Richard Helms

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Richard Helms während seiner Zeit als CIA-Direktor

Richard McGarrah Helms (* 30. März 1913 in Philadelphia, Pennsylvania; † 23. Oktober 2002 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Geheimdienstfunktionär, dessen Karriere ihren Höhepunkt in einer siebenjährigen Amtsperiode als Director of Central Intelligence hatte. Unter seine Verantwortung fallen unter anderem die Zerstörung eines großen Teils der Aufzeichnungen zum MKULTRA-Projekt sowie die CIA-Aktivitäten in Chile Anfang der 1970er Jahre.

Leben[Bearbeiten]

Helms wuchs in South Orange, New Jersey auf. Nachdem er seine Schullaufbahn am renommierten Williams College in Williamstown (Massachusetts) abgeschlossen hatte, wurde er von der Nachrichtenagentur United Press als Reporter nach Berlin geschickt, von wo er über die Olympischen Spiele berichtete. Als seinen größten journalistischen Scoop bezeichnete er später ein Interview mit Adolf Hitler. Während des Zweiten Weltkrieges war Helms bei der United States Navy beschäftigt, bis er 1943 auf Grund seiner Deutschkenntnisse, die er im Schweizer Internat Le Rosey erworben hatte, zum Office of Strategic Services kam. Nach weiteren Stationen in Unterorganisationen der CIA, die ihn unter anderem Anfang der 60er Jahre nach Vietnam führten, wurde er 1966 Direktor der CIA. Damit war er der erste Spion, der dieses Amt ausübte. 1973 ersetzt Präsident Nixon Helms durch James R. Schlesinger, angeblich weil [Helms] sich geweigert hatte, den Einbruch in das Watergate-Hotel, also in das Wahlhauptquartier der Demokraten, unter dem Deckmantel einer CIA-Operation laufen zu lassen [1]. Er wird von Nixon als Botschafter in den Iran versetzt, wo er bis 1976 blieb. 1977 wird er wegen Falschaussage vor dem Kongress in der Befragung zur Rolle der CIA beim Putsch in Chile 1973 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Später arbeitete er als Berater für Unternehmen, die im Ausland investieren wollten[2].

Angehörige des chilenischen Generals René Schneider, der 1970 von Gegnern Salvador Allendes ermordet worden war, reichten 2001 eine Klage gegen Helms, Henry Kissinger und weitere angeblich in die Ermordung verwickelte Personen ein[3]; die Klage wurde abgewiesen. Der an multiplem Myelom leidende Helms starb 2002 im Alter von 89 Jahren. Seine letzte Ruhestätte ist der Nationalfriedhof Arlington.

Er war zweimal verheiratet und hatte einen Sohn aus erster Ehe[2]. Postum wurde 2003 das gemeinsam mit William Hood geschriebene Buch A Look Over My Shoulder: A Life in the Central Intelligence Agency von Random House veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Helms, William Hood: A Look Over My Shoulder: A Life in the Central Intelligence Agency. Random House, New York 2003, ISBN 0-375-50012-X
  • Thomas Powers: The man who kept the secrets: Richard Helms & the CIA. Knopf, New York 1979, ISBN 0-394-50777-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGabriel Kolko: Vietnam und Irak: Das unerwünschte Wissen der CIA. Entscheidungen über Krieg und Frieden beruhen häufig auf Projektionen: Wie real die behauptete Bedrohung war, erfährt die Öffentlichkeit immer erst hinterher. In Vietnam wie im Irak wurden die Informationen der Geheimdienste im Sinne vorgefasster Entscheidungen manipuliert. In: Le Monde diplomatique. 13. April 2006, archiviert vom Original am 16. Februar 2015, abgerufen am 18. Februar 2015.
  2. a b Richard Helms, former CIA director, dies at age 89 - Richard M. Helms Dies at 89; Dashing Ex-Chief of the C.I.A. 23. Oktober 2002, archiviert vom Original am 8. August 2004, abgerufen am 18. Februar 2015 (englisch, Eine Seite mit zwei Nachrufen zu Richard Helms).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBill Miller: Family of Slain Chilean Sues Kissinger, Helms; Military Leader Was Killed in Kidnap Attempt Linked to Nixon Administration. In: Washington Post. 11. September 2001, archiviert vom Original am 26. April 2003, abgerufen am 18. Februar 2015 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]