Pietro Parolin

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Pietro Kardinal Parolin (22. Februar 2014)
Pietro Parolin (2006)
Wappen von Kurienkardinal Parolin

Pietro Kardinal Parolin ([ˈpjetro paroˈliŋ] * 17. Januar 1955 in Schiavon, Provinz Vicenza, Italien) ist ein römisch-katholischer Kurienkardinal, Diplomat des Heiligen Stuhls und Staatssekretär Seiner Heiligkeit.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Schulabschluss an einem humanistischen Gymnasium (Liceo classico) in Vicenza trat Pietro Parolin in das Priesterseminar von Vicenza ein und studierte dort Katholische Theologie und Philosophie. Dieses Studium schloss er mit dem Bakkalaureat der Theologie an der Theologischen Fakultät von Norditalien in Mailand ab. 1979 wurde er zum Diakon geweiht und wirkte anschließend als Seelsorger in der Pfarrei Santissima Trinità in Schio.

Am 27. April 1980 empfing Pietro Parolin durch Bischof Arnoldo Onisto in der Kathedrale von Vicenza das Sakrament der Priesterweihe. Anschließend war er bis 1982 Kaplan in Schio. Von 1984 bis 1986 studierte Parolin an der Päpstlichen Diplomatenakademie und wurde 1986 an der Päpstlichen Universität Gregoriana zum Doktor des Kanonischen Rechts (Dr. iur. can.) promoviert.

Am 1. Juli 1986 trat Parolin in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und wurde zunächst Mitarbeiter in der Apostolischen Nuntiatur in Nigeria. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 14. Mai 1988 den Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit[1] (Monsignore). 1989 wechselte Pietro Parolin an die Apostolische Delegation in Mexiko. 1992 wurde er Nuntiaturrat in der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten des Vatikanischen Staatssekretariates und war in dieser Funktion vor allem für die Länder Spanien, Andorra, Italien und San Marino zuständig. Am 30. November 2002 wurde er zum Untersekretär der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten berufen,[2] fungierte also als stellvertretender Außenminister.[3] Als solcher führte er mehrfach eine Delegation des Heiligen Stuhls an, die seit 1990 Gespräche mit der kommunistischen Regierung in Vietnam aufgenommen hatte, nachdem die diplomatischen Beziehungen im Zuge der kommunistischen Machtübernahme 1975 abgebrochen waren. Ebenso war er für die diplomatischen Verhandlungen zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl zuständig.

Am 17. August 2009 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularerzbischof von Aquipendium und zum Apostolischen Nuntius in Venezuela.[4] Die Bischofsweihe spendete ihm Benedikt XVI. am 12. September desselben Jahres im Petersdom; Mitkonsekratoren waren Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB und der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, William Joseph Kardinal Levada.[5]

Am 31. August 2013 ernannte ihn Papst Franziskus mit Wirkung ab 15. Oktober 2013 in der Nachfolge von Tarcisio Bertone zum Staatssekretär Seiner Heiligkeit.[6][7][8]

Im feierlichen Konsistorium vom 22. Februar 2014 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Simone e Giuda Taddeo a Torre Angela[9] in das Kardinalskollegium auf.

Ehrungen[Bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pietro Parolin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag zu Pietro Parolin auf catholic-hierarchy.org, gesehen am 31. August 2013 (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Annuario Pontificio per l’anno 1997, Città del Vaticano 1997, S. 2348.
  2. Nomina del Sotto-Segretario della Sezione per i Rapporti con gli Stati della Segreteria di Stato, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 30. November 2002.
  3. Constanze Reuscher: Der Diplomat, der das Machtgerangel beenden soll. welt.de, 1. September 2013, abgerufen am 2. September 2013
  4. Nomina del Nunzio Apostolico in Venezuela, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 17. August 2009.
  5. Capella Papale per l’ordinazione episcopale di cinque Ecc.mi Presuli, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 12. September 2009.
  6. Rinuncia del Segretario di Stato e nomina del nuovo Segretario di Stato, in Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 30. August 2013.
  7. Pietro Parolin zum neuen Staatssekretär ernannt. Website Radio Vatikan. Abgerufen am 31. August 2013.
  8. Erzbischof Parolin: „Tiefe Dankbarkeit“ und „absolute Verfügbarkeit“. Website Radio Vatikan. Abgerufen am 31. August 2013.
  9. Concistori ordinario pubblico per la creazione dei nuovi Cardinali: Assegnazione dei Titoli o delle Diaconie ai nuovi Porporati, in: Presseamt des Hl. Stuhls: Tägliches Bulletin vom 22. Februar 2014.
  10. Die deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl zur Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes an Pietro Parolin; abgerufen am 22. August 2009
  11. Nomina di Membri della Congregazione per la Dottrina della Fede. In: Bolletino. Sala Stampa della Santa Sede, 28. Mai 2014, abgerufen am 28. Mai 2014 (italienisch).
Vorgänger Amt Nachfolger
Tarcisio Kardinal Bertone Kardinalstaatssekretär
seit 2013