Günther Jauch (Fernsehsendung)

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Seriendaten
Originaltitel Günther Jauch
Günther Jauch Logo.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 2011
Produktions-
unternehmen
i&u TV
Länge 60 Minuten
Episoden 120+ in 4+ Staffeln
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich
(sonntags 21:45 Uhr)
Genre politische Talkshow
Moderation Günther Jauch
Erstausstrahlung 11. September 2011 auf Das Erste

Günther Jauch ist eine wöchentliche Talkshow mit Schwerpunkt auf politischen und gesellschaftspolitischen Themen. Die Live-Sendung wird seit dem 11. September 2011 am Sonntagabend um 21:45 Uhr im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm Das Erste sowie im öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogramm hr-info ausgestrahlt und dauert 60 Minuten. Moderator und Namensgeber der Sendung ist Günther Jauch.

Für die Sendung erhält Jauchs Produktionsfirma i&u TV laut eines Presseberichts 10,5 Millionen Euro pro Jahr.[1]

Konzept und Ablauf[Bearbeiten]

Günther Jauch sendet unter dem Slogan „Der Polittalk aus dem Herzen der Hauptstadt“. Jeden Sonntag um 21:45 Uhr empfängt Moderator Günther Jauch im Studio im Berliner Gasometer Gäste aus Politik und Gesellschaft, um mit ihnen über das Thema der Woche zu diskutieren. Der Talk soll aktuell sein, für die Zuschauer relevant und emotional bewegend.

Die Anzahl der Talkgäste ist nicht festgelegt. Ein Einzeltalk ist genauso möglich wie die Diskussion in einer großen Runde.

Bei besonderen Anlässen werden auch Extra-Sendungen in das Programm eingeschoben, so z. B. am 17. Februar 2012 zum Rücktritt Christian Wulffs und am 16. Juni 2013 zur Hochwasserlage in Deutschland.

Produktion und Ausstrahlung[Bearbeiten]

Der Gasometer Schöneberg, in welchem die Sendung produziert wird.

Die Talksendung wird nicht in einem typischen Fernsehstudio produziert, sondern in einem alten Industriedenkmal, dessen 80 Meter hohe markante Stahlkonstruktion weithin sichtbar ist. Im Inneren des Gasometers befindet sich ein der Reichstagskuppel nachempfundener Veranstaltungsraum, der rund 300 Zuschauern Platz bietet. Die Kuppel war 2006 als Talkarena für die Fußballweltmeisterschaft gebaut worden und stand damals vor dem Bundestagsgebäude in Berlin.

Produziert wird die Sendung im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks von der Produktionsfirma i&u TV, die 2000 von Günther Jauch gegründet wurde. Die technische Realisation wird seit Bestehen der Sendung von der Studio Berlin Adlershof GmbH durchgeführt.

Die Sendung wird live aus Berlin gesendet. Die Übertragung beginnt in der Regel sonntags um 21:45 Uhr. Darüber hinaus wird die Sendung auch im Internet als Livestream in der ARD und Das Erste Mediathek gezeigt. Die Sendungen sind dort sieben Tage abrufbar.

Sender Sendezeit
Das Erste-Logo.svg Sonntag, 21:45 Uhr (Erstausstrahlung)
Montag, 00:30 Uhr (Wdh.)
Phoenix Logo 2012.svg Montag, 09:45 Uhr (Wdh.)
Tagesschau24-2012.svg Montag, 20:15 Uhr (Wdh.)
NDR fernsehen Logo 2008.svg Dienstag, 00:55 Uhr (Wdh.)
Mdr-fernsehen-logo.svg Dienstag, 01:45 Uhr (Wdh.)

Themen und Gäste der bisherigen Sendungen[Bearbeiten]

Die Sendungen sind chronologisch nach der Ausstrahlung sortiert.

Quelle: DasErste.de[2]

Quoten[Bearbeiten]

Die Eröffnungssendung schauten bei Zuschauern ab drei Jahren rund fünf Millionen, in der werberelevanten Gruppe rund 1,2 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 18,6 bzw. 9,7 % entsprach.[3]

Der bisherige Quotenrekord wurde am 21. April 2013 aufgestellt. Die Sendung mit dem Thema „Der Fall des Uli Hoeneß – vom Saubermann zum Steuersünder?“ erreichte 6,67 Millionen Zuschauer ab drei Jahren, was einem Marktanteil von 23,0 Prozent entsprach.[4] Damit wurde die Sendung mit dem Thema „Tatort Rotlichtmilieu – Wie brutal ist das Geschäft mit dem Sex“, die 6,27 Millionen Zuschauer erreichte, überboten.[5]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

In der Sendung vom 18. Dezember 2011 erwähnte Jauch einen Bericht der Berliner Zeitung. Darin waren Gerüchte kolportiert worden, wonach die Bild-Zeitung überlege, einen Artikel über das angebliche Vorleben der damaligen Bundespräsidentengattin Bettina Wulff im Rotlichtmilieu zu veröffentlichen. Einige Monate später reichte Wulff eine Unterlassungsklage gegen Jauch ein.[6] Dieser willigte über seinen Anwalt ein, derartige Anspielungen nicht zu wiederholen, ließ aber verlauten, er habe nie eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern nur aus einem Bericht zitiert und daraus eine Frage formuliert. „Da ich allerdings kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit Frau Wulff habe, habe ich den Rechtsstreit beenden lassen, noch ehe mir die Klage von Frau Wulff überhaupt offiziell zugestellt wurde.“ [7]

Am 6. Mai 2012 ereignete sich in der laufenden Sendung ein Zwischenfall, als ein Zuschauer lautstark den anwesenden Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, unterbrach und versuchte, auf die Bühne zu gelangen. Er wurde von drei Sicherheitsleuten[8] überwältigt und aus dem Studio gebracht. Jauch ließ jedoch den Zuschauer mit den Worten „Hier wird keiner einfach aus der Sendung – wie in der Ukraine – rausgehauen“ wieder in das Studio führen. Hintergrund war die laufende Debatte über den Neubau der Berliner Schauspielschule, für die Wowereit verantwortlich ist. Eine Sprecherin der Protestaktion an der Hochschule gab zwar zu, dass es sich um einen ihrer Studenten handelte[9], gab aber nicht den Namen des Störers bekannt. Der NDR und Günther Jauch bekräftigten gegenüber DWDL.de, dass man auf eine Anzeige gegen den Studenten verzichten wolle.[10] Laut einer NDR-Sprecherin blieb der Mann unverletzt. Vereinzelt regte sich jedoch Kritik am rigorosen Eingreifen des Sicherheitspersonals im Studio.

Am 9. März 2014 kam es zu einem ähnlichen Zwischenfall. Ein Zuschauer näherte sich dem ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber, wurde aber von zwei Sicherheitsleuten überwältigt und aus dem Studio geführt. Jauch bat die Regie ihn über Details zu informieren. Am Ende der Sendung erklärte Jauch, der Mann hätte private Probleme mit seiner Wohnung und meine, diese Sendung wäre eine „Verarsche“. Dem Mann ginge es dementsprechend gut, man hätte ihn aber nicht in die Runde bitten können, um seine Anliegen zu besprechen.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Hans-Peter Siebenhaar: Die Fernseh-AG. In: Handelsblatt. Nr. 18, 25./26./27. Januar 2013, ISSN 0017-7296, S. 54 f.
  2. Günther Jauch – Das Erste. Abgerufen am 25. Januar 2014.
  3. Kritik zur ersten Sendung von Günther Jauch
  4. Alexander Kreil: Hoeneß-Talk verhilft Jauch zu neuem Rekord. In: DWDL.de. 22. April 2013, abgerufen am 22. April 2013.
  5. Uwe Mantel: Jauch mit neuem Rekord nach 11-Millionen-"Tatort". In: DWDL.de. 17. Dezember 2012, abgerufen am 17. Dezember 2012.
  6. Juristische Offensive: Bettina Wulff klagt gegen Günther Jauch und Google. In: Spiegel Online.de am 7. September 2012.
  7. Erfolg für Ex-First-Lady: Günther Jauch gibt im Streit mit Bettina Wulff nach. In: Spiegel Online.de am 8. September 2012.
  8. Mann stört Live-Sendung von „Günther Jauch“
  9. Protestaktion bei Günther Jauch – Die Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin kämpft
  10. Das sind eben die Risiken einer Livesendung
  11. Mann stürmt bei „Günther Jauch“ die Bühne