Haiger

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Haiger
Haiger
Deutschlandkarte, Position der Stadt Haiger hervorgehoben
50.7422222222228.2038888888889272Koordinaten: 50° 45′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 272 m ü. NHN
Fläche: 106,67 km²
Einwohner: 19.495 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35708
Vorwahlen: 02771, 02773, 02774
Kfz-Kennzeichen: LDK
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 011
Stadtgliederung: 13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 7
35708 Haiger
Webpräsenz: www.haiger.de
Bürgermeister: Dr. Gerhard Zoubek (SPD)
Lage der Stadt Haiger im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Haiger ist eine Stadt im nördlichen Teil des Lahn-Dill-Kreises (Hessen). Die nächstgelegene große Stadt ist Siegen (ca. 25 km nördlich von Haiger).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Haiger liegt am östlichen Rand des Westerwalds bzw. an den südlichen Ausläufern des Rothaargebirges (Kalteiche) etwa 9 km nordöstlich des Dreiländerecks Hessen–Nordrhein-Westfalen–Rheinland-Pfalz und ist zugleich die flächenmäßig größte, aber nach Einwohnerzahlen viertgrößte nach Wetzlar, Dillenburg, Herborn und nördlichste Stadt im Lahn-Dill-Kreis. Nördlich des Ortsteils Offdilln entspringt die Dill, nördlich des Gewerbe- und Industriegebiets „Haiger-Kalteiche“ entspringt die Heller.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Haiger grenzt im Norden an die Stadt Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen) und die Gemeinde Dietzhölztal, im Osten an die Gemeinde Eschenburg und die Stadt Dillenburg, im Süden an die Gemeinde Breitscheid (alle im Lahn-Dill-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinden Burbach und Wilnsdorf (beide im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt gehören neben der Kernstadt Haiger die Stadtteile Sechshelden, Langenaubach, Flammersbach, Allendorf, Seelbach, Steinbach, Rodenbach, Fellerdilln, Dillbrecht, Offdilln, Weidelbach, Oberroßbach und Niederroßbach.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

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Haiger - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Die erste urkundliche Erwähnung Haigers stammt aus dem Jahr 778 n. Chr. Haiger ist damit die älteste der drei Städte an der Dill, vor Dillenburg und Herborn. Haiger war bis zum 10. Jahrhundert der Mittelpunkt der Haigerer Mark, wohl einem Untergau des Oberlahngaus.

Die Haigerer Mark ging mit dem Ende der konradinischen Familie an die Pfalzgrafen über. Diese gaben ihn als Lehen an die Herren von Molsberg. Diese übertrugen die Herrschaft an die Niederadligen „von Haiger“. Ab dem 13. Jahrhundert drangen die Grafen von Nassau verstärkt in das Gebiet der Haigerer Mark und der benachbarten Herborner Mark vor. Es kam zur Dernbacher Fehde zwischen Nassau und den Landgrafen von Hessen. Die nassauischen Grafen konnten sich an der Dill durchsetzen. Im frühen 14. Jahrhundert gelangten die Gerichtsrechte über Haiger endgültig an die Grafen aus dem Haus Nassau.
siehe auch Burg Haiger

Während der Nassauischen Herrschaft nahm Haiger eine städtische Entwicklung, ohne dass eine Stadtrechteverleihung erfolgte. Die Lage am Zusammentreffen der drei Täler Haigerbachtal, Aubachtal und Dilltal war verkehrsgünstig und in der Nähe der Fernhandelstraße von Köln nach Leipzig („Brabanter Straße“).

Am 8. Mai 1723 wurde die gesamte Innenstadt Haigers durch eine Feuersbrunst zerstört. In wenigen Stunden brannten innerhalb der Stadtmauern beinahe sämtliche Gebäude. Das Kirchendach brannte ab, nicht aber die Kirche selbst. Die schnelle finanzielle Hilfe aus den umliegenden Fürstentümern, Städten und Ländern, sowie eine großzügige Spende der Fürstin Isaballa (ein „Legat von 400 Floren Capitäl!“) halfen zu Linderung der großen Not.

Die Stadtmauer wurde erst 1824 niedergelegt. Dies ermöglichte der Stadt eine Neuordnung und eine planmäßige Erweiterung.

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs lebten in Haiger mehrere jüdische Familien, die nach vereinzelten Zerstörungen in der sog. Reichskristallnacht sowie weiteren Anfeindungen bis zum Kriegsausbruch 1939 geflohen waren oder getötet wurden.[3] In der Zeit des Weltkrieges waren in Haiger und Umgebung ferner zahlreiche Zwangsarbeiter und russische Kriegsgefangene untergebracht. Ein Denkmal unweit des Zentralfriedhofes erinnert daran. Im Zweiten Weltkrieg wurden außerdem große Teile der Oberstadt durch alliierte Bombenangriffe zerstört. Es gab zahlreiche Tote und Verletzte. Die Hauptangriffe fanden am 12. und 14. März 1945 durch die 8. US-Luftflotte statt. In den Jahren 1944–45 fanden zahlreiche Nacht- und Tagangriffe (vermutl.) US-amerikanischer Jagdbomber statt (im Volksmund „Eiserner Gustav“ genannt, Quelle: Hubert-Georg Quarta[4] sowie Hans Weber[5]). Vermutlich war die Bahnstrecke Siegen-Gießen das Hauptziel sowie zahlreiche Munitions- und Nachschubzüge, die am alten Bahnhof häufig zum Stehen kamen. Bei Luftangriffen wurden u. a. die 1930 fertiggestellte[6] katholische Kirche (12. März) sowie die alte Schule stark zerstört. Haiger wurde im April/Mai 1945 durch Teile der US-Army eingenommen bzw. befreit (1st US Army unter Gen. Hodges). In der Innenstadt und um Haiger herum befanden sich noch versprengte Reste deutscher Truppen, Glück und Zufall verhinderten einen weiteren verheerenden Angriff alliierter Bomber.[7]

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Stadtname Haiger kommt aus dem Althessischen: Die große Anzahl von Fischreihern am Haigerbach, Aubach und der Dill verhalfen zum Namen „Reiherbach“, bzw. auf althessisch „Heigerahe“. Dieser Name besteht aus den Begriffen „Heiger“, also Reiher, und „Ahe“, also Bach oder Gewässer. Im Laufe der Geschichte wandelte sich diese Schreibweise über die Worte → „Heigrahe“ → „Heigera“ → „Heigere“ → „Heigerin“ → „Heigre“ → „Heigeren“ → „Hegere“ → „Hegera“ → „Heygere“ → „Heyger“ → „Heiger“ → „Häger“ → und „Häyer“ hin zum Namen Haiger. Der Vogel im Haigerer Wappen könnte sich ebenfalls auf den Fischreiher beziehen, ebenso kann es sich um eine Veränderung des Nassauer Löwen handeln.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bereits am 1. Januar 1970 kam Flammersbach auf freiwilliger Basis zu Haiger.[9] Am 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rodenbach eingegliedert. Dillbrecht folgte am 1. Oktober 1971.[10]

Am 1. Januar 1977 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Allendorf, Fellerdilln, Haigerseelbach, Langenaubach, Offdilln, Roßbachtal, die am 1. Oktober 1971 durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Niederroßbach und Oberroßbach entstanden war, Sechshelden, Steinbach und Weidelbach durch ein Landesgesetz in die Stadt Haiger eingegliedert.[11]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[12]

Gemeindewahl in Haiger 2011
 %
50
40
30
20
10
0
46,6 %
32,7 %
16,1 %
4,5 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,1 %p
+5,3 %p
+6,2 %p
+0,2 %p
-7,7 %p
-6,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 46,6 17 44,5 16
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,7 12 27,4 10
FWG-Haiger Freie Wählergemeinschaft Haiger 16,1 6 9,9 4
FDP Freie Demokratische Partei 4,5 2 4,3 2
REP Die Republikaner 7,7 3
NLA Natürlich Leben und Arbeiten 6,2 2
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 36,3 35,2

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Haiger – Montville,[13] Frankreich

Die Partnerschaft entstand auf Initiative der Johann-Textor-Schule Haiger, die mit dem Collège Noel in Montville seit rund 20 Jahren einen Schüleraustausch pflegt. Diese Freundschaft wurde offiziell 1991 in Montville und 1992 in Haiger durch Unterzeichnung einer Urkunde der Bürgermeister aus Montville und Haiger besiegelt. Bürger, Vereine und Gruppen halten regen Kontakt.

  • Haiger-Sechshelden – Plombières-les-Dijon,[14] Frankreich

1964 besiegelten die Ortschaft Plombières-les-Dijon und die damals noch selbstständige Gemeinde Sechshelden offiziell diese Partnerschaft, deren Ursprung auf die fürsorgliche Aufnahme eines ehemaligen französischen Kriegsgefangenen bei Sechsheldener Familien zurückgeht. Durch freundschaftliche Beziehungen weiterer Bürgerinnen und Bürger beider Gemeinden weitete sich der Kreis aus.

Seit 1991 besteht die Freundschaft zwischen Haiger und der Gemeinde Wolfsberg. Kurz nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung hatten die damaligen Bürgermeister die Partnerschaft „per Handschlag“ geschlossen.[15] „Für Urkunde und Vertrag hatten wir damals keine Zeit.“[15] Man spricht deshalb von einer unbesiegelten Partnerschaft.[16] Der Anfang der Freundschaft stand im Zeichen der Arbeit: Wolfsberg hat sämtliche Verwaltungspapiere übernommen: „In den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung unterstützen die politischen Gremien und die Verwaltung der Stadt Haiger die Gemeinde Wolfsberg in Thüringen beim Aufbau einer neuen Verwaltungsstruktur.“[2] Noch zwanzig Jahre nach der Vereinigung arbeitet man in Wolfsberg mit der Haigerschen Kameralistik (in Haiger hat man mittlerweile doppische Haushaltsführung umgestellt). Im Jahre 1994 überführten Haigerer Feuerwehrkameraden ein Feuerwehrfahrzeug in die thüringische Partnerstadt.[15] In Haiger finden jährlich, meistens im September, zur Feier der Freundschaft die „Thüringer Tage“ statt.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Stadtbildprägende evangelische Kirche, deren älteste Teile aus dem 11. Jahrhundert stammen
Das historische Pfarrhaus unterhalb der Kirche
Das Heimatmuseum am Marktplatz
Haupteingang zum Rathaus am Marktplatz
Die katholische Kirche, ein Bauwerk aus dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts
Die historische Aubachbrücke (erbaut 1801)

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum Haiger

Anlässlich der Feiern zur 1200. Wiederkehr der Ersterwähnung Haigers wurde 1978 das Heimatmuseum am Marktplatz in einem der schönsten Fachwerkbauten aus dem Jahr 1724/25 eingerichtet. Dargestellt sind die natürlichen, geschichtlichen, wirtschaftlichen und volkskundlichen Gegebenheiten der Stadt Haiger und des ihr zugeordneten Raumes.

  • Spitzen- und Leinenmuseum Haigerseelbach

Bei dem Spitzen- und Leinenmuseum im Haigerer Ortsteil handelt es sich um das einzige Museum seiner Art in Hessen. Das Museum zeigt den kompletten Produktionsweg von der Aussaat des Flachses bis hin zum fertig genähten und gemangelten Wäschestück aus Leinen. „In fast allen heimischen Bauernfamilien war es üblich und notwendig, Kleidungsstücke selbst herzustellen, die dann mit dem für Haiger typischen „Blaudruck auf Leinen“ sowie Häkel- und Webspitzen verziert wurden.“[18] Neben vielen Geräten und Werkzeugen, die bei zur Produktion des Leinen nötig waren, wird ein kompletter Webstuhl gezeigt. Zudem wird gezeigt, wie aufwendig das Sticken der Spitzen auf das Leinentuch war. „Gezeigt wird eine Vielfalt an verschiedenen Spitzentechniken – oft mit Anleitungen und Arbeitsgerät – von feinsten, flandrischen Klöppelspitzen über Nadel-, Occi-, Tamburier-, Häkel-, Strick-, Filet-, Gabel-, und vielen anderen Arten der Spitze, welche allesamt bei Ihrer Herstellung viel Geduld und Geschicklichkeit erforderten.“[18]

  • Heimatstube Sechshelden

Die Heimatstube des Haigerer Ortsteils befindet sich in der ehemaligen Dorfschmiede und zeigt Exponate der Dorfgeschichte des am 1. November 1371 erstmals urkundlich erwähnten Orts.

Bauwerke[Bearbeiten]

Baulicher Mittelpunkt der Altstadt von Haiger ist die evangelische Pfarrkirche, bei der es sich im Kern um ein romanisches Bauwerk handelt.[19] In der Altstadt haben sich zahlreiche Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert erhalten, die jedoch häufig verputzt sind. Zu den besonders sehenswerten gehört das Pfarrhaus und das Haus Fischbach in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist.

Mit dem 19. Jahrhundert setzte die Erweiterung der Stadt ein. Aus dieser Epoche sind die Aubachbrücke (erbaut 1801), die Alte Wache (um 1824) und mehrere Villen erhalten. Weitere Kulturdenkmäler sind die katholische Kirche (spätes 19. Jahrhundert) und der Bahnhof im Jugendstil (erbaut 1910)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Altstadtfest
  • Lukasmarkt (Oktober)
  • Pfingstmarkt
  • Weihnachtsmarkt
  • Thüringer Tage
  • Haiger live
  • Oktoberfest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Haiger hat zwei Bahnhöfe (Haiger und Haiger-Obertor), liegt mit dem Bahnhof Haiger an der Strecke Siegen – Gießen und ist Endpunkt der Bahnstrecke Betzdorf–Haiger von Betzdorf, die als weitere Haltepunkte im Stadtgebiet Haiger-Obertor und den Ortsteil Allendorf bedient.

Insgesamt stehen in Haiger über 1000 gebührenfreie Parkplätze zur Verfügung. Im Jahre 2011 wurde die neue Ortsumgehung (B 277) eröffnet, so dass der Verkehr nun nicht mehr durch die Innenstadt fahren muss.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • DigiTask - Softwareunternehmen
  • Hailo - Fertigung von Leitern, Dampfbügelsystemen, etc., wurde 1947 in Haiger gegründet
  • Klingspor Schleifsysteme, zog 1954 nach Haiger, und hat heute dort den Hauptsitz
  • Rittal, Hersteller von Schaltschränken, hat seinen Hauptsitz in Haiger

Industriegebiet Kalteiche[Bearbeiten]

Das Industriegebiet Kalteiche liegt direkt am Autobahnanschluss Haiger/Burbach an der A45 und in der Nähe vom Siegerlandflughafen (13 km). Das Gebiet hat eine Bruttofläche von 710.000 m²[20] und ist im Jahr 2011 60 Hektar groß.[21] Im Jahr 2011 arbeiteten rund 1000 Menschen im Industriegebiet.[22]

Vor der Erschließung im Jahr 2000 gab es vor allem in den Ortschaften Allendorf und Haiger-Seelbach Bürgerproteste, was zur Gründung der Partei NLA (Natürlich Leben und Arbeiten) geführt hatte. Der Partei gelang auf Anhieb der Sprung ins Stadtparlament. Am 16. Juni 2010 löste sich die Partei wieder auf.[23]

Am 24. Mai 2011 beschloss der Haigerer Stadtrat, dass die Kalteiche um 17,9 Hektar erweitert werden soll, um weiteren Firmen eine Ansiedlung in Haiger zu ermöglichen. Die Ausdehnung soll in Richtung Bundesstraße und Haiger-Seelbach stattfinden.[24]

Im Rahmen von Baumaßnahmen erforschten Wissenschaftler der Universität Münster im Jahr 2000 Reste einer keltischen Siedlung und fanden u. a. Rennöfen, Wegzeuge und eisenzeitliche Siedlungen und Grabhügel.[25]

Einzelhandel[Bearbeiten]

Vier Entwicklungsschwerpunkte des Einzelhandels sind zu nennen:

  • „Lohwiese“: Auf dem Gebiet der Lohwiese hat sich in den vergangenen Jahren ein großer Baumarkt und mehrere Einkaufsmärkte angesiedelt.
  • Innenstadt: In der Innenstadt finden sich neben Banken, Apotheken und Drogeriemärkten vor allem kleine Geschäfte, die durch ihr Angebot auch Kunden aus den Nachbargemeinden locken. Zu nennen ist insbesondere "Fisch Goll".
  • Ehem. Haiger-Center bzw. ehem. Möbel-Franz-Gelände: Auf dem Gelände des ehemaligen Haiger-Centers und im ehemaligen Gebäude der insolventen Firma Möbel-Franz haben sich eine Reihe von Discountern und Billigsegment-Läden niedergelassen. Im Möbel-Franz-Gebäude befindet sich mittlerweile die Firma Roller.
  • Ehem. Format-Gelände: Im Jahr 2010 wurde bekannt, dass auf dem Gelände des insolventen Küchenherstellers "Format" ein Einkaufszentrum gebaut werden soll. Als Kundenmagnet soll ein Elektromarkt das Zentrum des neuen Einkaufszentrums bilden.[26] Die Gesamtverkaufsfläche soll bei 8400 Quadratmetern liegen, 500 Parkplätze sollen entstehen. Vor allem Bürgermeister Michael Lotz (Dillenburg) und das Dillenburger Stadtparlament wollen den Bau in der Nachbarstadt verhindern, sie sehen das in Dillenburg in Planung befindliche Einkaufszentrum "Oranien-Galerie" gefährdet.[27]

Medien[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Schule am Budenberg (Förderschule)[28]
  • Altenpflege Schule des Lahn-Dill-Kreises (Altenpflegeschule)
  • Grundschulen (Haiger, Sechshelden, Langenaubach, Allendorf, Dillbrecht, Roßbachtal)
  • Kindergarten, 3 in Haiger und 12 weitere in den Ortsteilen.
  • Die Johann-Textor-Schule ist die größte kooperative Gesamtschule im Lahn-Dill-Kreis, mit einem Gymnasialzug von Schuljahr 5 bis 10, einer Förderstufe in den Jahrgängen 5 und 6 sowie sich anschließender Realschule und Hauptschule[29]

Sport[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Altbürgermeister Willi Kröckel[Bearbeiten]

Von 1954 bis 1990 war Willi Kröckel Bürgermeister im Haigerer Rathaus. Er verstarb im Oktober 2009. Am 4. Mai 2011 wurde das untere Stück der Kreuzgasse, vom Kreisel bei der Firma Rittal bis zum neuen Anschluss an die Ortsumgehung in Willi-Kröckel-Allee umbenannt. „Er hat enormes für Haiger geleistet, viele Unternehmen hierher geholt“,[33] erinnerte sich der amtierende Rathauschef Dr. Gerhard Zoubek im Rahmen einer Feierstunde. Im Januar 2010 wurde der Antrag zur Umbenennung des unteren Teils der Kreuzgasse von der Stadtverordnetenversammlung angenommen.[33]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Heinz Wionski, Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Baudenkmale in Hessen Lahn-Dill-Kreis I. 1986, ISBN 3-528-06234-7 (Ehemaliger Dillkreis).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b haiger.de
  3. mündl. Überlieferungen sowie alemannia-judaica.de
  4. H.-G. Quarta: Ad Maiorem Dei Gloria. Zur größeren Ehre Gottes. Eine chronologische Darstellung des Katholizismus im Haigerer Raum. Teil 1. Von den Anfängen bis zum Jahr 1945. Ohne Verlagsangabe. 1978
  5. H. Weber: Betrachtungen zum Wochenende. 1945: Bomben auf Haiger. In: Haigerer Zeitung, 18. Januar 2003.
  6. H.-G. Quarta (ebenda). Hier bes. S. 24 ff. Der Bau wurde bereits 1926 beschlossen, aber erst 1930 vollendet.
  7. 1200 Jahre Haiger. 778–1978. In: Haigerer Zeitung u. a. (1978).
  8. haiger.de
  9. K.-H. Gerstenmeier: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen 1977, S. 295
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356.
  11. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I, S. 237
  12. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Lahnau, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 31. März 2011.
  13. Montville in der französisischsprachigen Wikipedia
  14. Plombières-les-Dijon in der französisischsprachigen Wikipedia
  15. a b c mittelhessen.de
  16. wolfsberggemeinde.de
  17. haiger.de
  18. a b lahn-dill-bergland.de
  19. stadtkirche-haiger.de
  20. www.kalteiche.com
  21. mittelhessen.de
  22. mittelhessen.de
  23. mittelhessen.de
  24. haigerer-zeitung.de
  25. uni-muenster.de
  26. mittelhessen.de
  27. mittelhessen.de
  28. region-lahn-dill.bildung.hessen.de
  29. Johann-Textor-Schule
  30. tus-erndtebrück.de
  31. johannesmonno.de
  32. http://www.midde.de/kult/details/ein-leben-fuer-die-musik-2507.html
  33. a b test.mittelhessen.de