Universitätsklinikum Frankfurt am Main

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Zentralbau 2007
Senckenbergische Pathologie mit Kapelle 2008

Das Universitätsklinikum Frankfurt ist das Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (KGU) in Frankfurt am Main und ist damit eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Es befindet sich am Theodor-Stern-Kai in den Stadtteilen Niederrad und Sachsenhausen-Nord.

Kennzahlen[Bearbeiten]

Forschungs- und Laborgebäude 2005

Das Krankenhaus besteht seit 1914, dem Gründungsjahr der Universität. Von 4055 Mitarbeitern sind 1050 Ärzte bzw. Wissenschaftler und 1380 Pflegekräfte. Jährlich werden etwa 47.000 stationäre und 220.000 ambulante Patienten versorgt. 3.200 Studenten stehen 16 Hörsäle zur Verfügung. Schulen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Krankenpflege und technische Assistenten in der Medizin sind angeschlossen.[1] Mit einer Fläche von rund 460.000 Quadratmetern ist das Gelände des Universitätsklinikums etwa so groß wie die Frankfurter Altstadt und hat eine Kapazität von 1169 Betten. Damit ist es nach dem vereinigten Universitätsklinikum Gießen und Marburg das zweitgrößte Krankenhaus in Hessen. Orthopädische Patienten werden in einem eigenständigen Krankenhaus versorgt, der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim, die auf einen 1909 in Wiesbaden gegründeten „Verein für Krüppelfürsorge“ zurückgeht.[2]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Universitätsklinikum Frankfurt beherbergt 25 medizinische Kliniken und Institute sowie weitere 25 Forschungsinstitute.[3] Es ist eines der deutschen Transplantationszentren und bietet eine Sonderisolierstation für die Behandlung von hochinfektiösen Patienten. Seit Mitte der 1980er Jahre werden HIV-infizierte Patienten behandelt und die Erkrankung AIDS erforscht.[4] Das Krankenhaus ist auf eine MANV-Situation vorbereitet und führte 2009 eine diesbezügliche Übung durch.[5]

Klinik- und Institutsgebäude[Bearbeiten]

Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Neubaus von 2007[6]

Das Klinikgelände wurde im Pavillonstil errichtet. In den 1970er Jahren kamen weitere Gebäude und ein langgestreckter, die Anlage dominierender Zentralbau hinzu. Bereits seit den 1960er Jahren hatte man erkannt, dass die Bauweise eines Krankenhausgeländes mit dessen internen Machtstrukturen in Verbindung steht und ergonomischen Gesichtspunkten folgen sollte. Bereits damals wurde auf den Zusammenhang von baulicher Struktur und im Krankenhaus erworbenen Infektionen hingewiesen, ein Gesichtspunkt, der mit dem zunehmenden Auftreten multiresistenter Problemkeime heute stark an Bedeutung gewonnen hat.[7] Heute wird Wert auf kompakte, prozessoptimierte Bauten gelegt. Man strebt kurze Wege für Patienten, Personal und Material an, die Gebäudetechnik hat sich weiterentwickelt.

2004 wurden ein neues Hörsaalgebäude und ein „Forschungsturm“ in Betrieb genommen. Darauf folgte Ende 2007 eine Erweiterung des Zentralbaus, die die zentrale Notaufnahme, bildgebende Diagnostik, die Operationsabteilung und eine Intensivstation beherbergt. Auf dem Dach ist ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet. Die Sanierung des Zentralbaus und seiner Fassade sind 2010 in Gang, weitere Baumaßnahmen in Planung.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Udo Benzenhöfer: Universitätsmedizin in Frankfurt am Main von 1914 bis 2014. Kontur-Verlag, Münster 2014, ISBN 978-3-944998-01-5.
  • Udo Benzenhöfer: Die Frankfurter Universitätsmedizin zwischen 1933 und 1945. klemm + oelschläger, Münster/Ulm 2012, ISBN 978-3-86281-050-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universitätsklinik Frankfurt am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website der Universitätsklinik. Abgerufen am 29. September 2010.
  2. www.orthopaedische-uniklinik.de Klinikgeschichte
  3. Website der Universitätsklinik. Abgerufen am 30. September 2010.
  4.  Traurige Bilanz. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1986 (online).
  5. Pressemitteilung vom 12. November 2009
  6. http://www.helipad.org/app/default.asp?padId=712
  7.  Aus der grünen Bibel. In: Der Spiegel. Nr. 13, 1961 (online).
  8. Website der Universitätsklinik. Abgerufen am 29. September 2010.

50.0947222222228.6611111111111Koordinaten: 50° 5′ 41″ N, 8° 39′ 40″ O