Tropic Thunder

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Filmdaten
Deutscher Titel Tropic Thunder
Originaltitel Tropic Thunder
Produktionsland USA, Vereinigtes Königreich, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge Kinofassung: 106 Minuten
Director’s Cut: 121 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Ben Stiller
Drehbuch Ben Stiller,
Justin Theroux,
Etan Cohen
Produktion Stuart Cornfeld,
Eric McLeod,
Ben Stiller
Musik Theodore Shapiro
Kamera John Toll
Schnitt Greg Hayden
Besetzung
Synchronisation

Tropic Thunder ist eine Actionkomödie aus dem Jahr 2008. Regie führte Ben Stiller, der den Film auch mitproduzierte, eine der Hauptrollen übernahm und gemeinsam mit Justin Theroux sowie Etan Cohen das Drehbuch schrieb.

Handlung[Bearbeiten]

Das Vietnamepos Tropic Thunder soll die Rückkehr für den Actionstar Tugg Speedman bedeuten, dessen Karriere im Abschwung ist. Um einen Erfolg des Filmes sicherzustellen, wurden der fünfmalige Oscarpreisträger Kirk Lazarus, der Rapper Alpa Chino und der berühmte Komiker Jeff Portnoy für den Film engagiert. Die Regie übernimmt der Brite Damien Cockburn nach dem Buch des Vietnamveterans John „Four Leaf“ Tayback. Als Anhänger von Method Acting hat Lazarus seine Haut chirurgisch schwarz einfärben lassen, um einen afroamerikanischen Soldaten zu spielen.

Die Dreharbeiten gestalten sich für Cockburn als schwierig, da die Allüren seiner Stars die Produktionskosten in die Höhe treiben und er damit den Zorn des Studiobosses Les Grossman auf sich zieht. Dieser droht dem Regie-Neuling damit, die Produktion ganz einzustellen. Veteran und Autor Four Leaf Tayback gibt ihm den Rat, die Stars inmitten des Dschungels auszusetzen und sie dort durch eine Hölle zu treiben, die von ihm und einem Spezialeffekt-Experten inszeniert wird. Die Schauspieler sollen dabei von versteckten Kameras gefilmt werden.

Als der Regisseur die Stars aber in der Wildnis aussetzt, wird er selbst durch eine alte Mine getötet, in die er versehentlich tritt. Tugg Speedman glaubt, dies sei nur ein Trick und spielt seine Rolle weiter, während die anderen Schauspieler zunehmend verunsichert sind und Speedman daraufhin alleine weiterziehen lassen. Speedman tötet in der ersten Nacht versehentlich einen Panda. Darüber ist er sehr schockiert, da er eigentlich eine Kampagne für den Schutz von Pandabären unterstützt.

Die Region wird von Drogenbanden kontrolliert, die Speedman gefangen nehmen. Der Anführer der Bande ist ein kleiner Junge, der Speedman nur deshalb am Leben lässt, weil er ein großer Fan von dessen Film Simple Jack ist. Die Lösegeldforderungen seiner Drogenbande stoßen beim Studioboss auf taube Ohren, während Speedmans Agent Rick Peck sich Sorgen um seinen Star macht. Grossman bietet Rick an, seinen Star aufzugeben und stattdessen die Versicherungssumme zu kassieren.

Die Gruppe der anderen Schauspieler gelangt schließlich zum Lager, in dem Speedman gefangen gehalten wird. Portnoys Heroinsucht lässt die Befreiung zwar fast scheitern, doch mit der Hilfe des Spezialeffekt-Experten, des angeblichen Vietnam-Veteranen Tayback und seines Agenten Rick Peck gelingt es ihnen schließlich, Speedman zu befreien und in einem Helikopter zu fliehen. Mithilfe von Aufnahmen der versteckten Kameras wird der Film beendet. Am Ende gewinnt der Film, der 400 Millionen Dollar einspielt, acht Oscars. Unter anderem gewinnt Speedman einen Oscar für die beste Hauptrolle. Grossmann ist zufrieden und tanzt alleine in seinem Büro.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in Los Angeles und auf Hawaii gedreht.[3] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 92 Millionen US-Dollar.[4][5] Der Film startete in den Kinos der USA am 13. August 2008. Der deutsche Kinostart folgte am 18. September 2008.[6] Der Film spielte in den Kinos weltweit ca. 188 Millionen US-Dollar ein, darunter ca. 106,8 Millionen US-Dollar in den Kinos der USA.[5]

Von Behindertenverbänden hieß es, „der Film verbreite Hassbotschaften“. Der Direktor der Down-Syndrome-Group, David C. Tolleson, klagte: „Nach dem Kinobesuch fühlte ich mich fast körperlich verletzt“.[7] Ben Stiller entgegnete: „Wir machen uns weder über Schwarze noch über Behinderte lustig. Der Film ist eine Satire auf Schauspieler, die sich zu wichtig nehmen und Rollen spielen, die sie nicht spielen sollten. Die Gags gehen quasi auf unsere Kosten.“[8]

Kritiken[Bearbeiten]

Kirk Honeycutt schrieb in der Zeitschrift The Hollywood Reporter vom 26. Juli 2008, die Komödie schaffe es, Raffinesse und Satire zu verbinden. Sie verspotte verwöhnte Schauspieler, Medientycoons und Kriegsfilme, die alle leichte Ziele seien – sie seien jedoch treffsicher und konsequent verhöhnt. Downey junior liefere eine „großartige komödiantische Darstellung“; Stiller schaffe es jedoch, dass alle Schauspieler ihren Anteil des Rampenlichts bekommen würden.[9]

Todd McCarthy schrieb in der Zeitschrift Variety vom 28. Juli 2008, der Film erzeuge beim Zuschauer gerade mal ein paar hohle Lacher. Die Mätzchen seien dünn, eintönig und redundant.[10]

Harald Peters lobte in der Zeitung Die Welt vom 14. September 2008 vor allem die „herrlich abwegige Idee, den Amerikaner Robert Downey junior einen australischen Schauspieler spielen zu lassen, der einen farbigen Soldaten spiele“. Sogar die kleinsten Nebenrollen seien „mit wunderbaren Darstellern besetzt, die ohne Rücksicht auf Verluste chargieren“ würden.[11]

Eric Pfeil schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18. September 2008, bereits die grobe Handlungsübersicht zeige, dass Stiller beabsichtigte, „eine Hollywood-Satire, die alle anderen Hollywood-Satiren johlend und grimassierend auf dem Seitenstreifen überholen sollte“ zu schaffen. Der Film sei „eine einzige Abi-Abschlussfahrt des modernen MTV-Zynismus, ein cleverer, mehrfach gebrochener Schülerstreich“. In dem Film würden der politischen Korrektheit „lustige bunte Mützchen“ aufgesetzt. Eine besondere Ironie sieht Pfeil darin, dass das Produktionsbudget die persiflierte Gigantomantie des Hollywood-Kinos noch übertreffe. An schauspielerischen Leistungen billigte er Stiller und Jack Black gute Leistungen zu, die „sich jedoch auf vertrautem Terrain“ bewegen würden. Die Darstellung des Kirk Lazarus durch Robert Downey junior, der „nur mit Mühe seinen australischen Akzent“ unterdrücke, bezeichnete der Kritiker als „denkwürdig“ und riet, sie in der Originalfassung zu erleben.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Nebendarsteller Robert Downey Jr. wurde für den Oscar und Golden Globe Award nominiert. Tom Cruise wurde für den Golden Globe Award (Bester Nebendarsteller) nominiert.

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Tugg Speedman Ben Stiller Oliver Rohrbeck
Kirk Lazarus Robert Downey Jr. Charles Rettinghaus
Jeff ‘Fats’ Portnoy Jack Black Tobias Meister
Kevin Sandusky Jay Baruchel Marcel Collé
Alpa Chino Brandon T. Jackson Simon Jäger
John ‘Four Leaf’ Tayback Nick Nolte Thomas Danneberg
Cody Danny McBride Lutz Schnell
Damien Cockburn Steve Coogan Bernd Vollbrecht
Rob Slolom Bill Hader Uwe Büschken
Tran Brandon Soo Hoo Konstantin Seidenstücker
Tru Trieu Tran Lie Wang
Byong Reggie Lee Fang Yu
Rick ‘Pecker’ Peck Matthew McConaughey Benjamin Völz
Les Grossman Tom Cruise Patrick Winczewski

Synchronbuch: Klaus Bickert
Synchronregie: Dietmar Wunder

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabekarte der FSK, abgerufen am 23. Januar 2011 (PDF; 81 kB)
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Filming locations for Tropic Thunder, abgerufen am 13. August 2008
  4. Box office / business for Tropic Thunder, abgerufen am 22. September 2008
  5. a b www.boxofficemojo.com, abgerufen am 22. September 2008
  6. Release dates for Tropic Thunder, abgerufen am 13. August 2008
  7. Die Dummheit von Schauspielern, abgerufen am 7. September 2008
  8. TV Spielfilm: Ausgabe 19/08 – „Krieg der Sternchen“ – Interview mit Ben Stiller, geführt von Rüdiger Meyer und Scott Orlin
  9. Filmkritik von Kirk Honeycutt, abgerufen am 15. Dezember 2010
  10. Filmkritik von Todd McCarthy, abgerufen am 13. August 2008
  11. Filmkritik von Harald Peters, abgerufen am 22. September 2008
  12. Die Trottel von Hollywood: „Tropic Thunder“ in der FAZ.net vom 18. September 2008, abgerufen am 22. September 2008