Vilâyet Cezayir

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Das Vilâyet Dschesair um 1900
Karte zum Vilayet Dschesair mit Kreta von 1890

Vilâyet Cezayir (Dschesair) war der Name einer Provinz des Osmanischen Reiches. Vilâyet ist die türkische Bezeichnung für „Provinz“; Dschazāʾir heißt auf arabisch „Inseln“. Beispielsweise ist AI-Dschesair der Namensursprung von Algier. Der vollständige Name von Vilayet Dschesair war Cezayir-i Bahr-i Sefid („Inseln des Weißen Meers“). Mit „Weißem Meer“ ist das Ägäische Meer gemeint. Gegründet wurde diese Provinz im 15. Jahrhundert.

Die Provinz umfasste die Inseln des nördlichen und östlichen Ägäischen Meers (zwischen der Halbinsel Chalkidike, der thrakischen Küste und dem Hellespont und längs der kleinasiatischen Küste), und unterteilte sich in fünf Liwas: Zypern (unter englischer Verwaltung), Rhodos, Chios, Midilli und Lemnos. Sie hatte eine Fläche von 14.547 km² (ohne Zypern) und zählte etwa 440.000 Einwohner. Die Hauptstadt war Chios. Von 1660 bis 1703 und im Jahr 1784 gehörte Zypern mit zum Vilâyet Cezayir.

Das Vilâyet Cezayir unterstand genauso wie die Provinz Zypern (Vilâyet Kıbrıs) dem osmanischen Marineminister (Kapudan Pascha).

Das Vilâyet Cezayir darf nicht mit der heutigen türkische Bezeichnung für Algerien (türk. Cezayir) verwechselt werden. Der osmanische Name für die algerische Provinz lautete Cezayir-i Garp (Westliches Cezayir). Die Bezeichnung Westlich wurde nach dem Verlust der ägäischen Inseln und dem Untergang des Vilayets Cezayir nicht mehr benötigt und kam in Wegfall.

Literatur[Bearbeiten]