Neckartalbahn

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Heidelberg–Bad Friedrichshall
Strecke der Neckartalbahn
Streckennummer: 4100 (Heidelberg–HD-Altstadt)
4110 (HD-Altstadt–Neckargemünd)
4111 (Neckargemünd–Jagstfeld)
Kursbuchstrecke (DB): 705
665.1-2 (S-Bahn RheinNeckar)
780 (Neckarelz–/WÜ–Stuttgart)
Streckenlänge: 70,1 km
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 13 
Minimaler Radius: 300 m
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Zugsicherungssysteme: PZB
Strecke – geradeaus
Main-Neckar-Eisenbahn von Frankfurt
Rheintalbahn von Mannheim
S 1S 2S 3S 4
Bahnhof, Station
17,5 Heidelberg Hbf S 5S 51
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Baden-Kurpfalz-Bahn nach Karlsruhe S 3S 4
Haltepunkt, Haltestelle
18,6 Heidelberg-Weststadt/Südstadt (seit 2003)
   
19,0
19,3
Abzw Königstuhl; von Heidelberg Rbf (bis 1997)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
19,4 Königstuhltunnel (2487 m)
Bahnhof, Station
22,1 Heidelberg-Altstadt
   
22,2
2,6
von Heidelberg Hbf (bis 1955)
   
4,5 Jägerhaus/Wolfsbrunnen
Haltepunkt, Haltestelle
5,5 Heidelberg-Schlierbach/Ziegelhausen
Haltepunkt, Haltestelle
6,8 Heidelberg Orthopädie (seit 2003)
   
8,7 Kümmelbacher Hof
Bahnhof, Station
9,8
0,0
Neckargemünd
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Elsenztalbahn nach Bad Friedrichshall S 5S 51
Brücke über Wasserlauf (groß)
0,7 Elsenz (71 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
0,8 Reichensteintunnel (147 m)
Haltepunkt, Haltestelle
1,1 Neckargemünd Altstadt (seit 2003)
Brücke über Wasserlauf (groß)
1,3 Neckar (171 m)
   
Landesgrenze Baden-Württemberg / Hessen
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
4,1 Hinterburgtunnel (139 m)
   
Strecke von Schönau (b Heidelberg) (bis 1981)
Haltepunkt, Haltestelle
5,6 Neckarsteinach
Haltepunkt, Haltestelle
9,6 Neckarhausen bei Neckarsteinach
Bahnhof, Station
12,9 Hirschhorn (Neckar)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
13,6 Schlossbergtunnel (341 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
15,3 Feuerbergtunnel (966 m)
   
Landesgrenze Hessen / Baden-Württemberg
   
18,6 Eberbach-Pleutersbach
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Odenwaldbahn von Erbach
Bahnhof, Station
21,2 Eberbach
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
21,6 Scheuerbergtunnel (569 m)
Haltepunkt, Haltestelle
27,4 Lindach
Bahnhof, Station
30,5 Zwingenberg (Baden)
Haltepunkt, Haltestelle
34,0 Neckargerach
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
36,4 Binauer Tunnel (853 m)
Haltepunkt, Haltestelle
37,4 Binau
Bahnhof, Station
40,9 Mosbach-Neckarelz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Osterburken S 1S 2S 41
   
41,8 Mosbacher Verbindungsbogen (bis ca. 1960)
   
42,0 Odenwaldbahn (bis 1895)
   
42,1 Strecke nach Meckesheim (bis 1945)
   
43,8 Hochhausen (Neckar)
Bahnhof, Station
46,0 Neckarzimmern
Haltepunkt, Haltestelle
47,9 Haßmersheim
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
49,1 Böttinger Tunnel (766 m)
Bahnhof, Station
50,6 Gundelsheim (Neckar)
   
52,8 Heinsheim
Haltepunkt, Haltestelle
55,0 Offenau
Brücke über Wasserlauf (groß)
57,2 Jagst (128 m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Frankenbahn von Würzburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Elsenztalbahn von Neckargemünd S 42
Bahnhof, Station
58,5 Bad Friedrichshall Hbf
   
Untere Kochertalbahn nach Ohrnberg (bis 1993)
Strecke – geradeaus
Frankenbahn nach Stuttgart S 41S 42

Die Neckartalbahn ist die Eisenbahnstrecke von Heidelberg über Eberbach und Mosbach nach Bad Friedrichshall. Sie gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und wird zum Teil von der S-Bahn RheinNeckar bedient. Der südlichste Ast (Mosbach-NeckarelzBad Friedrichshall Hbf) ist in das Netz der Stadtbahn Heilbronn eingegliedert.

Geschichte[Bearbeiten]

Planung, Bau und Eröffnung[Bearbeiten]

Situation zur Zeit des Baus der Neckartalbahn

Der Streckenabschnitt HeidelbergNeckargemünd entstand 1862 als Bestandteil der Badischen Odenwaldbahn, die von Heidelberg über Neckargemünd, Meckesheim, Neckarbischofsheim, Aglasterhausen, Obrigheim, Neckarelz, Mosbach, Oberschefflenz, Seckach, Osterburken, Königshofen und Lauda bis nach Würzburg führte. Grundlage für den Streckenbau bildete ein entsprechendes Gesetz, das am 27. April 1860 beschlossen worden war. Der Abschnitt Heidelberg–Neckargemünd wurde als Teil dieser Strecke am 23. Oktober 1862 eröffnet.

Obwohl es zwischen Neckargemünd und Neckarelz geographisch betrachtet die naheliegendste Variante gewesen wäre, die Strecke entlang des Neckars zu bauen, waren die am Neckar gelegenen und zu Hessen gehörenden Orte Neckarsteinach und Hirschhorn ein Dorn im Auge, so dass man eine umständlichere Variante über den so genannten „Kleinen Odenwald“ vorgezogen hatte (Entstehungsgeschichte).

Etwa zehn Jahre später rang man sich dazu durch, die Kleinstaaterei zu überwinden, so dass am 24. Mai 1879 die Strecke Neckargemünd–Neckarsteinach–Eberbach–Neckarelz–Jagstfeld eröffnet werden konnte, über die die Züge der Relation Heidelberg–Würzburg fortan verkehrten.

Weitere Entwicklung bis 2003[Bearbeiten]

Durchgehende Züge verkehrten von Heidelberg aus auf der Neckartalbahn sowohl in Richtung Würzburg als auch in Richtung Heilbronn.

1955 wurde der Hauptbahnhof von Heidelberg von der Stadtmitte an seinen heutigen Standort verlegt, wodurch sich auch der Streckenverlauf der Neckartalbahn zwischen dem Heidelberger Hauptbahnhof und dem Karlstorbahnhof änderte. Seither benutzt die Neckartalbahn die Strecke durch den insgesamt 2487 Meter langen Königstuhl-Tunnel, den zuvor nur die Güterzüge zum inzwischen stillgelegten Heidelberger Rangierbahnhof genutzt hatten.

Als ab den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts außerdem viele Hauptbahnen der DB elektrifiziert wurden, kam auch die Neckartalbahn Heidelberg–Heilbronn unter den Fahrdraht.

Bis Mitte der neunziger Jahre gab es auch Fernverkehr auf der Neckartalbahn, der inzwischen aber komplett eingestellt wurde.

Bis zur Einführung der neuen Zugbezeichnungen (RE/RB) gab es auf der Strecke vor allem Nahverkehrszüge, aber auch drei „Heckeneilzüge“, die von Frankfurt am Main über Hanau und Erbach nach Stuttgart führten und von Eberbach bis Heilbronn die Neckartalbahn benutzten.

Eröffnung der S-Bahn RheinNeckar[Bearbeiten]

S-Bahn in Eberbach (2006)

Mit der Eröffnung des S-Bahn-Betriebes wurden an der Neckartalbahn insgesamt drei neue Haltepunkte in Betrieb genommen: Heidelberg-Weststadt/Südstadt, Heidelberg Orthopädie und Neckargemünd Altstadt. Die Bahnsteighöhe der übrigen Unterwegsstationen von Heidelberg bis Neckarelz wurde auf 76 Zentimeter erhöht, um einen ebenerdigen Einstieg in die S-Bahnen zu ermöglichen. Alle Bahnsteige weisen seitdem eine Länge von 140 Metern auf.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

Die durchgehenden Heckeneilzüge von Frankfurt durch den Odenwald nach Stuttgart wurden im Dezember 2004 eingestellt, nachdem das Land Baden-Württemberg kein Interesse mehr daran hatte.

Der Abschnitt Mosbach-NeckarelzBad Friedrichshall HbfNeckarsulmHeilbronn wurde zum turnusgemäßen Fahrplanwechsel 2014/2015 am 14. Dezember 2014 in das Netz der Stadtbahn Heilbronn aufgenommen. Die Züge der neuen Linie S 41 machen im Bahnhof Neckarelz einen Fahrtrichtungswechsel und verkehren dann über die Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken bis zum Mosbacher Bahnhof.

Zukunftspläne[Bearbeiten]

In ein paar Jahren soll das S-Bahn-Liniennetz so umstrukturiert werden, dass die S-Bahnen auf der Neckartalbahn nicht mehr über die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken nach Kaiserslautern fahren, sondern ab Schifferstadt einen neuen Weg über Speyer und Germersheim bis nach Bruchsal nehmen.

Betrieb[Bearbeiten]

Fahrzeugeinsatz und Bahnhofsausstattung[Bearbeiten]

Alle Bahnhöfe der Neckartalbahn, die im Kursbuch der DB unter den Nummern 665.1 bzw. 665.2 aufgeführt sind, sind speziell für die S-Bahn RheinNeckar barrierefrei umgebaut und verfügen über Wetterschutzhäuschen. An einigen größeren Bahnhöfen (beispielsweise Eberbach oder Neckarelz) wurden wenige Jahre nach der S-Bahn-Einführung LCD-Zugzielanzeiger nachgerüstet. Durch die Erhöhung der Bahnsteige auf 76 cm über Schienenoberkante ist ein niveaugleicher Einstieg in die S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 425.2 möglich. Eingesetzt werden diese Fahrzeuge:

Personenverkehr[Bearbeiten]

Tagsüber verkehren auf dieser Strecke im Stundentakt die Linien S1 (HomburgKaiserslauternMannheimHeidelbergOsterburken) und S2 (Kaiserslautern – Mannheim – Heidelberg (– werktags EberbachMosbach)) der S-Bahn RheinNeckar sowie alle zwei Stunden Regional-Express-Züge Mannheim–Eberbach–Heilbronn (RE3); seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 beginnen bzw. enden einige dieser RE-Züge an Samstagen, Sonn- und Feiertagen in Stuttgart Hbf. Während die S2 in Eberbach bzw. in Mosbach endet, fährt die S1 stündlich durchgehend bis nach Osterburken, was die optimale Integration in den Fahrplan der Frankenbahn StuttgartWürzburg bedeutet.

Zwischen Neckarelz und Jagstfeld verkehrten bis zum 13. Dezember 2014 RB-Züge der Relation Neckarelz–Heilbronn–Stuttgart–Ulm im Stundentakt. Bei dem eingesetzten Wagenmaterial handelte es sich größtenteils um Doppelstockwagen. Vereinzelt bzw. im Berufsverkehr kamen jedoch auch n-Wagen zum Einsatz. Bespannt wurden die aus Doppelstockwagen gebildeten Züge ausschließlich mit Elektrolokomotiven der Baureihe 146.2. Vor den aus n-Wagen gebildeten Zügen kamen Elektroloks der Baureihe 111 zum Einsatz. Alle Loks, die auf dieser RB-Linie zum Einsatz kamen, sind in Stuttgart beheimatet. Zusammen mit der Frankenbahn Stuttgart–Würzburg ist diese Verbindung unter der Kursbuchstreckennummer 780 aufgeführt.

Die die RB-Züge zum 14. Dezember 2014 ablösenden Stadtbahnen der Linie S41 verkehren stündlich zwischen dem Heilbronner Bahnhofsvorplatz, der Heilbronner Innenstadt, Neckarsulm, Bad Friedrichshall, Mosbach-Neckarelz (mit Fahrtrichtungswechsel) und Mosbach (Baden). Zusätzlich verkehren stündlich Stadtbahnen zwischen Mosbach (Baden) und Mosbach-Neckarelz, um dort Anschluss an den RE3 Mannheim–Heilbronn zu bieten.

Güterverkehr[Bearbeiten]

Die planmäßigen Güterzüge verkehren überwiegend frühmorgens sowie spätabends. Dabei handelt es sich überwiegend um PKW-, Kohle- sowie Kesselwagenganzzüge, welche von DB Schenker Rail Deutschland gefahren werden. Aber auch private Verkehrsunternehmen sind im Neckartal im Güterverkehr anzutreffen, beispielsweise TXL, HGK und BCB.

Während der baubedingten Vollsperrung der Strecke Bruchsal–Mühlacker (16. Mai bis 28. Oktober 2008) gab es im Neckartal jedoch erheblichen Mehrverkehr, weshalb u. a. die nächtliche Betriebsruhe aufgehoben wurde.[2]

Zum 31. Dezember 2001 wurde im Rahmen von MORA C die Bedienung der letzten im Güterverkehr bedienten Bahnhöfe Eberbach, Neckarelz und Neckarzimmern durch die Deutsche Bahn AG eingestellt.[3] Seit Mai 2008 wird der Bahnhof Neckarelz jedoch wieder durch DB Schenker Rail bedient, nachdem ein Ladegleis auf Initiative des Neckar-Odenwald-Kreises reaktiviert wurde und nun zum Umschlag von jährlich rund 60.000 t Holz genutzt werden soll.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau, EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-8825-5766-4.
  •  Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 2: Ausgestaltung, Betrieb und Maschinendienst, EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-8825-5768-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neue Zweisystemfahrzeuge der AVG haben die Zulassung für den Eisenbahnbetrieb. KVV, 26. Juni 2014, archiviert vom Original am 7. August 2014, abgerufen am 27. Juni 2014.
  2. http://www.db.de/site/bahn/de/unternehmen/presse/verkehrsmeldungen/bw/bw20080505a.html
  3. der schienenbus. 6/2005, S. 78–79