Métrolinie 1 (Paris)

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Strecke der Métrolinie 1 (Paris)
Karte
Streckenlänge: 16,5 km
Eröffnung: 1900
Fahrgäste (täglich): 715.000[1]
Stationen: 25
BSicon utKBHFa.svg La Défense AParis rer A jms.svg T2Logo Paris tram ligne2.svg
BSicon utHST.svg Esplanade de la Défense
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BSicon utHST.svg Pont de Neuilly
BSicon utHST.svg Les Sablons
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BSicon utHST.svg Louvre – Rivoli
BSicon utBHF.svg Châtelet AParis rer A jms.svg BParis rer B jms.svg DParis rer D jms.svg 04Paris m 4 jms.svg 07Paris m 7 jms.svg 11Paris m 11 jms.svg 14Paris m 14 jms.svg
BSicon utBHF.svg Hôtel de Ville 11Paris m 11 jms.svg
BSicon utHST.svg Saint-Paul
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BSicon uBHF.svg Bastille 05Paris m 5 jms.svg 08Paris m 8 jms.svg
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BSicon utBHF.svg Gare de Lyon AParis rer A jms.svg DParis rer D jms.svg 14Paris m 14 jms.svg
BSicon utBHF.svg Reuilly – Diderot 08Paris m 8 jms.svg
BSicon utBHF.svg Nation AParis rer A jms.svg 02Paris m 2 jms.svg 06Paris m 6 jms.svg 09Paris m 9 jms.svg
BSicon utHST.svg Porte de Vincennes TTramway-T.svgT3aLogo Paris tram ligne3a.svg TTramway-T.svgT3bLogo Paris tram ligne3b.svg
BSicon utHST.svg Saint-Mandé
BSicon utHST.svg Bérault
BSicon utKBHFe.svg Château de Vincennes

Die Linie 1 der Pariser Métro ist die älteste und nach der Linie 4 die am zweitstärksten frequentierte U-Bahn-Linie der Stadt. Sie verbindet auf ihrem Weg durch das Pariser Stadtzentrum die Stationen La Défense im Westen und Château de Vincennes im Osten. Seit Dezember 2012 wird sie ausschließlich von fahrerlosen Zügen bedient.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten]

Kurve am Westkopf der Station Bastille mit Zug der Bauart Sprague-Thomson, Anfang 20. Jahrhundert
Linie 1: Linienplan
Zug der Baureihe MP 89 in der Station Hôtel de Ville
Station Bastille mit Bahnsteigtüren, automatischer Zug der Baureihe MP 05

Eröffnet wurde die Linie nach nur 20 Monaten Bauzeit am 19. Juli 1900 mit dem Abschnitt Porte MaillotPorte de Vincennes. Sie durchquert die Stadt in Ost-West-Richtung. An beiden Endstationen existierten getrennte Bahnsteige für Abfahrt und Ankunft, die durch enge Wendeschleifen mit Radien von 30 Meter verbunden wurden. Dies war notwendig, da die ersten Züge aus nur einem Triebwagen und zwei angehängten Beiwagen bestanden.[2] Am westlichen Ende der Station Bastille existiert die engste Streckenkurve des gesamten Métro-Netzes mit einem Radius von nur 40 Meter. Bei Eröffnung gingen acht Zwischenstationen in Betrieb, die restlichen zehn folgten zwischen dem 6. August und dem 1. September desselben Jahres. Von diesen insgesamt achtzehn Stationen wurden zehn als Gewölbe ausgeführt, sieben hatten eine Metall-„Abdeckelung“, die Station Bastille befindet sich unter freiem Himmel über dem Canal Saint-Martin.

Im Dezember 1900 wurde, bei 130 000 Nutzern pro Tag, bereits der viermillionste Fahrgast befördert. Man beschloss, angemessen darauf zu reagieren, und verdichtete den Takt von zehn auf drei Minuten. Die Anzahl der Beiwagen je Zug wurde sukzessive von drei auf sechs erhöht, sie wurden nun von einem Triebwagen an jedem Zugende gezogen.[3] Die 7,44 bis 8.88 Meter langen Fahrzeuge blieben zweiachsig, erhielten statt einflügeliger aber etwas breitere zweiflügelige Schiebetüren.[4] Als Folge des Unfalls im Bahnhof Couronnes auf der Linie 2 am 10. August 1903 wurden die Fahrzeuge 1905 durch vierachsige Wagen, ab 1908 der Bauart Sprague-Thomson, ersetzt.[3]

Eine Vereinbarung aus dem Jahr 1929 sah die Verlängerung des Métro-Netzes in die Vorstädte vor. Am 24. März 1934 ging als Folge die 2300 Meter lange östliche Erweiterung von Porte de Vincennes zum heutigen Endbahnhof Château de Vincennes in Betrieb. Dazu wurde die frühere Endstation Porte de Vincennes umgebaut, am neuen Endpunkt entstand der Betriebshof Fontenay-sous-Bois.

Die nächste Erweiterung wurde am 29. April 1937 vorgenommen, sie führte im Westen von Porte Maillot nach Pont de Neuilly. Hier wurde der alte Endbahnhof aufgegeben und am 15. November 1936 ein neuer in Betrieb genommen. Die Métro unterfährt die alte Wendeschleife, die 1992 von der RATP in einen privaten Vorführraum namens Espace Maillot umgewandelt wurde. Ein Sprague-Thomson-Wagen wurde als Ausstellungsobjekt dorthin gebracht.

Am 1. April 1992 wurde die Strecke erneut verlängert: von Pont de Neuilly nach La Défense (Grande Arche). Der Endbahnhof der Métro ist Umsteigebahnhof zur RER-Linie A. Westlich der Station Pont de Neuilly kommt die Métro an die Oberfläche, überquert in der Mitte der Nationalstraße 13 die Seine und verschwindet dann wieder unter die Erde.

Fahrzeugeinsatz und technische Neuerungen[Bearbeiten]

Als die damals meistgenutzte Linie der Métro wurde die Linie 1 als erste für Fahrzeuge umgebaut, die auf mit Stickstoff gefüllten Gummireifen laufen. Dies geschah zwischen dem 30. Mai 1963 und Dezember 1964, während dieses Zeitraums gab es einen Mischbetrieb von Sprague-Thomson-Zügen und neuem Rollmaterial der Baureihe MP 59.[5] 1967 kamen die zentralisierte Betriebsführung (PCC) und die teilautomatisierte Steuerung Pilotage automatique hinzu. 1997 wurden die alten Fahrzeuge der Generation MP 59 durch solche der Bauart MP 89 abgelöst.

Zwischen Mai 2011 und Dezember 2012 erfolgte die Umstellung auf automatischen, fahrerlosen Betrieb mit Zügen der Baureihe MP 05.[6] Aus diesem Grund wurden alle Stationen bereits zwischen 2009 und 2011 mit Bahnsteigtüren ausgerüstet. Die Züge der Baureihe MP 89 werden nun auf der Linie 4 eingesetzt.

Umbenennungen von Stationen[Bearbeiten]

Im Lauf der mehr als hundertjährigen Geschichte der Pariser Metro änderte sich die offizielle Bezeichnung einer ganzen Reihe von Stationen. Einige Stationen wurden sogar mehrmals umbenannt. Auf der Linie 1 sind folgende Stationen betroffen:

Von Namensänderungen betroffene Stationen der Linie 1
heutiger Name seit frühere(r) Name(n)
George V 1920 Alma
Reuilly – Diderot 1931 Reuilly
Champs-Élysées – Clemenceau 1931

Champs-Élysées

Franklin D. Roosevelt 1946 bis 1942: Marbeuf
1942-46: Marbeuf - Rond-Point des Champs-Élysées
Argentine 1948 Obligado
Charles de Gaulle – Étoile 1970 Étoile
Palais Royal – Musée du Louvre 1989 Palais Royal
Louvre – Rivoli 1989 Louvre
Saint-Mandé 2002 bis 1937: Tourelle
1937-2002: Saint-Mandé – Tourelle

Geplante Streckenverlängerungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 genehmigte das Syndicat des transports d’Île-de-France (STIF) eine Verlängerung der Linie 1 nach Osten. Die Strecke erhält drei Stationen, der erste Bahnhof Les Rigollots wird sich an der Stadtgrenze von Vincennes und Fontenay-sous-Bois befinden. Die neue Endstation wird Val de Fontenay am gleichnamigen RER-Bahnhof sein. Der mittlere Halt soll entweder im Norden von Fontenay-sous-Bois oder im Süden von Montreuil liegen. Das STIF hat dazu drei verschiedene Streckenvarianten vorgeschlagen.[7]

Eine Verlängerung in westlicher Richtung von La Défense bis nach Nanterre ist zwar im Gespräch, es ist aber durchaus möglich, dass diese Strecke letzten Endes von der Linie 15 des geplanten Grand Paris Express übernommen wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes: De Bienvenüe à Météor. 3. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2004. ISBN 2-915034-32-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Métrolinie 1 (Paris) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Communiqueé de Presse: Modérnisation du Métro. STIF, 8. Februar 2012, abgerufen am 23. Januar 2014.
  2.  Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 131 u. 132.
  3. a b Jean Tricoire, 2. Auflage, S. 133
  4. Jean Tricoire, 2. Auflage, S. 84 f
  5. Jean Tricoire, 2. Auflage, S. 134
  6. Unbemannte Zugfahrt, frei von Streiks bei faz.net vom 4. Oktober 2014, abgerufen am 29. Oktober 2014
  7. Plan des STIF zu den 3 möglichen Varianten (pdf; französisch), abgerufen am 23. März 2014