Teufen AR

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AR ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Teufen zu vermeiden.
Teufen
Wappen von Teufen
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Mittellandw
BFS-Nr.: 3024i1f3f4
Postleitzahl: 9053
UN/LOCODE: CH TFN
Koordinaten: 747321 / 25062947.3900039.390003837Koordinaten: 47° 23′ 24″ N, 9° 23′ 24″ O; CH1903: 747321 / 250629
Höhe: 837 m ü. M.
Fläche: 15.25 km²
Einwohner: 6038 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 396 Einw. pro km²
Website: www.teufen.ch
Teufen

Teufen

Karte
Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton St. Gallen Kanton St. Gallen Bezirk Hinterland Bezirk Vorderland Bühler AR Gais AR Speicher AR Teufen AR Trogen ARKarte von Teufen
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Teufen ist eine politische Gemeinde im Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz. Teufen liegt durch eine Anhöhe getrennt unmittelbar südlich der Stadt St. Gallen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Teufen erscheint erstmals auf einer Urkunde von 1272 Tiuffen (in der Tiefe). Vor 1300 zählte man in Teufen nur fünf Höfe.

1377 schlossen sich die Landleute von Appenzell, Urnäsch, Teufen und Gais mit Erlaubnis des Abtes dem Schwäbischen Städtebund an. Für Teufen, das noch kein Siegel hatte, siegelte der Ammann von Appenzell. Der Bär als Wappentier auf seinem Siegel ging auf allen vieren, wie er heute noch auf dem Teufner Gemeindewappen abgebildet ist.

Sehr früh fand die Reformation im Appenzellerland Eingang. Nach dem Landsgemeindebeschluss von 1525, wonach jede Kirchhöri (Gemeinde) selber entscheiden konnte, ob sie beim alten Glauben bleiben oder den neuen annehmen wolle, wurden in Teufen Altar und Bilder entfernt. Erst gegen Ende des Jahrhunderts verschärften sich die Glaubensgegensätze wieder, was schliesslich am 28. August 1597 zur Teilung des Landes führte.

Während der Helvetik war Teufen Hauptort des gleichnamigen Distrikts im Kanton Säntis. 1841 bot die Gemeinde das neue, stattliche Schulhaus am Dorfplatz dem Lande als Rathaus zum Geschenk an, wenn Teufen zum Kantonshauptort bestimmt werde. Die Landsgemeinde lehnte das Geschenk ab und erwarb in Trogen den Palast von Landammann Jakob Zellweger. Dafür erhielt Teufen einige Jahre später das kantonale Artilleriezeughaus, das heute der Gemeinde gehört.

Der wirtschaftliche Aufschwung von Teufen war der Leinen- und später der Baumwollweberei zu verdanken. 1779, während der Blütezeit der feinen Baumwollweberei (Mousseline), liess Teufen vom einheimischen Baumeister Hans Ulrich Grubenmann eine neue, grössere Kirche erstellen. Um 1820 konstruierte der Teufner Johann Conrad Altherr den ersten Plattstich-Webstuhl, mit dem man im gleichen Arbeitsgang weben und den Stoff mit stickereiartigen Mustern versehen konnte.

In den 1850er Jahren wurden die ersten Handstickmaschinen aufgestellt. Die Jahre 1880–1890 galten als die goldenen Jahre der Stickerei. In den Jahren danach erlebte die Textilindustrie eine schwere Krise, aus der sie sich nur kurzfristig wieder erholte, um dann nach dem Ersten Weltkrieg endgültig zusammenzubrechen. An die guten Zeiten der Stickerei erinnern in Teufen die stattlichen Geschäftshäuser im Eggli und die vielen Stickerhäuser entlang der Strassen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die zweitgrösste Gemeinde des Kantons hatte in den letzten Jahren eine kontinuierliche Steigerung der Bevölkerungszahlen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1980 5027
2000 5535
2002 5676
2004 5707
2008 5757
2010 5748

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Teufen verfügt über Freizeiteinrichtungen, wie zum Beispiel einer Sportanlage mit einem Fussballfeld und einer 400 m Laufbahn, sowie einem Freibad mit mehreren Schwimmbecken, die mit einer thermischen Solaranlage (Sonnenkollektor) beheizt werden. Ausserdem befindet sich ein Vitaparcours im Wald zwischen Teufen und Speicher. In Teufen ist zudem der Sitz der "Sportschule Appenzellerland" (Landhausstrasse 1a) mit Schul- und Sportangeboten an der Kantonschule Trogen und an den Sekundarschulen Teufen und Herisau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die aus Teufen stammende Baumeisterfamilie Grubenmann hat im 18. Jahrhundert in der ganzen Ostschweiz und im nahen Ausland sehr viele Kirchen und Brücken erbaut. Bekannt ist auch die Magd Barbara Grubenmann, durch deren Einfluss das im oberschwäbischen gelegene Dorf Rottenacker zum Zentrum des separatistischen Radikalpietismus in Württemberg zwischen 1803 und 1816 aufstieg.[2]

Weitere Persönlichkeiten

Vereine[Bearbeiten]

Die Gemeinde Teufen hat eine Vielzahl von verschiedenen Vereinen. Der grösste Verein im Dorf ist der TVT (Turnverein Teufen). Er ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Der zweitgrösste Verein ist der Fussballclub, der in der 3. Schweizer Liga spielt. Weitere Vereine sind der Cevi, die BESJ, der Blauring, die Pfadi, die Harmoniemusik, die Guggenmusik (Tüüfner Südwörscht), der Jodlerclub, der Samariterverein und der Männerchor.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 2: Der Bezirk Mittelland. Birkhäuser Verlag, Basel 1980, ISBN 3-7643-1174-6.(= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 97.) S. 171–250.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Teufen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Eberhard Fritz: Separatisten und Separatistinnen in Rottenacker. Eine örtliche Gruppe als Zentrum eines „Netzwerks“ im frühen 19. Jahrhundert. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 98/1998. S. 66-158. - Eberhard Fritz: Die Separatistin Barbara Grubenmann aus Teufen und der radikale Pietismus in Württemberg. In: Appenzellische Jahrbücher 127/1999. S. 21-44.