Urnäsch

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Urnäsch. Für den gleichnamigen, durch Urnäsch fliessenden Fluss siehe Urnäsch (Fluss).
Urnäsch
Wappen von Urnäsch
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Hinterlandw
BFS-Nr.: 3006i1f3f4
Postleitzahl: 9107
Koordinaten: 739646 / 24247247.3183289.285837826Koordinaten: 47° 19′ 6″ N, 9° 17′ 9″ O; CH1903: 739646 / 242472
Höhe: 826 m ü. M.
Fläche: 48.23 km²
Einwohner: 2241 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 46 Einw. pro km²
Website: www.urnaesch.ch
Urnäsch

Urnäsch

Karte
Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton St. Gallen Kanton St. Gallen Bezirk Mittelland Bezirk Vorderland Herisau Hundwil Schönengrund Schwellbrunn Stein AR Urnäsch WaldstattKarte von Urnäsch
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Urnäsch ist die flächenmässig grösste politische Gemeinde des Schweizer Kantons Appenzell Ausserrhoden.

Geografie[Bearbeiten]

Urnäsch liegt südlich von Waldstatt am Flüsschen gleichen Namens und an der Bahnlinie, die Herisau mit Appenzell verbindet. Hier beginnt die Passstrasse über die Schwägalp nach Neu St. Johann. Der tiefste Punkt ist Murbach mit 722 m ü. M., der höchste Petersalp mit 1'590 m ü. M. Eine eigene Kirche hat Urnäsch bereits seit 1417. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Waldstatt, Hundwil, Nesslau-Krummenau, Hemberg, Schönengrund und Schwellbrunn.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1859 1910 1965 1977 1990 2000 2005 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Einwohner 2460 3270 2250 2300 2393 2335 2282 2262 2242 2278 2273 2250 2257

Dorferneuerung[Bearbeiten]

Urnäsch kandidierte 2008 bei der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2008. Zusammen mit vier weiteren Gemeinden setzte die Jury Urnäsch hinter dem Siegerdorf Sand in Taufers im Südtirol auf den Ehrenplatz. Die Jury lobte besonders das Reka-Feriendorf, „das schlichtweg als Referenzprojekt für nachhaltige, qualitätvolle Architektur und Bautechnik im ländlichen Raum anzusehen ist“.[2]

Bahnhof und Post Urnäsch 2005

Verkehr[Bearbeiten]

Urnäsch liegt an der Strecke Gossau SGWasserauen der Appenzeller Bahnen. Eine Busverbindung führt zur Schwägalp. Dort ist die Talstation der Luftseilbahn Schwägalp–Säntis.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Silvesterkläuse am Alten Silvester, 13. Januar 2010

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Brauchtum[Bearbeiten]

In Urnäsch wird das Brauchtum rege gepflegt. Der am besten bekannte Brauch ist der Alte Silvester am 13. Januar, an dem die Silvesterkläuse in Erscheinung treten.

Jeweils in den ungeraden Jahren wird am Fasnachtsmontag, dem sogenannten Blochmontag, ein spezieller Fasnachtsbrauch durchgeführt: Ein geschmückter Baumstamm, das Bloch, wird von den Männern der Blochgesellschaft auf einem Wagen von Urnäsch über Waldstatt nach Herisau und wieder zurückgezogen und zum Schluss auf dem Urnäscher Dorfplatz durch den Förster versteigert.[3]

Im Frühsommer, Mai und Juni, sind die Alpfahrten der Bauern. Der Weg vom Bauernhof zur Alp mit den Kühen wird zu Fuss zurückgelegt. Im September kehren die Bauern mit ihrem Vieh wieder von den Alpen zurück.

Urnäsch ist auch ein Begriff in der Appenzeller Musik, deren Vertreter die bekannte Streichmusik Alder ist. Alljährlich Ende April findet der Appenzeller Streichmusiktag statt.

Appenzeller Brauchtumsmuseum

Heimatmuseum[Bearbeiten]

Im Dorfkern von Urnäsch befindet sich das Appenzeller Brauchtumsmuseum. Es zeigt einen repräsentativen Querschnitt über das Brauchtum, die Kultur und die Volkskunst des Appenzellerlandes.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Urnäsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Bewertung durch die Jury (PDF-Datei; 19 kB)
  3. Das Urnäscher Bloch, ein alter Fasnachtsbrauch