Zwingenberg (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zwingenberg
Zwingenberg (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zwingenberg hervorgehoben
49.4152777777789.0430555555556148Koordinaten: 49° 25′ N, 9° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 148 m ü. NHN
Fläche: 4,7 km²
Einwohner: 698 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahl: 69439
Vorwahl: 06263
Kfz-Kennzeichen: MOS, BCH
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Dorfstraße 8
69439 Zwingenberg
Webpräsenz: www.zwingenberg-neckar.de
Bürgermeister: Norman Link (CDU)
Lage der Gemeinde Zwingenberg im Neckar-Odenwald-Kreis
Hessen Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Rhein-Neckar-Kreis Rhein-Neckar-Kreis Adelsheim Aglasterhausen Billigheim Binau Buchen (Odenwald) Elztal (Odenwald) Fahrenbach Hardheim Haßmersheim Höpfingen Hüffenhardt Limbach (Baden) Mosbach Mudau Neckargerach Neckarzimmern Neunkirchen (Baden) Obrigheim (Baden) Osterburken Ravenstein Rosenberg (Baden) Schefflenz Schwarzach (Odenwald) Seckach Waldbrunn (Odenwald) Walldürn Zwingenberg (Baden)Karte
Über dieses Bild
Blick von Schloss Zwingenberg flussaufwärts über den Neckarbogen mit dem Dorf Zwingenberg ebenfalls am Ostufer

Zwingenberg ist eine zum Neckar-Odenwald-Kreis gehörende Gemeinde in Baden-Württemberg. Überregional bekannt geworden ist sie durch die Freilichtspiele im Zwingenberger Schloss.

Geographie[Bearbeiten]

Zwingenberg liegt im Neckartal etwa 40 km östlich von Heidelberg im Naturpark Neckartal-Odenwald in 130 bis 420 Metern Höhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Zwingenberg gehören das Dorf Zwingenberg, die Burg „Schloss Zwingenberg“ und das Gehöft Zwingenberger Hof.[2]

Das Dorf liegt in einer kleinen rechten Weitung des Neckartals, die Burg auf derselben Seite etwa einen Kilometer talabwärts davon auf dem Mündungssporn der zum Fluss laufenden Wolfschlucht, der Hof noch etwas weiter talab auf dem Gegenufer.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Zwingenbergs ist eng mit der Geschichte der gleichnamigen Burg, des heutigen Schlosses Zwingenburg verknüpft. Oberhalb der Zwingenburg finden sich noch Reste der Burg Fürstenstein. Der Ort Zwingenburg entstand wahrscheinlich im 14. Jahrhundert aus einer kleinen Fischersiedlung am Fuße der bereits im 13. Jahrhundert errichteten ersten Burg. Die früheste urkundliche Erwähnung des Namens Zwingenberg datiert aus dem Jahr 1326.

Burg und Ort Zwingenberg wechselten im ausgehenden Mittelalter und in der Neuzeit häufiger den Besitzer, den Status einer selbständigen Gemeinde erhielt die Ortschaft erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts. 1939 wurden 230 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 281.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Zwingenberg 2009
 %
50
40
30
20
10
0
42,5 %
30,2 %
27,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-13,3 %p
-2,2 %p
+15,4 %p

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:[4]

Partei Stimmen +/- Sitze +/-
FWG 42,5 % (-13,3) 4 (-1)
SPD 30,2 % (-2,2) 2 (+/-0)
CDU 27,2 % (+15,4) 2 (+1)

Die Wahlbeteiligung lag bei 70,5 % und war damit um 4,2 Prozentpunkte geringer als bei der Kommunalwahl 2004. Dem Gemeinderat gehören sechs Männer und zwei Frauen an.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Von 1978 bis 2013 war Peter Kirchesch Bürgermeister von Zwingenberg. Am 9. Juni 2013 wurde Norman Link mit 336 Stimmen (97,7%) zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau drei (2:1) silberne (weiße) Schwanenhälse mit goldenen (gelben) Schnäbeln.
Die drei Schwanenhälse wurden aus dem Wappen der Edlen von Zwingenberg übernommen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die meisten der heutigen Einwohner leben jedoch in den beiden Neubaugebieten oberhalb und unterhalb der Bahnlinie im Süden Zwingenbergs. In den örtlichen Firmen finden auch heute nur wenige der Erwerbstätigen Arbeit, die meisten müssen als Pendler z. T. weite Strecken täglich zurücklegen.

Verkehr[Bearbeiten]

Netzplan der S-Bahn RheinNeckar

Zwingenberg liegt an der Neckartalbahn (HeidelbergBad Friedrichshall-Jagstfeld), die seit 2003 von der S-Bahn RheinNeckar halbstündlich bedient wird.

Radwanderwege[Bearbeiten]

Entlang des Neckars und durch das Stadtgebiet führen folgende Radwanderwege:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Eine besondere Attraktion sind die jährlich stattfindenden Freilichtspiele im Zwingenberger Schloss, deren Kernstück die romantische Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber ist. Daneben werden immer wieder wechselnde, oft nur selten dargebotene Stücke und Opern aufgeführt.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus in Zwingenberg (vorne links, Foto vor dem Brückenschlag)
  • Die bewohnte und gut erhaltene Burg – heute Schloss Zwingenberg – wurde im 13. Jahrhundert erbaut, im Jahre 1364 geschleift und später wieder aufgebaut. Oberhalb von Schloss Zwingenberg (auch aktuell noch bewohnt) kann man im Wald die Grundmauern der Burgruine „Fürstenstein“ finden, die für kurze Zeit vom damaligen Bischof von Mainz, in den Jahren 1338 bis 1340, errichtet wurde – dies im Zusammenhang mit Streitigkeiten zwischen den Edlen von Zwingenberg und dem Bischof. Vermutlich verfügte Fürstenstein auch über eine Blidenstellung. Nach einem späteren Schiedsspruch musste Burg Fürstenstein schon 1344 geschleift werden und geriet dann weitgehend in Vergessenheit. Die Burg war einige hundert Meter nordwestlich des jetzigen Schlosses und etwa hundert Meter höher gelegen.
  • Fachwerkhäuser in den winkeligen Gassen und steilen Treppen des alten Dorfes.
  • Die Zwingenberger Neckarbrücke ist eine 2011 eröffnete zweihüftige Schrägseilbrücke aus Stahl, die eine Fähre ersetzt. Sie ist 215 Meter lang und führt einen Fuß- und Radweg über den Neckar. 2010 wurde das 150 Tonnen schwere mittlere Brückenteil der Schrägseilbrücke von Lindach aus eingeschwommen und mit Litzenhebern in die im Taktschiebeverfahren erstellten, uferseitigen Teile eingepasst. Die beiden Y-förmigen Pylonen stehen am Ufer.[5][6]
  • Die Wolfschlucht, die Carl Maria von Weber zu seiner Oper Der Freischütz inspiriert haben soll, ist eine wildromantische Schlucht, die vom Wasser eines dem Neckar zuströmenden Bachs in die Buntsandsteinblöcke des Tals hinter der Zwingenburg geschnitten wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 309–310
  3. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden
  4. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt
  5. Zwingenberger Neckarbrücke. In: Structurae.
  6. Mittelteil der Neckarbrücke Zwingenberg wird montiert 08.08.2010. Abgerufen am 30. April 2014 (Video vom Einschwimmen des Mittelteils der Brücke).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwingenberg (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien