Wieluń
| Wieluń | ||||
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| Basisdaten | ||||
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| Staat: | Polen | |||
| Woiwodschaft: | Łódź | |||
| Landkreis: | Wieluń | |||
| Fläche: | 16,9 km² | |||
| Geographische Lage: | 51° 13′ N, 18° 34′ O51.21666666666718.566666666667Koordinaten: 51° 13′ 0″ N, 18° 34′ 0″ O | |||
| Einwohner: | 23.842 (30. Jun. 2012)[1] |
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| Postleitzahl: | 98-300 | |||
| Telefonvorwahl: | (+48) 43 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | EWI | |||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||
| Straße: | DK 8/E 67 Breslau−Warschau | |||
| DK 45 | ||||
| DK43 | ||||
| Schienenweg: | Kattowitz–Posen | |||
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Łódź | |||
| Gemeinde | ||||
| Gemeindeart: | Stadt- und Landgemeinde | |||
| Gemeindegliederung: | 20 Schulzenämter | |||
| Fläche: | 131,2 km² | |||
| Einwohner: | 32.689 (30. Jun. 2012)[2] |
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| Bevölkerungsdichte: | 249 Einw./km² | |||
| Gemeindenummer (GUS): | 1017093 | |||
| Verwaltung (Stand: 2007) | ||||
| Bürgermeister: | Janusz Walenty Antczak | |||
| Adresse: | pl. Kazimierza Wielkiego 1 98-300 Wieluń |
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| Webpräsenz: | www.um.wielun.pl | |||
Wieluń [ˈvʲɛluɲ] (deutsch 1940–1941 und 1942–1945 Welun, 1941–1942 Welungen) ist eine Stadt in Polen. Sie ist Sitz des Powiat Wieluński in der Woiwodschaft Łódź und liegt am Rande der Wieluner Höhen (Wyżyna Wieluńska), einem Karstgebiet.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Das Dorf Wieluń wurde im Jahre 1217 gegründet. 1281 errichteten die Piasten eine Feste in Wieluń. Herzog Przemysław II. von Großpolen verlieh dem Ort 1283 das Stadtrecht. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde Wieluń zur königlichen Stadt und zum Sitz eines Kastellans.
Unter Kasimir dem Großen, in den Jahren 1333–1370 König von Polen, erhielt sie eine Stadtbefestigungsanlage.
In den Jahren 1370–1392 war Wieluń unter Herzog Władysław von Oppeln die Hauptstadt eines gleichnamigen Herzogtums.
Wieluń war im 16. Jahrhundert eine bedeutende Stadt in Polen. Hier befand sich eine Filiale der Universität Krakau und die Stadt hatte ein eigenes Theater. Das Handwerk blühte und war in zahlreichen Zünften organisiert. Im Jahre 1656, zur Zeit des Schwedisch-Polnischen Krieges 1655–1660, wurde die Stadt von den Schweden erobert und niedergebrannt.
Seit der 2. Teilung der Ersten Polnischen Republik, 1793, gehörte Wieluń zum Königreich Preußen, ab 1806 zum Herzogtum Warschau und ab 1815 zum Königreich Polen, bis dieses 1831 in das Russische Zarenreich direkt eingegliedert wurde. Seit 1867 ist Wieluń Kreisstadt.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, 1918, kam die Stadt an die Zweite Polnische Republik. 1926 erhielt sie Anschluss an die Eisenbahn.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Wieluń am frühen Morgen des 1. September 1939 bei Angriffen durch 87 deutsche Sturzkampfbomber schwer getroffen. Dabei könnte es sich um eine der ersten Kriegshandlungen gehandelt haben, wobei aber der genaue Beginn zwischen 04:35 (Zeugenaussagen) und Wehrmachtsaufzeichnungen (gegen 05:40) schwankt. Bei insgesamt drei Luftangriffen im Lauf des Tages starben angeblich 1.200 Zivilisten von den damals etwa 16.000 Einwohnern. Die Gebäude der Stadt wurden dabei zu 70 Prozent und der enge Kern durch Brände zu 90 Prozent zerstört.[3] Auch der Grund des Angriffs ist historisch umstritten. Während sich in deutschen Aufzeichnungen eine polnische Kavalleriebrigade als Angriffsziel findet und der Angriff als taktischer Bombenangriff im Frontbereich gewertet wird [4], gibt es Vermutungen, der Grund sei ein Experiment zur Zerstörung von Städten durch den Einsatz von zunächst Spreng- und Brandbomben gewesen.[5]Der Ort lag genau auf der Stoßrichtung nach Warschau der deutschen Schwerpunktarmee beim Angriff auf Polen.
Bis 1945 war Wieluń Sitz des deutschen Landkreises Welun im Reichsgau Wartheland.
Gemeinde [Bearbeiten]
Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Wieluń hat 20 Ortsteile mit einem Schulzenamt:
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Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:
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Verkehr [Bearbeiten]
Der Stadt liegt an den Landesstraßen 8 von Breslau nach Warschau und 45 von Oppeln nach Łódź und 43 von Częstochowa nach Wieluń und den Woiwodschaftsstraßen 481 und 486
Demographie [Bearbeiten]
Die überwiegende Mehrheit der Stadtbewohner bekennt sich zur römisch-katholischen Konfession.
- Entwicklung der Einwohnerzahl
- 1900: 7.351[6]
- 1909: 9.095, darunter 3.444 Juden (37,8 %), 352 Protestanten (3,9 %).[7]
- 1931: 13.220[8]
- 2005: 24.453
- 2009: 23.986
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Stadtmauer mit dem Krakauer Tor
- Fronleichnamskirche, 14. Jahrhundert
- Nikolaikirche, Barock
- Klosteranlagen (Museum)
- Barbarakapelle, 16. Jahrhundert
- Schloss, klassizistischer Bau an Stelle des alten Piastenschlosses, Residenz für Staatsgäste
Im Ort geborene Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Ezechiel Zivier (1868–1925), Historiker und Publizist.
Partnerstädte [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Homepage der Stadt (polnisch)
- Angaben über die Stadt (Deutsch)
- Bericht über die Zerstörung der Stadt 1939, Spiegel.de, August 2009
- Agnieszka Hreczuk: Wielun in: Der Tagesspiegel vom 30. August 2009
- Joachim Trenkner: Ziel vernichtet in: Die Zeit, 07/2003
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2012. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 16. Januar 2013.
- ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2012. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 16. Januar 2013.
- ↑ Joachim Trenkner: Ziel vernichtet. Die Zeit, Nr. 07/2003 - Angriff auf Wielun
- ↑ Rolf-Dieter Müller, Der Bombenkrieg, 1939-1945, S.54; Horst Boog, Bombenkriegslegenden, S. 22
- ↑ [1]
- ↑ Meyers Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 20, Leipzig und Wien 1909, S. 601.
- ↑ Erich Zechlin: Die Bevölkerungs- und Grundbesitzentwicklung im Zartum Polen. Reimer, Berlin 1916, S. 90-91.
- ↑ Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Band 20, Leipzig 1935, S. 303.
