Requiem for a Dream

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Requiem for a Dream
Originaltitel Requiem for a Dream
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Darren Aronofsky
Drehbuch Hubert Selby
Darren Aronofsky
Produktion Eric Watson
Palmer West
Musik Clint Mansell
Kamera Matthew Libatique
Schnitt Jay Rabinowitz
Besetzung

Requiem for a Dream ist ein Drama des US-amerikanischen Regisseurs Darren Aronofsky aus dem Jahre 2000, basierend auf einem Roman von Hubert Selby aus dem Jahre 1978. Selby selbst wirkte auch am Drehbuch mit. In düsteren Farben und mit teils innovativen Techniken wird in dem visuell starken Film der soziale Niedergang von vier Drogensüchtigen erzählt. Die Musik von Clint Mansell unterstreicht die düstere Stimmung.

Handlung[Bearbeiten]

Kapitel: Sommer[Bearbeiten]

Sara Goldfarb ist eine ältere, verwitwete Frau, die allein und vereinsamt in Brighton Beach, einer Gemeinde auf Coney Island, Brooklyn (New York City) lebt. Ihre gesamte Freizeit besteht darin, sich eine Selbsterfüllungs-Show namens Tappy Tibbons Show im Fernsehen anzusehen. Harold bzw. Harry ist ihr drogensüchtiger Sohn, welcher zusammen mit seinem besten Freund Tyrone immer wieder den Fernseher der Mutter beim Pfandleiher abgibt, um sich von diesem Geld ihre Sucht zu finanzieren.

Eines Tages erhält die Mutter einen Anruf von einer Medienagentur; sie habe die Chance, im Fernsehen aufzutreten. Um sich schick zu machen, lässt sie sich Schlankheitspillen beziehungsweise Appetitzügler, die Amphetamine enthalten, verschreiben. Die Tabletten helfen ihr zwar tatsächlich abzunehmen, so dass sie in ein von ihr geschätztes rotes Kleid passt. Doch erhöht sie selbstständig ihre Dosis und gerät so immer mehr in eine Traumwelt, in der sie Realität und Phantasie nicht mehr unterscheiden kann.

Harry und Tyrone beginnen unterdessen zu dealen. Die Profite ermöglichen es, Harrys Mutter einen modernen Fernseher zu schenken. Harry will zusammen mit seiner Freundin Marion einen Modeladen aufmachen. Sie steigern sich in den Traum hinein, mit Drogenhandel das große Geld zu machen.

Kapitel: Herbst[Bearbeiten]

Nach einem Feuergefecht zwischen rivalisierenden Drogen-Clans wird Tyrone gefasst und in Untersuchungshaft gesteckt. Ein großer Teil des Ersparten wird für die Kaution verwendet. Die restlichen Quellen verschwinden, und es wird nun schwerer für Harry und Tyrone, in Brooklyn an Drogen heranzukommen. Da auch das Geld knapp wird, beginnt Marion, zunächst auf Verlangen Harrys, sich zu prostituieren. An der Sucht scheint die Beziehung zu zerbrechen: Sie schläft zunächst mit dem Psychiater Arnold und erscheint später bei Big Tim, der nun die einzige Drogenquelle in Brooklyn zu sein scheint.

Kapitel: Winter[Bearbeiten]

Harry und Tyrone bekommen Informationen über einen Dealer, der über die Weihnachtsfeiertage Heroin unter die Leute bringen will. Auch die beiden Protagonisten wollen davon profitieren. Während der Übergabe eskaliert die Situation und der Dealer sucht das Weite. Da auf dem LKW des Dealers „Florida“ steht, beschließen die beiden, nach Florida zu fahren, um so an Stoff zu kommen.

Harry hat sich mittlerweile eine schwere Infektion am Arm zugezogen. Er will sich in einem Krankenhaus in South Carolina behandeln lassen, wo beide jedoch festgenommen werden. Harry wird später in ein Krankenhaus für Gefangene gebracht. Währenddessen kommt Sara Goldfarb, nachdem sie verwahrlost durch die Straßen gelaufen ist und andere Medikamente nicht angeschlagen haben, in eine geschlossene Psychiatrie. Dort bekommt sie Behandlungen mit Elektroschocks, um die zerrüttete Psyche nach ihrem Wahn zu reparieren. Marion trifft sich erneut mit Big Tim, wo sie gegen Heroin und Geld an einer Orgie teilnimmt. Gegen Ende werden die Charaktere nacheinander in ihrer letztendlichen Situation, neben ihren zerstörten bzw. nichterfüllten Träumen, gezeigt.

Harry hat einen Traum, in dem Marion an einem Steg auf Coney Island auf ihn wartet. Harry stellt nach dem Erwachen fest, dass er sich einsam in Gefangenschaft befindet und dass sein Arm amputiert wurde. Sara bekommt Besuch von ihren Freundinnen, scheint jedoch nicht mehr ansprechbar zu sein. In einer Sequenz sind Tyrone, Marion und Sara in der Kindslage („Embryonalhaltung“) zu sehen. Sara träumt davon, dass sie umjubelt in ihrer geliebten Fernsehshow auftritt: Sie hat einen Preis gewonnen und Harry erscheint. In ihrer Fantasie ist Harry ein erfolgreicher Geschäftsmann, der mit Marion verlobt ist. Es kommt zu einer Umarmung zwischen Mutter und Sohn. Die Zuschauer beginnen zu applaudieren, die Kamera blendet aus.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Insgesamt gewann der Film 20 internationale Filmpreise und wurde für weitere 33 Preise nominiert.[1]

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Der Musiktitel „Lux aeterna“ von Clint Mansell, durchzogen von Einspielungen des Kronos Quartets und Technobeats, hat es dank seiner hohen Einprägsamkeit und seiner wichtigen dramaturgischen Funktion im Film zu gleich zwei Veröffentlichungen gebracht und wurde mehrfach in Trailern zu anderen Filmen verwendet (unter anderem in Der Herr der Ringe: Die zwei Türme, The Da Vinci Code – Sakrileg, Sunshine und Babylon A.D.).
  • Das produzierende Studio Artisan Entertainment weigerte sich, den Film zu kürzen, woraufhin er von der MPAA in den USA keine Jugendfreigabe bekam.
  • Die Hip-Hop-Montage ist eine Art Markenzeichen von Darren Aronofsky. Hierbei werden bezeichnende, sich wiederholende Bilder in kurzen, oft schneller werdenden Schnitten gezeigt und mit dazu passenden, oft überlauten Geräuschen verbunden. Einzeln betrachtet wirken sie nüchtern und sachlich, doch in rascher Abfolge hintereinander ergibt sich ein tranceähnlicher Eindruck. So finden sich in Requiem for a Dream etwa 2000 Schnitte – normal sind 600 bis 700. Verstärkt wird der Effekt oft durch ungewöhnliche Kameraperspektiven, wie die sogenannte Snorricam.
  • Jared Leto freundete sich nach eigenen Angaben zur Vorbereitung auf seine Rolle mit echten New Yorker Junkies an.[2]
  • In zwei direkt aufeinanderfolgenden Kameraeinstellungen ist Jennifer Connelly erst aus der Vogelperspektive in der Badewanne kauernd zu sehen; in der Folgeeinstellung wird ihr ins Wasser getauchtes Gesicht gezeigt, das einen Schrei ausstößt. Diese exakt übernommenen Einstellungen stellen eine Hommage Aronofskys an den Film Perfect Blue dar.

Kritiken[Bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [3]
Publikum [3]
Metacritic
Kritiker [4]
Publikum [4]
IMDb [5]

„Der Regisseur bedient sich ebenso extremer wie radikaler filmischer Mittel und steigert die Realistik der Story zu einem filmischen und emotionalen Delirium, das manchem Zuschauer manipulativ erscheinen mag, dessen Zugriff sich jedoch kaum jemand entziehen kann.“

Lexikon des internationalen Films[6]

„Selten sieht man einen Film, in dem das Spiel der Mimen, die Musik, die Bilder, die Entwicklung der Geschichte eine derart homogene Einheit bilden. […] „Requiem for a dream” gehört zu den Meisterwerken der Filmkunst der letzten Jahre.“

Ulrich Behrens: bei www.filmstarts.de[7]

„Umwerfendes Meisterwerk - Optisch, akustisch und schauspielerisch absolut grandios. […] Es gibt wohl nur wenige Filme, die eine so starke Wirkung auf den Zuschauer haben wie dieser. […] Manche Leute gehen soweit zu sagen, dass "Requiem for a Dream" der beste Film ist, den sie je gesehen haben, und dass sie ihn nie wieder sehen möchten.“

David Hiltscher: bei www.filmspiegel.de[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übersicht der Auszeichnungen und Nominierungen
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLeto Goes to Extremes for Junkie Role. abcnews.com, 7. November, Jahr unbekannt, abgerufen am 29. Juli 2012.
  3. a b [1] bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 14. Oktober 2014
  4. a b [2] bei Metacritic, abgerufen am 14. Oktober 2014
  5. Requiem for a Dream in der Internet Movie Database (englisch)
  6. Requiem for a Dream im Lexikon des Internationalen Films
  7. Ulrich Behrens: Requiem for a Dream. In: FILMSTARTS.de. FILMSTARTS.de GbR, abgerufen am 30. August 2008.
  8. David Hiltscher: Requiem for a Dream. In: filmspiegel.de. filmspiegel.de, abgerufen am 30. August 2008.