Secwepemc

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Verbreitung der Salish-Sprachen

Secwepemc (‘People of the spread out place’ oder ‘scattered People’,[1] engl. Aussprache: ‘shuh-kwehp-im’, ‘suh-Wep-muh’ oder ‘She-whep-m’, auch als Shuswap bekannt) ist eine First Nation im Süden der kanadischen Provinz British Columbia, die heute aus 17 regionalen Hausgruppen (oder Stammesgruppen) besteht. Ihr traditionelles Stammesgebiet Secwepemcúlecw, das sie seit über 10.000 Jahren bewohnen, umfasste ca. 145.000 km² und wurde von ihnen Secwepemculecw genannt. Es erstreckte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts vom Columbia River Valley am Osthang der Rocky Mountains bis zum Fraser River im Westen und vom Oberen Fraser River im Norden bis zum Upper und Lower Arrow Lake im Süden.[2] Die nordöstlich und östlich von ihnen wohnenden Cree bezeichneten die Secwepemc als Siwap Wi Iniwak - ‘Liebreizendes, freundliches Volk’.

Man darf die Secwepemc oder Shuswap nicht mit der Shuswap Indian Band (Kenpesq't)[3][4] verwechseln, da die Shuswap Indian Band nur eine der 17 Hausgruppen bildet, und mit dem Namen ‘Shuswap’ oder ‘Secwepemc’ alle 17 Hausgruppen bezeichnet werden.

Ihre Sprache, das Secwepemctsín, unterteilte sich in einen östlichen und einen westlichen Dialekt und gehört zur Sprachgruppe der Salish-Sprachen. Kulturell gehören sie zu den vier First Nations der Binnen-Salish - zu denen neben den Secwepemc auch die Nlaka'pamux (früher ‘Thompson’ genannt), Okanagan sowie die St'at'imc (früher ‘Lillooet’ genannt) gehören.[5] Die Sprache wird heute noch von ca. 1.700 Secwepemc gesprochen.[6]

Gruppen der Secwepemc[Bearbeiten]

Die Secwepemc bildeten eine lose politische Allianz von ca. 35 Hausgruppen oder Stammesgruppen, die die Nutzung des Landes und dessen Ressourcen regulierte und das gemeinsam bewohnte Gebiet - Secwepemculecw - vor Feinden schützte. Obwohl die einzelnen Hausgruppen getrennt voneinander lebten und unabhängig waren, verband sie die gemeinsame Sprache - Secwepemctsín - sowie ähnliche Kultur sowie Glaubenssystem miteinander.

Heute existieren nur noch 17 Hausgruppen, die durch zwei Stammesorganisationen vertreten werden:

Das Northern Shuswap Tribal Council (NSTC) ist eine Vereinigung unabhängiger Secwepemc First Nations[7] der Northern Secwepemc te Qelmucw (NStQ) (Aussprache: shuh-kwehp-im kel-mooh-k - ‘Nördliche Secwepmec’) sowie einzelner durch Seuchen und Kriege dezimierter Gemeinden einstiger Hausgruppen:[8]

  • Canim Lake Band (Tsq'escenemc oder Tsq'escen - ‘People of Broken Rock’, ‘Canim’ bezeichnet im Chinook Wawa eine Art großer Kanu)[9] (Reservate: Canim Lake #1 - 6, ca. 21 km², Population: 571)[10][11]
  • Xat'sull First Nation (Hat'sull, sprich: ‘Hat-shall’ - ‘Volk auf der Klippe, wo das sprudelnde Wasser hervortritt’, auf Grund der Pockenepidemie von 1862 und Kriegen schlossen sich die vormals eigenständigen Hausgruppen der Tcuxkexwa'nk und Cm'etem mit den Xat'sull zur heutigen First Nation zusammen, Reservate: ca. 21 km², Population: 383)[12]
    • Xat'sull (‘Soda Creek Indian Band’, nördlichste Secwepemc-Hausgruppe, lebten von den Coast Mountains im Westen bis zu den Rocky Mountains im Osten) (Reservat: Soda Creek #1)
    • Cm'etem (‘Deep Creek Band’, sind heute Teil der Xat'sull First Nation) (Reservat: Deep Creek #2)
    • Tcuxkexwa'nk (‘Buckskin Band’, lebten westlich des Fraser River, leben heute auf Reservaten der Xat'sull First Nation)[13]
  • Williams Lake Indian Band (T'exelcemc oder T'exelc, benannt nach dem Kukpi7 (‘Häuptling’) Will-Yum oder William, dessen Rat die Secwepemc daran hinderte, sich dem Tsilhqot'in-Krieg anzuschließen, das Gebiet rund um den Williams Lake wurde Columneetza - ‘Treffpunkt’ genannt)[14] (Reservate: Asahal Lake #2, Carpenter Mountain #15, Chimney Creek #5, Five Mile #3, James Louie #3A, San Jose #6, Tillion #4, Williams Lake #1, ca. 19 km², Population: 666)
  • Canoe Creek Band (auch Stswecem'c/Xgat'tem, aufgrund großer Verluste durch die Pocken schlossen sich ca. 1800 zwei vormals eigenständigen Hausgruppen zur Canoe Creek Band zusammen, deren heutige beiden Siedlungen liegen südwestlich von Williams Lake im Canoe Creek bzw. Dog Creek Valley entlang des östlichen Ufers des Fraser River, Reservate: ca. 56 km², Population: 703)[15]
    • Canoe Creek Band (Stswecem'c, bewohnen die Siedlung Canoe Creek) (Reservate: Canoe Creek #1 - 3, Copper Johnny Meadow #8, Fish Lake #5, Spilmouse #4, Tinmusket #5A, Tobey Lake #6)
    • Dog Creek Band (Xgat'tem, ihre Siedlung Dog Creek ist der gemeinsame Verwaltungssitz) (Reservate: Dog Creek #1 - 4)
    • Empire Valley Band (Tcexwe'ptem und Komenka'ksxen, lebten südlich von Churn Creek, hatten ihre Winterlager entlang des Lone Cabin Creek und im Empire Valley, viele wurden 1825 durch einen Kriegstrupp der St'at'imc (auch Lilloet) umgebracht oder starben 1862 durch die Pocken, die Überlebenden schlossen sich den Canoe Creek Band an)[16]

zudem werden vom Northern Shuswap Tribal Council (NSTC) die Überlebenden der vormaligen Hausgruppen vertreten:[17]

  • Farwell Canyon Band (Se'tlemux und S'nhaxala'us) (größtenteils ausgestorben)
  • Williams Lake Band (Peltcoktcotci'tcen) (größtenteils ausgestorben)
  • Lac la Hache (Hatli'nten) (größtenteils ausgestorben)
  • Upper Bonaparte Band (Pelstsokomu's) (größtenteils ausgestorben)
  • Chilcotin Mouth Band (Texhoilu'ps) (größtenteils ausgestorben)
  • Riske Creek Band (Peq und Sulta'tkwa) (Pocken größtenteils ausgestorben)
  • Doc English Bluff Band (Oxtseta'ks) (größtenteils ausgestorben)
  • Green Lake oder Green Timber Band (Te'lzenten) (größtenteils ausgestorben)

Das Shuswap Nation Tribal Council (SNTC) vertritt folgende unabhängige Secwepemc-First Nations:[18]

  • Adams Lake Indian Band (Sexqeltqin oder Cstelnec)[19] (lebten entlang der Ufer des Adams Lake, einem Gebiet das sie als ‘Cstelen’ bezeichneten, daher wurden sie auch Cstelnec - ‘Volk des Adams Lake Gebietes’ genannt- ihr Gebiet erstreckte sich vom heutigen Chase bis zum Tum Tum Lake, waren die bedeutendste Gruppe der Sexqéltkemc - ‘Volk der Seen’ oder ‘Lakes Division’, heute bewohnen sie sieben Reservate entlang der Ufer des Adams, Little Shuswap und Shuswap Lake)[20] (Reservate: Hustalen #1, Sahhaltkum #4, Squaam #2, Stequmwhulpa #5, Switsemalph #6 - 7, Toops #3, ca. 29 km², Population: 734)
  • Tk’emlúps Indian Band (Tk'emlups te Secwepemc - ‘Volk, wo die Flüsse zusammenfließen’, früher ‘Kamloops Indian Band’, wurden wegen ihrer wirtschaftlichen sowie militärischen Macht als Secwepemc7uwi -‘die wahren Secwepemc’ bezeichnet)[21] (Reservate: Kamloops #1 - 5, Hihium Lake #6,[22] ca. 135 km², Population: 1.000)
  • Shuswap Indian Band (Tsqwatstens-kucw ne Casliken - ‘Volk zwischen zwei Gebirgszügen’, gehörten zu den Sexqéltkemc - ‘Volk der Seen’ oder ‘Lakes Division’, ein Teil der Shuswap Indian Band, die ‘Kinbasket Shuswap Band’,[23] zog in das Upper Columbia River Valley, dort verbündeten sie sich mit den Stoney sowie Kutenai, mit Letzteren sie viele Mischehen eingingen und wurden als Kyaknuqⱡiʔit/Kisamni Teil der Kutenai)[24][25] (Reservate: St. Mary's #1A, Shuswap, ca. 12 km², Population: 239)
  • Little Shuswap Indian Band (Skwlax oder Squilax - ‘Schwarzer Bär’[26], leb(t)en entlang des östlichen Ufers des Little Shuswap Lake, des westlichen und nördlichen Ufers des Big Shuswap Lake sowie entlang des Adams River und Little River, Hauptsiedlung war Kuaut (oder ‘Kualt’) am Little Shuswap Lake, gehörten zu den Sexqéltkemc - ‘Volk der Seen’ oder ‘Lakes Division’) (Reservate: Chum Creek #2, Meadow Creek #3, North Bay #5, Quaaout #1, Scotch Creek #4, ca. 31 km², Population: 322)
  • Neskonlith Indian Band (Neskonlith, gehörten zu den Sexqéltkemc - ‘Volk der Seen’ oder ‘Lakes Division’)[27] (Reservate: Neskonlith #1 - 2, Switsemalph #3, ca. 27 km², Population: 614)
  • Skeetchestn Indian Band (‘Deadman's Creek band’ genannt)[28] (lebten an beiden Ufern des Kamloops Lake sowie beiderseits des Thompson River)(Reservate: Hihium Lake #6A, 6B, Marshy Lake #1, Skeetchestn, ca. 80 km², Population: 498)
  • Splats'in First Nation (Spallumcheen Indian Band)[29][30] (waren die südlichste Stammesgruppe der Secwepmec, deren Territorium sich von der Grenze British Columbia/Alberta nahe dem Yellowhead Pass bis zum Plateau westlich des Fraser River sowie südöstlich bis zum Arrow Lake und dem Oberlauf des Columbia River erstreckte, der Shuswap River stellte die Haupttransportroute für Güter und Personen dar, gehörten zu den Sexqéltkemc - ‘Volk der Seen’ oder ‘Lakes Division’) (Reservate: Salmon River #1, Enderby #2, Sicamous #3, ca. 39 km², Population: 791)
  • Bonaparte Indian Band (St'uxwtéws oder Stuctwewsemc)[31] (bewohnten das Bonaparte Plateau zwischen dem Bonaparte River (in Secwepcemts Kluhtows - ‘steiniger, mit Kies bedeckter Fluss’)[32] im Norden und Westen, und dem Thompson River im Osten und Süden) (Reservate: Bonaparte #3, Grasslands #7, Hihium Lake #6, 6A, 6B, Loon Lake #4, Lower Hat Creek #2, Mauvais Rocher #5, Upper Hat Creek #1, ca. 19 km², Population: 838)[33]
  • Whispering Pines / Clinton Indian Band (früher ‘Clinton Indian Band’ genannt, Pellt'iq't - ‘Volk der weißen Erde’)[34] (Reservate: Kelly Creek #3, Whispering Pines #4, Clinton #1, #3, #5 - 6, wobei Clinton #5 - 6 traditionelle Gräberfelder umfassen, ca. 5 km², Population: 139)[35]
  • Simpcw First Nation (früher ‘North Thompson Indian Band’ genannt)[36] (ihr Territorium in der North Thompson River Region umfasste ca. 5.000.000 Ha, und erstreckte sich nördlich von McLure bis zum Quellgebiet des Fraser River nahe McBride, weiter bis nach Tête Jaune Cache, hinüber nach Jasper und südlich bis zum Quellgebiet des Athabasca River) (Reservate: Barriere River #3A, Boulder Creek #5, Louis Creek #4, Nekalliston #2, North Thompson #1, ca. 15 km², Population: 652)

Das Lillooet (St'át'timc) Tribal Council und St'át'timc Chiefs Council vertritt die:

  • Ts'Kw'aylaxw First Nation (Lillooet-Version des Secwepemctsín-Wortes Tsk'wéylecw - ‘Frost’, früher ‘Pavilion Indian Band’, gehören sowohl den Secwepemc als auch den St'at'imc an)[37] (Reservate: Leon Creek #2, 2A, Marble Canyon #3, Pavilion #1, 1A, 3A, 4, Ts'kw'aylaxw #5, ca. 21 km², Population: 532) - zählen heute politisch zu den Upper St'at'imc

Nicht zugehörige Hausgruppen sind die folgenden Secwepemc-First Nations:

  • Esketemc First Nation (heute leben in 19 Reservaten entlang des Fraser River südwestlich von Williams Lake die Nachkommen mehrerer Hausgruppen, die die Pockenepidemie 1862 - 1863 überlebten, ihre Verwaltung ist im Reservat #1 Esk'et am Alkali Lake, ca. 50 km von Williams Lake östlich des Fraser River)[38] (Reservate: Alixton #5, Alkali Lake #1, 1A, Cludolicum #9, 9A, Isadore Harry #12, Johny Sticks #2, Little Springs #8, 18, Loon Lake #10, Old Clemens #16, Pete Suckers #13, Roper's Meadow #14, Sampson's Meadow #11, 11A, Sandy Harry #4, Swan Lake #3, Windy Mouth #7, Wycott's Flat #6, ca. 39 km², Population: 813)
    • Alkali Lake Indian Band (früher Slemxulucemc - ‘Fluss-Volk’ genannt) lebten beiderseits des Fraser River im heutigen Cariboo Regional District, nach Umsiedlung an den Alkali Lake als 'Alkali Lake Indian Band' bezeichnet, daher auch der heutige Name Esketemc - ‘People of the white ground’[39]
    • Chilcotin Mouth Band (Texhoilu'ps, enge Verbündete der Esketemc, hatten oft gemeinsame Winterlager und heirateten untereinander, schlossen sich daher der Alkali Lake Indian Band nach der Pockenepidemie an)
  • High Bar First Nation (waren zusammen mit den Esketemc auch als ‘Canyon Shuswap’ bekannt, wurden von den Tsilhqot'in Llenlleney'ten genannt) (Reservate: High Bar #1, 1A, 2, ca. 15 km², Population: 79)[40]

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte, traditionelle Lebensweise[Bearbeiten]

In der Mythologie stand am Anfang ein Mann, der einfach „der Alte“ (Old One) genannt wurde. Man glaubte, die Welt sei am Anfang sehr klein gewesen, doch sei sie gewachsen. Die Vorfahren der Secwepemc hatten Eigenheiten von Menschen und von Tieren zugleich und hießen s-chip-tack-wi-ta, was man mit Tiervolk übersetzen könnte. Sie hatten besondere Kräfte und wurden als transformers, als Verwandler betrachtet. Diese transformer wurden von Old One ausgeschickt, das Land der Secwepemc vorzubereiten. Zu ihrem wichtigsten Lehrer wurde der transformer Coyote, der auch menschentötende Monster verwandelte. An Coyote erinnern Steinsäulen, die „coyote rocks“ genannt werden.

Traditionell lebten die Secwepemc in Hausgruppen, die mit anderen, ähnlich lebenden Gruppen durch Verwandtschaft verbunden waren. Besonders im Sommer waren die einzelnen Gruppen sehr verschieden zusammengesetzt, nur im Winter wohnten sie in ihren jeweiligen Häusern, den sogenannten pit houses. Dies waren Holzhäuser, die in den Boden eingetieft waren, und die man binnen eines Tages aufrichten konnte. Da man im Fluss angeschwemmte Stämme bevorzugte, konnte es bis zu fünf Jahre dauern, bis genügend Holz für ein Haus beisammen war. Die Stämme wurden mit Sehnen und Fellstreifen verbunden. Vier miteinander verbundene Stämme trugen das kreisförmige Dach, dessen Hölzer bis zum Boden reichten. Die Dachisolierung erfolgte durch Holzfasern (Cedar) und Grassoden, wobei dies auch der Tarnung dienen konnte.

Das Haus bot für Frauen und Männer separate Eingänge. Der der Frauen war niedrig und blickte zum Wasser. Hingegen betraten die Männer das Haus über das Dach und in einen Stamm geschnitzte Treppenstufen von oben. Die aus dem Dach herausragende Leiter wies ostwärts, Richtung Sonnenaufgang. Die Bettstatt bestand aus weichen Zweigen und Matten, dabei schlief man unter Fellen und Pelzen.

Die nomadischen Gruppen wiederholten Jahr für Jahr ihre Sammel-, Fisch- und Jagdzyklen, und so entwickelten sich traditionelle Territorien mit sich zum Teil überlappenden Grenzen. In der warmen Jahreszeit lebten sie in leicht zu transportierenden Zelten. Aus Rohrkolben und deren Blättern wurde bei den südlichen Gruppen die Zelthaut hergestellt, die nördlichen nutzten eher breite Holzfaserstreifen. Hierbei wurden wiederum Fasern des Riesen-Lebensbaums, aber auch der Jeffreys Kiefer, von Fichten und Balsam-Tannen genutzt.

Die Secwepemc lebten an Flussläufen und Seen. Dabei spielte die Jagd eine große Rolle, bei der Pfeil und Bogen die Hauptwaffe waren. Kratzer und Pfeilspitzen wurden aus Basalt hergestellt, die mittels Hirschsehnen befestigt wurden. Dann wurden sie mit Pech verklebt. Die Pfeile selbst bestanden aus harten Zweigen der Nootka Rose (Rosa nutkana) oder dem Strauch der Saskatoon Berry (Amelanchier alnifolia). Auch hölzerne, T-förmige Grabstöcke und Keulen sind erhalten; Letztere dienten sowohl der Jagd als auch dem Krieg. Geweih und Knochen wurden eher zu Angelhaken und Speerspitzen verarbeitet. Auch große Fischwehre wurden eingesetzt, an denen die Fische, die das Hindernis zu überwinden suchten, mit Speeren und Netzen leicht gefangen werden konnten. Zur Konservierung wurde der Fisch entweder auf entsprechenden Stangengerüsten getrocknet oder geräuchert.

Aus dem Holz des Riesen-Lebensbaums (Red Cedar), aus Fichten- und Birkenholzfasern fertigten die Frauen Körbe. Viele Körbe wurden mit Pech wasserdicht gemacht. In bestimmten Körben aus Red-Cedar-Holz konnte sogar gekocht werden. Fasern der Vogel-Kirsche dienten der Verzierung. Der Verzierung dienten ebenfalls bemalte Perlen (tsususu7t) aus Stein, Knochen und Geweih. Die Farben wurden in Mörsern zermahlen, ähnlich wie Pigmente oder Tabak zerkleinert wurden.

Gekocht wurde im Haus. Dazu wurde außerhalb des Hauses Lava erhitzt und dann mittels Y-förmiger Stöcke ins Haus geholt und in eine Grube mit Wasser gelegt.

Schwitzhütten (Sqilye) wurden aus Weidenstöcken gebaut, manche dieser runden Gebäude wurden auch mit Erde bedeckt. Auf dem Boden wurden junge Fichtenzweige verteilt. In einer Vertiefung in der Mitte wurde heißes Vulkangestein abgelegt und mit Zweigen abgedeckt. Kübel mit Wasser förderten das Schwitzen und dienten der rituellen Reinigung, die nach dem Schwitzen im nächsten Bach erfolgte. Während des Schwitzens sollte zu Swalu's gebetet werden, einem eigenen Geist für diese Zeremonie. Diese sollte von Schmerz befreien, ein gesundes, langes Leben sowie Weisheit, Reichtum und Glück bei Jagd, Spiel und Krieg bringen.

Neben anderen Spielen pflegten die Secwepemc Lacrosse, das bei ihnen steqwmeke7uwi heißt.

Verhältnis zu benachbarten First Nations[Bearbeiten]

Die Secwepemc hatten viele indigene Völker als Nachbarn, zu denen ihr Verhältnis oft von Spannungen und gegenseitigen Raub- und Vergeltungszügen geprägt war - im Norden lebten die Sekani, im Nordwesten die Dakelh (früher ‘Carrier’), im Westen die Tsilhqot'in (früher ‘Chilcotin’), im Südwesten die St'at'imc (früher ‘Lillooet’) und Nlaka'pamux (früher ‘Thompson’), die Okanagan im Süden, die Ktunaxa (auch ‘Kutenai’) im Südosten, die Stoney im Osten sowie die Plains Cree im Nordosten und Osten.[41]

Die Secwepemc bekämpften die Okanagan, St'at'imc und Nlaka'pamux im Süden und Westen und führten in Allianz mit den Dakelh gegen die Tsilhqot'in Krieg - meist wurde in diesen Konflikten über Fisch- und Jagdgründe gestritten. Die Secwepemc kämpften aber auch, um den Tod eines Stammesangehörigen zu rächen, der entweder bei einem feindlichen Überfall ums Leben gekommen oder im Kampf gefallen war. Bei diesen Auseinandersetzungen wurden gewöhnlich die unterlegenen Feinde als Sklaven[42] heimgeführt[43] - doch konnten diese vollwertige Mitglieder der Gruppe werden, wenn sie in eine Secwepemc-Familie einheirateten.

Die jeweils benachbarten Hausgruppen der Secwepemc schlossen sich oft gegen ihre Feinde zusammen, um sich den Erfolg im Krieg zu sichern - hierbei konnten sie auf existierende verwandtschaftliche Bande durch Heiraten zwischen den einzelnen Familien benachbarter Dörfer (aber verschiedener Hausgruppen) zurückgreifen, um Hilfe in der Verteidigung gegen Feinde oder um Unterstützung in einem Vergeltungszug zu bekommen.

So schlossen sich z.B. die Tk’emlúps Indian Band und Bonaparte Indian Band gegen die Okanagan zusammen, die Gruppen entlang des Fraser und North Thompson River (Alkali Lake, Dog Creek, Empire Valley, Soda Creek, Simpcw First Nation u. a.) bekämpften zusammen die Cree und Nlaka'pamux. Zudem wurden die Fraser und North Thompson River im Kampf gegen die Sekani von den Tk’emlúps Indian Band unterstützt. Die Xatśūll waren dafür bekannt, dass sie mit den benachbarten Tsilhqot'in sowohl feierten als auch Krieg führten, stets aber wachsam und vorsichtig gegenüber den Cree agierten. Zudem pflegten sie gute Kontakte zu den Südlichen Dakelh, die die Secwepemc als Atnah - ‘Jene, die unter der Erde wohnen bezeichneten’. Heiraten zwischen benachbarten Hausgruppen oder auch First Nations stellte eine bedeutende Überlebensstrategie der Secwepemc dar, da das Ausbleiben des jährlichen Lachs zu Hunger oder erzwungener Abwanderung führen konnte, und man, vertrauend auf die etablierten familiären Bande, Jagd- und Fischgründe teilen konnte.[44]

Traditionell waren die Secwepemc (wie übrigens die benachbarten Plateau-Stämme auch) stark in das Handelsnetzwerk zwischen den Stämmen der Nordwestküste über das Columbia-Plateau bis hin zu den Stämmen der Nordwestlichen und Nördlichen Plains eingebunden.

So traten die Mitglieder der High Bar First Nation (oder ‘Canyon Shuswap’) als Zwischenhändler für andere Secwepemc-Gruppen und den Tsilhqot'in auf, kauften von beiden Gruppen die jeweiligen Güter und veräußerten diese mit Profit weiter. Die Xat'sull First Nation handelte mit den Dakelh, während die Gruppen der Simpcw First Nation, Shuswap Indian Band sowie Tk’emlúps Indian Band Handelskontakte mit den Plains Cree, Stoney, Ktunaxa und irokesischen Händlern[45] pflegten. Die Simpcw, Shuswap, Tk’emlúps sowie die Adams Lake, Little Shuswap und Neskonlith Indian Band handelten größtenteils mit den St'at'imc (früher ‘Lillooet’) und Nlaka'pamux (früher ‘Thompson’) im Südwesten.

Durch Handel mit den verschiedenen First Nations erwarben die Secwepemc die begehrten Schneckenhäuser oder Muschelschalen (Molluskengelder) aus Dentalium-Muscheln,[46] gewebte Ziegenhaardecken und Gürtel, Schneeschuhe, Kleidung aus Tierfellen, Büffelroben, Wampum, Wurzeln, Rinden und Körbe. Sie selber hatten getrockneten Lachs, Lachsöl, Körbe, Naturfarben, Hirschfelle, Muscheln und Säcke aus Rohleder im Tausch anzubieten.

Handel war daher ein wichtiger Bestandteil ihrer Kultur - schon vor der ersten Errichtung von Handelsposten in ihrem Territorium durch die North West Company und später der Hudson's Bay Company. Wie bereits dargelegt, unterhielten die Secwepemc einen florierenden Handel mit den Küsten-Salish sowie anderen First Nations entlang der Nordwestküste - hierdurch gelangten sie schon vor dem ersten Auftauchen der Europäer in ihrem Gebiet an metallene Werkzeuge und Handelsgüter.

Pockenepidemien, Einbruch der Bevölkerungszahlen[Bearbeiten]

Vor dem ersten Kontakt mit den Europäern und deren Krankheiten (Pocken, Influenza, Masern) hatten die Secwepemc wahrscheinlich eine Population von über 21.000. Nachdem sie durch die europäischen Seuchen geschwächt sowie durch größere intertribale Konflikte (ausgelöst durch den Pelzhandel) dezimiert waren, schätzte man 1850 die Anzahl der ca. 30 Secwepemc Stammesgruppen auf nur noch 7.200 Personen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verloren die verschieden Gruppen, besonders durch die schwere Pockenepidemie von 1862, nochmals so viele Stammesangehörige, so dass manche Gruppen sich größeren anschließen mussten, so dass im Jahre 1903 nur noch die heutigen 17 Secwepemc Hausgruppen übrig waren. Heute zählen sich wieder über 7.000 Personen zu den Secwepemc.[47]

Schutz der natürlichen Ressourcen und der Kulturrelikte (ab 1982)[Bearbeiten]

1982 einigten sich die 17 Hausgruppen der Secwepemc auf eine Deklaration, in der sie die Erhaltung, Erfassung, Fortsetzung und Erweiterung ihrer Kultur als Ziel setzten. 1983 wurde dazu die Secwepemc Cultural Education Society (SCES) gegründet. Sie sollte für den Bau eines Kulturzentrums sorgen, in dem auch ein Museum vorgesehen war. Außerdem sollte sie für Curricula, die Bereitstellung rechtlich relevanter Unterlagen, sowie die Zusammenfassung kulturell und historisch wichtiger Artefakte sorgen. Für diese komplexen Aufgaben wurden Abteilungen gegründet, die sich um Bildung, Sprache, Kommunikation und Veröffentlichungen, Ausbildung, sowie um Museum und Heritage Park kümmerten. So entstand das Chief Louis Centre im Kamloops Indian Reserve.

1991 veröffentlichte die Shuswap Environmental Action Society einen mit Satellitenbildern untermauerten Sustainable Stewardship Plan, einen Plan, der dauerhaften Schutz für eine Reihe von Gebieten innerhalb des traditionellen Stammesgebiets beinhaltete. Bis 2001 wollte die Gesellschaft Schutzgebiete im 708.500 ha großen Salmon Arm Forest, einem Waldgebiet durchsetzen. Dabei wurde sie von lokalen Bewohnern und dem World Wildlife Fund unterstützt. 2001 stimmte die Regierung von British Columbia dem Okanagan Shuswap Land-Use Plan zu, der 49 neue Schutzgebiete schuf, darunter 11 Parks und 6 Parkerweiterungen.

Zu den 16 neuen Schutzgebieten gehört der Anstey Arm/Hunakwa Lake Park (7492 ha), wobei der See einer der wenigen, wenn nicht der einzige mittelgroße, nicht sehr hoch gelegene See im Hinterland von British Columbia ist, der nicht durch eine Straße „erschlossen“ ist. Außerdem gab es fast keinen Holzeinschlag, so dass hier noch Urwälder zu finden sind. Der neue Park verbindet den Anstey Arm mit dem Seymour Arm des Shuswap Lakes und schließt auch den Wright Lake ein.

Der Versuch eines Holzunternehmens ohne großes Aufhebens im Upper Seymour River Valley Bäume zu fällen, scheiterte am Hinweis eines der Beschäftigten. Bei Besuch der Gegend fanden sich überraschend große Bäume, manche mit einem Durchmesser von über 4 m. Zudem ist der Wald ein wichtiges Rückzugsgebiet des Berg-Karibus, zugleich einer der wenigen verbliebenen Regenwälder des Hinterlands.

Ebenfalls unter Schutz wurde Pukeashun, ein Gebiet von 1.571 ha gestellt, ca. 15 km östlich von Albas am Shuswap Lake. Dazu gehört auch der Grizzly Lake sowie ein kleines Gebiet am Scotch Creek. Dort leben Grizzlys und Berg-Karibus, dazu kommt eine seltene Forellenart (bull trout). Ebenfalls von geringerer Größe ist das Schutzgebiet Enderby Cliffs, das 2.364 ha umfasst. Es liegt oberhalb von Enderby.

Zu diesen neuen, erst durch Satellitenaufnahmen entdeckten Gebieten, kommen Erweiterungen, wie die Cinnemousin Narrows Addition (270 ha), die die Fläche eines kleinen, eher als Erholungsgebiet anzusprechenden Parks (seit 1959) um hoch bewertete Schutzgebiete verdreifacht. Ein 1972 unter Schutz gestelltes Gebiet wurde durch die Mount Griffin Ecological Reserve Addition (1.566 ha) erweitert. Dazu kommen Kingfisher Creek Ecological Reserve Addition (414 ha), die die gleichnamige Ecological Reserve (ein Schutzgebiet für Arten und ein Forschungsgebiet) von 1.441 ha erweitert. Auch hier steht der Schutz kleiner Urwaldgebiete im Vordergrund. Hingegen schützt der Eagle River (508 ha) die Uferzonen des namengebenden Flusses, ebenso wie der Englishman River (446 ha), der den Einlauf eines Baches in den Eagle River östlich des Three-Valley Gap nahe Victor Lake schützt.

Hingegen schützt die Mara Meadows Ecological Reserve Addition (207 ha) eine seltene Form der Bergwiesen und ein Rückzugsgebiet der Grizzlybären. Ohne Erlaubnis ist hier der Zutritt verboten. Die Ergänzung schafft eine bewaldete Pufferzone für das empfindliche Schutzgebiet. Ein steinernes Erosionsmonument schützt das nur 3 ha große Pillar genannte Gebiet.

Ganz anders die Shuswap River Islands, die zusammen 187 ha umfassen, wo auf den Inseln seltene Habitate geschützt werden.

Kleinere Erweiterungen, wie die Shuswap Lake Marine Park Additions, wozu auch Bughouse Bay Site (43 ha) gehört, sowie der Upper Perry River (164 ha), der Upper Violet Creek (107 ha), die White Lake Park Additions (255 ha) und die Yard Creek Provincial Park Additions (116 ha) nahe dem Trans-Canada Highway bei Malakwa, ergänzen das Gebiet, doch Letzteres möchte Parks Canada aus Kostengründen wieder aufgeben.

Höchsten Schutz genießen der Momich Lake Park (1650 ha), zu dem drei Seen und ein lachsreicher Fluss gehören. Hier befinden sich zahlreiche Culturally Modified Trees, einschließlich Malereien (pictographs), die die Anwesenheit der Shuswap dokumentieren. Das Gebiet ist über Vavenby, die Adams Lake Road oder vom Seymour Arm am Shuswap Lake über den Humamilt Lake zu erreichen.

Eher aus ökologischen Gründen ist wiederum der Upper Adams River (5.160 ha) geschützt. Er befindet sich am Nordufer des Adams Lakes, dazu auf 65 km Flussaue, die es in dieser Form im Hinterland nirgendwo mehr gibt.

Das Erholungsgebiet Adams Lake wurde 1996 zum Provincial Park erhoben (56 ha). Der gleichen Nutzung sind die Adams Lake Marine Parks, wozu auch der Spillman Beach (139 ha) und Popular Point (32 ha) gehören. Der Oregano Creek, ein Gebiet von rund 200 ha, ist zwar bedingt geschützt, aber gehört noch nicht zu den Parks.

Dem Stamm gehört das Unternehmen Kinbasket Development Corporation (KDC), das Wirtschaftsförderung betreibt und ausbildet.

Wayne M. Christian, mit Secwepemc und Okanagan-Wurzeln, ist im April 2009 wieder im Amt des Kukpi7 (Häuptlings) der Splats'in First Nation (Spallumcheen Indian Band) bestätigt worden (zuvor war er schon 1979 - 1987 Kukpi7), er ist außerdem Vorsitzender des Shuswap Nation Tribal Council und daher Sprecher für 10 der insgesamt 17 Hausgruppen der Secwepemc.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. SEXQÉLTKEMC - The Lakes Division of the Secwepemc Nation (PDF; 2,1 MB)
  2. Virtuelles Museum der Secwepemc
  3. Im November 2009 gab es noch 230 Angehörige der Shuswap Indian Band
  4. Department of Indian Affairs and Northern Development: Shuswap
  5. Secwepemctsin (Shuswap)
  6. Statistics Canada, 2006 Census of Population, Statistics Canada catalogue
  7. Northern Shuswap Tribal Council (NSTC)
  8. Northern Secwepemc te Qelmucw (NStQ)
  9. Canim Lake Band
  10. Cariboo Tribal Council
  11. Quelle für Population: Indian and Northern Affairs Canada, Registered Population as of February, 2011
  12. Xat'sull First Nations
  13. Soda Creek Band, The Xatsu'll First Nation
  14. Williams Lake Indian Band
  15. Canoe Creek Band
  16. Churn Creek Protected Area
  17. Northern Secwepemc te Qelmucw (NStQ) (PDF; 125 kB)
  18. Shuswap Nation Tribal Council (SNTC)
  19. Adams Lake Indian Band
  20. Secwepemctsin (Östlicher Dialekt)
  21. Tk’emlúps Indian Band
  22. auch als Kamloops #6 bezeichnet, teilen dieses mit den Bonaparte, Skeetchestn und Upper Nicola Indian Bands
  23. abgel. von Kenpesq't - ‘reaching for the highest part of the sky’ oder ‘touching the sky close to heaven’, dem Namen mehrerer ihrer Häuptlinge: Yelhellna Kinbasket (ursprünglich von Adams Lake), dessen Sohn Paul Ignatious Kinbasket sowie Enkel Pierre Kinbasket
  24. Ktunaxa Nation
  25. Shuswap Band
  26. Little Shuswap Indian Band
  27. Neskonlith Band
  28. Skeetchestn Indian Band
  29. Splats'in First Nation
  30. Spallumcheen Indian Band
  31. Bonaparte Indian Band
  32. BCGNIS Query Results
  33. Bonaparte Indian Band (Stuctwewsemc)
  34. Whispering Pines / Clinton Indian Band
  35. Pellt'iq't People
  36. Simpcw First Nation
  37. The Ts'kw'aylaxw First Nations
  38. Esketemc First Nation
  39. Home of the Esketemc
  40. Aboriginal Canada
  41. THE SECWEPEMC A Guide to the History, Culture, and Contemporary Issues of the Shuswap People
  42. besonders die Gruppen der St'at'imc wurden versklavt - sogar von den weit entfernten Tlingit, Haida und Lekwiltok
  43. The Stl'atl'imx People (Lillooet, Nequatque & In-SHUCK-ch First Nations)
  44. Xatsull Heritage Village
  45. dies waren Händler irokesischer Abkunft, die während des Pelzhandels, westwärts auf die Plains und in die Rockys gezogen waren, um am Handel partizipieren zu können
  46. die Muscheln wurden im Küstengebiet von Vancouver Island gefischt und an andere First Nations weiter verhandelt. Ihr Wert stieg mit der Entfernung von der Küste und war außerdem von der Größe der Exemplare abhängig, besonders die Hoopa und Yurok schätzten sie als wichtigstes und universales Zahlungsmittel
  47. Secwepemc