Richard Sharpe Shaver

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Amazing Stories Volume 21 Number 06

Richard Sharpe Shaver (* 8. Oktober 1907 in Berwick Pennsylvania; † 5. November 1975 in Summit, Arkansas) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor. Seine Thesen über eine unterirdische Zivilisation werden seit dem Zweiten Weltkrieg als Shaverism oder The Shaver Mystery diskutiert.

Shaverism[Bearbeiten]

Nach Shaver existiert eine uralte unterirdische Zivilisation, die so genannten Deros (Detrimental Robots = Schädliche Roboter), die auch für die Fliegenden Untertassen bzw. UFOs verantwortlich seien. Bei den Deros handele es sich um grausame und sadistische menschliche Mutanten, die mit ihrer hochentwickelten Technologie Unglücke und Katastrophen provozieren und ab und an Menschen zu Experimenten entführen würden. Außerdem besäßen sie Maschinen, mit denen in den Köpfen von Menschen Stimmen erzeugt werden könnten. Die Deros benutzten als Sprache das Mantong, die lemurische Sprache.

Shaver behauptete, Kontakt zu dieser Zivilisation zu besitzen; seine Angaben wurden von Raymond A. Palmer, von 1938 bis 1949 Herausgeber des Pulp-Magazins Amazing Stories bestätigt:

Das Shaver-Mysterium entfachte in der Fan-Welt einen Sturm, und nicht wenige Unbedarfte glaubten alles und berichteten auf "Amazings" Leserbriefseiten von ähnlichen Erlebnissen.

Hahn u.a., Lexikon der Science Fiction Literatur, Bd. 1, S. 558

Es bildeten sich so genannte Shaver-Zirkel bzw. -kreise, in denen seine Thesen diskutiert und auch geglaubt wurden. Ein scharfer Kritiker Shavers und Palmers war Forrest J. Ackerman, der offenbar annahm, dass Shavers Thesen der Seriosität der Science Fiction Schaden zufügen könne:

Shaver war ein Problem. Schon viele Autoren hatten Geschichten veröffentlicht, deren Hauptfiguren als Kunstgriff behaupteten, ihre Erzählungen würden auf tatsächlichen Ereignis basieren. Die Leser stellten einfach vorübergehend ihre Vorbehaltezurück und ließen sich mit auf die Reise nehmen ... Horden von Pseudofans wurden von Shavers Erzählungen angezogen wie ein Fliegenschwarm von einem Honigglas. Zur Freude Palmers und seines Verlegers stiegen die Verkaufszahlen raketengleich in die Höhe, und der Shaverismus wurde zu einem guten Geschäft.

Ackerman, Science-Fiction, S. 117.

Nach Ackerman gab Palmer nach Shavers Tod zu, dass dieser zeitweilig wegen des Verdachts auf Schizophrenie in psychiatrischer Behandlung gewesen war.

Trivia[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Lemuria-Zyklus in 17 Artikel, Nr. 1 I remember Lemuria, bis Nr. 17, Merwitch of Ether, sämtlich in Amazing Stories von März 1945 bis August 1947 publiziert.
  • Zauberbann der Venus (Gods of Venus, Übersetzung durch Marlen Scherm), Ullstein, Frankfurt am Main u. a. 1973. ISBN 3-548-02944-2
  • Titans Tochter (Titan's daughter, Übersetzung durch Ingrid Rothmann), Ullstein, Frankfurt am Main u. a. 1975. ISBN 3-548-13196-4

Literatur[Bearbeiten]

  • Forrest J. Ackerman: Science-fiction (Forrest J. Ackerman's world of science fiction, Übersetzung Ronald M. Hahn, Redaktion der deutschen Ausgabe Robert Hamacher/René Zey), Köln (Taschen) 1998. ISBN 3-8228-7295-4
  • Michael Barkun: A Culture of Conspiracy: Apocalyptic Visions in Contemporary America, Los Angeles (University of California Press Berkeley) 2003. ISBN 0-520-23805-2
  • Richard Toronto: War over Lemuria: Richard Shaver, Ray Palmer and the strangest chapter of 1940s science fiction, Jefferson, North Carolina (McFarland & Company, Inc., Publishers) 2013. ISBN 9780786473076
  • Fred Nadi: The man from Mars. Ray Palmer's amazing pulp journey, New York (Jeremy P. Tarcher/Penguin) 2013. ISBN 978-0-399-16054-7
  • Eintrag Shaver, Richard S(harpe), in: Hans Joachim Alpers/Werner Fuchs/Ronald M. Hahn/Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur, Bd. 1, München (Wilhelm Heyne Verlag) 1980, S. 558f. ISBN 3-453-01063-9

Weblinks[Bearbeiten]