Teufen AR
| AR ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Teufen zu vermeiden. |
| Teufen | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Appenzell Ausserrhoden (AR) |
| Bezirk: | ehemaliger Bezirk Mittelland |
| BFS-Nr.: | 3024 |
| Postleitzahl: | 9053 |
| UN/LOCODE: | CH TFN |
| Koordinaten: | 747321 / 25062947.3900039.390003837Koordinaten: 47° 23′ 24″ N, 9° 23′ 24″ O; CH1903: 747321 / 250629 |
| Höhe: | 837 m ü. M. |
| Fläche: | 15.25 km² |
| Einwohner: | 5867 (31. Dezember 2011)[1] |
| Einwohnerdichte: | 385 Einw. pro km² |
| Website: | www.teufen.ch |
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Teufen |
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| Karte | |
Teufen ist eine politische Gemeinde im Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz. Teufen liegt durch eine Anhöhe getrennt unmittelbar südlich der Stadt St. Gallen.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Name Teufen erscheint erstmals auf einer Urkunde von 1272 Tiuffen (in der Tiefe). Vor 1300 zählte man in Teufen nur fünf Höfe.
1377 schlossen sich die Landleute von Appenzell, Urnäsch, Teufen und Gais mit Erlaubnis des Abtes dem Schwäbischen Städtebund an. Für Teufen, das noch kein Siegel hatte, siegelte der Ammann von Appenzell. Der Bär als Wappentier auf seinem Siegel ging auf allen vieren, wie er heute noch auf dem Teufner Gemeindewappen abgebildet ist.
Sehr früh fand die Reformation im Appenzellerland Eingang. Nach dem Landsgemeindebeschluss von 1525, wonach jede Kirchhöri (Gemeinde) selber entscheiden konnte, ob sie beim alten Glauben bleiben oder den neuen annehmen wolle, wurden in Teufen Altar und Bilder entfernt. Erst gegen Ende des Jahrhunderts verschärften sich die Glaubensgegensätze wieder, was schliesslich am 28. August 1597 zur Teilung des Landes führte.
Während der Helvetik war Teufen Hauptort des gleichnamigen Distrikts im Kanton Säntis. 1841 bot die Gemeinde das neue, stattliche Schulhaus am Dorfplatz dem Lande als Rathaus zum Geschenk an, wenn Teufen zum Kantonshauptort bestimmt werde. Die Landsgemeinde lehnte das Geschenk ab und erwarb in Trogen den Palast von Landammann Jakob Zellweger. Dafür erhielt Teufen einige Jahre später das kantonale Artilleriezeughaus, das heute der Gemeinde gehört.
Der wirtschaftliche Aufschwung von Teufen war der Leinen- und später der Baumwollweberei zu verdanken. 1779, während der Blütezeit der feinen Baumwollweberei (Mousseline), liess Teufen vom einheimischen Baumeister Hans Ulrich Grubenmann eine neue, grössere Kirche erstellen. Um 1820 konstruierte der Teufner Johann Conrad Altherr den ersten Plattstich-Webstuhl, mit dem man im gleichen Arbeitsgang weben und den Stoff mit stickereiartigen Mustern versehen konnte.
In den 1850er Jahren wurden die ersten Handstickmaschinen aufgestellt. Die Jahre 1880–1890 galten als die goldenen Jahre der Stickerei. In den Jahren danach erlebte die Textilindustrie eine schwere Krise, aus der sie sich nur kurzfristig wieder erholte, um dann nach dem Ersten Weltkrieg endgültig zusammenzubrechen. An die guten Zeiten der Stickerei erinnern in Teufen die stattlichen Geschäftshäuser im Eggli und die vielen Stickerhäuser entlang der Strassen.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Die zweitgrösste Gemeinde des Kantons hatte in den letzten Jahren eine kontinuierliche Steigerung der Bevölkerungszahlen.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1980 | 5027 |
| 2000 | 5535 |
| 2002 | 5676 |
| 2004 | 5707 |
| 2008 | 5757 |
| 2010 | 5748 |
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Westlich von Teufen im Ortsteil Niederteufen befindet sich das 1379 gegründete Kloster Wonnenstein, das eine Exklave des Kantons Appenzell Innerrhoden bildet. In Teufen selbst zeigt die Grubenmann-Sammlung Exponate zum Wirken der Baumeisterfamilie Grubenmann.
Bilder [Bearbeiten]
Sonstiges [Bearbeiten]
Teufen verfügt über Freizeiteinrichtungen, wie zum Beispiel einer Sportanlage mit einem Fussballfeld und einer 400 m Laufbahn, sowie einem Freibad mit mehreren Schwimmbecken, die mit einer thermischen Solaranlage (Sonnenkollektor) beheizt werden. Ausserdem befindet sich ein Vitaparcours im Wald zwischen Teufen und Speicher.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Die aus Teufen stammende Baumeisterfamilie Grubenmann hat im 18. Jahrhundert in der ganzen Ostschweiz und im nahen Ausland sehr viele Kirchen und Brücken erbaut. Bekannt ist auch die Magd Barbara Grubenmann, durch deren Einfluss das im oberschwäbischen gelegene Dorf Rottenacker zum Zentrum des separatistischen Radikalpietismus in Württemberg zwischen 1803 und 1816 aufstieg.
- Ulrich Grubenmann (1668-1736)
- Jakob Grubenmann (1694-1758)
- Johannes Grubenmann (1707-1771)
- Johann Ulrich Grubenmann (1709-1783)
Weitere Persönlichkeiten
- Albert Kriemler, CEO und Mitinhaber Akris
- Christian Gross, Fussballtrainer
- Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber der Wegelin & Co. Privatbankiers
- Pierin Vincenz, CEO Raiffeisen Schweiz
- Hans Höhener, Politiker (ehem. Landammann AR)
- Sean Tyas, Internationaler Trance DJ & Produzent
- Sue Schell, Sängerin
Vereine [Bearbeiten]
Die Gemeinde Teufen hat eine Vielzahl von verschiedenen Vereinen. Der grösste Verein im Dorf ist der TVT (Turnverein Teufen). Er ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Der zweitgrösste Verein ist der Fussballclub, der in der 3. Schweizer Liga spielt. Weitere Vereine sind der Cevi, die BESJ, der Blauring, die Pfadi, die Harmoniemusik, die Guggenmusik (Tüüfner Südwörscht), der Jodlerclub, der Samariterverein und der Männerchor.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Gemeinde Teufen
- Thomas Fuchs: Teufen (AR) im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
Bühler | Gais | Grub | Heiden | Herisau | Hundwil | Lutzenberg | Rehetobel | Reute | Schönengrund | Schwellbrunn | Speicher | Stein | Teufen | Trogen | Urnäsch | Wald | Waldstatt | Walzenhausen | Wolfhalden
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