Drei
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Die Drei ist die natürliche Zahl zwischen Zwei und Vier.
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[Bearbeiten] Mathematik
Drei ist die erste ungerade Primzahl und die zweit-kleinste nach der Zwei. Gleichzeitig ist sie die erste Mersenne-Primzahl (22 − 1), die erste Fermat-Primzahl (
), sowie die zweite Sophie-Germain-Primzahl und der zweite Mersenne-Primzahl-Exponent. Sie ist die fünfte Zahl der Fibonacci-Folge und die dritte, die einmalig ist.
Das Dreieck ist die einfachste geometrische Figur in der Ebene. Mit der Berechnung seiner Größen beschäftigt sich die Trigonometrie.
Dreierregel: Ist die Quersumme einer Zahl ein Vielfaches von drei, ist die zugrundeliegende Zahl durch drei teilbar.
[Bearbeiten] Darstellung durch Zahlzeichen
Drei ist in den meisten Schriftsystemen die größte Zahl, die mit ebenso vielen Strichen geschrieben wird, wie die repräsentierte Zahl. So gingen die Römer bei der Darstellung der 4 von ursprünglich IIII auf IV über, jedoch wird die Drei bei den römischen Zahlen, wie im Chinesischen mit drei Strichen dargestellt – erstere vertikal (III), letztere horizontal.
Die indische Brahmi-Zahl für die Drei wurde wie die chinesische mit drei horizontalen Linien geschrieben, während die Gupta die drei Linien mehr gebogen darstellten (siehe Abb. oben, 1. und 2. Skizze von links). Die Nagari gingen dazu über, die noch horizontalen Linien am rechten Ende im Uhrzeigersinn abwärts zu ziehen (s. Abb. 3). Nach und nach verbanden sie die Linien mit der jeweils darunter liegenden und entwickelten so ein Zeichen, das der modernen 3 schon sehr ähnlich sah, allerdings mit einem zusätzlichen Abstrich an der Basis (s. Abb. 4 & 5). Schließlich waren es die Araber des Maghreb, die mit der Ghubar-Schrift den „Extraschnörkel“ beseitigten und so die moderne 3 entwickelten (s. Abb. 6). Im Gegensatz dazu war der Extraschnörkel für die Ostaraber sehr wichtig: Sie machten ihn viel größer, während sie gleichzeitig die darüberliegenden Striche in eine horizontale Achse rotierten. Auf diese Weise entwickelte sich eine Drei (٣), die wie eine gespiegelte Sieben aussah, mit zwei Erhöhungen auf der obersten Linie.
Das chinesische Zahlzeichen ist chin. 三, sān, in formaler (d. h. schwerer fälschbarer) Schreibweise chin. 叁, sān. Weil das chinesische Wort ähnlich wie der Begriff für „lebendig“ (chin. 生, shēng) klingt, gilt die Drei in China als „gute Zahl“.
[Bearbeiten] Sprachliches
Nicht alle Sprachen haben ein eigenes Zahlwort für die Drei. Einige Sprachen wie die der Torres-Strait-Insulaner kennen nur Wörter für die 1 und die 2, mit denen durch Kombination die Zahlen 3, 4, 5 und 6 dargestellt werden. Größere Mengen werden lediglich mit „viel“ bezeichnet. Einige austronesische und australische Sprachen haben andererseits einen eigenen Numerus für die Dreiheit, den Trial bewahrt.
In Fremdwörtern sowohl aus dem Lateinischen als aus dem Griechischen steht die Wurzel tri für die Drei, in Trikolore, Triops. Ferner ist die lateinische Ordnungszahl tertius (der dritte) und die Mutiplikativform triplus (dreifach) in Form der Wurzeln terz bzw. tripel in deutsche Fremdwörter eingegangen, Terz und Tripelspiegel.
Bis drei zählen: Drei Impulse, die in gleichen Zeitabständen erfolgen, machen den dritten Impuls vorhersehbar. Somit sind drei Schläge die kürzeste Möglichkeit, einen Startmoment oder dergleichen anzusagen. Daher genügt es, bis drei zu zählen, wenn mehrere Personen etwas im selben Moment tun sollen. Auch viele Abzählreime zählen bis drei.
- Redensarten
- Aller guten Dinge sind drei.
- ewig und drei Tage
- drei Kreuze schlagen/machen
- nicht bis drei zählen können
[Bearbeiten] Naturwissenschaften
Durch die Farbwahrnehmung des Menschen gibt es die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau, siehe Dreifarbentheorie. Ebenso gibt es die drei Raumdimensionen Breite, Länge und Höhe oder als verallgemeinert X, Y und Z. Es gibt dadurch bei der Berechnung von Bahnkurven (Himmelsmechanik) ein sogenanntes Dreikörperproblem.
[Bearbeiten] Gesellschaft und Geschichte
Drei Menschen sind die kleinste Gruppe, in der bei Abstimmungen eine absolute Mehrheit den Ausschlag für eine Entscheidung geben kann. Viele kleine Entscheidungsgremien bestehen daher aus drei Mitgliedern, zum Beispiel Spruchkörper im deutschen Gerichtswesen wie das Schöffengericht oder die kleine Strafkammer.
Die verstreuten empirischen und theoretischen Untersuchungen dazu fasst zusammen: Bálint Balla, Die Zahl Drei und die Soziologie, Reinhold Krämer, Hamburg 2008, ISBN 978-3-89622-089-9
[Bearbeiten] Journalismus
„Unter drei“ ist ein Code im deutschen journalistischen Sprachgebrauch. Er bezeichnet die informelle Regel, dass weder Quelle noch Inhalt genannt werden dürfen, die erhaltenen Informationen absolut vertraulich behandelt werden müssen und ausschließlich für den Hintergrund bestimmt sind (verdeckte Information).
[Bearbeiten] Kultur, Literatur, Musik und Geistesleben
Ein aus drei Teilen oder Einzelwerken bestehendes Werk bezeichnet man in der Bildenden Kunst als Triptychon, in Literatur und Musik meist als Trilogie. Die abendländische Harmonik in der Musik beruht auf dem Ordnen verschiedener Töne zu Dreiklängen.
- Literarische Werke
- Drei, Prosaband von Péter Zilahy, Stuttgart (Akademie Schloss Solitude) 2003, ISBN 3-929085-83-6
- Drei, zweiter Band von Stephen Kings Der Dunkle Turm, München (Heyne) 2005, ISBN 3-453-01215-1
[Bearbeiten] Mythologie und Religion
Die Drei gilt von alters her als göttliche bzw. heilige Zahl. Der Jahres- und Lebenszyklus wurde in vielen Kulturen als Dreiheit gesehen. Stichwörter hierfür sind
- Wachsen – Fruchtbarkeit – Vergehen
- Kindheit – Erwachsenenalter – Alter
- zunehmender Mond – Vollmond – abnehmender Mond
Eine Dreiheit von Göttern (Trias) als Symbol für die allumfassende Göttlichkeit existiert in vielen Kulturkreisen.
[Bearbeiten] Polytheistische Religionen
- Griechische Mythologie
- Ägyptische Mythologie: Isis, Osiris und Horus
- Hinduistische Mythologie: die drei Götter der Trimurti – Brahma (der Schöpfer), Vishnu (der Erhalter) und Shiva (der Zerstörer) – sind eine Art oberste göttliche Triade in einem Pantheon von etwa dreißig Millionen Göttern.
- Zur Bedeutung der Drei in der chinesischen Zahlensymbolik, siehe dort.
- Heidentum und Neuheidentum: Dreifaltigkeit der Großen Göttin: Jungfrau (»Liebesgöttin«), Mutter (»Fruchtbarkeitsgöttin«) und Altes Weib (»Todesgöttin«); jeweils zuständig für den Frühling, den Sommer und den Winter.
[Bearbeiten] Christentum
In der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters ist die Drei das Symbol für Gott. Sie findet sich insbesondere in der Dreifaltigkeit (Trinität) aus Vater, Sohn und heiligem Geist. Andere Beispiele sind die Heilige Familie, die Heiligen Drei Könige und die Auferstehung Christi am dritten Tag.
[Bearbeiten] Märchen und Volkssage
Im Märchen ist die Dreiheit ebenso häufig wie in der Mythologie. Beispiele hierfür sind:
- Drei Söhne oder Töchter des Königs oder des Müllers
- Drei Wünsche der (guten) Fee
- Drei zu bestehende Prüfungen
[Bearbeiten] Siehe auch
- Heilige Drei Könige
- Dreimächtepakt (Vertrag des Deutschen Reiches mit dem Kaiserreich Japan und dem Königreich Italien)
- Dreikaiserschlacht (Schlacht von Austerlitz)
- Dreimaster
- Dreimeilenzone (Hoheitsgewässer an Meeresküsten)
- Dreipass (Ornament der Gotik)
- Dreisatz (Berechnungsverfahren)
- Drei-Schluchten-Damm
- Dreispitz (Hutform)
- Dreisprung (Disziplin der Leichtathletik)
- Dreifaltigkeit
- Dreifuß (dreifüßiges Gefäß oder Möbel)
- Dreiklang (Zusammenklang aus drei verschiedenen Tönen)
- Dreizack (Waffe des Meeresgottes)
- Ternär (Objekte aus drei Teilen)