Bahnhof Wetzlar

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Wetzlar
Bahnhof Wetzlar
Bahnhof Wetzlar
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung FWR
Eröffnung 1862
Architektonische Daten
Baustil Moderne
Lage
Stadt Wetzlar
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 33′ 54″ N, 8° 30′ 13″ O50.5658.5036111111111Koordinaten: 50° 33′ 54″ N, 8° 30′ 13″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
i7i11i12i13i15i16i16i18i20

Der Bahnhof Wetzlar ist ein Durchgangsbahnhof in der mittelhessischen Stadt Wetzlar, in dem die Dillstrecke in die Lahntalbahn einmündet. Zusammen mit dem angrenzenden zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ist er der wichtigste ÖPNV-Knoten Wetzlars.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Wetzlarer Bahnhof wurde 1862 als Inselbahnhof zwischen den Gleisen in der Gemarkung Niedergirmes errichtet. Sein Gebäude steht heute noch.

ehemaliges Gleis 1 im Bahnhof Wetzlar mit der letzten Sonderfahrt auf der Kanonenbahn am 24. Juni 1990

Empfangsgebäude[Bearbeiten]

Das im Januar 1917 vollendete Jugendstil-Empfangsgebäude wurde im Zuge der Modernisierung der Stellwerkstechnik um 1985 abgerissen, womit die Bürger der Stadt Wetzlar eines ihrer kulturell und architektonisch bedeutungsvollsten Gebäude beraubt wurden. An seine Stelle trat ein moderner Funktionsbau, der neben einem Warteraum und dem Reisezentrum hauptsächlich das 1986 in Betrieb genommene Zentralstellwerk (Bauform SpDrS 600) beinhaltet.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Wetzlarer Personenbahnhof besitzt fünf Bahnsteiggleise. Er ist Station für Regionalbahn- und Regional-Express-Züge.

Die verkehrenden Züge halten wie folgt an den Bahnsteigen:

Gleis Fahrtrichtung Bemerkung
3 RB 25 nach Gießen/Fulda, RE 25 nach Gießen
4 RB 25 nach Limburg, RE 25 nach Koblenz
5 MHE nach Gießen/Frankfurt, RE 40 nach Gießen/Frankfurt
6 Ausweich- und Überholungsgleis Samstags wird hier planmäßig ein Mittelhessen-Express überholt.
7 MHE nach Dillenburg, RE 40 nach Siegen

Östlich des Personenbahnhofes, im Stadtteil Garbenheim, liegt der Wetzlarer Güterbahnhof, der seit Dezember 2006 der wichtigste seiner Art in Mittelhessen ist.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Bahnsteige des Bahnhofs

Im Bahnhof Wetzlar halten eine Reihe Nahverkehrszüge. Hier halten die Regional-Express-Züge Frankfurt HbfSiegen (Main-Sieg-Express) und GießenKoblenz Hbf (Lahntalexpress). Der Bahnhof Wetzlar ist auch Halt für den Mittelhessen-Express. Ebenfalls halten einzelne Regionalbahnen der Relation Dillenburg–Gießen in Wetzlar. Auf der Lahntalbahn hält neben dem Lahntalexpress stündlich eine Regionalbahn der Relation Limburg–Weilburg–Wetzlar–Gießen.

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Linie Strecke Takt
RE 25 Gießen – Wetzlar – Limburg – Bad Ems – Koblenz 2-Stunden-Takt
RE 40 Siegen - Dillenburg - Wetzlar – Gießen (- Frankfurt) Stundentakt
RB 25 Limburg - Weilburg - Wetzlar - Gießen (- Fulda) Stundentakt
SE 40 Frankfurt – Friedberg – Butzbach – Gießen – Wetzlar – Herborn – Dillenburg Stundentakt

Fernverkehr[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren und zuvor gab es vom Wetzlarer Bahnhof viele tägliche D-Zug-Verbindungen zu entfernt gelegenen Zielen wie z. B. Oberstdorf. Anfang der 1990er Jahre wurde eine regelmäßige D-Zug-Verbindung im Zweistundentakt nach Frankfurt (Main) Hbf bzw. Münster (Westf.) Hbf eingerichtet. Ab 1993 wurden diese Züge der Interregio-Linie 22 Frankfurt–Münster zugeordnet. Einmal täglich gab es eine Direktverbindung von Wetzlar nach Norddeich Mole (IR „Norderney“). Die InterRegios auf der Dillstrecke wurden jedoch bis 2001 sukzessive ausgedünnt. Zuletzt wurde im Dezember 2002 der IR „Norderney“ gestrichen. Im Jahr 2003 wurden vorübergehend vom Wetzlarer Bahnhof mit dem Fernzug InterConnex einmal täglich Städte wie Rostock, Berlin, Halle (Saale), Köln und Neuss angefahren.

Zwischen Dezember 2009 und Dezember 2011 war der Wetzlarer Bahnhof nach sechsjähriger Unterbrechung erneut an das Fernverkehrsnetz angebunden. Morgens fuhr ein Eurocity von Siegen über Wetzlar, Gießen, Frankfurt am Main, Stuttgart und München nach Klagenfurt am Wörthersee. Durch einen Kurswagen bestand zudem eine direkte Verbindung nach Ljubljana und Zagreb. Der Gegenzug aus Kroatien, Slowenien und Österreich erreichte Wetzlar abends und fuhr weiter bis Siegen.[1] Das Angebot wurde zum Fahrplanwechsel 2011/2012 am 11. Dezember 2011 eingestellt.[2]

Verbindungsübersicht[Bearbeiten]

Linien
Koblenz Regional RE 25
Lahntal-Express
Gießen
Albshausen Hessische Landesbahn RB 25
Lahntalbahn
Dutenhofen (Wetzlar)
Herborn (Dillkr) Hessische Landesbahn RE 40/99
Main-Sieg-Express
Gießen
Ehringshausen
(Kr Wetzlar)
Hessische Landesbahn RE 40/99
Main-Sieg-Express (Sprinter)
Ostheim (b Butzbach)
(in Richtung Frankfurt)
Bad Nauheim
(aus Richtung Frankfurt)
Aßlar Regional SE 40
Mittelhessen-Express
Dutenhofen (Wetzlar)
Aßlar Regional RB 40
Dill-Bahn
Dutenhofen (Wetzlar)

Der aktuelle Fahrplan Ankunft Wetzlar siehe Hier , die Abfahrtszeiten siehe hier Hier

Service[Bearbeiten]

Unmittelbar angrenzend befindet sich der ZOB für die regionalen und lokalen Buslinien sowie die Stadtbuslinien und den Citybus. Ebenfalls gibt es auf dem Bahnhofsvorplatz einen Taxistand und Kurzzeitparkplätze. Für längeres Parken steht ein Park-and-ride-Parkplatz am Busbahnhof zur Verfügung, welcher aber demnächst für den neu errichteten Park-and-ride-Parkplatz an der Nordseite des Bahnhofs aufgegeben werden soll. Unmittelbar am Bahnhof befinden sich das Einkaufszentrum Forum Wetzlar und die Rittal Arena mit einem großen Parkhaus.

Modernisierung[Bearbeiten]

Der neue Busbahnhof (ZOB) in Wetzlar mit neuem Empfangsgebäude Stand: Juli 2012

Nach der Inbetriebnahme des heutigen Empfangsgebäudes im Jahr 1986 wurden am Wetzlarer Bahnhof keine weiteren Modernisierungen vorgenommen. Daher ist das gesamte Erscheinungsbild des Bahnhofs in den vergangenen Jahren zusehends verfallen und steht damit in enormem Kontrast zu dem im Jahr 2005 eröffneten Forum, dem größten Einkaufszentrum Mittelhessens, welches auf dem zur Stadt hin gelegenen, bereits seit den 1990er-Jahren stillgelegten Teil des Güterbahnhofs errichtet wurde.

Im Jahr 2007 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Wetzlar, der Deutschen Bahn und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund verabschiedet, in dem erklärt wurde, den Bahnhof umfangreich modernisieren und behindertengerecht ausbauen zu wollen. Konkret wurden die Planungen jedoch erst, als Wetzlar zur Hessentagsstadt 2012 gekürt und erkannt wurde, dass die zu erwartenden Besucher nicht mit dem derzeitigen Bahnhofsumfeld in der Stadt begrüßt werden könnten. Daraufhin wurde der zwischen den drei Kooperationspartnern bestehende Vertrag zu einem Planungsvertrag erweitert und ein Planungsbüro mit der Erstellung eines Konzepts für eine vollständige Modernisierung des Bahnhofsgeländes beauftragt.[3]

Anfang 2010 wurde der Vorentwurf mit den konkreten Maßnahmen zur barrierefreien Neugestaltung des Wetzlarer Bahnhofsumfelds vorgestellt. Der Konzeptentwurf beinhaltet folgende drei Kernmaßnahmen:

  • Umbau des Busbahnhofs und des Bahnhofsvorplatzes, Inbetriebnahme fand im Mai 2012 statt. Der alte Busbahnhof wurde in dieser Form komplett aufgegeben und auf das Gelände des bisherigen Bahnhofsvorplatzes verlegt, um einen einfachen Zugang von der Innenstadt zum Forum, zum zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und zum Bahnhof gleichermaßen zu ermöglichen. Auf Park-and-ride-Parkplätze wird im künftigen unmittelbaren Bahnhofsvorfeld verzichtet, stattdessen ist zwischen Forum und ZOB eine sogenannte Kiss-and-ride-Zone eingerichtet, die nur noch einige Kurzzeitparkplätze zum Absetzen und Abholen von Reisenden vorsieht. Der neue ZOB verfügt über zwölf Bussteige und mehrere Abstellmöglichkeiten für Busse. Der gesamte Bereich ist überdacht und mit einer Videoüberwachung sowie einer Bike-and-ride-Anlage mit 18 Fahrrad-Stellplätzen und 10 Fahrradboxenausgestattet.
  • Modernisierung des Bahnhofs (geplanter Beginn: Sommer 2011). Bereits im Februar 2011 wurde der Bahnhof Wetzlar mit dynamischen Zugzielanzeigern ausgestattet. Des Weiteren beinhaltet diese Maßnahme folgende Projekte:
    • Den Neubau aller Bahnsteige (für Gleis 3 und 4 auf einer Länge von 170 Metern, für die Gleise 5 bis 7 auf einer Länge von 280 Metern) mit gleichzeitiger Anhebung der Einstiegshöhe auf 55 Zentimeter.
    • Den Abriss der alten Bahnsteigdächer und die Errichtung neuer Dächer auf den Bahnsteigen 4/5 und 6/7 mit allerdings nur noch 70 Metern Länge.
    • Die vollständige Überbauung der demontierten Gleise 1 und 2, um eine höhengleiche und somit barrierefreie Anbindung des Bahnsteigs für Gleis 3 sowie den Bau eines direkten Fußgängerweges zur Rittal-Arena zu ermöglichen.
    • Die Sanierung der Bahnsteigzugänge einschließlich der Installation jeweils eines Aufzugs zu den Bahnsteigen 4/5 und 6/7 im Rahmen des behindertengerechten Ausbaus.
    • Die Sanierung der Bahnsteigunterführung einschließlich der Erweiterung der Unterführung zur Bahnhofs-Nordseite, um eine durchgängige Begehbarkeit und die Anbindung des Park-and-ride-Parkplatzes zu ermöglichen. Der barrierefreie Zugang wird an beiden Enden der Unterführung durch großzügige Rampen gewährleistet.
    • Direkte Anbindung des Bahnsteigs 4/5 an den Treppenturm zur Straßenbrücke der Hermannsteiner Straße mittels eines gepflasterten Gehweges.
    • Ausstattung aller Bahnsteige mit Bänken und Infotafeln sowie Durchführung von Arbeiten zur Pflasterung, Begrünung und Oberflächengestaltung.
  • Ausbau des bisherigen Schotterparkplatzes auf der Bahnhofs-Nordseite zum befestigten Park-and-ride-Parkplatz mit ca. 200 Pkw-Stellplätzen sowie mit 48 Fahrrad-Stellplätzen und 13 Fahrradboxen. Anbindung an die Fußgängerunterführung zu den Bahnsteigen und zur Bahnhofs-Südseite, um der Funktion als Pendlerparkplatz gerecht werden und den Verlust der Park-and-ride-Parkplätze auf dem alten Bahnhofsvorplatz kompensieren zu können.

All diese Maßnahmen sollen bis zum Beginn des Hessentages am 1. Juni 2012 zumindest soweit abgeschlossen sein, dass alle Anlagen zur Verfügung stehen und ein attraktives Erscheinungsbild hergestellt werden kann. Die Baukosten für alle drei Abschnitte werden ca. 21,8 Millionen Euro betragen und über einen Realisierungs- und Finanzierungsvertrag anteilsmäßig von den jeweils beteiligten Partnern (Stadt Wetzlar, Land Hessen, Deutsche Bahn und Rhein-Main-Verkehrsverbund) getragen. Die Kosten für den Pendlerparkplatz trägt jedoch die Stadt Wetzlar alleine.[4]

Der symbolische Spatenstich für den Beginn der Arbeiten durch die Vertreter der Stadt, des Landes, der Deutschen Bahn und des Rhein-Main-Verkehrsverbunds erfolgte am 14. Januar 2011.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Wetzlar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd: Direktverbindung Siegen – Österreich nimmt am 13. Dezember Verkehr auf. Pressemitteilung vom 24. August 2009 (PDF; 116 KB). Abgerufen: 13. September 2009.
  2. Eurocity für Siegen, Sauerlandkurier, Artikel vom 27. Mai 2009
  3. Auszug aus einer DB-Pressemitteilung von 2009 auf „Wetzlar-aktuell“
  4. Artikel in der „Gießener Allgemeinen“ vom 16. Januar 2011
  5. Artikel in der „Wetzlarer Neuen Zeitung“ vom 14. Januar 2011