Osterburg (Altmark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Osterburg (Altmark)
Osterburg (Altmark)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Osterburg (Altmark) hervorgehoben
52.78333333333311.76666666666726Koordinaten: 52° 47′ N, 11° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Stendal
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 229,74 km²
Einwohner: 10.253 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39606
Vorwahlen: 03937, 039328 (Ballerstedt, Erxleben teilw., Polkau), 039388 (Walsleben teilw.), 039390 (Königsmark), 039392 (Flessau, Gladigau, Rossau teilw.)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Gemeindeschlüssel: 15 0 90 415
Stadtgliederung: Kernstadt und 32 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ernst-Thälmann-Straße 10
39606 Osterburg (Altmark)
Webpräsenz: www.osterburg.de
Bürgermeister: Nico Schulz (CDU)
Lage der Stadt Osterburg (Altmark) im Landkreis Stendal
Aland Aland Altmärkische Höhe Altmärkische Wische Arneburg Bismark (Altmark) Bismark (Altmark) Eichstedt Goldbeck Hassel Havelberg Hohenberg-Krusemark Hohenberg-Krusemark Iden Kamern Klein Schwechten Klietz Osterburg Rochau Sandau (Elbe) Schollene Schönhausen (Elbe) Stendal Stendal Stendal Stendal Seehausen Seehausen Tangerhütte Tangermünde Werben (Elbe) Wust-Fischbeck Zehrental Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Die Hansestadt Osterburg ist eine kreisangehörige Stadt und eine Einheitsgemeinde im Landkreis Stendal in der Altmark in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Osterburg liegt 25 Kilometer nördlich von Stendal am Zusammenfluss der Biese und Uchte.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Einheitsgemeinde ist nach Ortschaften und Ortsteilen gegliedert.

  • Osterburg mit den OT Osterburg, Dobbrun, Krumke und Zedau
  • Ballerstedt mit den OT Groß Ballerstedt und Klein Ballerstedt
  • Düsedau mit den OT Düsedau und Calberwisch
  • Erxleben mit den OT Erxleben und Polkau
  • Flessau mit den OT Flessau, Natterheide, Rönnebeck, Storbeck und Wollenrade
  • Gladigau mit den OT Gladigau, Orpensdorf und Schmersau
  • Königsmark mit den OT Königsmark, Rengerslage, Wasmerslage und Wolterslage sowie die Wohnplätze Blankensee und Rethhausen
  • Krevese mit den OT Krevese, Dequede, Polkern und Röthenberg
  • Meseberg mit dem OT Meseberg sowie den Wohnplätzen Berken, Lindenhof, Kattwinkel, Meierbusch, Ottos Hof 1, Ottos Hof 2, Packebusch und Wenddorf
  • Rossau mit den OT Rossau und Schliecksdorf
  • Walsleben mit den OT Walsleben und Uchtenhagen

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Osterburgs stammt aus dem Jahre 1157 durch Albrecht den Bären. Im Jahre 1188 erfolgte die Weihe der Nicolaikirche. 1208 besaß Osterburg Stadtrechte. Im 13. Jahrhundert gelangte die Stadt in den Besitz der Markgrafen von Brandenburg. In der Zeit von 1436 bis 1478 gehörte Osterburg der Hanse an.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach geplündert und im Jahre 1644 verwüstet.

Im Jahre 1761 brannten zwei Drittel der Stadt nieder.

Osterburg wurde im Jahre 1816 zur Kreisstadt. 1849 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahn von Magdeburg nach Hamburg, etwa zur gleichen Zeit wurde Osterburg durch Chausseen mit Stendal, Wittenberge und Bismark (Altmark) verbunden.

In der Stadt entstanden Betriebe der verarbeitenden Industrie für die Produkte der altmärkischen Landwirtschaft. Aber auch Blechwaren wurden hier produziert. 1929 begründete August Huchel den Ruf Osterburgs als Spargelstadt, als er die Deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft gründete. Während der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik waren jeweils eine Zweigstelle der Rathenower Optischen Werke und der Schuhfabrik Roter Stern Burg ansässig, die vor allem vielen hunderten Frauen Arbeit gaben. Mit dem Ende der DDR war das Schicksal dieser Betriebe besiegelt. Vom 1. bis 3. Juni 2007 feierte die Stadt Osterburg ihr 850-jähriges Bestehen und den 11. Sachsen-Anhalt-Tag.

Seit dem 1. Juni 2008 führt die Stadt den Namen Hansestadt Osterburg (Altmark).[2]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Ballerstedt (am 24. November 2008), Düsedau (am 12. November 2008), Erxleben (am 10. November 2008), Flessau (am 27. November 2008), Gladigau (am 26. November 2008), Königsmark (am 25. November 2008), Krevese (am 12. November 2008), Meseberg (am 19. November 2008), Rossau (am 10. November 2008), Walsleben (am 10. November 2008) und der Hansestadt Osterburg (Altmark) (am 6. November 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Hansestadt Osterburg (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[3][4]

Nach Umsetzung des Gebietsänderungsvertrages der bisher selbstständigen Stadt Osterburg (Altmark) wurden Osterburg, Dobbrun, Krumke und Zedau Ortsteile der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). Für die eingeflossene Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Stadt Osterburg (Altmark) und die künftigen Ortsteile Osterburg, Dobbrun, Krumke und Zedau wurden zur Ortschaft der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Osterburg wurde ein Ortschaftsrat mit neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1579: 1500 Einwohner
  • 1816: 1691 Einwohner
  • 1840: 2238 Einwohner
  • 1871: 3518 Einwohner
  • 1895: 4500 Einwohner
  • 1987: 8400 Einwohner
  • 2004: 7196 Einwohner
  • 2005: 7150 Einwohner
  • 2006: 6964 Einwohner
  • 2007: 6797 (davon Dobbrun 125, Krumke 164 und Zedau 100 Einwohner)
  • 2008: 6643 Einwohner

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat Osterburg besteht aus 28 Stadträten und dem Bürgermeister (insgesamt 29 Sitze).[5]

(Stand: Kommunalwahl Juni 2009)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 12. Juli 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Gemäß Antrag vom 7. Juli 2009 erhält die neue Einheitsgemeinde Hansestadt Osterburg (Altmark) die Genehmigung zur Weiterführung des nachfolgend beschriebenen Wappens der aufgelösten Hansestadt Osterburg (Altmark). Die Genehmigung erteilte der Landkreis am 24. Juli 2009.

Blasonierung: „In Silber eine schräg ansteigende schwarzgefugte rote Zinnenmauer; das offene Tor mit hochgezogenem goldenen Fallgitter; hinter der Mauer zwei niedere innere und zwei höhere äußere Türme mit blauen goldbeknauften Kuppeldächern; zwischen den Türmen schwebend ein goldbewehrter roter Adler.“[6]

Die Hansestadt Osterburg (Altmark) führt die Farben Rot - Silber (Weiß).

Das Wappen entstand wahrscheinlich aus einem Hauptsiegel aus dem 13. Jahrhundert, sowie aus Siegeln des 14. Jahrhunderts, auf denen der Adler der askanischen Markgrafen über der viermal getürmten Stadtmauer mit geöffnetem Tor schwebt oder auf den inneren, niedrigeren Türmen steht. Der ursprünglich rote, brandenburgische Adler wurde 1887 zeitweilig in einen schwarzen, preußischen umgewandelt.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Hansestadt Osterburg (Altmark) ist (1:1) Rot-Weiß-gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

In Osterburg befindet sich die Landessportschule Sachsen-Anhalt. Die Stadt war zudem Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung.

Kultur[Bearbeiten]

In Osterburg befindet sich das Kreismuseum Osterburg.

Osterburg gilt in der Altmark als eine Hochburg des Karnevals. Seit 1974 veranstaltet die Osterburger Carnevals Gesellschaft e. V. in der Stadt und der Umgebung verschiedene Auftritte, einer davon führte zu befreundeten Vereinen in Namibia. Seit 1994 findet jährlich ein Faschingsumzug mit vielen Zuschauern statt.

In Osterburg findet seit 2010 auf dem Gelände der Landessportschule jährlich das Made in Germany Festival statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ortsteil Dequede befindet sich der Fernsehturm Dequede.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch Osterburg führte die Bundesstraße 189 von Stendal nach Wittenberge, die aber nun als Ortsumgehung westlich von Osterburg verläuft.

Der Bahnhof Osterburg liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Wittenberge. Es verkehren stündlich Regionalbahnen in Richtung Stendal–Magdeburg (–SchönebeckSalzelmen) und Wittenberge. Früher war Osterburg Ausgangspunkt der Kleinbahn Osterburg–Pretzier.

Bildung[Bearbeiten]

Die Grundschule ist die größte in der Umgebung von Osterburg (Verwaltungsgemeinschaften Osterburg sowie Arneburg-Goldbeck). Außerdem gibt es eine Sekundarschule „Karl Marx“, das Markgraf-Albrecht-Gymnasium, welches rund 1000 Schüler unterrichtet, und die Förderschule für Lernbehinderte „Anne Frank“.

Markgraf-Albrecht-Gymnasium

Das Markgraf-Albrecht-Gymnasium (MAG) ist nach dem Markgrafen Albrecht der Bär benannt. Das Gymnasium ist durch sein Engagement im kulturellen (Comenius-Projekt), im sportlichen (Tischtennis, Volleyball und Handball) und im sozialen Bereich (Schulsanitätsdienst), sowie durch seine Geschichts-AG, die auf mehreren bundesweiten Veranstaltungen großes Lob erfuhr, bekannt. Es ist eine öffentliche Schule des gymnasialen Bildungsweges in Sachsen-Anhalt.

Religionen[Bearbeiten]

St.-Nicolai-Kirche

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Nicolai befindet sich an der Kirchstraße, sie ist benannt nach Nikolaus von Myra. Die Ursprünge dieser heute gotischen Hallenkirche reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Stendal. Die Kirche St. Martin befindet sich auf dem Friedhof an der Werbener Straße, sie ist benannt nach Martin von Tours. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wird heute als evangelische Friedhofskapelle genutzt. Weitere evangelisch-lutherische Kirchen befinden sich in zu Osterburg eingemeindeten Ortschaften.

Die katholische Kirche St. Joseph befindet sich an der Wallpromenade, sie wurde 1928 erbaut und ist benannt nach Josef von Nazaret. Heute gehört die Kirche zur Pfarrei St. Anna mit Sitz in Stendal.

Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Melkerstraße.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Christoph Entzelt (1517–1583), evangelischer Theologe und Historiker, der langjährig als Pastor in Osterburg wirkte
  • Ernst von Jagow (1853–1930), Landrat des Kreises Osterburg
  • Paul Lipke (1870–1955), Schachmeister und Rechtsanwalt
  • Regina Jeske (* 1944), Schauspielerin, wuchs in Osterburg auf
  • Johann Joachim Winckelmann (1717–1768), Altertumswissenschaftler, 1740/41 als Hauslehrer in Osterburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimatverein Osterburg e.V. (Hrsg.): Osterburg im 20. Jahrhundert. Beiträge zur Stadtgeschichte. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2006, ISBN 3-89812-310-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Osterburg (Altmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Stadtporträt bei wg-altmark.de, abgerufen am 1. Oktober 2012
  3. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 13-19 (PDF; 524 kB)
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  5. http://www.osterburg.de/inhalt/obg/rat.html
  6. Amtsblatt des Landkreis Nr. 16/2009 Seite 159-160 (PDF; 4,5 MB)