Städtisches Stadion an der Dantestraße
| Daten | |
|---|---|
| Ort | |
| Koordinaten | 48° 10′ 5″ N, 11° 31′ 44″ O48.16805555555611.528888888889Koordinaten: 48° 10′ 5″ N, 11° 31′ 44″ O |
| Eigentümer | Stadt München |
| Baubeginn | 1928 |
| Eröffnung | 2. Juni 1928 |
| Oberfläche | Naturrasen |
| Kapazität | 18.000 |
| Verein(e) | |
| Veranstaltungen | |
Das Städtische Stadion an der Dantestraße (kurz: Dantestadion, eröffnet als Bezirksstadion am Dantebad) ist derzeit das viertgrößte Sportstadion in München. Es liegt im Münchner Stadtteil Gern im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg in unmittelbarer Nähe zum Westfriedhof und zum Dantebad und ist die Heimat der beiden Münchner American Football-Mannschaften, dem in der GFL spielenden Munich Cowboys und dem in der Regionalliga spielenden München Rangers. Im Dante-Stadion wurde zwei Jahre Zweit- und ein Jahr Erstligafußball gespielt.
Das Dante, wie es von den Münchnern oft genannt wird, verfügte früher über 32.000 Plätze, wovon heute noch 12.000 erhalten sind. Außerdem existieren eine 400-m-Tartanbahn und eine elektronische Anzeigetafel. Eine Besonderheit des Stadions ist die trapezförmige und daher einmalige Tribüne, in der sich auch eine Turnhalle und Waschräume befinden. Sie trägt straßenseitig die Aufschrift „Der Münchner Jugend“. Eigentümer des Dante-Stadions ist die Stadt München.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Planung und Eröffnung [Bearbeiten]
Der Bau des Bezirksstadions am Dantebad wurde am 16. Dezember 1925 behördlich genehmigt, nachdem es bereits 1914 erste Pläne für den Bau des Stadions gab. Es war hauptsächlich für den Breitensport und für Leichtathletikwettkämpfe geplant. Die ursprünglichen Baupläne sahen vor, dass das Stadion so groß werden sollte wie die Stadien in Frankfurt und Köln. Nachdem einige Stadträte jedoch lieber mehrere kleinere Stadien als ein Großes haben wollten, einigte man sich auf 32.000 Plätze. Bis zum Bau des Olympiastadions, anlässlich der Olympischen Spiele 1972, war das Stadion als „Münchner Großstadion“ gedacht.
Eröffnet wurde das Stadion am 2. Juni 1928 durch die Münchner Jugend, die ein Sportfest veranstaltete.
Nutzung während der NS-Zeit [Bearbeiten]
Während der NS-Zeit wurde das Dante-Stadion vor allem für Aufmärsche der Hitlerjugend genutzt. Es war geplant, dass bis zu 50.000 HJ-Mitglieder an den Aufmärschen teilnehmen können. Für die Marschkolonnen wurde damals die Gegengerade durchbrochen. Allerdings zeigten sich die Verantwortlichen wenig begeistert von der Nähe des Westfriedhofes, weil während der nationalsozialistischen Massenveranstaltungen das Läuten des Sterbeglöckleins zu hören war.
Aber auch Sportveranstaltungen, wie etwa 1937 der Leichtathletik-Länderkampf mit Frankreich, fanden weiterhin im Stadion statt. Während dieser Zeit nutzten auch die Fußballer des FC Bayern München das Spielfeld als Trainingsplatz. In der Saison 1943/44 trugen neben den Bayern auch der TSV 1860 und der FC Wacker ihre Gauligaspiele im Dantestadion aus, nachdem die Hanns-Braun-Kampfbahn bei einem Bombenangriff zerstört worden war.
Inbesitznahme durch die US-Armee [Bearbeiten]
Nach dem Sturz des NS-Regimes nahm die US-Armee das Stadion von 1945 bis Oktober 1953 für American Football- und Baseballspiele in Besitz. Die Army wich erst, als man ihr für 180.000 Mark ein Sportfeld an der Säbener Straße errichtete.
Zu dieser Zeit war das Stadion in einem maroden Zustand. Auf der Tribüne bestand Unfallgefahr. Aus diesem Grund wurde das Stadion im Jahr 1954 von der Stadt renoviert.
Fußball im Dante-Stadion [Bearbeiten]
Von 1963 bis 1972 trug der FC Wacker München seine Heimspiele im Dante aus. Der Verein spielte in dieser Zeit zwei Spielzeiten, 1964/65 und 1970/71, in der Regionalliga Süd - der damals zweithöchsten Spielklasse. 1972 zog die Mannschaft an die Bezirkssportanlage Demleitnerstraße um, die auf dem Gelände des früheren Wacker-Platzes errichtet wurde.
Von größerer Bedeutung ist die am 16. März 1957 ausgetragene Partie zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden, war es doch das erste Frauenfußball-Spiel in München, nachdem der DFB Frauenfußball 1955 verboten hatte.
Die Olympischen Spiele [Bearbeiten]
Als Trainingsstätte für die Olympischen Spiele 1972 wurde 1970 eine professionelle Leichtathletikanlage errichtet, die immer noch existiert. Die Wurfanlage befindet sich auf einem Nebenplatz und ist über die durchbrochene Gegengerade zu erreichen, da man den Rasen des Hauptplatzes nicht beschädigen wollte.
Aktuelles Geschehen [Bearbeiten]
Das Stadion ist aktuell die Heimat des American Football-Teams Munich Cowboys. Der Verein spielt in der GFL, der höchsten deutschen Spielklasse.
Seit dem 27. Juli 2008 werden auch die Heimspiele der Muenchen Rangers, welches das zweite Muenchner American Football-Team ist und in der Regionalliga spielt, im Dantestadion ausgetragen.
Bis 2006 trug der Verein Türk SV 1975 München, der unter seinen früheren Namen SV Türk Gücü München in der Fußball-Bayernliga spielte, seine Heimspiele im Dante aus und zog dann an die Bezirkssportanlage Krehlebogen um. Ebenfalls bis 2006 spielte die Frauenmannschaft von Bayern München im Dantestadion, zog aber dann in den Sportpark Aschheim um. Außer den Spielen der „Cowboys“ und der „Rangers“ finden im Stadion nur noch gelegentlich Leichtathletikveranstaltungen, Jugendfußball-Turniere und Sportfeste von Schulen statt. Das Stadion ist außerhalb von Veranstaltungen für jedermann geöffnet.
Am 6. Juli 2007 hat der FC Bayern München im Stadion an der Dantestraße ein Freundschaftsspiel gegen die FT Gern bestritten, welches der Rekordmeister mit 18:0 gewann.
Anfahrt [Bearbeiten]
Das Stadion ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Straßenbahn-Linien 20 und 21, die Busse 151, 163, 164 und 165 sowie die U-Bahn-Linie U1 halten an der Haltestelle „Westfriedhof“, wenige Gehminuten vom Stadion entfernt.
Adresse: Dantestraße 14, 80637 München
GFL Nord: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (Berlin Adler) | Mommsenstadion (Berlin Rebels) | Heinz-Steyer-Stadion (Dresden Monarchs) | Stadion des VFL Benrath (Düsseldorf Panther) | Adolf-Jäger-Kampfbahn (HSV Hamburg Blue Devils) | Kiliaplatz (Kiel Baltic Hurricanes) | Buniamshof (Lübeck Cougars) | Eintracht-Stadion (New Yorker Lions)
GFL Süd: Städtisches Stadion Rothenburg (Franken Knights) | Georg-Gaßmann-Stadion (Marburg Mercenaries) | Städtisches Stadion an der Dantestraße (Munich Cowboys) | MTG Stadion (Rhein- Neckar Bandits) | Ludwigsparkstadion (Saarland Hurricanes) | Hagenbachstadion (Schwäbisch Hall Unicorns) | Gazi-Stadion auf der Waldau (Stuttgart Scorpions) | Europaviertel („Camp Lindsey“) (Wiesbaden Phantoms)