for Sustainability (SA-YES), die Kinder und Jugendlich in Südafrika unterstützt.[12]

So ist sie unter anderem seit 2010 Unterstützerin der Menschenrechtsorganisation Survival International. Sie spielte unter anderem in dem Theaterstück We Are One, deren Erlös der Organisation zugutekam.[13]

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

Anderson schwanger bei der Premiere von Akte X – Jenseits der Wahrheit in Los Angeles (2008)

Filme[Bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • 1991: Absent Friends – Manhattan Theatre Club, New York City
  • 1992: The Philanthropist – Long Wharf Theatre, New Haven
  • 1999: The Vagina Monologues (London)
  • 2000: The Vagina Monologues (Los Angeles)
  • 2002: What The Night Is For – Comedy Theatre, London
  • 2004: The Sweetest Swing in Baseball – Royal Court Theatre, London
  • 2009: A Doll's House – Donmar Warehouse, London
  • 2010: We Are One: A celebration of tribal peoples – Apollo Theatre, London
  • 2014: Endstation Sehnsucht – Young Vic Theatre, London[14]

Regie[Bearbeiten]

  • 1999: Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI - Episode "Augenblicke" (7ABX17)
  • 2015: The Departure

Hörproduktionen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • 1991: Theatre World Award – Absent Friends
  • 2003: What’s on stage Theatre Goers Award
  • 2014: London Evening Standard Theatre Award - Natasha Richardson Award for Best Actress

Fernsehen[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 1996: Platz 1 Sexiest Woman in the World – FHM
  • 1997: Platz 3 Sexiest Woman in the World – FHM
  • 1997: Platz 1 Bei den „50 schönsten Menschen der Welt“ der Zeitschrift People
  • 1997: Platz 9 in „Celebrity Sleuth 25 Sexiest Women“
  • 1997: Von der TV Spielfilm zur erotischsten Frau im deutschen Fernsehen gewählt.
  • 1998: Platz 10 Sexiest Woman in the World – FHM
  • 1999: Platz 15 Sexiest Woman in the World – FHM
  • 1999: Platz 48 Maxim’s 50 Sexiest Women
  • 2000: Platz 23 Sexiest Woman in the World – FHM
  • 2001: Platz 81 Sexiest Woman in the World – FHM
  • 2001: Platz 68 in FHM-USA’s 100 Sexiest Women
  • 2002: Platz 64 in FHM-USA’s 100 Sexiest Women

„Gillian Anderson, die in der US-amerikanischen Science Fiction-Serie X-Files die Agentin Scully spielt, ist einer der bekanntesten Fernsehstars der 90er Jahre. Anderson wurde 1996 von 10.000 Lesern des FHM Magazine zur erotischsten Frau der Welt gewählt. Sie bekommt für jede Episode 58.000 US-Dollar und unterzeichnete im Juni 1997 einen Vertrag über 6,6 Millionen US-Dollar.“

Guinness-Buch der Rekorde[16]

Literatur[Bearbeiten]

  • David Bassom: Gillian Anderson & David Duchovny: die Stars aus Akte X. vgs, Köln 1997, ISBN 3-8025-2462-4
  • Marc Shapiro: Gillian Anderson. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-13030-8
  • Bernd Schulz: Gillian Anderson – Die X-Lady. Econ Tb., 1997, ISBN 3-612-26429-X
  • Georg Haler, Christian Lukas: Die Gillian-Anderson-Akten. Heel, Königswinter 1997, ISBN 3-89365-583-2
  • Gil Adamson, Dawn Connolly: Gillian Anderson – Superstar aus Akte X. vgs, Köln 1997 (erste Auflage), 2002 (zweite Auflage), ISBN 3-8025-2501-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gillian Anderson – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A Doll’s House. Donmar Warehouse Theatre, abgerufen am 20. Mai 2011 (englisch).
  2. Any Human Heart. Channel 4, abgerufen am 24. April 2011 (englisch).
  3. William Boyd – Eines Menschen Herz. Amazon.de, abgerufen am 25. April 2011.
  4. The Crimson Petal And The White – Press release. BBC, 14. März 2011, abgerufen am 24. April 2011 (englisch).
  5. Evening Standard Theatre Awards 2014: Tom Hiddleston and Gillian Anderson win best actor and actress at glittering London awards. Evening Standard, 1. Dezember 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014 (englisch).
  6. The Official Gillian Anderson Website - Archive - Transcripts Girlboss Foreword. The Official Gillian Anderson Website, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  7. „Akte X“-Star Gillian Anderson schreibt Science-Fiction-Roman. 15. Januar 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014 (deutsch).
  8. Simpsons star to voice YouTube videos for Radio 4 philosophy series. 7. November 2014, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  9. The Departure: a short film starring Gillian Anderson – video. The Guardian, 6. Februar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  10. Gillian Anderson on therapy, rebellion and 'being weird'. The Guardian, 8. Februar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  11. Charities. The Official Gillian Anderson Website, abgerufen am 15. Februar 2015 (englisch).
  12. Who we are – UK BOARD. South African Youth Education for Sustainability (SA-YES), abgerufen am 9. Februar 2015 (englisch).
  13. Stars line up in West End to celebrate tribal peoples. Survival International, 9. März 2010, abgerufen am 24. April 2011 (englisch).
  14. A Streetcar Named Desire. Young Vic Theatre, 1. Dezember 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014 (englisch).
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRomaFictionFest 2012 partners with BBC Worldwide for exclusive day of events. Evening Standard, 21.09.2012, abgerufen am 1. Dezember 2014 (englisch).
  16. Auszug aus dem »Guinness-Buch der Rekorde 1999« (Guinness Verlag)