Wunschkennzeichen

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Ein Wunschkennzeichen ist ein Kraftfahrzeugkennzeichen, bei dem der Fahrzeughalter Einfluss auf die Vergabe der Registrierungsnummer nehmen kann, um beispielsweise sein Kennzeichen zu personalisieren. Die Einflussmöglichkeiten sind dabei durch nationale Regelungen bei der Kennzeichenvergabe begrenzt. Immer mehr Länder weltweit ermöglichen eine derartige Einflussnahme.

Möglichkeiten[Bearbeiten]

In Dänemark, Island, Lettland und Schweden kann die komplette Beschriftung selbst gewählt werden. Sogar Sonderbuchstaben der jeweiligen Landessprache sind in einigen Ländern zugelassen. In Schweden, wo die Kennzeichen personengebunden und demnach lebenslang gültig sind, kann man gegen eine Gebühr von einigen hundert Kronen sein persönliches Kennzeichen beantragen.

Nur ein Teil des Kennzeichens kann u. a. in Österreich, der Slowakei, in Slowenien oder auch in Namibia und Südafrika selbst gewählt werden. So muss z. B. in Namibia die Landeskennung (NA) ersichtlich bleiben.

Viele Länder lassen eine persönliche Gestaltung nur im Rahmen der systembedingt möglichen Kombinationen des Kennzeichens zu. Die ist beispielsweise in Deutschland und der Schweiz der Fall, wo der Nutzer nur aus einem Pool möglicher Kombinationen wählen kann.

In einigen weiteren Ländern ist zwar die Kombination der Nummernschilder unveränderlich, allerdings kann der Halter unter verschiedenen Designs auswählen. Irische Nummernschilder weisen häufig sehr verschiedene (zum Teil auch schlecht lesbare) Schriftarten auf. In Belgien wird nur das hintere Nummernschild vom Staat vergeben. Das vordere kann der Halter in verschiedenen Ausführungen kaufen oder selbst herstellen.

Kosten[Bearbeiten]

In Deutschland sind einheitliche Gebühren von 10,20 Euro für ein Wunschkennzeichen und ggf. 2,60 Euro für dessen Reservierung festgelegt (Stand: September 2011). Die bei der entsprechenden Kfz-Zulassungsbehörde bzw. auch zum Großteil über die Internetpräsenzen der zuständigen Landkreise und Städte online vornehmbaren Reservierungen sind nicht einheitlich befristet; typischerweise liegen sie zwischen 10 und 90 Tagen, manchmal auch länger.[1]

In Österreich sind sogenannte „Kennzeichen nach eigener Wahl“ möglich, bei denen der Zulassungsbesitzer beinahe jede beliebige Buchstaben- und Zahlenkombination als Vormerkzeichen beantragen kann. Die Reservierung beziehungsweise Zuweisung eines Wunschkennzeichens ist mit einer besonderen Gebühr verbunden. Diese Reservierung gilt 15 Jahre lang und kann dann durch eine neuerliche Einzahlung verlängert werden. Die Gelder kommen einem Fonds zur Dotierung von Projekten im Bereich Verkehrssicherheit zugute.

In der Schweiz werden Autokennzeichen in der Regel nach aufsteigender Nummer vergeben, Wunschkennzeichen sind allerdings bedingt möglich. Sofern eine Nummer frei ist, kann diese gegen eine (je nach Anzahl der Ziffern unterschiedlich hohe) Gebühr erhalten werden, die eine Höhe von bis zu 10.000 Franken erreichen kann. Manchmal werden derartige Kennzeichen auch meistbietend versteigert und erzielen noch höhere Preise. Da die Zuteilung auf eine Person (und nicht auf ein Fahrzeug) erfolgt, kann eine Nummer auch verkauft werden. Eine Zulassung erfolgt nur im Wohnsitz- bzw. Geschäftssitzkanton.

Den bisher höchsten Preis für ein Wunschkennzeichen zahlte im Februar 2008 Scheich Saed Al-Khouri in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit umgerechnet rund zehn Millionen Euro für die Nummer 1.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wunschkennzeichen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im Landkreis Oberhavel sind es beispielsweise 180 Tage
  2. Zehn Millionen für ein Nummernschild