Victorinox
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Victorinox AG | |
|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1884 |
| Unternehmenssitz | Schwyz, Schweiz |
| Mitarbeiter |
910 |
| Website | |
Victorinox ist ein ein Schweizer Messerhersteller und insbesondere als einer von zwei Originalherstellern des Schweizer Taschenmessers bekannt. Der Name ist ein Kofferwort nach der Mutter des Gründers Victoria und dem rostfreien INOX-Stahl. Der zweite Originalhersteller des Schweizer Messers, das Unternehmen Wenger, wurde 2005 von Victorinox aufgekauft, ist jedoch weiterhin als eigenständiger Hersteller tätig.
Der aus Ibach im Kanton Schwyz stammende Konzern wurde 1884 durch Karl Elsener gegründet und beschäftigt rund 910 Mitarbeiter an seinem Hauptstandort in Ibach. Weitere 150 Mitarbeiter werden bei Wenger an deren Standort Delémont beschäftigt. Insgesamt beschäftigt die Victorinox-Gruppe weltweit rund 1.600 Mitarbeiter.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Ende des 19. Jahrhunderts schrieb die Schweizer Armee einen Auftrag für die Lieferung von Soldatenmessern aus. Dieses Messer sollte geeignet sein, um beim Essen zu helfen, darüber hinaus allerdings auch noch Werkzeuge besitzen, mit denen Gewehre gewartet werden konnten.
Im deutschen Solingen gab es bereits grosse Messer-Manufakturen, wohingegen die Schweiz wirtschaftlich und industriell noch weniger entwickelt war. Der Schweizer Messerschmied Karl Elsener gründete daher 1884 den Schweizerischen Messerschmiedverband, um die Soldatenmesser im eigenen Land herzustellen. 1891 erfolgte dann die erste Lieferung an die Schweizer Armee. Viele seiner Kollegen gaben allerdings ein Jahr darauf auf, da der Betrieb im deutschen Solingen seine Messer kostengünstiger herstellen konnte, sodass Karl Elsener mit grossen Verlusten als einziger übrig blieb. Unter Mithilfe seiner Verwandten gelang es ihm, eine Nachlassstundung zu erreichen, und somit den drohenden Konkurs abzuwenden. Durch den grossen Erfolg des Offiziers- und Sportmessers, das er als leichteren, funktionelleren Nachfolger des Soldatenmessers entwickelte, konnte er später freiwillig alle Nachlassgläubiger inklusive Zinsen entschädigen.
Auch wenn das Offiziersmesser nicht wie sein Vorgänger zu einem offiziellen Rüstungsgegenstand der Schweizer Armee wurde, sollte es später seiner Firma zum internationalen Durchbruch verhelfen. Das Swiss Army Knife, wie es auch genannt wird, wurde stets weiterentwickelt und ist inzwischen in über 100 Ausführungen erhältlich. Nach dem Tod seiner Mutter Victoria wählte Karl Elsener 1909 ihren Vornamen als Fabrikmarke. Mit der Erfindung und zunehmenden Verbreitung rostfreien Stahls, der eine wichtige Rolle in der Produktion der Messer spielt, wurde 1921 aus der Fabrikmarke Victoria und dem internationalen Kennzeichen für rostfreien Stahl INOX die Firmenbezeichnung Victorinox.
Im 20. Jahrhundert expandiert das Familienunternehmen weltweit und entwickelte stetig seine Taschen- und Haushaltsmesser weiter. 1999 folgte die Produktion von Uhren in einer eigenen Uhrenfabrik im französischsprachigen Teil der Schweiz, gefolgt von Kleidung aus den USA. Eine Gepäcklinie wird in Lizenz hergestellt und vertrieben. Zum Beginn des 21. Jahrhundert erfolgte die Einführung des Swissmemory, einer Kombination aus Taschenmesser und USB-Stick. Ende des Jahres 2005 kam das „s.beat“, ein Taschenmesser mit eingebautem MP3-Player mit 1 oder 2 GB Speicherkapazität, auf den Markt.
Mittlerweile wird von Victorinox auch das „RescueTool“ angeboten, ein Rettungsmesser das unter anderem die Funktionen Einhandklinge mit Liner-Lock-System, Gurtenschneider, Frontscheibensäge und Scheibenzertrümmerer enthält.
[Bearbeiten] Lieferanten
Um Verwechslungen mit Imitationen zu vermeiden, wurden die Bezeichnungen Schweizer Messer und Schweizer Offiziersmesser sowie das typische Schweizer Kreuz für die Verwendung auf Taschenmessern geschützt. Als offizielle Lieferanten der Schweizer Armee dürfen einzig Victorinox und Wenger diese Bezeichnungen und das Schweizer Kreuz verwenden.
Am 26. April 2005 übernahm Victorinox den wirtschaftlich angeschlagenen Konkurrenten Wenger. Dadurch wurde verhindert, dass Wenger von ausländischen Investoren aufgekauft wird, wovon man sich eine Schädigung für den Ruf der Schweizer Messer befürchtete. Anderseits wurde dadurch auch die Position im Markt um Taschenmesser weiter verstärkt. Wenger blieb jedoch als eigenständige Marke erhalten und stellt nach wie vor eigene Schweizer Messer her, die sich in Konstruktion und Design von den Victorinox-Produkten unterscheiden. Zusammen produzieren Victorinox und Wenger jährlich über 25 Millionen Messer. Victorinox stellt auch das aktuelle Taschenmesser mit Einhandöffnung der deutschen Bundeswehr her.
[Bearbeiten] Produkte
Pro Tag werden rund 100.000 Messer hergestellt, neben dem bekannten Schweizer Messer auch Haushalts- und Berufsmesser. Unter dem Markennamen Victorinox werden inzwischen Uhren, Scheren, Reisegepäck, Kleider und Parfüme angeboten. Als besondere Serviceleistung der Firma Victorinox gilt der kostenlose Ersatz defekter Teile.
In der Fernsehserie MacGyver, die in den 1980er- und 1990er-Jahren produziert wurde, waren die Schweizer Messer von Victorinox ein Markenzeichen des titelgebenden Hauptcharakters Angus MacGyver, die er regelmäßig benutzte, um improvisierte Geräte zu bauen oder sich aus Notsituationen zu befreien.
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Victorinox – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Website von Victorinox
- Internationale Website von Victorinox (Sparte Uhren)

