Smart (Automarke)

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smart
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Rechtsform Marke der Daimler AG
Gründung 1994
Sitz Böblingen, Deutschland
Produkte AutomobileVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website Smart Deutschland
Beliebt sind Sonderlackierungen. Hier ein Einzelstück als „Flughafenfahrzeug“.
Smart der Wiener Polizei

Smart (Eigenschreibweise: smart) ist eine Automobilmarke der Daimler AG. 2012 konnten 103.738 Einheiten abgesetzt werden, nachdem 2011 weltweit 101.996 Autos der Marke verkauft worden waren.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee[Bearbeiten]

Die Idee eines Fahrzeugs unterhalb der VW-Polo-Klasse hat die Automobilindustrie der 1980er-Jahre permanent beschäftigt. Zum Jubiläum „100 Jahre Automobil“ gab es ein Sonderheft der „auto motor und sport“ (Heft 2/1986), in der ein Plexiglasauto auf der Titelseite abgebildet war. 1986 stellte Daimler-Benz die Projektion eines Mercedes-Stadtwagens vor (NAFA, AUTO BILD Heft 33/1986 und ams Heft 7/1986), mit Vorderradantrieb und Quermotor (von Daihatsu); diesen Entwurf kann man als Vorboten des Smart bezeichnen. Nicht die Industrie allein, auch zahlreiche deutsche Hochschulen und Universitäten haben sich mit der Idee eines Kleinstwagens beschäftigt. Dafür zwei Beispiele:

  1. das Projekt BCC (1984–1989) an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim; einige Studenten unter der Leitung von J. Tomforde (dem späteren Smart-Projektleiter) haben die wichtigsten konzeptionellen Eigenschaften in das Projekt eingearbeitet.
  2. das Projekt Mocar (1986–1988) an der Hochschule der Bildenden Künste Kassel (Universität Kassel), wo der Automobildesigner Mouftoglou Dimitris (vormals Student in Pforzheim) unter der Leitung von Horst Sommerlatte (Recaro, Airbus) eine Konzeption vorgelegt hat, die mit den späteren Smart zahlreiche Gemeinsamkeiten aufweist (u. a. in Form, Format, Fahrzeugphilosophie). Die Arbeitsergebnisse wurden der Industrie vorgelegt (6/1989: 9 Jahre vor der Smart-Einführung) und mit großem Interesse aufgenommen.
Micro Compact Car (Studie links: Eco Sprinter, rechts: Eco Speedster)
Eco Speedster (1994) mit Brabus Smart electric drive (2009)

Gründung des Unternehmens[Bearbeiten]

Die konsequente Vermarktung der Idee stammt jedoch von Nicolas G. Hayek, dem Gründer der Swatch-Gruppe. Seine Vision von einem Swatch-Auto, das klein und vor allem günstig sein sollte, führte ihn zum VW-Konzern. Unter anderem sah das Konzept eine (ähnlich den Swatch-Uhren) auswechselbare Karosserie sowie eine Zusammenarbeit mit der Bahn vor, in Form einer Mitführbarkeit des Wagens für weite Reisen. Als VW aus dem Projekt ausstieg, sprang Mercedes-Benz ein. Bis Anfang 1994 existierten lediglich zwei Designstudien [1]. Das Unternehmen Smart wurde 1994 von Hayek in Biel als gemeinsame Tochtergesellschaft von Daimler-Benz und der SMH SA (Sociéte Suisse de Microélectronique et d’Horlogerie) als Micro Compact Car AG gegründet. Im Zuge der Entwicklung des Fortwo (damals noch „City Coupé“ genannt) stieg Hayek aus dem Projekt aus, weil er sich an den steigenden Entwicklungskosten nicht mehr beteiligen wollte und weil sich Daimler-Benz weigerte, Techniken (etwa Elektromotoren direkt an den Rädern) für ein spritsparendes Auto einzubauen, die ja eigentlich den Sinn dieses Autos ausmachen sollten. „Der heutige benzinbetriebene Smart ist ein Produkt aus dem Hause Daimler-Benz und hat nichts mit den Plänen des einstigen Swatch-Teams gemein“[2] Daraufhin verkaufte Hayek seine Anteile am 1. November 1998 an Daimler-Benz. Im September 2002 firmierte sich die Micro Compact Car Smart GmbH in Smart GmbH um. 2003 verkaufte die Marke Smart 124.700 Fahrzeuge.

Die Verwaltungszentrale von Smart liegt in Böblingen. Produziert wird im französischen Hambach, nahe der saarländischen Grenze, und zeitweise in Born in den Niederlanden. Die Produktionsstätte in Hambach wird auch Smartville genannt. Dort werden der Fortwo und dessen Cabrio-Variante produziert auch der Roadster wurde hier hergestellt, in Born wurde der Forfour produziert. Im Laufe des Jahres 2006 wurde die Produktion auf das neue Modell umgestellt. Die Mitarbeiter wurden zum 1. Oktober 2006 in die DaimlerChrysler-Organisation integriert. Die Smart GmbH wurde zum 31. Dezember 2006 aufgelöst.

Smart-Center Darmstadt (2012 abgerissen)
Smart-Center Köln-Marsdorf

Umstrukturierung ab 2005[Bearbeiten]

Vor der Umstellung der Vertriebsstruktur gab es im März 2005 in Deutschland noch 106 eigenständige und gut am typischen gläsernen Smart-Turm zu erkennende so genannte „Smart Center“. Der Erlanger Architekt Ralph Küster konzipierte und gestaltete den in verschiedenen Modulgrößen variablen Systembaukörper bereits 1998. Mit dem Jahreswechsel 2005/2006 wurden die meisten Center geschlossen. Verkauf und Service werden nun vor allem von bestehenden Daimler-Niederlassungen in einem Shop-In-Shop-Konzept umgesetzt. Daneben gibt es zahlreiche autorisierte Autohäuser, die nun den Smart verkaufen und pflegen. Bis heute ist die wirtschaftliche Lage angespannt. Aus diesem Grund wurde das Vertriebskonzept umgestellt, die Produktpalette reduziert und Neuentwicklungen gestoppt. Roadster und Forfour wurden nicht mehr produziert.

Das Unternehmen hat sich auf den Fortwo konzentriert. Das aktuelle Modell wird als Coupé und Cabrio seit dem Frühjahr 2007 produziert und zum Verkauf angeboten, seine Entwicklung ist 2006 abgeschlossen worden. Die Brabus-Variante ist seit Herbst des Jahres 2007 erhältlich. Der neue Smart wurde im Hinblick auf seine geplante Markteinführung in Nordamerika insgesamt um knapp 20 Zentimeter verlängert, um den dortigen Crash-Normen zu entsprechen (größere „Crashboxen“ vorne und hinten). Nach einer erfolgreichen Marketingkampagne und Registrierungsphase für Kaufinteressenten im Jahre 2007 wird der Smart ForTwo nun seit Februar 2008 an Kunden in den USA ausgeliefert. Die Markteinführung wurde durch besonders hohe Benzinpreise im Jahre 2008 begünstigt.

In London werden in einem Großversuch 100 Smart Fortwo mit Elektroantrieb getestet, diese basieren allerdings noch auf dem vorherigen Modell. Mercedes-Umweltchef Kohler kündigte am 11. Juni 2008 an, dass es noch in der jetzigen Modellgeneration einen „E-Smart“ mit Lithium-Ionen-Akkus geben soll.[3]

Smart fortwo micro hybrid drive
Ein Smart Roadster fährt den Stuttgarter Fernsehturm hinauf

Seit Oktober 2007 wird der Smart fortwo micro hybrid drive produziert, in dem ein riemengetriebener Starter-Generator (rSG) als Start-Stopp-System fungiert. Der Normverbrauch verringert sich dabei um ca. 0,4 Liter pro 100 Kilometer.[4] Die Namensgebung stieß auf Kritik, weil der Begriff einen Hybrid-Antrieb suggeriere. Der Begriff „micro hybrid“ ist allerdings eine im Fahrzeugbau etablierte Bezeichnung für die verwendete Technik.

2009 sanken die Smart-Verkäufe weltweit um 18,1 Prozent auf 113.900 Einheiten – trotz Umweltprämie. 2010 rückte anlässlich der Überkreuz-Beteiligung von Renault und Mercedes das Kleinwagensegment verstärkt in den Fokus – und damit der Smart. Außerdem rückte wegen der CO2-Politik der EU (Europäisches Programm für den Klimaschutz) die Senkung des Flottenausstoßes an CO2 in den Vordergrund.

Der Smart ist „eigentlich das perfekte Modell für ein E-Auto, nur sind die Kosten viel zu hoch.“ Man überlegt, im nächsten Smart parallel zum Renault Twingo gleiche Teile zu verbauen wie im Smart-Zweisitzer – und in einem neuen Smart-Viersitzer, der 2014 auf den Markt kommen soll.[5]

Der Vertriebspartner der Daimler AG in Amerika, Smart USA, ein Unternehmen der Penske Automotive Group, kündigte für Anfang 2012 einen Fünftürer auf Basis einer Nissan-Fahrzeugarchitektur an.[6]

Am 16. Februar 2011 gab Daimler bekannt, ab Sommer 2011 aufgrund des stark rückläufigen Interesses an Smart-Fahrzeugen in den USA den Vertrieb sowie die Management- und Marketingaktivitäten von der Penske Automotive Group auf die Mercedes-Benz USA zu übertragen.[7]

Pkw-Neuzulassungen in Deutschland[Bearbeiten]

Jahr Einheiten Marktanteil
2013[8] 26.009 0,88 %
2012 28.053 0,90 %
2011 29.470 0,90 %
2010 29.069 1,00 %
2009 33.980 0,89 %
2008 33.805 1,09 %
2007 31.974 1,02 %
2006 30.286 0,87 %
2005 42.556 1,27 %
2004 50.174 1,54 %
2003 43.856 1,35 %
2002 44.800 1,38 %
2001 46.364 1,39 %

Quelle: Kraftfahrtbundesamt (KBA)

Verkaufszahlen in den USA[Bearbeiten]

Jahr Einheiten[9]
2012 10.009
2011 5.208
2010 5.927
2009 14.600
2008 24.600

Markenname[Bearbeiten]

Der Markenname smart wird als Zusammensetzung aus swatch, mercedes und art erklärt. Alle Produktnamen werden analog zum Markennamen klein geschrieben. Im Englischen bedeutet „smart“ soviel wie „klug“, „modisch“, „schick“ oder „pfiffig“.

Modelle und Markteinführung[Bearbeiten]

Übersicht/Zeitleiste[Bearbeiten]

Zeitleiste der Smart-Modelle seit 1998
Typ 90er 2000er 2010er
8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4
City Car fortwo coupé (C 450) fortwo coupé (C 451) fortwo (C 453)
BRABUS fortwo (C 450) BRABUS fortwo (C 451)
smart K (C 450)
Cabrio fortwo cabrio (A 450) fortwo cabrio (A 451)
BRABUS fortwo cabrio (A 451)
crossblade (R 450)
Kleinwagen forfour (W 454) forfour (W 453)
Roadster roadster (R 452)
Coupé roadster-coupé (C 452)

Schlüsselnummern[Bearbeiten]

Einige Smart-Modelle werden beim Kraftfahrt-Bundesamt unter den Smart-eigenen Herstellerschlüsselnummern (HSN) 7009, 8773 oder 9891 geführt, andere unter den Mercedes-Benz-HSN 0999 oder 1313.[10]

Fortwo[Bearbeiten]

Hauptartikel: Smart Fortwo

Das erste Modell von Smart, der Fortwo, ist ein heckgetriebener, zweisitziger Kleinstwagen. Von der Markteinführung Oktober 1998 bis zur Markteinführung des Forfour (Anfang 2004) wurde er als City-Coupé bezeichnet. Seit Ende 2012 ist der Smart Fortwo in der Version ED3 auch mit Elektroantrieb erhältlich.

Smart Roadster

Roadster[Bearbeiten]

Hauptartikel: Smart Roadster

Der Smart Roadster ist ein flacher zweisitziger Roadster. Die Entwicklung begann im Herbst 1998, am 11. April 2003 erfolgte die Markteinführung.

Der Roadster wurde in zwei Bauformen angeboten, als Smart Roadster und als Smart Roadster-Coupé. Beide Modellvarianten sind bis auf den hinteren Kofferraum identisch. Der Roadster hat ein Stufenheck, das Coupé besitzt dagegen einen vollverglasten Heckaufbau (Glaskuppel), der zusätzlichen Stauraum bietet. Die Roadster sind entweder mit einem 45-kW-(61 PS)- oder einem 60-kW-(82 PS)-suprex-Turbomotor ausgestattet. Die exklusiv von Brabus ausgestatteten Roadster und Coupés werden von einem 74-kW-(101 PS)-Turbomotor angetrieben. Alle drei Motorisierungen haben 698 cm³ Hubraum aus 3 Zylindern und basieren auf dem Blockmotor des Smart Fortwo.[11]

Alle Roadster haben wahlweise ein Hartschalendach (Hardtop) oder ein elektrisches Faltstoffverdeck (Softtop). Das Hardtop besteht aus zwei Hälften und kann im hinteren Kofferraum des Wagens verstaut werden, wenn kein Softtop verbaut wurde. Das Softtop ist ähnlich dem des Smart Cabrio. Allerdings faltet es sich in einen Teil des Kofferraums unter dem Überrollbügel der Tridionzelle zusammen. Es kann während der Fahrt bei jeder Geschwindigkeit innerhalb von ca. 10 Sekunden geöffnet und geschlossen werden. Zusätzlich können bei komplett geöffnetem Verdeck wie beim Smart Cabrio die seitlichen Dachholme ausgebaut und in den vorderen Kofferraum verstaut werden.

Die Produktion des Smart Roadster wurde nach einer vorausgegangenen Entscheidung des DaimlerChrysler-Vorstands im Frühjahr 2005 zum Herbst 2005 eingestellt.[12] In Hambach (Lothringen) lief das letzte von 43.000 gebauten Fahrzeugen am 4. November 2005 vom Band. Zum Zeitpunkt des Produktionsendes waren ca. 11.000 Fahrzeuge noch nicht verkauft.[13]

Smart Forfour

Forfour[Bearbeiten]

Hauptartikel: Smart Forfour

Der Smart Forfour ist ein Auto der Kompaktklasse. Er wurde von April 2004 bis Juli 2006 gebaut. Er war ein Gemeinschaftsprodukt mit Mitsubishi und teilte sich mit dem Mitsubishi Colt etwa 40 Prozent der Teile. Er wurde mit diesem bei der Mitsubishi-Tochter Netherlands Car B.V. (NedCar) in Born (Niederlande) gebaut.

Mit der Kooperation zwischen Daimler und der Renault-Nissan-Allianz kommt im November 2014 wieder ein Smart für vier Personen auf den Markt, auf Basis des Renault Twingo und wieder unter dem Namen Forfour. Die Studie Smart Fourjoy auf der IAA 2013 gab einen Ausblick auf den Viersitzer.[14]

Formore (keine Markteinführung)[Bearbeiten]

Das nächste Fahrzeugmodell nach dem ForFour sollte ein Geländewagen mit dem Namen Formore werden. Es war geplant, ihn ab 2006 in Brasilien zu fertigen. Smart wollte damit verstärkt auf den US-amerikanischen Markt drängen. Die Entwicklung des Fahrzeugmodells wurde jedoch im Rahmen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen gestoppt.[15]

Crosstown (Studie)[Bearbeiten]

Smart Crosstown

Auf der IAA 2005 in Frankfurt am Main wurde eine Konzeptstudie namens Crosstown vorgestellt. Der einem Jeep ähnliche Geländewagen sollte eine umklappbare Windschutzscheibe erhalten. Die Ausstattung sollte sich auf junge Fahrer ausrichten – wie eigentlich die komplette Smart-Modellreihe. So sollte standardmäßig eine USB-Schnittstelle für tragbare MP3-Player und eine Docking station für Handhelds vorhanden sein.

Tridion 4 (Studie)[Bearbeiten]

Der (MCC)Smart Tridion 4 ist ein Prototyp mit drei Zylindern, 135 km/h Spitze, 45 kW (61 PS) bei 5250/min, 599 cm³ Hubraum und 3,65 m Länge. Die Studie stellte einen Ausblick auf das Design des späteren smart forfour dar.

Cabrio

Cabrio[Bearbeiten]

Der Smart Cabrio ist ein Smart Fortwo als Cabriolet mit elektrisch zu öffnendem Stoffdach und herausnehmbaren Dachholmen. Er wurde im März 2000 eingeführt. Der Smart Cabrio entspricht in seiner Motorisierung und Ausstattung einem Fortwo Coupé, allerdings bleibt die Basismotorisierung dem Fortwo Coupé vorbehalten. Das elektrische Stoffverdeck lässt sich in drei verschiedenen Varianten öffnen. Zum einen lässt sich das Verdeck (auch während der Fahrt) elektrisch zurückfahren und schließen. Weiter kann man das Verdeck per Knopfdruck in einer Führung herunterfallen lassen, um es dann manuell mit leichtem Druck zu verriegeln. Die seitlichen Dachholme lassen sich jetzt herausnehmen und in einer eigens dafür vorgesehenen Halterung in der Heckklappe verstauen. Das Stoffverdeck stammt vom Verdeckspezialisten Webasto. Ab dem Modelljahr 2001 (1st Generation) bekam das Cabriolet in den Modellvarianten Pulse und Passion einen mit hellem Stoff verkleideten Dachhimmel. Das Smart Cabrio mit CDI-Diesel-Motor ist das weltweit einzige 3-Liter-Cabriolet in Serienproduktion.

Das neue Cabriolet (Modelljahr 2007, Baureihe 451) verfügt über eine beheizbare Glas-Heckscheibe, außerdem lässt sich das Verdeck jetzt ohne einen Zwischenschritt komplett herunter- und hochfahren. Das Herausnehmen der Längsholme muss aber nach wie vor von Hand geschehen.

Crossblade

Crossblade[Bearbeiten]

Der Smart Crossblade ist ein von der Bertrandt AG als Generalunternehmer entwickeltes und in Kleinserie umgebautes Smart Fortwo Cabrio & Pure ohne Dach und Frontscheibe. Anstatt herkömmlicher Türen befinden sich nur schmale Sicherheitsbügel an den Seiten. Der Smart Crossblade ist ein als reines Schönwetterfahrten ausgelegtes sogenanntes Spaßauto. Er war ab Juni 2002 erhältlich, die Anzahl war auf 2000 Stück limitiert. Das Fahrzeug ist wetterfest und kann sogar durch eine übliche Waschanlage gefahren werden, da sich mehrere Wasserabläufe im Fahrzeug befinden und alle relevanten Teile des Innenraumes entsprechend neu entwickelt wurden. Der Smart Crossblade mit der Seriennummer „0001“ wurde von Robbie Williams auf seiner 2002er-Tournee vorgeführt und anschließend bei eBay versteigert. Hier wurden 2002 51.049,99 Euro erzielt, die zugunsten der Robbie-Williams-Stiftung „Give It Sum“ gingen.

Technische Besonderheiten[Bearbeiten]

Smart als Werbeträger

Die Gangschaltung der Modelle fortwo und roadster ist bei den Pure- und Pulse-Reihen eine sechsstufige Halbautomatik (technisch: ein automatisiert bedientes Schaltgetriebe, einschließlich der Bedienung von Kupplung und Gas). Diese Lösung folgte zwei Überlegungen: Zum einen sollte der Smart (Fortwo) als moderner Kleinwagen unkompliziert gefahren werden können, zum anderen waren die beengten Platzverhältnisse (Fußraum, Mittelkonsole) ausschlaggebend. So werden Fortwo und Roadster (Forfour gegen Aufpreis) ohne Kupplungspedal sequenziell mit einem Joystick geschaltet. Bei Bedienung des Joysticks (+/−) werden lediglich Schaltimpulse ausgelöst, die mechanisch ein Aktuator im Getriebe ausführt. Herunterschalten bei hohen Drehzahlen wird mit automatischem Zwischengas unterstützt. Zugleich werden von der Steuerung automatisch, und der Fahrweise angepasst, Gas und Kupplung bedient. Abwürgen, Fehlschaltungen und Überdrehen des Motors sind nahezu unmöglich. Beim Heranrollen an eine Ampel „zieht“ der Smart die Gänge nach, das heißt er schaltet herunter und unterstützt beim Ausrollen mit dem Bremsmoment des Motors. Im Stillstand legt die Getriebesteuerung automatisch den ersten Gang ein. Die Passion- und Brabus-Reihen verfügen über eine Vollautomatik.

Die Bedienung der Kraftübertragung erfolgt durch manuelle Betätigung des Joystick (Softtip) oder je nach Ausstattungsumfang vollautomatisch (softtouch) adaptiv und wird der Fahrweise des Fahrers angepasst. Dabei werden die Parameter Geschwindigkeit, Drehzahl und eingelegter Gang ebenso gemessen wie Gaspedalstellung und Winkelgeschwindigkeit am Gaspedal (aber: keine Berg-Erkennung). Auch im manuellen Modus wird dann in bestimmten Fahrzuständen (zum Beispiel bei Vollgas im hohen Gang und kleiner Drehzahl) die Kupplung zum Schleifen gebracht, um Drehmoment aufzubauen. Hierdurch konnten sogenannte Pendelschaltungen (kurzes Herunterschalten zum Beschleunigen mit folgender Hochschaltung) vermieden werden, sodass der Fahreindruck insgesamt als harmonischer wahrgenommen wird. Ferner wurden ab 2003 gegen Aufpreis Schaltpaddels am Lenkrad angeboten.

Kritik: Bemängelt wird vielfach die zeitlich als zu lang wahrgenommene Zugkraftunterbrechung, die erst ab dem Modelljahrgang 2003 als akzeptabler anerkannt wurde.

Trotz der Verbesserungen seit 2003 polarisiert gerade die Zugkraftunterbrechung Befürworter und Gegner des Smart.

Im Gegensatz zu einem klassischen (Wandler-)Automatikgetriebe fährt der Smart erst an, wenn Gas gegeben wird und nicht bereits beim Lösen der Fußbremse. Mit der Modellpflege (ESP statt Trust) verfügt der Smart Fortwo auch über eine Anfahrhilfe, diese verhindert erfolgreich das Zurückrollen des Wagens. Auch existiert kein Parkmodus, sodass bei vorhandener Steigung oder Gefälle keine Parksperre greift. Laut Werksangaben kann das Fahrzeug aber im Rückwärtsgang mit gezogener Handbremse sicher geparkt werden.

Das Modell Forfour besitzt serienmäßig ein normales Schaltgetriebe. Die Halbautomatik ist auf Wunsch lieferbar und besitzt eine aus (Drehmomentwandler-)Automatik-Wagen bekannte Kriechfunktion, die über eine schleifende Kupplung simuliert wird.

Die Smart-Motoren M 160 (Benzin) und OM 660 (Diesel) werden vom Ausrüster Ecofly als Flugzeugmotoren für Ultraleicht- und Leichtflugzeuge sowie für Motorsegler angeboten, u. A. für die B&F FK 9. Dafür wurde von Ecofly mit Unterstützung durch Mercedes-Benz ein kompletter Elektronik-Umrüstsatz entwickelt. Mit der Modellvariante FK9 smart der B&F FK 9 wurde bei der Firma B&F Technik Vertriebs GmbH auch erstmals ein Ultraleichtflugzeug serienmäßig mit Smart-Motoren ausgestattet.[16]

Irreführende Werbung und Abmahnung[Bearbeiten]

Nach einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe, die durch das Berliner Umweltbundesamt bestätigt wird, wirbt der Automobilhersteller für sein Fahrzeug Smart Fortwo CDI Turbodiesel mit dem Verkaufsargument, dass der Motor „einen speziell für dieses Auto entwickelten PM-Filter“ (Katalysator) besäße, wodurch unter anderem steuerliche Vorteile bei der Besteuerung und beim Wiederverkauf bestünden. Technische Untersuchungen zeigten, dass diese Filtertechnik einem modernen Rußpartikelfilter weit unterlegen ist. Der Filter ermöglicht das Einhalten der europaweit verbindlichen Euro-4-Norm, verfehlt das Einhalten der Euro-5-Norm jedoch um mehr als das fünffache. Die eingesetzte Technik erreiche gerade einmal 30 bis 40 Prozent der Schadstofffilterung eines herkömmlichen Partikelfilters.

Nach Überzeugung der DUH führt DaimlerChrysler mit der fälschlichen Kennzeichnung des PM-Katalysators als Dieselpartikelfilter nicht nur seine Kunden in die Irre, sondern verschafft sich auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten, die tatsächlich hochwirksame und erheblich teurere Filter serienmäßig einbauen. DaimlerChrysler wurde für die irreführende Werbung abgemahnt.[17]

Plagiate[Bearbeiten]

Im Oktober 2006 wurde bekannt, dass das chinesische Unternehmen CMEC ein Modell namens Electric City Smart baut, das explizit für den Export nach Europa gedacht ist und – äußerlich – eine fast gleich aussehende Kopie des Smart City-Coupé Bj. 1998–2000 darstellt. DaimlerChrysler kündigte rechtliche Schritte gegen die Kopie an.

Einen weiteren Nachbau hat die chinesische Firma Shuanghuan unter dem Namen ShuangHuan Noble und Bubble genannt, im Programm. Beide Modelle werden in Europa von der italienischen Martin Motors unter eigenem Markennamen produziert und angeboten.[18]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel 13/1994: Triumph eines Tüftlers Artikel zum Hotzenblitz mit Erwähnung zweier Designstudien von Hayek.
  2. brand eins online, 10/2001: So Smart, aufgerufen 22. Januar 2013.
  3. spiegel.de: ELEKTRO-SMART: Knirps mit Lithium-Ionen-Akku.
  4. http://www.autoreport.at/deutsch/smart-13.html
  5. Margret Hucko: Eine neue Chance für den Smart. In: ftd.de vom 7. April 2010Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter.
  6. daimler.de: Smart USA plant Einführung eines Fünftürers, vom 8. Oktober 2010, abgerufen am 19. Oktober 2010.
  7. http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:schwaechelndes-sorgenkind-daimler-greift-bei-smart-in-den-usa-durch/60012332.html (Version vom 16. Februar 2011 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt.
  8. http://www.kba.de/cln_031/nn_1389900/DE/Statistik/Fahrzeuge/Neuzulassungen/MonatlicheNeuzulassungen/2013/201312GV1monatlich/201312__n__top50__teil2__tabelle.html
  9. http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:schwaechelndes-sorgenkind-daimler-greift-bei-smart-in-den-usa-durch/60012332.html (Version vom 16. Februar 2011 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt.
  10. HSN-Liste bei AutoAmpel.de.
  11.  Smart GmbH (Hrsg.): Betriebsanleitung Smart Roadster und Smart Roadster-Coupé. 2003, 11 Technische Daten, S. 4 ff.
  12. Ad-hoc-Meldung „Neues Geschäftsmodell für smart“ (PDF; 33 kB). Website der Daimler AG, 1. April 2005. Abgerufen am 30. April 2012.
  13. Produktionsende für den Smart Roadster. Auto-Motor-und-Sport.de. 7. November 2005. Abgerufen am 30. April 2012.
  14. Smart Fourjoy auf der IAA – Smart-Viersitzer voraus. Auto Motor und Sport, 5. September 2013.
  15. Wirtschaftswoche: DaimlerChrysler greift bei Smart hart durch.
  16. Website des Ausrüsters Ecofly.
  17. Deutsche Umwelthilfe mahnt Daimler Chrysler wegen irreführender Werbung für Diesel-Smart ab.
  18. AutoBild vom 13. Oktober 2006 und Süddeutsche Zeitung vom 13. Oktober 2006, Seite 26.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: smart – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien