Windischgarsten
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| Wappen | Karte | |
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| Basisdaten | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
| Bundesland | Oberösterreich | |
| Politischer Bezirk | Kirchdorf an der Krems (KI) | |
| Fläche | 4,9 km² | |
| Koordinaten | 47° 43′ N, 14° 20′ O47.72111111111114.330833333333602Koordinaten: 47° 43′ 16″ N, 14° 19′ 51″ O | |
| Höhe | 602 m ü. A. | |
| Einwohner | 2426 (31. Dez. 2008) | |
| Bevölkerungsdichte | 495 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl | 4580 | |
| Vorwahl | 07562 | |
| Gemeindekennziffer | 4 09 23 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung |
Hauptstraße 5 4580 Windischgarsten |
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| Offizielle Website | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister | Norbert Vögerl (ÖVP) | |
| Gemeinderat (2003) (25 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Windischgarsten | ||
Windischgarsten ist eine Marktgemeinde und ein Luftkurort im österreichischen Bundesland Oberösterreich im Bezirk Kirchdorf an der Krems im Traunviertel mit 2426 Einwohnern. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Windischgarsten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Windischgarsten liegt auf 602 m Höhe im Traunviertel umrahmt von den Bergen der Haller Mauern im Süden (Großer Pyhrgas 2.244 m), des Sengsengebirges im Norden (Hoher Nock 1.963 m) am Rande des Nationalparks Kalkalpen und des Toten Gebirges im Westen (Warscheneck 2389 m). Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 3,2 km und von West nach Ost 3 km. Die Gesamtfläche beträgt 4,91 km². 36,7 % der Fläche sind bewaldet und 40,8 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Windischgarsten gehört zur Tourismusregion Pyhrn-Priel.
[Bearbeiten] Wappen
Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Blau eine goldene, gestürzte, mit drei goldenen Gerstenähren fächerförmig besteckte Mondsichel, begleitet von drei goldenen Sternen, und zwar einem größeren unten in der Höhlung des Halbmondes und zwei kleineren oben zu beiden Seiten der Ähren. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb.
Die gestürzte Mondsichel ist dem Wappen des 1807 aufgehobenen Kollegiatstiftes weltlicher Chorherren Spital am Pyhrn entnommen, das 1435 den Ort vom Hochstift Bamberg durch Kauf erworben hatte. Die Ähren deuten auf die Gründungssage von Windischgarsten, derzufolge in der Zeit nach der Völkerwanderung vom Süden kommende windische (slawische) Kaufleute, die hier lagerten und unversehens Gerstenkörner aus ihren Getreidesäcken in der damals öden Gegend verstreuten, ein reiches Ährenfeld vorfanden, als sie später wieder hierher kamen; von der Fruchtbarkeit des Bodens überzeugt siedelten sich daraufhin einige von ihnen an und begründeten so den Ort.
[Bearbeiten] Geschichte
Das römische Windischgarsten „Gabromagus“ (= Bocksfeld) lag im SW des Ortes („Hafnerfeld“) und war eine mansio (Übernachtungsstation) der Via Norica, die im 2. bis frühen 5. Jahrhundert bestand.
Windischgarsten lag zur Zeit seiner Gründung ursprünglich im Südostteil des Herzogtums Bayern an der Pyhrnstraße. Im Zuge der karolingischen Organisation wurde um 800 ein Herrschaftshof geschaffen, der vermutlich, wie der Name verrät (sl. „Waldbergland“), alpenslawische Bevölkerung konzentriert hat. Im 11. Jahrhundert kam dieser Hof als Zentrum eines ausgedehnten Besitzes an das Bistum Bamberg in Franken. Als der Pilgerverkehr während des 1. Kreuzzuges stark zunahm, wurde vom Hof, der unter dem Pfarrhofberg lag, eine Hube am Dambachübergang abgespalten. Eine Kirche wurde wahrscheinlich 1119 geweiht. In den folgenden Jahrzehnten anschwellenden Pilgerverkehrs löste sich der Hof letztlich in Huben und Lehen auf. In dem zum Dorf angewachsenen Ort übernachtete am Palmsonntag 1170 Kaiser Friedrich Barbarossa mit großem Gefolge. Im östlichen Teil des Dorfes formierte sich seit dem 13. Jahrhundert ein Straßenmarkt. Der Ort hieß nun, weil im Tal noch viele Slawen lebten, zum Unterschied von Garsten bei Steyr „Windischgarsten“. Damals bestand die Valentinskirche beim Pfarrhofberg, die erst im 17. Jahrhundert gänzlich abkam. Als die Umgebung im Spätmittelalter weitgehend unter die Grundherrschaft Spital geriet, bildeten Ort und direkte Umgebung eine bambergische „Hofmark“, die später (1435) an Spital verpfändet und schließlich 1688 in die Herrschaft integriert wurde. Bereits 1383 wird Windischgarsten als „Markt“ bezeichnet und 1444 erhielt der Ort vom König einen Wochenmarkt verliehen. Der geschäftige Gewerbeort bekam 1462 eine neue große Kirche (St. Maria). In der frühen Neuzeit - der Markt zählte damals über 60 Häuser - brachte die „Proviantwidmung“ in der Eisenwurzen einen raschen Aufschwung. Wirren im Zeitalter der Konfessionalisierung und mehrere Brände schadeten aber der Entwicklung. Der Markt der Barockzeit - noch heute sind gediegene Bürgerhäuser dieser Zeit vorhanden - akzentuierte als Mittelpunkt zahlreicher Sensenwerke selbstzufriedene Bürgerlichkeit. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Danach gehörte der Ort wieder zu 'Österreich ob der Enns'. Im 19. Jahrhundert entfaltete sich eine beschauliche Vereinstätigkeit und der Ausbau zentraler Einrichtungen (z.B. Bezirksgericht). Auch der Tourismus setzte ein. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Bei Kriegsende waren 122 Windischgarstner gefallen oder vermisst. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs als Bundesland. Seit 1950 wurde der Wintertourismus belebt, 1951 fanden hier die alpinen und nordischen Staatsmeisterschaften im Schilauf statt. Seit 1964 ist Windischgarsten Luftkurort. Der Ort feierte 1994 die Markterhebung vor 550 Jahren.
Um die Jahrtausendwende gelangte der Ort in die (internationalen) Schlagzeilen, als im Oktober 1999 der damalige Bürgermeister Franz Hufnagl (SPÖ) wegen Vergewaltigung, geschlechtlicher Nötigung und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Der Fall ging bis zum Obersten Gerichtshof und löste auch in Windischgarsten und Umgebung heftige Debatten aus.
Nach dem Sexskandal kam es zu Neuwahlen, bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt setzte sich Norbert Vögerl (ÖVP) gegen Heinz Stangl (SPÖ) mit 52% gegen 47% durch.
Am 31. Jänner 2009 gab Papst Benedikt XVI. bekannt, den Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof für die Diözese Linz/Donau zu ernennen. Der 54-jährige war zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Jahre Pfarrer des Ortes und galt als erzkonservativ. Auf Grund zahlreicher Proteste, vor allem auch aus kirchlichen Kreisen, hat der Pfarrer am 15. Februar 2009 darum gebeten, das Amt des Bischofs nicht annehmen zu müssen. Der Vatikan hat diesem Ersuchen stattgegeben.
[Bearbeiten] Politik
Bürgermeister ist Ing. Norbert Vögerl von der ÖVP. Die Mandatsverteilung im Gemeinderat ist ÖVP 14 Sitze, SPÖ 10 Sitze und FPÖ 1 Sitz.
Bürgermeister seit 1945:
- 1945-1951 Rudolf Sulzbacher, SPÖ
- 1951-1967 Hans Gmeiner, SPÖ
- 1967-1979 Josef Seidelmann, SPÖ
- 1979-1991 Hans Pernkopf, ÖVP
- 1991-2000 Franz Hufnagl, SPÖ
- 2000 -.... Norbert Vögerl, ÖVP
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2.104 Einwohner; 2001 dann 2.347 Einwohner, aktuell 2.461 Einwohner mit Hauptwohnsitz, 345 Personen mit Zweitwohnsitz.
[Bearbeiten] Schulen
- Volksschule Windischgarsten
- Hauptschule 1 Kirchfeld Windischgarsten
- Ski-Hauptschule Windischgarsten ( Einführung einer "Schiklasse" im Jahr 1967)
- Hauptschule 2 Römerfeld Windischgarsten (Eröffnung 1987)
- Polytechnische Schule Windischgarsten
- Landesmusikschule Windischgarsten
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