Tröchtelborn

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Wappen Deutschlandkarte
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Tröchtelborn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tröchtelborn hervorgehoben
50.992510.817222222222310Koordinaten: 51° 0′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Nesseaue
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 5,67 km²
Einwohner: 317 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 036258
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 068
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dr.-Külz-Str. 4
99869 Friemar
Webpräsenz: www.vg-nesseaue.de
Bürgermeister: Hartmut Brand (CDU)
Lage der Gemeinde Tröchtelborn im Landkreis Gotha
Ballstädt Bienstädt Brüheim Bufleben Crawinkel Dachwig Döllstädt Drei Gleichen Emleben Waltershausen Eschenbergen Friedrichroda Friedrichswerth Friemar Georgenthal Gierstädt Goldbach Gotha Gräfenhain Großfahner Günthersleben-Wechmar Haina Herrenhof Hochheim Hohenkirchen Hörsel (Gemeinde) Leinatal Luisenthal Molschleben Nesse-Apfelstädt Nottleben Ohrdruf Petriroda Pferdingsleben Remstädt Schwabhausen Sonneborn Tabarz Tambach-Dietharz Tonna Tröchtelborn Tüttleben Waltershausen Wangenheim Warza Westhausen Wölfis Zimmernsupra Thüringen Erfurt Ilm-Kreis Landkreis Schmalkalden-Meiningen Wartburgkreis Eisenach Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis SömmerdaKarte
Über dieses Bild
Dorfkirche

Tröchtelborn ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue im thüringischen Landkreis Gotha.

Geographie[Bearbeiten]

Tröchtelborn liegt in der Senke zwischen den Fahnerschen Höhen im Norden und den Seebergen im Südwesten, an einer historischen Verbindungsstraße von Erfurt nach Gotha. Die Nachbarorte sind (im Uhrzeigersinn ab Bienstädt im Nordosten) Bienstädt, Zimmernsupra, Nottleben, Pferdingsleben, Friemar und Molschleben.

Geschichte[Bearbeiten]

Tröchtelborn liegt in altem germanischem, vorher keltischem Siedlungsgebiet. Der Ortsname ist ebenfalls germanischen Ursprungs (born=Quelle).

Im April 1945 wurde Tröchtelborn nachts durch amerikanische Artillerie beschossen. Dabei wurde die Kirche schwer beschädigt, ebenso eine Reihe von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Unter der Bevölkerung, die sich in die Keller geflüchtet hatte, entstanden keine Verluste. Anfang Juli 1945 übergaben die Amerikaner Tröchtelborn, wie ganz Thüringen, an die Rote Armee. Damit wurde es Teil der SBZ und 1949 der DDR.

Nach der Wende und Wiedervereinigung erfolgten dringend notwendige Restaurierungsarbeiten an Kirche und Wohngebäuden. Das weitgehend erhaltene Dorfbild wurde wieder ansprechend, auch der Anger erneuert und wieder zum Mittelpunkt des Ortes. Das Vereinsleben wurde wiederbelebt und ein Heimatmuseum eingerichtet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 – 354
  • 1995 – 356
  • 1996 – 359
  • 1997 – 357
  • 1998 – 342
  • 1999 – 355
  • 2000 – 344
  • 2001 – 343
  • 2002 – 337
  • 2003 – 325
  • 2004 – 333
  • 2005 – 337
  • 2006 - 343
  • 2007 − 347
  • 2011 - 297
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die St.-Bonifatius-Kirche - eine Saalkirche mit Holztonne und dreiseitig geschlossenem Chor, stammt aus den Jahren 1603 bis 1605. Das Kirchenschiff des romanischen Vorgängerbaus aus dem 11. Jahrhundert stand auf der abgewandten Seite des Wehrturms. Die heutige Kirche wurde in einer Übergangszeit errichtet, die Baumeister wählten den (noch) beliebten spätgotischem Stil mit filigranen Maßwerkfenstern. Die Innenausstattung wurde durch Um- und Ausbauten in eine barocke Fassung überführt. Man findet dort zwei durch Treppenstiegen erschlossene Emporen aus dem 18. Jahrhundert mit Ausmalungen, einen Taufstein aus gleicher Zeit und das noch original erhaltene Orgel-Instrument aus der Werkstatt des Franciscus Volckland, gefertigt und eingebaut im Jahr 1761. Im April 1945 wurde die Kirche durch Artilleriebeschuss beschädigt und nur notdürftig wieder instand gesetzt. Aus Mitteln eines Notsicherungsprogramms der Thüringischen Kirchenbauverwaltung erfolgten von 1992 bis 1996 Sanierungsarbeiten, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich mit einer zusätzlichen Spende von 130.000 DM. Erste Gottesdienste waren nach der statischen Freigabe und entsprechenden Absicherungsarbeiten der Baustelleneinrichtung schon ab 1992 wieder möglich, dieser Erfolg wurde mit einem "Knopffest" gefeiert.
  • Das Pfarrhaus aus Fachwerk mit idyllischem Garten liegt unweit der Kirche. Es war 1610 bis 1621 Wohn- und Amtssitz von Michael Altenburg, Pfarrer und Komponist des Frühbarock. Das Altenburgsche Wohnzimmer, eine Bohlenstube, dient als Winterkirche, für Treffen und Feiern.
  • Das Heimatmuseum „Steinerthof“ in Tröchtelborn wurde 1996 gegründet. Ein ehemaliger Kleinbauernhof aus dem 19. Jh. mit Scheune, Ställen und Wohnhaus wurde rekonstruiert, wobei viele ursprüngliche Materialien, wie Waidfarbe, Ziegelplatten und Kalksteinpflaster verwendet wurden.

Galerie[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit dem Ort verbunden sind[Bearbeiten]

  • Michael Altenburg (* 1584 in Alach, † 1640 in Erfurt), Pfarrer (in Tröchtelborn von 1610 - 1621), Kantor und bedeutender Komponist seiner Zeit

Vereins- und Gemeindeleben[Bearbeiten]

  • Heimat- und Kulturverein
  • Feuerwehrverein Tröchtelborn e.V.
  • Tröbo e.V.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Rochus von Liliencron: Apel, Georg Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 500.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tröchtelborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien