Place de la Bastille

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Place de la Bastille liegt zwischen dem 4., 11. und 12. Arrondissement von Paris und ist ein bedeutender städtischer Verkehrsknoten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die an der Stelle des Place de la Bastille gelegene befestigte Königsresidenz Bastille wurde nach ihrer Erstürmung zwischen dem 16. Juli 1789 und 4. Oktober 1790 als Symbol des Ancien Régime von 500 Arbeitern unter Leitung von Bauunternehmer Pierre-François Palloy abgerissen und anschließend in Steinquadern verkauft. Palloy war es auch, der am 14. Juli 1792 hier den Grundstein der Freiheits-Säule legte.[1] Allerdings kam die Verwirklichung dieses Säulen-Projekts über das Stadium der Grundsteinlegung nicht hinaus.[2]

Place de la Bastille (mit Julisäule und Bastille-Oper)

Stattdessen eröffnete man am 27. Juni 1792 die Place de la Bastille an der Stelle der alten Bastille-Festung. Die Bastille (franz. für „kleine Bastion“) ist im Deutschen eine Zwingburg. Im heutigen Straßenboden ist der Verlauf der Mauern der einstigen Bastion markiert. Überreste der Contrescarpe, der äußeren Mauer des Festungsgrabens, befinden sich auf dem Bahnsteig der U-Bahnstation der Métro-Linie 5.

Le Génie de la Liberté

Ein königliches Dekret vom 6. Juli 1831 ordnete die Errichtung der Julisäule (Colonne de Juillet) zur Erinnerung an die „drei glorreichen Tage“ zwischen dem 27. und 29. Juli 1830 der Julirevolution an. Es handelt sich um eine in der Platzmitte errichtete 52 m hohe Kupfersäule. Auf ihr wurde 1833 eine von Augustin-Alexandre Dumont vergoldete 5,85 m hohe Figur, den auf einem Bein balancierenden „Genius der Freiheit“ (Le Génie de la Liberté), zur Erinnerung an die Straßenschlachten der Juli-Revolution von 1830 errichtet. Unter der Säule befinden sich öffentlich zugängliche Gewölbe mit Gräbern aus jener Zeit. 1848 wurde die Säule als Gedenkstätte für die Februarrevolution vom 22., 23. und 24 Februar 1848 geweiht.

Lage und Bedeutung[Bearbeiten]

Die 215 m lange und 150 m breite Place de la Bastille ist ein verkehrstechnisch wichtiger Platz in Paris. In den Platz münden die Rue Saint-Antoine (die Verlängerung der Rue de Rivoli), der Boulevard Richard Lenoir, Rue du Faubourg Saint-Antoine, Rue de Lyon, Boulevard Bourdon und Boulevard Henri IV. Am Platz liegt die Opéra Bastille von Carlos Ott. Unter dem Platz befindet sich eine nach dem Platz benannte Station der Métro-Station Bastille (Métro-Linie 5). Der Bahnsteig der Métro-Haltestelle enthält Überreste der Contrescarpe, der äußeren Mauer des Festungsgrabens. Unter der Métro-Station liegt der für 2 km unterirdisch in einem Tunnel unter dem Boulevard Richard Lenoir verlaufende Canal Saint-Martin, der am Port de l’Arsenal beginnt. Dieser dient als Yachthafen für über 200 Schiffe, die über eine Schleuse die Seine erreichen können.

Die Place de la Bastille ist ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische. Regelmäßig finden dort Konzerte und ähnliche Ereignisse statt. Der Platz dient wegen seiner verkehrsgünstigen Lage auch oft als Ausgangs-, Zwischen- oder Endpunkt für Demonstrationen. Jeden Sonntagnachmittag ist der Platz, wenn es das Wetter zulässt, Ausgangspunkt für einen rund 20 km langen abgesicherten Parcours durch die Straßen von Paris für Inline-Skater. Das Ereignis ist für jedermann kostenlos und wird von dem Verein Rollers et Coquillages veranstaltet.

Die Gegend nordöstlich des Platzes hat ein lebendiges Nachtleben mit vielen Cafés, Bars, Nachtclubs und Konzerthallen. Im Osten bildet die Rue du Faubourg Saint-Antoine die Hauptachse der ehemaligen Vorstadt Saint-Antoine.

Literatur[Bearbeiten]

  • Julia Droste-Hennings, Thorsten Droste: Paris. Eine Stadt und ihr Mythos. DuMont-Reiseverlag, Köln 2003, ISBN 3-7701-6090-8, S. 338.
  • Jacques Hillairet: Dictionnaire Historique des Rues de Paris. 7. édition. Les Editions de Minuit, Paris 1979, ISBN 2-7073-0092-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Place de la Bastille – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

48.8533333333332.3691666666667Koordinaten: 48° 51′ 12″ N, 2° 22′ 9″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SPIEGEL GESCHICHTE 1/2010 vom 26. Januar 2010, Wissen für alle, S. 60
  2. Dieter Bingen/Hans-Martin Hinz (Hrsg.), Die Schleifung, Zerstörung und Wiederaufbau historischer Bauten, 2005, S. 25