Waltrop
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Münster | |
| Kreis: | Recklinghausen | |
| Höhe: | 67 m ü. NN | |
| Fläche: | 46,99 km² | |
| Einwohner: |
29.511 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 628 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 45731 | |
| Vorwahlen: | 02309, 02363 (Oberwiese) | |
| Kfz-Kennzeichen: | RE, CAS, GLA | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 62 036 | |
| LOCODE: | DE WTP | |
| NUTS: | DEA36 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Münsterstr. 1 45731 Waltrop |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Anne Heck-Guthe (SPD) | |
| Lage der Stadt Waltrop im Kreis Recklinghausen | ||
Die Stadt Waltrop liegt im nördlichen Ruhrgebiet im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Die Stadt liegt zwischen der Kernzone des Ruhrgebietes und dem ländlichen Münsterland. Geografisch liegt Waltrop in Westfalen, nordwestlich von Dortmund im Ruhrgebiet zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal im Süd-Westen, der Lippe und dem Datteln-Hamm-Kanal im Norden.
Klima [Bearbeiten]
Der Jahresniederschlag liegt bei 813 mm und ist damit vergleichsweise normal, da er in das mittlere Drittel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 66 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,7-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 40 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Stadtgebiet [Bearbeiten]
Waltrop hat keine Stadtteile, doch gibt es sieben Bauerschaften, die rund um Waltrop liegen: Unterlippe und Oberlippe (zusammen nur Lippe), Elmenhorst, Brockenscheidt, Waltrop, Oberwiese, Holthausen und Leveringhausen.
Nachbargemeinden/-städte [Bearbeiten]
Folgende Städte grenzen an die Stadt Waltrop – im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend: Selm, Lünen (beide Kreis Unna), Dortmund (kreisfreie Stadt), Castrop-Rauxel und Datteln (beide Kreis Recklinghausen). Gemeinsam mit Datteln, Oer-Erkenschwick und dem Halterner Stadtteil Flaesheim bildet Waltrop inoffiziell die Region Ostvest.
Kuriosum [Bearbeiten]
Ein Teil der Provinzialstraße gehört halbseitig zu Waltrop, die andere Hälfte befindet sich auf Dattelner Stadtgebiet. Das zu Waltrop gehörende Straßenstück umfasst die Häuser auf der südlichen Seite der Straße. Am Ortseingang aus Richtung Waltrop befinden sich zwei Ortsschilder. Das in Fahrtrichtung linke weist auf Waltrop, das rechte auf Datteln.
Darüber hinaus sorgen viele innerörtliche Ortseingangs- und -ausgangsschilder häufig für Verwirrung bei Ortsunkundigen.
Geschichte [Bearbeiten]
Wie das gesamte Land zwischen Emscher und Lippe wurde Waltrop nach Bodenfunden früh besiedelt. Im 8. Jahrhundert v. Chr. besetzten die Germanen das Gebiet. Hier lebten die Sugambrer, die ca. 9 v. Chr. von Tiberius, Stiefsohn des Kaiser Augustus, auf das linke Rheinufer verdrängt wurden. In dem leer gewordenen Land siedelten sich die Brukterer auf Einzelhöfen an. Es entstand mit der Zeit ein Verband von Bauern – die Bauerschaft. Auf dem heutigen Waltroper Gebiet bildeten sich sieben Bauerschaften: Leveringhausen, Elmenhorst, Brockenscheidt, Waltrop, Oberwiese (früher Döttelbeck), Holthausen, Lippe (früher Behem). Die ältesten Angaben über die Zahl der Höfe in den sieben Bauerschaften stammen aus dem Jahr 1561, die Höfezahl in den einzelnen Bauerschaften betrug zwischen 16 und 22 Höfe. Insgesamt waren es 129 Höfe, sodass man von 1000 bis 1300 Bewohnern ausgehen kann.
Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang als Besonderheit die beiden Reichshöfe Elmenhorst (erstmals 1292 urkundlich erwähnt, bis 1806 existent) und Abdinghof (hatte seine Reichsunmittelbarkeit schon früh verloren). Der Reichshof Elmenhorst war kein geschlossener Besitz, sondern zu ihm gehörten über 30 Höfe in verschiedenen Bauerschaften (z. B. auch in Eving, Dortmund, und Hagem, Datteln).
Eine überragende Stellung in der Bauerschaft Waltrop nahm der Vogteihof (Vogedinghof, Veiinghof) ein. Zunächst wurde diese Bauerschaft von neun Höfen gebildet, 1561 waren es 17 Höfe. Auf dem Grund des Vogteihofes vollzog sich die weitere Entwicklung Waltrops. Der Erzbischof von Köln erbaute hier eine Eigenkirche, die heutige St.-Petrus-Pfarrkirche. Die Kirchengründung geht bis etwa ins 10. Jahrhundert zurück (um 950). Die Kirche wurde neben anderen Kirchen im Jahr 1032 ohne Namensnennung vom Kölner Erzbischof Pilgrim der Abtei Deutz als wirtschaftliche Grundlage geschenkt. Diese Schenkung wurde am 13. Juli 1147 in einer Bulle des Papstes Eugen III. bestätigt und darin wird erstmals der Name Waltrop (als Waldorp, später auch Vualtohorp, Waltorpe) urkundlich erwähnt.
In der Gelnhäuser Urkunde des Jahres 1180 wurde die Vergabe eines Teils des sächsischen Herzogtums einschließlich Vest Recklinghausen an den Kölner Erzbischof festgeschrieben. Die kirchliche Zugehörigkeit Waltrops zum Erzbistum Köln änderte sich erst 1823 mit der Zugehörigkeit zum Bistum Münster.
Im Laufe der Zeit wurde diese Kirche auch wirtschaftlicher Mittelpunkt für das umliegende Land. Händler und Handwerker ließen sich um die Kirche herum nieder. Bereits vor 1500 stand innerhalb der Bauerschaft Waltrop eine geschlossenen Siedlung von Gewerbetreibenden der übrigen Bauerschaft Waltrop mit verstreut liegenden Einzelhöfen gegenüber. Diese Siedlung wurde zur Unterscheidung von der Bauerschaft Waltrop „das Dorf Waltrop“ genannt.
Die Dorfbildung erfolgte über sehr viele Jahrzehnte. In diesem Zeitraum löste der Gutsherr des Vogteihofes die neue Ansiedlung aus dem Verband der Bauerschaft Waltrop und erhob sie durch Verleihung der Verwaltung und Gerichtsbarkeit zu einer selbständigen Gemeinde mit fest umschriebenen Grenzen – die „Freiheit Waltrop“ (erstmals 1428 in einer Urkunde).
Erste große Kriegsbeschwerden auf Waltroper Gebiet sind durch die Große Dortmunder Fehde (1388-1399) und die Soester Fehde (1444-1449) bekannt. Der Schmalkaldische Krieg (1546-1547) und der Spanisch-Niederländische Krieg (1568-1648) brachten ebenfalls erhebliche Beeinträchtigungen für die Bewohner. Besonders grauenvoll im hiesigen Gebiet war der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648. Am Ende dieses Krieges war Waltrop verwüstet, verödet und verarmt. Auch der Siebenjährige Krieg (1756-1763) hinterließ schwere Spuren.
Anfang der 1800er Jahre erfolgte eine grundlegende Veränderung beim Landeigentum: die Teilung der Waltroper Gemeinheiten. Mit Gemeinheiten wurden seit Jahrhunderten die Wiesen, Weiden und Wälder benannt, die der Allgemeinheit (hier: Berechtigte) zum Weidegang zur Verfügung standen (auch Mark, Marken, genannt, von lat. margo/ursprüngliche Waldwildnis; in germanischer Zeit die für Siedlungszwecke gerodete Wildnis). Durch diese staatliche Teilung der sog. Gemeinheiten wurden in Waltrop im Jahr 1809 über 60 ha Land nach einer besonderen Berechnung den ursprünglichen Berechtigten als neues Eigentum zugewiesen. In den anderen Bauerschaften fanden diese Teilungen in den folgenden Jahrzehnten statt.
Im Dorf Waltrop wohnten 1820 in 148 Häusern 1099 Einwohner, 1840 waren es in 173 Häusern 1177 Bewohner. Insgesamt hatte das Kirchspiel Waltrop (Dorf Waltrop und die 7 Bauerschaften) im Jahr 1840 exakt 2966 Einwohner bei 441 Wohnhäusern und 341 Ställen und Scheunen.
Die Gewerbestatistik von 1840 weist neben der Land- und Viehwirtschaft folgende Berufe für Waltrop aus: 9 Bäcker, 3 Fleischer, 2 Lohgerber, 16 Schuhmacher, 3 Sattler, 1 Seiler, 21 Schneider, 10 Zimmerwerker, 14 Tischler, 1 Radmacher, 4 Böttcher, 1 Drechsler, 2 Maurer, 1 Glaser, 6 Grobschmiede, 1 Ziegelbäcker, 4 Strumpfweber, 63 Leineweber, 4 Färber, 1 Kaufmann, 23 Krämer und Hausierer, 2 Gastwirte, 8 Schankwirte, des Weiteren 5 Mühlen, jedoch keine Fabriken. In der zweiten Jahrhunderthälfte sind es vor allem der Holzhandel und die Holzverarbeitung, die an Bedeutung gewannen (1857 Holzhandlung mit Sägewerk Overthun bzw. Schreinerei mit Möbelhaus Mußhoff, 1859 Holzhandlung mit Sägewerk Nierhoff). Bereits 1850 war die Brennerei Beckmann (heute Bröggelhoff) gegründet worden.
Die große Veränderung im dörflichen Charakter brachte der Beginn des 20. Jahrhunderts: 1903 erfolgte die Abteufung der Zeche Waltrop durch den preußischen Staat. Erste Kohlenförderung im Jahr 1906, 1909 Fertigstellung der Kokerei. Nach einem Wassereinbruch im Februar 1909 konnte die Förderung erst Ende 1912 wieder aufgenommen werden. Im Zweiten Weltkrieg wurden durchschnittlich 700 ausländische Zwangsarbeiter eingesetzt. Der höchste Personalstand der Zeche betrug im Jahr 1957 insgesamt 2817 Beschäftigte, davon 171 Angestellte. Am 1. Januar 1978 wurden die beiden Werksdirektionen Waltrop und Achenbach (Lünen-Brambauer) zusammengelegt. Die letzte Kohlenförderung erfolgte am 29. Juni 1979. Die Ruhrkohle AG verkaufte 1984 die Zechenfläche an die Landesentwicklungsgesellschaft (Grundstücksfonds Ruhr) zur weiteren Nutzbarmachung als Gewerbegebiet.
Am 30. Januar 1939 erhielt Waltrop die Stadtrechte. Im Zuge der Gemeindegebietsreform zum 1. Januar 1975 wurde das seit 1857 bestehende Amt Waltrop aufgelöst, die amtsangehörigen Gemeinden Horneburg und Henrichenburg an Datteln beziehungsweise Castrop-Rauxel abgegeben und Waltrop selbständig.
Von 1943 bis 1945 befand sich in Waltrop-Holthausen ein zentrales Entbindungslager für Zwangsarbeiterinnen. Schwangere Ostarbeiterinnen aus ganz Westfalen wurden nach Holthausen gebracht und bis zum fünften Schwangerschaftsmonat zur Abtreibung gezwungen. Von den 1273 im Lager geborenen Kindern starben viele bald nach der Geburt.[2] Eine Gedenktafel auf dem Friedhof, so genannte "Stolpersteine" in der Fußgängerzone sowie ein Mahnmal in Holthausen erinnern an das Entbindungslager.
Religion [Bearbeiten]
Die drei katholischen Gemeinden St. Ludgerus, St. Marien und St. Peter sind seit dem 1. Advent 2008 zur Pfarrei St. Peter zusammengeschlossen.[3] Als Folge der Fusion wurde die St. Ludgerus-Kirche abgerissen und der etwas abseits stehende Kirchturm zu einer Kapelle umgestaltet.
Das Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum befindet sich an der evangelischen Dreifaltigkeitskirche.
Die Neuapostolische Kirche besitzt zwei Gemeinden in Waltrop.
Außerdem befinden sich in Waltrop zwei Moscheen der Dachverbände VIKZ[4] und DITIB[5]
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Rat der Stadt Waltrop setzt sich seit der Kommunalwahl am 30. August 2009 wie folgt zusammen:[6]
| Liste | SPD | CDU | FDP | GRÜNE | Waltroper Aufbruch (WA) | LINKE | Grüne Liste Waltrop (GLW) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sitze | 14 | 12 | 3 | 2 | 2 | 2 | 1 |
| Differenz | –1 | –2 | +1 | +2 | –1 | +1 | –1 |
Differenz = Unterschied zur Wahl 2004, bei der zusätzlich ein parteiloser Bewerber gewählt worden war und das „Bündnis für Waltrop“ zwei Sitze erhalten hatte.
Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975 [Bearbeiten]
In der Liste[7][8][9][10][11] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.
| Jahr | SPD | CDU | Grüne1 | FDP | Linke | WA |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1975 | 50,3 | 41,8 | 6,4 | |||
| 1979 | 51,2 | 38,5 | 5,3 | 4,9 | ||
| 1984 | 53,8 | 34,0 | 7,6 | 4,5 | ||
| 1989 | 54,1 | 33,0 | 7,4 | 5,5 | ||
| 1994 | 49,0 | 33,8 | 7,3 | 3,1 | 6,9 | |
| 1999 | 34,3 | 45,8 | 7,5 | 4,3 | 8,1 | |
| 2004 | 39,0 | 36,8 | 8,1 | 7,7 | 8,4 | |
| 20092 | 38,6 | 34,6 | 8,6 | 7,2 | 5,9 | 5,1 |
Fußnoten 1 Grüne:
- 1979 bis 2004: GLW (Grüne Liste Waltrop),
- 2009: B’90/Grüne: 5,1 %, GLW: 3,5 %
2 2009: B’90/Grüne: 5,14 %, WA: 5,10 %
Bürgermeisterin [Bearbeiten]
Nach der Kommunalwahl 2004 löste Anne Heck-Guthe (SPD) den ehemaligen Bürgermeister Willi Scheffers (CDU) ab. Sie wurde in der Kommunalwahl 2009 im Amt bestätigt.
Bürgermeister seit 1857 [Bearbeiten]
- 1857–1863: Karl Leppelmann (Amtmann)
- 1866–1895: Alexander Cherouny (Amtmann)
- 1895–1919: Bernard Schwarthoff (Amtmann)
- 1919–1934: Alfred Brockhausen (Amtmann)
- 1934–1940: August Apffelstaedt, NSDAP
- 1940–1945: Paul Lassoff, NSDAP
- zwischen Mai 1945 und 1946: Wilhelm Burbaum, Hermann Press, Fritz Dellwig
- 1946–1949: Wilhelm Predeck, Zentrum
- 1949–1952: Oskar Timm, SPD
- 1952–1953: Wilhelm Predeck, CDU
- 1953–1964: Heinrich Ferkinghoff, CDU
- 1964–1969: Reinhold Mittelstaedt, SPD
- 1969–1975: Hermann Keuter, CDU
- 1975–1999: Jochen Münzner, SPD
- 1999–2004: Wilhelm Scheffers, CDU
- 2004–2013: Anne Heck-Guthe, SPD
Kinder- und Jugendparlament [Bearbeiten]
Im Jahr 2001 wurde in Waltrop – auf Vorschlag einer aus acht Jugendlichen von drei weiterführenden Schulen bestehenden Initiative – ein Kinder- und Jugendparlament gegründet. Dabei wurde das Konzept, die Satzung und die Geschäftsordnung von den Jugendlichen selbst entwickelt. Der wohl häufigst genannte Erfolg des KiJuPas ist die Einrichtung einer Nachtbuslinie (NE 14) in der ersten Legislaturperiode.
Wappen [Bearbeiten]
In dem goldenen Schild befindet sich ein schwarzer, rot bewehrter Adler. Das Zentrum des Wappens stellt ein Herzschild dar, das in schwarzem Feld eine goldene, verkürzte Spitze zeigt. Waltrop erhielt im Jahr 1939 Stadtrecht. Der Reichsadler im Wappen geht auf das Siegel des alten Reichshofes Elmenhorst zurück. Dieser befand sich im Gebiet der Stadt Waltrop und wurde ursprünglich von Karl dem Großen gegründet. In diese Zeit fällt auch die Besiedlung des „Dorfes im Walde“ – historisch „ Wallthorpe“. Die verkürzte Speerspitze erinnert an die Familie Goy, die im 15. und 16. Jahrhundert in der Gemeinde ansässig war. Sie führte dieses Symbol in ihrem Schild.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Herne Bay, Großbritannien, Teil der City of Canterbury, 20. November 1976
Cesson-Sévigné, Frankreich, Bretagne, 25. August 1984
San Miguelito, Nicaragua, 24. Mai 1988
Gardelegen, Sachsen-Anhalt, 3. Oktober 1990
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
Das Heimatmuseum Riphaushof des Heimatvereins neben dem Freibad dokumentiert die Waltroper Geschichte anhand zahlreicher Exponate.[12] Das Schiffshebewerk Henrichenburg von 1899 ist heute als Museum zu besichtigen. Es gehört zum Westfälischen Industriemuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und ist Teil des Schleusenparks Waltrop.
Bauwerke [Bearbeiten]
Die ehemalige Zeche Waltrop wurde zu einem Gewerbepark umgestaltet. In Waltrops Zentrum steht die Pfarrkirche St. Peter aus dem 9./ 10. Jh. mit einem 40 Meter hohen Kirchturm. Rund um die Kirche befindet sich ein malerisches Fachwerkensemble, zu dem auch der „Tempel“ gehört. Er wurde vermutlich 1576 erbaut und gilt als das älteste Fachwerkhaus in Waltrop. In Waltrop-Leveringhausen liegt die St.-Laurentius-Kapelle.
Parks [Bearbeiten]
- Rieselfelder (Spaziergänger- und Radwegrouten)
- Kanalsystem (Ruder- und Yachthäfen)
- Moselbachpark mit großem Ententeich
- Kleingartenanlage Gartenstadt Waltrop
- Schleusenpark Waltrop (mit dem Alten Schiffshebewerk Henrichenburg und dem Neuen Hebewerk sowie mit historischer und neuer Schleuse)
- Gewerbepark Brockenscheidt (Arbeiten im Park, ehemalige Zeche mit Gewerbe in parkähnlicher Landschaft) mit Halde Brockenscheidt
- Stutenteichpark (Rund um ein Altenheim gelegen, kleiner Park)
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Pyjamaball der Landjugend Waltrop (KLJB) Publikum zwischen 16 und 50
- Waltroper Parkfest (Letztes Wochenende im August[13]) mit Live-Konzerten im Moselbachpark
- Schützenfeste
- Räppeln der katholischen Pfarrjugenden, jeweils am Karfreitag und -samstag
- Tanz in die Weihnacht (23.12), Weihnachtsparty des GV Waltop mit 3-4 Tanzflächen in der Waltroper Stadthalle
- Amore-mio-Party (für alle ab 25 in der Stadthalle)
- Beachparty mit 30 Tonnen Sand im Pfarrgarten (jedes Jahr kurz vor den Sommerferien)
- Trecker-Treck, jährlich veranstaltet von der KLJB Waltrop auf dem Landjugendsportplatz im Löhken
- Rasenmäherrennen, jährlich veranstaltet von der KLJB Waltrop
- Internationales Motorradfahrertreffen des MRSC Waltrop (jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende)
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Waltrop ist im Personenverkehr nur mehr auf der Straße erreichbar, nachdem die Hamm-Osterfelder Bahn auf ihrem durch Waltrop führenden Abschnitt seit 1983 ausschließlich dem Güterverkehr dient. Der örtliche Bahnhof ist vollständig stillgelegt.
Insgesamt fahren in Waltrop sechs Buslinien der Vestischen Straßenbahnen: Die Linie 231 verbindet Waltrop mit Recklinghausen, die Linien 283 und 285 fahren innerhalb der Stadt, die Linie 284 verbindet Waltrop mit dem Lüner Stadtteil Brambauer. Die Schnellbuslinie SB24 verkehrt zwischen Recklinghausen und dem Dortmunder Stadtteil Mengede. Die NachtExpress-Linie NE14 (nur am Wochenende) führt nach Datteln und Mengede. Außerdem gibt es noch die Linie 289, die nur wochentags zwischen Dortmund-Mengede Bahnhof und Waltrop Schülerinnen und Schüler transportiert.
Waltrop ist direkt über die Autobahnen A 2 und A 45 ans deutsche Autobahnnetz angeschlossen (Anschlussstelle Dortmund-Mengede).
Des Weiteren ist die B 474n in Planung. Sie soll vom Autobahnkreuz Dortmund-Nordwest bis zur A 43 reichen und somit die B 235 in Datteln und die L 609 in Waltrop entlasten.
Waltrop liegt an den beiden Radfernwegen Dortmund-Ems-Kanal-Route und Rundkurs Ruhrgebiet.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
Manufactum: Der Sitz und eines der sieben Warenhäuser der Kette Manufactum, die laut Eigenwerbung „Dinge aus der guten alten Zeit“ vertreiben, befinden sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Waltrop.
Hase Bikes: Ebenfalls in den Gebäuden der ehemaligen Zeche sind die Manufaktur und die Büroräume der Firme Hase Spezialräder untergebracht, einem der Weltmarktführer im Bereich Liegeräder.
Langendorf GmbH: Die Firma Langendorf ist ein Produzent des individuellen Fahrzeugbaus seit 1889.
Nextpharma: Die Firma Pharbil Waltrop GmbH gehört zur Unternehmensgruppe Nextpharma, die Auftraghersteller in der pharmazeutischen und HealthCare-Industrie ist.
Bergbau [Bearbeiten]
In Waltrop war ein Bergwerk ansässig, die vom preußischen Staat errichtete Zeche Waltrop. Als Ausnahme unter den anderen Bergwerken im Ruhrgebiet trägt die Zeche den Namen der eigenen Stadt. Die Abteufung der Schächte I und II erfolgte 1903, die erste Kohlenförderung 1906. Von Februar 1909 bis Ende 1912 war die Förderung durch massiven Wassereinbruch unterbrochen. Zu dieser Zeit erfolgte der Bau der Kokerei. Im April/Mai 1923 besetzt durch die französische Armee im Rahmen der Ruhrbesetzung. In den Jahren 1940 bis 1945 Einsatz von durchschnittlich 700 ausländische Zwangsarbeiter jährlich. 1956 wurde die Kokerei stillgelegt, ein Jahr später war der höchste Personalstand erreicht mit 2817 Beschäftigten, davon 171 Angestellte. Ab 1978 Verbund mit der Zeche Minister Achenbach in Lünen-Brambauer, im Jahr darauf die letzte Kohlenförderung der Zeche Waltrop am 29. Juni 1979.
Zusätzlich gab es in Waltrop zwei Außenschächte der Berggewerkschaft Victor-Ickern/Castrop-Rauxel. Die Schächte Ickern III (Seilfahrts- und Materialschacht) und Ickern IV (Wetterschacht) wurden 1938 bzw. 1949 abgeteuft. Verbunden Ende 1972 mit der Zeche Minister Achenbach – wie Waltrop – erfolgte die Stilllegung von Achenbach 1992.
Medien [Bearbeiten]
In Waltrop erscheinen als Tageszeitungen die „Waltroper Zeitung“ des Medienhauses Bauer sowie die Lokalausgabe "Unser Vest" der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ). Wöchentlich erscheinen zwei Anzeigenblätter: Der „Stadtspiegel“ des WVW Verlages sowie der „Kurier zum Sonntag“. Der Lokalsender „Radio Vest“ bietet Radioprogramm für den gesamten Kreis Recklinghausen außer Gladbeck.
Gesundheitswesen [Bearbeiten]
In der Stadt gibt es ein für die Bevölkerungszahl entsprechendes Angebot an niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Zahnärzten. Darüber hinaus stellen Fachärzte der folgenden Fachrichtungenauch auch überörtlich die Versorgung sicher: Kardiologie, Sportmedizin, HNO-Heilkunde, Urologie, Chirotherapie, Allergologie, Kieferorthopädie, Augenheilkunde sowie Geburtshilfe.
Westlich der Innenstadt an der Hochstraße befindet sich das katholische Krankenhaus St.-Laurentius-Stift. Das Haus mit seinen über 150 (Plan-)Betten ist in die Fachkliniken für Geriatrie, Frührehabilitation und Palliativmedizin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und eine Institutsambulanz unterteilt. Das Krankenhaus ist für die psychiatrische Pflichtversorgung der Städte Datteln, Oer-Erkenschwick und Waltrop zuständig. Rund um die Uhr wird der Notarzt für den städtischen Rettungsdienst in Waltrop zu Verfügung gestellt.[14]
Für Senioren gibt es drei Wohnanlagen und Heime in Trägerschaft von privaten und kirchlichen Organisationen. Das älteste seiner Art ist das Käthe-Engelhaupt-Seniorenzentrum in Waltrop-Ost. Das Wohnheim mit seinen 37 Einzel- und 26 Zweibettzimmern ist teilweise in der ehemaligen Bergbaudirektion untergebracht.
Bildung [Bearbeiten]
- Grundschulen
- Gemeinschaftsgrundschule Kardinal-von-Galen-Schule
- Gemeinschaftsgrundschule August-Hermann-Francke-Schule
- Gemeinschaftsgrundschule Luther-Schule
- Katholische Grundschule Barbaraschule
- weiterführende Schulen
- Gesamtschule
- Städtische Realschule
- Theodor-Heuss-Gymnasium
- Förderschulen
- Paul-Dohrmann-Schule (Förderschule für Lernbehinderte)
- Schule Oberwiese (Förderschule für geistig Behinderte)
- Volkshochschule
- Volkshochschule der Stadt Waltrop
- Musikschule
- Musikschule der Stadt Waltrop
Sport [Bearbeiten]
Fußball [Bearbeiten]
- VfB Waltrop
- DJK Teutonia SuS Waltrop
- FC Spvgg Oberwiese 01
- Eintracht Waltrop
Sonstiger Sport [Bearbeiten]
- TTV Waltrop 99 (Tischtennis)
- GV Waltrop (Basketball, Inlinehockey u. a.)
- SV DJK Teutonia Waltrop (Schwimmen, Wasserball)
- DLRG Ortsgruppe Waltrop (Schwimmen, Rettungsschwimmen)
- DJK Teutonia Waltrop (Leichtathletik)
- HV Waltrop (Handball)
- RV Waltrop (Rudern)
- TC Rot-Weiß Waltrop (Tennis)
- TV Einigkeit Waltrop (Taekwondo, Kickboxen)
- TK Preußen Waltrop (Tipp Kick, Deutscher Meister 1995, Deutscher Pokalsieger 1990 und 1991)
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
In Waltrop geboren [Bearbeiten]
- Johann Bernhard Klems (1812-1872), Klavierbauer
- Hermann Breucker (1911-1974), Grafiker und Bildhauer
- Heinrich Linkholt (* 27. August 1913, † 12. September 1992), Priester, päpstlicher Ehrenkaplan, Ehrendechant von Bottrop, Ehrendomherr der Essener Kathedralkirche
- Geribert E. Jakob, Professor der Medieninformatik an der Hochschule Darmstadt
- Roswitha Müller-Piepenkötter (* 1950), Politikerin (CDU), ehemalige Justizministerin von Nordrhein-Westfalen
- Dietmar Otto (* 1955), ehemaliger Fußballspieler (u. a. Borussia Dortmund)
- Helmut Rehmsen (* 4. Oktober 1955), Moderator, freier Journalist, WDR FERNSEHEN Hier und Heute (1990 bis 1992), seit April 2001 Wirtschaftsmagazin markt.
- Ludger Jonas (* 1957), katholischer Pfarrer und Domkapitular des Bistums Münster
- Alfons Kenkmann (* 1957), Professor der Geschichtsdidaktik an der Universität Leipzig, Träger des Bundesverdienstkreuz am Bande
- Matthias Hues (* 14. Februar 1959), Schauspieler
- Gabriele Warminski-Leitheußer (* 1963), Politikerin (SPD)
- Detlef Spoddig (* 1969), Doktor der Physik an der Universität Duisburg-Essen
- Alexander Baumjohann (* 1987), Fußballspieler
- Dagmar Wieczorek (*1967) Professorin und Fachärztin für Humangenetik, Universität Duisburg-Essen
In Waltrop aufgewachsen [Bearbeiten]
- Michael Masberg (* 4. Januar 1982), Regisseur und Autor
- Michael Steinbrecher (* 20. November 1965), Moderator beim ZDF (u. a. das aktuelle sportstudio), Professor für Fernseh- und Videojournalismus am Institut für Journalistik der TU Dortmund
- Holger Stromberg (* 15. März 1972), Sternekoch und Koch der deutschen Fußballnationalmannschaft
- Hermann Schulte-Sasse (* 8. Januar 1948), Arzt und ehemaliger Stadtrat für Gesundheit in München, Staatssekretär in Berlin und Staatsrat in Bremen
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- Heinrich Ferkinghoff †, Bürgermeister der Stadt Waltrop von 1951–1964, Ehrenbürger seit dem 8. Oktober 1965
- Käthe Engelhaupt †, AWO-Vorsitzende, Ehrenbürgerin seit dem 29. März 1990
- Jochen Münzner († 2010), Altbürgermeister, Ehrenbürger seit dem 27. Dezember 2007
Träger des Goldenen Ehrenringes der Stadt Waltrop [Bearbeiten]
- Arthur Kalaba †, 6. Januar 1978
- Fritz Schänzer †, 30. August 1984
- Pfarrer Wilhelm Lammers †, 20. Oktober 1993
- Karl-Heinz Merl †, 22. September 1997
- Käthe Engelhaupt †, 19. Mai 2005
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
- ↑ Entbindungslager Waltrop auf www.routmigration.nrw.de.
- ↑ http://www.st-peter-waltrop.de/, abgerufen am 15. Juni 2010.
- ↑ http://www.vikz.de/index.php/liste-gemeinden.html?selectedRegion=Waltrop
- ↑ http://www.ditib.de/default.php?id=12&lang=de&12&filter=alphabet&abc=W
- ↑ Kommunalwahl Waltrop 2009.
- ↑ Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009.
- ↑ Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW.
- ↑ Wahlergebnisse 1999. (PDF; 5,9 MB)
- ↑ Wahlergebnisse 2004. (PDF; 7,0 MB)
- ↑ Wahlergebnisse 2009. (PDF; 3,5 MB)
- ↑ http://www.heimatverein-waltrop.de/heimatmuseum_index.php
- ↑ http://www.waltroper-parkfest.de/geschichte_ueberdasparkfest.php
- ↑ http://www.laurentius-stift.de/st-laurentius-stift/das-st-laurentius-stift/
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Stadt Waltrop.
- Website zur Zeche Waltrop.
- Ehrenbürger der Stadt Waltrop.
- Webseite zum KiJuPa Waltrop.
- Weitere Seite zur Geschichte der Stadt Waltrop.
- Artikel aus dem Handelsblatt (Mai 2007) über Waltrop und seinen Sparkommissar.
Castrop-Rauxel | Datteln | Dorsten | Gladbeck | Haltern am See | Herten | Marl | Oer-Erkenschwick | Recklinghausen | Waltrop


