Paderborn-Schloß Neuhaus

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Dieser Artikel behandelt den Ort Schloß Neuhaus, zu weiteren Bedeutungen dieses Namens siehe Schloss Neuhaus

51.7441666666678.7127777777778102Koordinaten: 51° 44′ 39″ N, 8° 42′ 46″ O

Schloß Neuhaus
Stadt Paderborn
Höhe: 102 m ü. NN
Fläche: 26,04 km²
Einwohner: 25.533 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahlen: 33104, 33102
Vorwahl: 05254
Karte

Lage von Schloß Neuhaus in Paderborn

Wappen von Schloß Neuhaus

Schloß Neuhaus ist seit seiner Eingemeindung 1975 ein nördlicher Stadtteil von Paderborn im Osten Nordrhein-Westfalens mit etwa 25.500 Einwohnern; er umfasst auch die Ortsteile Sennelager und Mastbruch.

Die bis 1974 eigenständige Gemeinde Neuhaus war lange Zeit Sitz des Amtes Neuhaus, zu dem noch Elsen und Sande gehörten. Gemeinde und Amt erhielten am 10. September 1957 nach der Feier des 700-jährigen Bestehens den Namenszusatz „Schloß“.[1][2]

Hauptartikel: Amt Schloß Neuhaus

Das Schloss in Neuhaus war bis 1803 Residenz der Fürstbischöfe von Paderborn.

Lage[Bearbeiten]

Der Paderborner Stadtteil bildet zusammen mit Sande und Sennelager den Stadtbezirk Schloß Neuhaus/Sande. Benachbart sind – beginnend im Norden im Uhrzeigersinn – die Gemeinde Hövelhof, die Stadt Bad Lippspringe sowie die Paderborner Stadtteile Marienloh, Kernstadt, Elsen und Sande.

Der Ort verdankt seinen Namen dem am Zusammenfluss von Alme, Lippe und Pader gelegenen Schloss und dehnt sich südlich und östlich davon aus. Er ist sowohl durch den Schloss- und Auenpark und dessen nördliche Erweiterung bis zum Lippesee als auch von dem südlich liegenden Paderborner Stadtwald von viel Grün umgeben; die lichte neuere Bebauung vorwiegend mit Ein- und Zweifamilienhäusern berührt nur an wenigen Stellen die der Paderborner Kernstadt.

Stadtverwaltungsnebenstelle, ehemalige Amtsverwaltung
Hauptverwaltung der Benteler-Werke im Ortskern

Geschichte[Bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung findet Neuhaus im Jahre 1093. Eine Auseinandersetzung zwischen bischöflichem Landesherrn und der Bevölkerung der Stadt Paderborn führt dazu, dass aus der einstigen Burg zwischen den drei Flüssen eine bischöfliche Residenz erwächst. Von 1370 bis zur Säkularisation 1803 verwalten die Bischöfe von Paderborn vom Schloss Neuhaus aus ihr Fürstbistum.

Das Schloss wird nach dem Zweiten Weltkrieg von den britischen Streitkräften beschlagnahmt, aber am 19. Juli 1964 der Gemeinde zurückgegeben. Heute wird es von einer städtischen Realschule genutzt und beherbergt Repräsentationsräume der Stadt Paderborn.

Schloß Neuhaus war bis Ende 1974 Sitz des Amtes Schloß Neuhaus, das auch Elsen, Hövelhof und Sande sowie bis 1969 Stukenbrock umfasste.

Es wurde im Rahmen des Sauerland/Paderborn-Gesetzes zum 1. Januar 1975 zusammen mit Sande als Stadtbezirk Schloß Neuhaus/Sande in die Stadt Paderborn eingemeindet.[3] Beide Orte werden aber weiterhin als zwei Stadtteile gezählt.

1994 richtete Paderborn am Neuhäuser Schloss die Landesgartenschau von Nordrhein-Westfalen aus.

Religionen[Bearbeiten]

Für die mehrheitlich katholische Bevölkerung gibt es in der Gemarkung der ehemaligen politischen Gemeinde Schloß Neuhaus drei katholische Kirchengemeinden, die alle zum Dekanat Paderborn im Erzbistum Paderborn gehören. Im Neuhäuser Ortskern ist das St. Heinrich und Kunigunde, in Mastbruch St. Joseph (diese beiden Kirchengemeinden wurden 2002 zu einem Pastoralverbund zusammengeschlossen), in Sennelager St. Michael.

Die evangelische Kirchengemeinde Schloß Neuhaus gehört zum Kirchenkreis Paderborn der Evangelischen Kirche von Westfalen und umfasst auch Sennelager und Sande. In Sennelager gibt es das Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum.

Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl 2009 setzt sich der 17 Mitglieder umfassende Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande wie folgt zusammen:

  • CDU: 9 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • Grüne: 2 Sitze
  • FBI: 1 Sitz
  • FDP: 1 Sitz
  • DIP: 1 Sitz
  • Vorsitzender: Michael Pavlicic (CDU)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Neuhäuser Schlosspark befinden sich im Marstall ein historisches und ein naturkundliches Museum, außerdem gibt es hier mehrmals im Jahr Sonderausstellungen. In der ehemaligen Reithalle finden Kunstausstellungen mit wechselnden Themen statt.

Der alljährliche „Schlosssommer“ lockt mit zahlreichen Kulturveranstaltungen in den Schlosspark. Auf der Freilichtbühne werden regelmäßig Stücke für Erwachsene und Kinder aufgeführt.

Das Schloß Neuhäuser Schützenfest ist immer am ersten Wochenende im Juni, die Internationale Kulturbörse für Straßentheater und Puppenspiel „Performance“ Ende August[4]

Schloss Neuhaus von der Gartenfront

Bauwerke:

Namensgebend für den Ort ist das in den Jahren 1524–1526 im Weserrenaissance-Stil erbaute Schloss Neuhaus. Bis 1802 war es Sitz der Paderborner Fürstbischöfe, danach wurde es militärisch genutzt, zunächst von Preußen und 1945–1964 von der Britischen Rheinarmee. Heute beherbergt das Schloss eine Realschule und Repräsentationsräume der Stadt Paderborn.

Hauptartikel: Schloss Neuhaus
Pfarrkirche St.Heinrich und Kunigunde

Die kath. Pfarrkirche St. Heinrich und Kunigunde wurde 1665/66 anstelle einer älteren Ulrichskirche als Saalbau in gotisierenden Formen errichtet. Das Querhaus, das Obergeschoss des Turmes und der Chor wurden erst 1934-36 hinzugefügt. Der schlichte verputzte Außenbau wird lediglich durch die barocken Säulenportale mit den Wappen des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg belebt. Die Ausstattung stammt noch zum größten Teil aus der Erbauungszeit der Kirche: der Hochaltar wurde 1667 gefertigt, der Orgelprospekt entstand 1680.

Fachwerk-Baudenkmal Residenzstraße 14

Im historischen Ortskern in der Umgebung des Schlosses blieb der Charakter des kleinen Residenzortes trotz zahlreicher Veränderungen einigermaßen bewahrt. Von der damaligen Wohnbebauung aus Fachwerkhäusern sind folgende Beispiele hervorzuheben:

  • Am Ringgraben 13: Fachwerkhaus von 1677.
  • Padulusstraße 4: Dreigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach und beschnitztem Portal, bezeichnet 1596
  • Residenzstraße 14: Kleines zweigeschossiges Giebelhaus mit gekreuzten Streben, bezeichnet 1731.
  • Residenzstraße 37, mit Mansarddach, bezeichnet 1701.
  • Schloßstraße 6: Dielenhaus mit Utlucht, bezeichnet 1694.

Als Baudenkmal eingestuft ist ferner der Waldfriedhof zwischen Dubelohstraße, Schatenweg, Alfred-Temme-Weg und Hatzfelder Straße.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das größte Unternehmen am Ort ist Benteler mit Hauptsitz und zwei Werken in Schloß Neuhaus (im alten Ortskern und an der Talle).

Verkehr[Bearbeiten]

Haltepunkt Schloß Neuhaus zwischen Schatenweg und Hatzfelder Straße

In Schloß Neuhaus gibt es eine Anschlussstelle der A 33 an der nach Delbrück führenden B 64 sowie eine Auffahrt an der Dubelohstraße auf die B 1, die hier als Schnellstraße im 2-zu-1-System ausgebaut ist und die Gemarkung von Schloß Neuhaus im unbebauten Süden kreuzungsfrei durchquert.

Zahlreiche Paderborner Nahverkehrs-Buslinien verbinden Schloß Neuhaus mit den anderen Paderborner Stadtteilen.

Die Trasse der Senne-Bahn Paderborn-Bielefeld verläuft durch den Stadtteil; der frühere Bahnhof Schloß Neuhaus in der Nähe des Benteler-Werkes wurde Anfang der 1980er-Jahre zur Ausweichanschlussstelle zurückgebaut, das Werk wird aber weiterhin im Schienengüterverkehr angefahren. Zwischen Schatenweg und Hatzfelder Straße ist seit dem 30. Oktober 2008 der neue Haltepunkt (Paderborn-Schloß Neuhaus) mit Zugang zum Schatenweg in Betrieb; der Zugang von der Hatzfelder Straße aus ist aufgrund von Grundstücksstreitigkeiten noch nicht fertiggestellt.

Sport[Bearbeiten]

Der SC Paderborn 07 spielte bis zum Ende der Saison 2007/2008 im Hermann-Löns-Stadion in Schloß Neuhaus. Zum Beginn der Saison 2008/2009 ist der SCP in die neu errichtete paragon arena (seit Juli 2012: Benteler Arena) umgezogen, die ebenfalls auf Schloß Neuhäuser Gemarkung steht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Das F. W. A. Sertürner gewidmete Denkmal vor dem Schloss

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloß Neuhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Veröffentlicht im Ministerialblatt NRW 1957, S. 2006 gemäß Mitteilung des Stadtarchives Paderborn vom 4. Januar 2011
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 279.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 328.
  4. Internationale Kulturbörse - Performance