Tüttleben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tüttleben
Tüttleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tüttleben hervorgehoben
50.94527777777810.789722222222282Koordinaten: 50° 57′ N, 10° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Nesseaue
Höhe: 282 m ü. NHN
Fläche: 7,26 km²
Einwohner: 759 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 03621
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 071
Adresse der Verbandsverwaltung: Dr.-Külz-Straße 4
99869 Friemar
Webpräsenz: www.vg-nesseaue.de
Bürgermeister: Klaus Lewald (CDU)
Lage der Gemeinde Tüttleben im Landkreis Gotha
Ballstädt Bienstädt Brüheim Bufleben Crawinkel Dachwig Döllstädt Drei Gleichen Emleben Waltershausen Eschenbergen Friedrichroda Friedrichswerth Friemar Georgenthal Gierstädt Goldbach Gotha Gräfenhain Großfahner Günthersleben-Wechmar Haina Herrenhof Hochheim Hohenkirchen Hörsel (Gemeinde) Leinatal Luisenthal Molschleben Nesse-Apfelstädt Nottleben Ohrdruf Petriroda Pferdingsleben Remstädt Schwabhausen Sonneborn Tabarz Tambach-Dietharz Tonna Tröchtelborn Tüttleben Waltershausen Wangenheim Warza Westhausen Wölfis Zimmernsupra Thüringen Erfurt Ilm-Kreis Landkreis Schmalkalden-Meiningen Wartburgkreis Eisenach Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis SömmerdaKarte
Über dieses Bild

Tüttleben ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 8 km östlich der Kreisstadt Gotha und etwa 15 km westlich von Erfurt direkt an der Bundesstraße 7.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Tüttleben wurde bereits zwischen 822 und 842 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Der Ort gehörte bereits im Jahr 1421 zum Amt Gotha, welches ab 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha, ab 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und ab 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha gehörte. Seit 1920 lag er im Land Thüringen.

Im Dezember 1945 wurden in Tüttleben, das in der SBZ lag, 17 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren unter "Werwolf"-Verdacht verhaftet. Nach Verhören, seelischen und körperlichen Misshandlungen in den Gefängnissen des KGB in Gotha und in Weimar nahm sich ein 17-Jähriger dort das Leben. Die anderen Jugendlichen (bis auf zwei 14-Jährige) wurden für Jahre in das sowjetische Speziallager Sachsenhausen verbracht. Dort verstarben drei von ihnen; im Zuchthaus Bautzen, damals ebenfalls sowjetisches Speziallager, ein weiterer Junge.[3] Seit dem 9. April 1992 ist Tüttleben mit den Gemeinden Bienstädt, Eschenbergen, Friemar, Molschleben, Nottleben, Pferdingsleben, Tröchtelborn und Zimmernsupra in der Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 659
  • 1995 - 645
  • 1996 - 641
  • 1997 - 729
  • 1998 – 739
  • 1999 – 751
  • 2000 - 752
  • 2001 - 775
  • 2002 - 779
  • 2003 - 770
  • 2004 - 784
  • 2005 - 768
  • 2006 – 759
  • 2007 - 754
  • 2008 – 745
  • 2009 – 748
  • 2010 – 747
  • 2011 – 765
  • 2012 – 760
  • 2013 – 759
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Viti

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die im gotischen Stil errichtete Kirche St. Viti.
  • An der Straße nach Seebergen befindet sich auf einem 18000 m² großen Vereinsgelände Thüringens einzige Windhundrennbahn, die am 1. Juni 1986 mit einem Bahnrennen in Betrieb genommen wurde. Jährlich drei Rennen werden hier ausgetragen.[4]
  • In unmittelbarer Nachbarschaft zur Hunderennbahn liegt ein Seniorenpflegeheim, das 142 Bewohner aufnehmen kann.

Denkmale[Bearbeiten]

  • Tafel an einem Gedenkstein am Kriegergarten (an der B7) mit der Inschrift: "Unschuldige Opfer / stalinistisch-sowjetischer / Willkür und Gewaltherrschaft / 1945-1950 / Den Toten zum Gedenken / Den Lebenden zur Mahnung / In sowjetischen Speziallagern / umgekommen: Namen von fünf Jugendlichen und einem Erwachsenen"

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Kahl:Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 290
  3. Benno Prieß:Erschossen im Morgengrauen. Mitherausgeber: Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Eigenverlag, Calw. 2.Auflage, 2002. ISBN 3-926802-36-7. S. 73-76
  4. Allgemeiner Anzeiger Gotha, 22. Juni 2011, Titelseite
  5. Albert Schumann: Laurentii, Johann Gottlieb. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 61 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tüttleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien