Werner Krämer (Fußballspieler)

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Eia Krämer
Spielerinformationen
Voller Name Werner Krämer
Geburtstag 23. Januar 1940
Geburtsort DuisburgDeutschland
Sterbedatum 12. Februar 2010
Sterbeort DuisburgDeutschland
Größe 1,73 m
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1946–1947
1947–1958
DJK Lösort Meiderich
Meidericher SV
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1958–1967
1967–1969
1969–1973
Meidericher SV
Hamburger SV
VfL Bochum
217 (65)
28 0(5)
102 (12)
Nationalmannschaft
1963–1967
1965
Deutschland
Deutschland B
13 0(3)
1 0(1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Werner „Eia“ Krämer (* 23. Januar 1940 in Duisburg; † 12. Februar 2010 ebenda[1]) war ein deutscher Fußballspieler, der in den Jahren 1963 bis 1967 mit der Deutschen Fußballnationalmannschaft 13 Länderspiele mit drei Toren ausgetragen hat.

Laufbahn[Bearbeiten]

Meidericher SV (1947 bis 1967)[Bearbeiten]

Der jüngere Bruder von Hans Krämer, dem ehemaligen Außenstürmer des Meidericher SV, Schalke 04 und dem Duisburger SV von 1951 bis 1962 in der Oberliga West, Werner Krämer, eröffnete seine Vereinskarriere 1946 bei der DJK Lösort Meiderich und schloss sich 1947 der Jugendabteilung des Meidericher SV an. In der Runde 1958/59 debütierte „Eia“ Krämer am 8. März 1959 beim 2:1-Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen auf Rechtsaußen in der Ligamannschaft der „Zebras“. Ab der zweiten Saison gehörte er der Stammbesetzung der Meidericher in der Oberliga West an. Im letzten Oberligajahr 1962/63, der MSV belegte mit Trainer Willi Multhaup den dritten Rang, absolvierte der leichtfüßige Techniker 28 Spiele und erzielte dabei elf Tore. Damit wurde Meiderich für die neue Fußball-Bundesliga zur Runde 1963/64 nominiert. Werner Krämer hatte von 1958 bis 1963 in der Oberliga West 111 Einsätze mit 28 Treffern bestritten.

Zusammen mit Helmut Rahn, Heinz Versteeg, Heinz Höher und Hartmut Heidemann bildete er am Premierentag der Bundesliga, am 24. August 1963 den Angriff des MSV, der mit 4:1 Toren beim Karlsruher SC erfolgreich in die neue Liga startete. Bundestrainer Sepp Herberger war als Augenzeuge im Wildparkstadion von Krämers Leistung sehr angetan; „Eia“ eröffnete in der 29. Minute und beendete in der 88. Minute den Torreigen für die Mannschaft von Trainer Rudi Gutendorf. Dieser höchste Sieg des Spieltags brachte den „Zebras“ allerdings nicht die allererste Tabellenführung der Bundesliga, denn seinerzeit entschied bei Punktgleichheit noch der Torquotient und nicht wie heute die Tordifferenz. Am Ende der Runde hatte Meiderich die Vizemeisterschaft errungen und Krämer hatte 22 Spiele mit elf Toren dazu beigesteuert. In der dritten Saison, 1965/66, jetzt war der Ex-Schalker Hermann Eppenhoff für die Trainingsleitung verantwortlich, steigerte Krämer seine persönliche Bilanz auf 29 Spiele und 13 Tore. In der Bundesliga belegte der MSV den achten Platz. Im DFB-Pokal kam die Mannschaft mit ihrem Spielmacher und Torschützen in das Finale. Nach Erfolgen gegen den VfB Stuttgart, Schalke 04, Karlsruher SC und den 1. FC Kaiserslautern zogen die „Zebras“ mit dem Angriff Carl-Heinz Rühl, Krämer, Rüdiger Mielke, Heinz van Haaren und Horst Gecks in das Finalspiel am 4. Juni 1966 in Frankfurt gegen den FC Bayern München ein. München setzte sich in der Schlussphase mit 4:2 Toren durch. Nach der Runde 1966/67, Krämer hatte von 1963 bis 1967 für den MSV 106 Spiele mit 37 Toren bestritten, nahm er ein Angebot des Hamburger SV an und zog an die Alster.

Hamburger SV (1967 bis 1969)[Bearbeiten]

Sportlich zahlte sich der Wechsel in der Bundesligarunde 1967/68 in der Mannschaft von Uwe Seeler, Willi Schulz und Gert Dörfel nicht aus, mit dem HSV kam der Mann vom Niederrhein mit 33:35 Punkten nur auf den 13. Rang, Meiderich belegte mit 36:32 Punkten den siebten Platz. Im Europapokal der Pokalsieger dagegen spielten sich die Hamburger bis in das Finale am 23. Mai 1968 in Rotterdam gegen den AC Mailand durch. Trotz des für Bundesliganiveau gut besetzten Angriffs mit Bernd Dörfel, Krämer, Uwe Seeler, Franz-Josef Hönig und Gert Dörfel hatte der HSV gegen Mailand bei der 0:2-Niederlage keine Chance. In seinem zweiten Hamburger Jahr kamen im Messe Cup 1968/69 noch sechs weitere EC-Spiele gegen den FC Metz, Slavia Prag und Hibernian Edinburgh hinzu, so dass Krämer in zwei Runden auf 15 Europacupspiele mit dem Hamburger SV kam. Nach zwei Runden mit 47 Bundesligaeinsätzen und neun Toren zog es den Meidericher in den Fußball-Westen zurück, er unterschrieb zur Runde 1969/70 beim VfL Bochum.

VfL Bochum (1969 bis 1973)[Bearbeiten]

In Bochum feierte er in den Jahren 1970 und 1971 zweimal die Meisterschaft in der Regionalliga West. Im ersten Anlauf in die Bundesliga scheiterte die VfL-Mannschaft mit Trainer Hermann Eppenhoff, Spielmacher „Eia“ Krämer und Torjäger Hans Walitza in der Aufstiegsrunde 1970 an Kickers Offenbach. 1971 setzte sich Bochum dagegen souverän mit 14:2 Punkten durch, Krämer hatte alle acht Spiele in der Aufstiegsrunde bestritten. In der Regionalliga West war er von 1969 bis 1971 für den VfL Bochum in 63 Spielen mit neun Toren aufgelaufen.

Mit dem Bundesligaaufsteiger belegte er 1971/72 den neunten Rang und kam dabei auf 28 Einsätze mit zwei Treffern. Den letzten Auftritt in der Fußball-Bundesliga hatte der 33-jährige Werner Krämer am 17. Februar 1973 beim 2:1-Heimsieg des VfL Bochum mit den Mitspielern Werner Balte, Hans-Jürgen Köper und Michael Lameck gegen Eintracht Frankfurt. Nach insgesamt 192 Bundesligaspielen mit 49 Toren beendete er 1973 seine Profi-Laufbahn.

Nationalmannschaft (1963 bis 1967)[Bearbeiten]

Bundestrainer Sepp Herberger berief das Offensivtalent des Meidericher SV in der Runde 1961/62 erstmals in eine DFB-Mannschaft. Am 8. Oktober 1961 kam „Eia“ Krämer in Gelsenkirchen beim 5:0-Sieg gegen Polen in der Juniorennationalmannschaft U-23 zum Einsatz. Es dauerte fast zwei Jahre bis der technisch herausragende Meidericher von Herberger in die A-Nationalmannschaft berufen wurde. Im ersten Jahr Fußball-Bundesliga, 1963/64, debütierte er zusammen mit Reinhard Libuda und Wolfgang Overath am 28. September 1963 in Frankfurt beim Länderspiel gegen die Türkei beim 3:0-Sieg im DFB-Team. Zwei Jahre später, am 1. September 1965 überzeugte er auch den Herberger-Nachfolger Helmut Schön beim B-Länderspiel gegen die Sowjetunion in Köln, als ihm beim 3:0-Erfolg ein Treffer gelang und er sich mit seiner Leistung für das entscheidende WM-Qualifikationsspiel am 26. September in Stockholm gegen Schweden empfehlen konnte. In Stockholm zeichnete er sich in seinem siebten Länderspiel als Torschütze beim 2:1-Sieg gegen Schweden aus und hatte damit wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England. Im WM-Turnier kam er nur am 20. Juli 1966 in Birmingham beim 2:1-Sieg gegen Spanien als „taktischer“ Rechtsaußen zum Einsatz. Mit seinem dreizehnten Länderspiel am 22. März 1967 in Hannover beim 1:0-Sieg gegen Bulgarien verabschiedete sich Werner Krämer aus der Fußballnationalmannschaft.

Neben dem Spielfeld[Bearbeiten]

Nach seinem Abschied vom VfL Bochum übernahm Werner Krämer das Amt des Spielertrainers beim SV Wesel in der Landesliga Niederrhein, bevor er sich auf seine berufliche Karriere konzentrierte. Der gelernte Dreher, später Ausbilder in der Lehrwerkstatt des Thyssen-Konzerns, schulte zum Kaufmann im Sportartikelhandel um, betrieb eine Markisen- und Rollladenfirma in Duisburg und dann ein Sportgeschäft.

In seinen letzten Lebensjahren war Krämer Dialysepatient. Die letzten fünf Monate seines Lebens verbrachte er im Krankenhaus; Ende 2009 mussten ihm wegen Durchblutungsstörungen beide Beine oberhalb der Knie amputiert werden.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Krämer im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Werner „Eia“ Krämer ist tot. kicker online, 13. Februar 2010, abgerufen am 13. Februar 2010.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]