Rehetobel

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Rehetobel
Wappen von Rehetobel
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Vorderlandw
BFS-Nr.: 3034i1f3f4
Postleitzahl: 9038
Koordinaten: 754223 / 25466647.4247219.482778958Koordinaten: 47° 25′ 29″ N, 9° 28′ 58″ O; CH1903: 754223 / 254666
Höhe: 958 m ü. M.
Fläche: 6.75 km²
Einwohner: 1709 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 253 Einw. pro km²
Website: www.rehetobel.ch
Rehetobel

Rehetobel

Karte
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Rehetobel (alemannisch Rechtobel) ist eine politische Gemeinde im Vorderland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Rehetobel ist nach Schwellbrunn und Wald die dritthöchstgelegene Gemeinde des Kantons. Der Ort liegt zwischen St.Gallen (von dort etwa 20 Autominuten) und Heiden, die durch eine Postautolinie verbunden sind. Weiter südlich liegen Wald und Trogen. Der tiefste Punkt ist die Achmüli mit 610 m ü.M., der höchste Punkt ist der Kaienspitz mit 1120 m ü.M..

Geschichte[Bearbeiten]

Kirchenbau[Bearbeiten]

Am 29. August 1669 wurde die Rehetobler Kirche nach einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren fertiggestellt. Der Bau der Kirche machte Rehetobel unabhängig von den Kirchengemeinden in Trogen und in Herisau.

Dorfbrand 1796[Bearbeiten]

Der damals dort ansässige Pfarrer Johannes Lutz hat – entgegen seiner Gewohnheit – den Dorfbrand in keinem Bericht in den von ihm nachgeführten Bücher hinterlassen. Einzig folgender Satz blieb erhalten: «Anno 1796 den 9. April nachmittags war eine schreckliche Feuersbrunst oben im Dorf in einem Backenhaus entstanden, da ob der Kirche alle Häuser abgebrannt und die Kirche wurde wie durch ein Wunder Gottes gerettet.».

Durch spätere Untersuchungen fand man heraus, dass zur Brandzeit ein «relativ starkes» Erdbeben wütete und so den Backofen des Bäckerhauses beschädigte. Ein starker Nordwestwind trug dazu bei, dass das Feuer schnell umliegende Häuser angriff. Insgesamt gingen elf Häuser und neun Nebengebäude in Flammen auf.

Dorfbrand 1890[Bearbeiten]

Am 21. Juni 1890 brach nach 18 Uhr in den beiden zusammengebauten Häusern von Leonhard Rohner und Konrad Tanner im Dorf Feuer aus, das durch den starken Südwestwind sogleich auf das gegenüber stehenden Pfarrhaus, auf das Haus der Witwe Egger und das Spritzenhaus übertragen wurde.

Kurze Zeit später griff das Feuer auch auf die Kirche über, die bald lichterloh brannte und deren erst vier Jahre zuvor renovierten Turm bald wie ein feuriger Mahnfinger in den allmählich eindämmernden Abendhimmel hineinragte. Um 21 Uhr stürzte dann der Turm in einer Wolke sprühender Funken zusammen und nur das Gemäuer und das erst vier Jahre alte Gebäude blieb dank des eisernen Glockenstuhls stehen. Die Glocken wurden jedoch unbrauchbar und mussten neu gegossen werden.

Namen[Bearbeiten]

Der Name Rehetobel erscheint in den Urkunden im Vergleich zu den Gemeinden in der Umgebung relativ spät, nämlich erst 1463 in einem Stiftungsbrief der Kirche in Trogen. Die Urkunde erwähnt Güter, welche an Wald, an das Reh Tobel und an das Troger Tobel stossen. Ein weiteres Gut an der Nasen grenzt ebenfalls an das Reh Tobel. Der Name Rehetobel bezeichnet demnach ursprünglich lediglich das Waldtobel unterhalb des Rechbergs, das Moosbachtobel. Dieses wurde vom Rechberg aus benannt und Rehetobel ist daher eine Abkürzung aus Rechbergtobel. In der noch gebräuchlichen Mundartform "Rechtobel" ist der althochdeutsche Tiername "Réh" vor dem anschliessenden Konsonanten zu "rech" verändert worden, ähnlich wie bei Rechberg oder Rechstein. Man vermutet dass Rehetobel zwischen 1000 und 1300 besiedelt wurde.

Gastronomie und Wirtschaft[Bearbeiten]

Rehetobel auf einer Tuschfederzeichnung, ca. 1830

Man kann im Gupf (Gourmetrestaurant auf einem Hügel, dem Gupf nordöstlich vom Dorf) und in weiteren Restaurants speisen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1980 1416
2000 1742
2004 1786
2010 1703

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 3: Der Bezirk Vorderland. Birkhäuser AG, Basel 1981, ISBN 3-7643-1251-3. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 72.) S. 23–70.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)