Sechshelden

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50.758.25244Koordinaten: 50° 45′ 0″ N, 8° 15′ 0″ O

Sechshelden
Stadt Haiger
Wappen von Sechshelden
Höhe: 244 m
Fläche: 106,67 km²
Einwohner: 1709 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35708
Vorwahl: 02771

Sechshelden ist ein Stadtteil der hessischen Stadt Haiger im Lahn-Dill-Kreis, in die es 1977 im Rahmen der hessischen Gebietsreform eingemeindet wurde. Drei Kilometer östlich von Sechshelden liegt Dillenburg, im Süden hinter dem Berg Klangstein liegt das zu Dillenburg gehörende Dorf Donsbach und im Norden, ebenfalls zu Dillenburg gehörend, Manderbach.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sechshelden liegt 272 m über NN, am östlichen Rande des Westerwaldes im engen Tal der Dill, die von der hessisch-westfälischen Landesgrenze bis nach Wetzlar in die Lahn fließt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ersterwähnung Sechsheldens ist der 1. November 1371, bestätigt im Urkundenbuch der Stadt Wetzlar.

Im Jahre 1916 wurde der Bahnhof Sechshelden eröffnet, womit Sechshelden direkten Anschluss an die 1862 eröffnete Dill-Strecke Köln-Deutz hatte. Noch heute ist er ein Haltepunkt für die Hellertalbahn Betzdorf-Dillenburg und die Dreiländerbahn Au (Sieg)-Siegen-Dillenburg. Durch Umsteigen in Dillenburg, Gießen bzw. Siegen ist das Erreichen der Ballungszentren Frankfurt bzw. Köln und Ruhr problemlos möglich.

Seit Ende der 1960er wird der Ort durch die Talbrücke Sechshelden als längste Brücke der Sauerlandlinie Bundesautobahn 45 teilweise überspannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Sechshelden am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen in die Stadt Haiger eingegliedert.[1]

Der Name[Bearbeiten]

Der Name des Dorfes hat zu allerlei Erklärungsversuchen geführt. Alleine die unterschiedliche Schreibweise zeugt von der Unsicherheit der Schreiber auf die Namensform. Folgend einige Beispiele der Schreibformen zu verschiedenen Zeiten:

  • 1332 Sechisheldin
  • 1371 Sexhelden
  • 1462 Sexelden
  • 1548 Sexellen
  • 1585 Sechßhelder
  • 1607 Heller
  • 1608 VI Heller
  • 1613 Sexhelder
  • 1816 Sechsheller

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum im Dorfkern an der Dill.
  • Dorfkirche, in den Jahren 1803-1805 als Reformierte Kirche erbaut.

Historische Wahrzeichen des Ortes[Bearbeiten]

  • Mühle von 1554
  • Alte Mühle von 1612
  • Neue Mühle (Farbmühle) von 1726
  • Neue Mühle (Raabs Mühle) von 1850
  • Dorfkirche (1803-1805)

Dorferneuerung[Bearbeiten]

Sechshelden wurde im Jahr 2000 in das hessische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Mit dessen Hilfe sollen öffentliche Investitionen in siebenstelliger Höhe in dem neunjährigen Programm durchgeführt werden, wobei über die Hälfte vom Land Hessen beigesteuert wird. Das wichtigste Projekt hierbei ist wohl die Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshauses mit Neuanlage eines Dorfplatzes davor, wozu der Dillparkplatz, der Dorfgemeinschaftshaus-Vorplatz und der Parkplatz an der Kreuzgasse zu einer Einheit zusammengefasst wurden. Des Weiteren wurde unter anderem eine Chronik zur Geschichte des Ortes herausgegeben und ein neues Dorf-Logo entwickelt. Gleichzeitig werden aber auch private Bau- und Renovierungsmaßnahmen umfangreich gefördert.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Neben der direkt an Sechshelden liegenden Autobahnauffahrt zur Bundesautobahn 45, verfügt Sechshelden über vier Bushaltestellen, sowie eine Bahnanbindung, es besteht ein Haltepunkt an der Dillstrecke.

Proteste gegen den Neubau der Autobahn-Talbrücke[Bearbeiten]

Seit 1968 überspannt die Autobahnbrücke „Talbrücke Sechshelden“ der Bundesautobahn 45 das Dorf und trennt es in zwei Teile. Da die Brücke den aktuellen Verkehrsbedingungen nicht mehr standhält, muss diese im Jahr 2017 abgerissen werden.[2] Gegen den sechsspurigen Neubau an gleicher Stelle hat sich im Jahr 2010 die Bürgerinitiative „MuT“ (Menschen unter der Talbrücke) gegründet.[3] Die Bürgerinitiative hat bereits Alternativplanungen erarbeitet und befindet sich in Gesprächen mit Haigerer, Wiesbadener und Berliner Politikern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Einbaugerätespezialist Teka ist der größte Arbeitgeber, zudem sind mehrere kleine Betriebe ansässig. Am 4. September 2012 wurde bekanntgegeben, dass das Teka-Werk in Sechshelden im Laufe des Jahres 2013 geschlossen wird.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  2. http://www.cdu-haiger.de/pages/posts/cdu-haiger-steht-geschlossen-hinter-den-sechsheldener-buergern-45.php?phpMyAdmin=16c4c52daaet27a7e341
  3. http://www.mut-sechshelden.de/uber-uns/
  4. http://www.mittelhessen.de/lokales_artikel,-Mit-Video-Teka-macht-Werk-dicht-_arid,24820.html