Neuhausen-Nymphenburg

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Nymphenburg ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Nymphenburg (Begriffsklärung) aufgeführt.

48.15694444444411.516666666667Koordinaten: 48° 9′ 25″ N, 11° 31′ 0″ O

Neuhausen-Nymphenburg
Landeshauptstadt München
Postleitzahlen: 80634, 80636, 80637, 80638, 80639
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 9 in München

Neuhausen und Nymphenburg sind Stadtteile von München. 1992 wurden sie zum Stadtbezirk 9 Neuhausen-Nymphenburg zusammengeschlossen.

Lage[Bearbeiten]

Nymphenburg grenzt im Nordwesten an Obermenzing, im Südwesten an Pasing, im Norden an Moosach und im Südosten an Neuhausen.

Der Stadtbezirk 9 mit Neuhausen reicht vom Marsfeld am Innenstadtrand bis zum Schlosspark Nymphenburg im Westen und erstreckt sich in seiner Nord/Süd-Ausdehnung vom Olympiapark über die Villenkolonie Gern bis zu den Gleisanlagen Hauptbahnhof-Pasing.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten]

Neuhausen und Nymphenburg auf einer Karte von 1858

Typisch für den Bezirk ist seine Mischung unterschiedlicher städtebaulicher Bereiche. In Nymphenburg entstand seit Beginn des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Umfeld der Auffahrtsalleen zur Schlossanlage ein repräsentatives Wohnviertel, in dem sich zahlreiche Beispiele gründerzeitlicher Architektur erhalten haben, wie die Villenkolonien Neuwittelsbach und Gern.

Im am 1. Januar 1890 eingemeindeten Neuhausen,[1] das zur Spätgründerzeit schon ein prosperierendes Stadtviertel war, prägen Wohn- und Geschäftshäuser in geschlossener, dichter Blockbebauung das Bild. Entlang der Arnulfstraße und deren Nebenstraßen sind dies häufig wohnungsgenossenschaftliche Bauten wie die teilweise unter Denkmalschutz stehende Versuchssiedlung des Bayerischen Post- und Telegraphenverbandes und die Siedlung Neuhausen. Nördlich des Rotkreuzplatzes findet man mehr Villen und Bürgerhäuser der Gründerzeit.

Im Süden entlang der Gleisanlagen herrschen teils großflächige gewerbliche Nutzungen vor, welche jedoch (z. B. an der Arnulfstraße) infolge der Privatisierung der Bahnanlagen weiter zurückgehen. Mittelpunkt und urbanes Zentrum des Stadtteils ist der Rotkreuzplatz. Viel gut erhaltene Bausubstanz aus der Gründer- und Zwischenkriegszeit mit dem reichen Angebot an Grünflächen verleihen Neuhausen eine hohe Wohnqualität. Während die Altbauquartiere im Umfeld von Nymphenburger Straße und Blutenburgstraße schon länger Heimat für die gehobene Mittelschicht sind, bieten die teils weniger prunkvoll ausgeführten Jahrhundertwendegebäude im Umfeld von Schulstraße und Donnersbergerstraße Wohnraum für unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen. Jedoch hat auch hier die sogenannte Gentrification Einzug gehalten, indem Straßenzüge umgestaltet und Altbauten saniert wurden. Zudem fanden zahlreiche Umwandlungen in Eigentumswohnungen statt und ehemals einfache Ladenlokale wurden zu Architekturbüros, alternativen Geschäften sowie Bars und Speiselokalen. Aus diesem Grunde verlängerte der Stadtrat 2006 die Erhaltungssatzung für dieses Quartier, um der Verdrängung angestammter Bewohner entgegenzuwirken.

Am 1. Januar 1899 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Nymphenburg in die Stadt München eingemeindet.[1]

Benannt ist der Stadtteil nach dem Schloss Nymphenburg, der früheren Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige. Heute ist das Schloss zusammen mit dem Schlosspark Nymphenburg eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Münchens.

Gleich neben dem Schloss liegt die 1747 von Kurfürst Max III. Joseph gegründete Porzellanmanufaktur Nymphenburg, das Marstallmuseum Nymphenburg und das Museum Mensch und Natur. An den Schlosspark grenzt auch der Botanische Garten; seinem Eingang gegenüber liegt das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht. Der Hirschgarten und der an den Bezirk angrenzende Olympiapark ergänzen das reiche Angebot an Grün- und Erholungsflächen. Zugleich ist der Bezirk aber auch durch die Anbindung der Autobahn A8 an das Stadtgebiet und durch ein Teilstück des Mittleren Rings mit einem hohen Verkehrsaufkommen belastet. Seit der ab 1. Mai 1996 gültigen Stadtgebietsgliederung, bei der Teile von Neuhausen und Nymphenburg, die zuvor zum alten 10. Stadtbezirk gehörten, wieder eingegliedert wurden, hat Neuhausen-Nymphenburg mit rund 90.000 Einwohnern nach Ramersdorf-Perlach die zweithöchste Einwohnerzahl der Münchner Bezirke. Im Norden von Neuhausen, zwischen Gern und Moosach liegt der Ortsteil Nederling, im Nordosten der Ortsteil Ebenau.

Die Arbeitsplätze des Bezirks liegen neben Handel und Dienstleistungssektor zum großen Teil im öffentlichen Bereich. Außer der Niederlassung der Deutschen Bahn, dem Bundeswehr-Verwaltungszentrum, dem Bayerischen Landeskriminalamt sowie zahlreichen Krankenhäusern wie dem Rotkreuz-Krankenhaus, dem Deutschen Herzzentrum, dem Krankenhaus Barmherzige Brüder und dem Dritten Orden liegen auch große Sozialeinrichtungen im Bezirk.

Der Ausländeranteil Nymphenburgs ist gering, in Neuhausen durchschnittlich. Bezüglich der Altersverteilung ist Neuhausen das jüngere der beiden Viertel.

Galerie[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche in ha EW pro ha Quelle mit weiteren Daten
2000 081.968 017.923 (21,9 %) 01,291,86 063 Statistisches Taschenbuch München 2001. (PDF)
2001 082.235 017.972 (21,9 %) 01.291,86 064 Statistisches Taschenbuch München 2002. (PDF)
2002 081.947 017.795 (21,7 %) 01.291,86 063 Statistisches Taschenbuch München 2003. (PDF)
2003 081.661 017.703 (21,7 %) 01.291,84 063 Statistisches Taschenbuch München 2004. (PDF)
2004 081.921 018.041 (22,0 %) 01.291,61 064 Statistisches Taschenbuch München 2005. (PDF)
2005 082.156 017.890 (21,8 %) 01.291,45 064 Statistisches Taschenbuch München 2006. (PDF)
2006 084.604 018.016 (21,3 %) 01.289,08 066 Statistisches Taschenbuch München 2007. (PDF)
2007 085.964 018.118 (21,1 %) 01.287,95 067 Statistisches Taschenbuch München 2008. (PDF)
2008 087.043 018.836 (21,2 %) 01.293,31 067 Statistisches Taschenbuch München 2009. (PDF)
2009 087.846 018.147 (20,7 %) 01.293,41 068 Statistisches Taschenbuch München 2010. (PDF)
2010 089.286 018.464 (20,7 %) 01.293,00 069 Statistisches Taschenbuch München 2011. (PDF)
2011 092.139 019.848 (21,5 %) 01.291,45 071 Statistisches Taschenbuch München 2012. (PDF)
2012 094.257 021.126 (22,4 %) 01.291,45 073 Statistisches Taschenbuch München 2013. (PDF)

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Bezirksausschusswahl März 2008
(Stimmen in Prozent) [2]
 %
50
40
30
20
10
0
41,4 %
26,6 %
20,1 %
7,6 %
4,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2002[2]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7 %p
-3,7 %p
+4,8 %p
+4,0 %p
+0,6 %p

In München hat jeder Stadtbezirk einen Bezirksausschuss (BA). Die Bezirksausschüsse werden durch die Bürger vor Ort bei den Kommunalwahlen gewählt. Der Bezirksausschuss besteht aus 39 Mitgliedern. Die Wahl zum Bezirksausschuss vom 2. März 2008 ergab folgendes Ergebnis:

Vorsitzende des BA ist Ingeborg Staudenmeyer (SPD). Ihre Stellvertreter sind Roland Zintl (Grüne) und Immo Scheibel (CSU). Die Grünen und die ÖDP stellen eine gemeinsame Fraktion.

Der Stadtbezirk ist durch den Stadtrat Oliver Belik (SPD) und der Stadträtin Elisabeth Schmucker (CSU) im Stadtrat vertreten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Lilo Ramdohr mit Carl G. Fürst

Feste[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmuth Stahleder: Von Allach bis Zamilapark. Namen und historische Grunddaten zur Geschichte Münchens und seiner eingemeindeten Vororte. Stadtarchiv München, Buchendorfer Verlag, München 2001, ISBN 3-934036-46-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7 (Digitalisat, abgerufen am 25. September 2013). Seite 601
  2. a b Bezirksausschusswahl 2008 muenchen.de, abgerufen am 17. Dezember 2010
  3. muenchen.de
  4. Lilo Fürst-Ramdohr: Freundschaften in der Weißen Rose. Verlag Geschichtswerkstatt Neuhausen, München 1995, ISBN 3-931231-00-3, S. 79