Inguschetien

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Subjekt der Russischen Föderation
Republik Inguschetien
Республика Ингушетия
ГІалгІай Мохк
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Südrussland
Fläche 3628 km²
Bevölkerung 508 090 Einw. (Stand: 2009[1])
Bevölkerungsdichte 140 Ew./km²
Hauptstadt Magas
Offizielle Sprachen inguschisch, russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Inguschen (77,3 %)
Tschetschenen (20,4 %)
Russen (1,2 %)
(Stand: 2002)
Präsident Junus-bek Jewkurow
Gegründet 10. Dezember 1992
Zeitzone UTC+3 (Sommerzeit: UTC+4)
Telefonvorwahlen (+7) 873xx
Postleitzahlen 386000–386999
Kfz-Kennzeichen 06
OKATO 26
Webseite www.ingushetia.ru
Lage innerhalb Russlands

Das im Nordkaukasus gelegene Inguschetien (russisch Ингушетия/ Transkription Inguschetija, inguschisch ГIалгIай Мохк/Ghalghai Mochk) ist eine autonome Republik in Russland.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Inguschetien ist eine kleine Republik in Südrussland. Sie liegt im nördlichen Kaukasusvorland zwischen Nordossetien-Alanien im Westen und Tschetschenien im Osten.

[Bearbeiten] Bevölkerung

In Inguschetien lebten laut der Volkszählung von 2002 467.294 Einwohner, davon 361.057 (77,27 %) Inguschen, 95.403 Tschetschenen (20,42 %) und 5.559 (1,19 %) Russen. Die inguschische Sprache gehört zu den kaukasischen Sprachen und ähnelt dem Tschetschenischen.

Die meisten Inguschen gehören - ebenso wie die tschetschenische Minderheit - dem Islam an. Inguschetien ist eine Hochburg der Geistlichen Verwaltung der Muslime des Nordkaukasus und des Moskauer Muftirates.

Siehe auch: Islam in Russland

[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung

Stadtkreis Einwohner
1. Januar 2006
Stadtbevölkerung Dorfbevölkerung
Karabulak 34.011 34.011 ---
Magas 337 337 ---
Malgobek 43.442 43.442 ---
Nasran 130.241 130.241 ---
Rajon Einwohner
1. Januar 2006
Fläche in km² Verwaltungszentrum
Dschairach 2.557 550 Dschairach
Malgobek 64.135 630 Malgobek
Nasran 87.597 630 Nasran
Sunscha 124.650 1.630 Ordschonikidsewskaja

[Bearbeiten] Städte

Die mit Abstand größte historische Siedlung ist die ehemalige Hauptstadt Nasran. Weitere große Orte sind Ordschonikidsewskaja, Malgobek, Karabulak, Ekaschewo und Troizkaja. Offizielle Hauptstadt ist seit Dezember 2002 die neuerrichtete Stadt Magas. Amtssprachen sind Inguschisch und Russisch.

In Inguschetien gibt es 4 Städte.

Stadt Russischer Name Rajon Einwohner
(1. Januar 2006)
Karabulak Карабулак kreisfrei 34.011
Magas Магас kreisfrei 337
Malgobek Малгобек kreisfrei 43.442
Nasran Назрань kreisfrei 130.241

[Bearbeiten] Politik

Präsident der Republik war seit dem 28. April 2002 Murat Sjasikow, der jedoch am 30. Oktober 2008 aufgrund heftiger Kritik wegen der andauernden Gewalt im Nordkaukasus freiwillig zurücktrat. Am Folgetag wurde der Berufsoffizier Oberst Junus-bek Jewkurow als neuer Präsident eingesetzt.

Regierungschef ist seit November 2008 der vorherige Wirtschaftsminister Raschid Gaissanow.

Am 22. Juni 2009 wurde der Präsident Inguschetiens, Junus-Bek Jewkurow, bei einem Anschlag auf seinen Wagenkonvoi schwer verletzt. Jewkurow befinde sich in einem ernsten Zustand, sei jedoch außer Lebensgefahr, teilte ein Sprecher des Präsidialamtes mit. Vier Leibwächter wurden getötet, weitere Personen verletzt.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Inguschetien war zu Zeiten der Sowjetunion Teil der Tschetschenisch-Inguschetischen Autonomen Sowjetrepublik (ASSR). Nach Auflösung der UdSSR wurde die Trennung vom nach Unabhängigkeit strebenden Tschetschenien am 10. Dezember 1992 durch eine Verfassungsänderung festgeschrieben und Inguschetien zu einer eigenständigen Republik innerhalb Russlands. Die Teilung war bereits am 1. Oktober 1991 – noch während des Bestehens der Sowjetunion – vom Obersten Sowjet der RSFSR beschlossen worden. Erster Präsident war von März 1993 bis Dezember 2001 Ruslan Auschew, der 2002 vom russischen Präsidenten Wladimir Putin durch den früheren KGB-General Murat Sjasikow ersetzt wurde.

Im Jahr 2003 wurde Magas zur Hauptstadt erklärt und löste damit Nasran als Regierungssitz ab. Im Juni 2004 kam es zu einem großangelegten Überfall tschetschenischer und inguschetischer Separatisten (siehe Rebellenangriff auf Inguschetien 2004). Etwa 200 schwerbewaffnete Personen überfielen Regierungsgebäude und strategisch wichtige Objekte. Es gab zahlreiche Opfer zu beklagen – etwa 90, unter ihnen auch der amtierende Innenminister Kostojew.

Unter Präsident Murat Sjasikow beklagten Menschenrechtsorganisationen und regierungskritische Journalisten eine Zunahme von Entführungen, Morden und Übergriffen durch staatliche Organe. Etwa 150 Menschen sollen während seiner Amtszeit verschwunden sein. Darüber hinaus wurde die Presse- und Informationsfreiheit stärker eingeschränkt als in anderen Teilen Russlands. So wird berichtet, dass die Internetseite des kremlkritischen Radiosenders Echo Moskwy nicht erreichbar ist.[3]

2008 wurde die Tätigkeit der oppositionellen Internetseite Ingushetiya.ru verboten. Deren Besitzer Magomed Jewlojew kam im August desselben Jahres in Polizeigewahrsam ums Leben, die Chefredakteurin der Seite floh nach Frankreich. Kundgebungen gegen die politische Führung der Teilrepublik wurden teilweise gewaltsam aufgelöst.

Im ersten Halbjahr 2008 kamen 70 Polizisten bei bewaffneten Angriffen von Islamisten um; bewaffnete inguschetische Staatsorgane entführten und ermordeten auf Razzien immer wieder junge Männer. In Reaktion auf den Kaukasus-Konflikt zwischen Russland und Georgien und den Tod Jewlojews begann das oppositionelle „Volksparlament Inguschiens“ mit einer Unterschriftensammlung mit dem Ziel des Austritts Inguschetiens aus der Russischen Föderation. [4]

[Bearbeiten] Wirtschaft

Wirtschaftlich dominiert die Landwirtschaft. Zu den wichtigsten Bodenschätzen zählt Mineralwasser. Um die Wirtschaft anzukurbeln, wurde das Gebiet zur freien Wirtschaftszone erklärt, auch der Tourismus soll gefördert werden. Die Nähe zu Tschetschenien lässt bisher allerdings alle Versuche scheitern.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Inguschetien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Föderaler Dienst für staatliche Statistik Russlands
  2. Frankfurter Allgemeine Zeitung(faz.net), 22. Juni 2009
  3. Echo Moskwy: Руководство Ингушетии вводит ограничение на доступ жителей к интернету
  4. Der Spiegel 37/2008, S.122, Uwe Klußmann, Feinde ins Feuer
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