Studio Berlin Adlershof

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Studio Berlin Adlershof (SBA) GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Gründung 1998
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Mike Krüger, Goetz Hoefer, Andreas E. Walter
Mitarbeiter ca. 153
Branche Film und Fernsehen
Website www.studio-berlin.de
Studio Berlin. Jahr 2012

Die Studio Berlin-Adlershof GmbH ist eine Atelierbetriebs- und Fernsehproduktionsgesellschaft am Standort Berlin-Adlershof. Sie nutzt heute einen Teil der ehemaligen Einrichtungen und Gebäude des Sendezentrums des Deutschen Fernsehfunks (DFF).

Geschichte des Standortes & der Firma Studio Berlin Adlershof (SBA)[Bearbeiten]

1950–1991[Bearbeiten]

Nach Gründung der DDR sucht man ein geeignetes Gelände als Standort für ein zu gründendes Fernsehen. Die Wahl fällt auf ein ungenutztes Gelände in der Nähe des damaligen Flugplatzes Berlin-Johannisthal. Am 11. Juni 1950 erfolgt der erste Spatenstich für das Fernsehzentrum (FZ) Berlin, das nach Plänen von Wolfgang Wunsch errichtet wird. Am 20. Dezember 1951 beginnen die ersten Sende- und Empfangsversuche. Gut ein Jahr später, am 21. Dezember 1952, nimmt das Fernsehzentrum mit einem offiziellen Versuchsprogramm seinen regelmäßigen Programmbetrieb auf. Am 2. Januar 1956 wird dieses Versuchsprogramm beendet und ab 3. Januar 1956 beginnt die Ausstrahlung eines regulären Programms unter der Bezeichnung Deutscher Fernsehfunk.

In den Folgejahren wird das Sendezentrum schrittweise ausgebaut und die wöchentliche Sendedauer erweitert. Am 3. Oktober 1969 beginnt die Ausstrahlung eines 2. Fernsehprogramms. Am gleichen Tag wird das Farbfernsehen im System (Secam) in der DDR eingeführt. 1972 wird der DFF in Fernsehen der DDR umbenannt. Das Sendezentrum in Berlin-Adlershof ist damit Hauptstandort für die Produktion und Sendung von zwei Fernsehvollprogrammen mit Publizistik, Nachrichten, Unterhaltung, Show, Musik, Spielfilm, Fernsehspiel, Kinderfernsehen, Bildungssendungen und Sportberichterstattung. Adresse des Senders ist Rudower Chaussee 3, 1199 Berlin.

Im Zuge der Wende wurde das Fernsehen der DDR am 12. März 1990 wieder in Deutscher Fernsehfunk rückumbenannt. Am 31. Dezember 1991 stellte der DDF gemäß Artikel 36 des Einigungsvertrag seinen Sendebetrieb in Adlershof ein.

1992–2005[Bearbeiten]

Auf Grundlage des Einigungsvertrages gehen das Gelände, die Gebäude und die technischen Einrichtungen in das gemeinsame Eigentum der fünf neuen Bundesländer und des Landes Berlin über. Diese Länder versuchen nun, das Gelände gemeinschaftlich zu vermarkten, der Standort wird vorerst treuhänderisch verwaltet. Nach dem Ende des DFF siedelt sich auf dem Areal eine Reihe privatwirtschaftlicher Unternehmen an, die sich meist mittelbar oder unmittelbar als Zulieferer für Fernsehprogramme betätigen. In einigen Fällen werden auch Abteilungen und Redaktionen des DFF in Firmen umgewandelt, die zunächst in Adlershof ihren Sitz haben. So zum Beispiel das Fernsehballett, Elf 99 oder das Synchron-Studio des DFF.

Am 1. Januar 1992 übernimmt das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) treuhänderisch die Verwaltung der Rundfunkarchive Ost, der ehemaligen Archive von Rundfunk und Fernsehen der DDR. Am 1. Januar 1994 werden die Rundfunkarchive Ost als Standort Berlin Teil des DRA. Im gleichen Jahr werden die Bestände vom Rundfunk der DDR (bisher im Funkhaus Nalepastraße) und Fernsehen der DDR (bereits in Adlershof) am Standort Berlin-Adlershof zusammengeführt. Im Juni 1998 teilt der SFB mit, dass er die Gebäude des DRA in Adlershof nicht kaufen wird. Daraufhin entscheidet sich das DRA für einen Umzug in einen Neubau auf dem ORB-Gelände in Potsdam. 2000 erfolgt der Umzug in das neue Gebäude.

1992 etablierte sich ein breites Spektrum an Produktionsfirmen und Mediendienstleistern und nutzt die vorhandenen Kapazitäten. 1993 gründet das Studio Hamburg die Tochterfirma Studio Berlin in Berlin-Adlershof. Der Kauf eines 52.000 m² großen Grundstücks, einschließlich des Studiohauses „A–F“ und weiterer Nebengebäude sowie Freiflächen erfolgt 1998. Die HSB wird in Berlin-Brandenburg Media GmbH umfirmiert und das Studio Berlin Atelier (SBA) GmbH wird gegründet. Im Jahr 2000 kommt die Gründung der Studio Berlin Mobil (SBM) GmbH als Tochter der SBA hinzu und es erfolgt die Inbetriebnahme des Studiohauses Studio „G“ (2.400 m²).

2002 werden die digitalen Übertragungswagen „Ü5“ in Betrieb genommen und die SBM mit der Muttergesellschaft SBA verschmolzen. Die Umbenennung des Studio Berlin Atelier in „Studio Berlin Adlershof“ erfolgt 2003. Mit der Fertigstellung der Leichtbauhalle „L“ (1.400 m²) für Außendreh und Dekorationsbau geht 2004 auch die Übernahme des Studiobetriebes im Fernsehzentrum Babelsberg einher.

2006–2009[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 erfolgen die Inbetriebnahme des HDTV-Übertragungswagen „Ü6“ und die Fertigstellung des Studio „K“ (1.800 m²).

Am 9. Juli desselben Jahres überträgt SBA, mit dem eigens für das Turnier gebauten HDTV-Übertragungswagen „Ü6“, weltweit das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Ein Jahr später nutzt man ein neues Corporate Design.

Im Sommer des Jahres 2008 ist Studio Berlin Adlershof maßgeblich an der TV-Übertragung für die 13. Fußball-Europameisterschaft (offiziell: UEFA EURO 2008) beteiligt. SBA erstellte hierbei das World Feed Signal bei insgesamt 12 Spielen (inklusive Endspiel) aus den EM-Stadien in Salzburg und Wien.

Im September 2009 erfolgt die Fertigstellung des zweiten Großstudios, des Studios „H“ in Adlershof. Das Studio wird mit der Sendung Das Fernsehduell Merkel – Steinmeier am 13. September in Betrieb genommen.

2010–2011[Bearbeiten]

2010 überträgt Studio Berlin Adlershof unter anderem das World Feed des Eröffnungs-, sowie des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Johannesburg, Südafrika. Im Laufe des Jahres erwirbt die SBA den HDTV-Übertragungswagen "Ü1" und verfügt seit dem über eine Flotte von insgesamt 4 HDTV-Übertragungswagen.

2011 überträgt Studio Berlin Adlershof die 6. Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland aus den Stadien in Frankfurt am Main,Augsburg, Sinsheim und Leverkusen. Des Weiteren baut die SBA am Berliner Gasometer eine High-Definition-Fernsehregie für die wöchentliche Übertragung der Talkshow Günther Jauch (Fernsehsendung).

2012[Bearbeiten]

Mit insgesamt 4 HDTV-Übertragungswagen ist Studio Berlin Adlershof abermals maßgeblich an der Erstellung des World Feed Signals für die Endrunde der 14. Fußball-Europameisterschaft der Herren 2012 beteiligt. Die SBA überträgt diesmal 9 Spiele aus den EM-Stadien in Warschau und Danzig.

2013[Bearbeiten]

Zum achten Mal in Folge überträgt die Studio Berlin Adlershof GmbH auch diesmal die Live-Gala zur 48. Verleihung Die Goldene Kamera von Hörzu.

Ebenso ist die SBA unter dem Einsatz ihrer HDTV-Übertragungswagen maßgeblich an der Live-Übertragung zur Verleihung des ECHO 2013 beteiligt.

Ein absolutes Highlight stellte dieses Jahr das TV-Duell dar, welches seit 2002 bei Studio Berlin in Adlershof ausgetragen und live übertragen wird.

Dienstleistungen[Bearbeiten]

Aktuelle Produktionen[Bearbeiten]

Derzeit werden / wurden von Studio Berlin Adlershof beispielsweise folgende Sendungen produziert:

 Commons: Studio Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten]

52.43027777777813.542777777778Koordinaten: 52° 25′ 49″ N, 13° 32′ 34″ O