Walldürn
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Neckar-Odenwald-Kreis | |
| Höhe: | 398 m ü. NN | |
| Fläche: | 105,88 km² | |
| Einwohner: | 11 935 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 113 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 74731 | |
| Vorwahlen: | 062821, 062852, 062863 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MOS | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 25 109 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Burgstraße 3 74731 Walldürn |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Markus Günther (CDU) | |
| Lage der Stadt Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis | ||
Walldürn ist eine Stadt im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg.
Bekannt ist die Stadt als Wallfahrtsort des Blutwunders von Walldürn. Auf dem Gebiet von Walldürn befindet sich auch ein römisches Kastell des Obergermanisch-Rätischen Limes, von dem noch die Fundamente des Badehauses sowie mehrere restaurierte Wachtürme erhalten sind. Nur wenig südlich der Stadt begann der mit 80 km längste gerade Abschnitt dieser Grenze zu Germanien. Das Gemeindegebiet liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt Walldürn besteht aus den zehn Stadtteilen Walldürn - Stadt1, Altheim2, Gerolzahn3, Glashofen1, Gottersdorf3, Hornbach3, Kaltenbrunn3, Reinhardsachsen3, Rippberg3 und Wettersdorf1. Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens, mit Ausnahme des Stadtteils Walldürn - Stadt erfolgt ihre offizielle Benennung in der Form „Walldürn, Stadtteil …“. Das Stadtgebiet ist zudem in sieben Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung gegliedert, wobei die Stadtteile Glashofen sowie Gerolzahn, Reinhardsachsen sowie Kaltenbrunn und Rippberg sowie Hornbach jeweils zu einem Wohnbezirk zusammengefasst sind. In den gleichen räumlichen Grenzen wie die Wohnbezirke sind mit Ausnahme im Stadtteil Walldürn - Stadt sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. In den Ortschaften, die aus mehreren Stadtteilen bestehen wird für die Wahl des Ortschaftsrats die Unechte Teilortswahl entsprechend angewendet, wobei die Stadtteile jeweils Wohnbezirke bilden.[2]
Zum Stadtteil Altheim gehören das Dorf Altheim, die Höfe Dörntal und Kudach und das Haus Untermühle. Zum Stadtteil Gerolzahn gehören das Dorf Gerolzahn, das Gehöft Kummershof und das Haus Bahnstation Gerolzahn. Zum Stadtteil Glashofen gehören das Dorf Glashofen und die Waldhufensiedlung Neusaß. Zu den Stadtteilen Gottersdorf, Reinhardsachsen und Wettersdorf gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Stadtteil Hornbach gehören die Dörfer Großhornbach und Kleinhornbach. Zum Stadtteil Kaltenbrunn gehören das Dorf Kaltenbrunn und das Haus Spritzenmühle. Zum Stadtteil Rippberg gehören das Dorf Rippberg, der Ort Siedlung Waldfrieden und das Haus Linkenmühle. Zum Stadtteil Walldürn - Stadt gehören die Stadt Walldürn und die Häuser Im Rippberger Tal am Marsbach (Miltenberger Straße).
Im Stadtteil Altheim liegen die Wüstungen Rützenhaus und Kalshof, auf die jeweils nur Flurnamen hindeuten.[3]
[Bearbeiten] Geschichte
Walldürn wurde im Jahr 794 im Lorscher Codex erstmals als turninu erwähnt. Die Missionierung und damit auch die Besiedelung der Gegend ging vom nahen Kloster Amorbach aus. Kaiser Friedrich Barbarossa übertrug die Vogtei über das Kloster mit ausgedehnten Ländereien seinem 1171 erstmals genannten Gefolgsmann Ruprecht, der seinen Verwaltungssitz in Dürn hatte oder ihn dorthin verlegte und sich de Durne (von Dürn) nannte. Die Herren von Dürn waren daraufhin über mehrere Generationen eine der einflussreichsten Familien in der Umgebung, auf die zahlreiche Stadtgründungen zurückgehen. So wurde auch 1291 Dürn erstmals als Stadt genannt. Während des Niedergangs der Herren von Dürn kam 1294 die Stadt Dürn in den Besitz des Erzbischofs von Mainz. Nach dem Blutwunder von Walldürn im Jahr 1330 setzte allmählich die Wallfahrt nach Dürn ein, das 1423 erstmals Walldürn genannt wurde. 1448 wurde ein Rathaus erbaut, 1486 erhielt die Stadt das Marktrecht, 1492 wurde eine Mainzer Kellerei anstelle des alten Herrensitzes der Herren von Dürn erbaut.
Bei der politischen Neuordnung Südwestdeutschlands im Zuge der napoleonischen Kriege und der einhergehenden Säkularisierung der geistlichen Fürstentümer kam Dürn 1803 an das Fürstentum Leiningen und 1807 an Baden.
Am 1. Juli 1971 wurde Reinhardsachsen und am 31. Dezember 1971 wurde Altheim eingemeindet. Am 1. Dezember 1972 folgten Rippberg, Gottersdorf und Wettersdorf. Mit der Eingemeindung von Gerolzahn, Glashofen, Hornbach und Kaltenbrunn am 1. Januar 1975 war die Gemeindereform abgeschlossen.
[Bearbeiten] Religionen
- Katholiken etwa 86 %
- Protestanten etwa 11 %
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat der Stadt Walldürn setzt sich seit den Kommunalwahlen von 2004 wie folgt zusammen (in Klammern die Veränderung zu den vorherigen Wahlergebnissen):
| CDU | 41,3 % (+3,8 %) | 14 Sitze (=) |
| SPD | 23,6 % (-4,5 %) | 7 Sitze (-2) |
| DCB | 21,1 % (+1,4 %) | 7 Sitze (+1) |
| FWV | 12,0 % (+0,8 %) | 4 Sitze (=) |
| Andere | 2,1 % (+0,5 %) | 0 Sitze (=) |
[Bearbeiten] Bürgermeister
| Amtszeit | Bürgermeister | Partei |
|---|---|---|
| ca. 1779-1785 | Jordan, Johann Georg (ernannt) | |
| 1785-1800 | Eckart, Sebastian (ernannt) | |
| ca. 1800-1832 | Blau, Ignatz Fiedel (ernannt) | |
| 1832-1842 | Heimberger, Joseph Wilhelm | |
| 1842-1854 | Kieser, Felix Anton | |
| 1854-1869 | Thiry, Wilhelm | |
| 1870-1879 | Kieser, Heinrich | |
| 1879-1901 | Hildenbrand, Wilhelm | |
| 1901-1907 | Knoth, Hermann | |
| 1907-1909 | Schön, Friederich (kommissarisch) | |
| 1909-1919 | Nimis, Wilhelm | |
| 1919-1920 | Helmling, Peter | |
| 1920-1925 | Scheurich, Otto | |
| 1925-1930 | Dr. Trautmann, Arthur | |
| 1930-1933 | Geier, Michael | |
| 1933 | Kaufmann, Josef | |
| 1933-1940 | Dr. Kiefer, Karl (ernannt) | |
| 1940-1945 | Leiblein, Josef (ernannt) | |
| 1945-1946 | Trunk, Heinrich (kommissarisch) und Scheurich, Otto (kommissarisch) | |
| 1946-1948 | Dr. Schmidt, Hermann | |
| 1948-1966 | Dr. Trautmann, Arthur | SPD |
| 1966-1974 | Hübner, Alfred | |
| 1974-1975 | Hollerbach, Robert (Amtsverweser) | CDU |
| 1975-1991 | Hollerbach, Robert | CDU |
| 1991-2007 | Joseph, Karl-Heinz | SPD |
| seit 2007 | Günther, Markus | CDU |
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden zwischen zwei grünen Linden eine gezinnte rote Burg mit rechtsstehendem Turm und hochgezogenem Fallgatter im offenen Tor des Turmes, darüber schwebend ein an den Turm gelehnter roter Schild, worin sich ein sechsspeichiges silbernes Rad befindet, das Mainzer Rad.“
Deutung: Bäume und Burg könnten „redend“ für den Ortsnamen stehen, sich aber auch auf die ehemalige Burg beziehen oder als Stadtsymbol gemeint sein. Der kurmainzische landesherrliche Wappenschild wurde im 19. Jahrhundert zuweilen durch das badische Wappen ersetzt.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Mit Montereau-Fault-Yonne in Frankreich besteht seit 1970 eine Städtepartnerschaft. Die Gemeinde Küllstedt im thüringischen Eichsfeld ist ebenfalls Walldürner Partnergemeinde. Im März 2005 wurde mit der ungarischen Stadt Szentgotthard eine dritte Städtepartnerschaft geschlossen.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Landschaftsregion im Odenwald, in der die Stadt liegt, wird wegen der zahlreichen Madonnenstatuen und Bildstöcke, die sich an den Häusern oder entlang der Wege befinden, auch als „Madonnenländchen“ bezeichnet. Die touristischen Routen Deutsche Limes-Straße und Siegfried-Straße führen durch die Stadt und laden zur Besichtigung der verschiedenen Sehenswürdigkeiten ein. Die katholische Wallfahrt zum Heiligen Blut (Ausstellung eines Korporales) ist ein jährlicher Höhepunkt in der Region. In Kerngebiet sind zahlreiche historische Bauten zu sehen. Darunter das älteste intakte Rathaus Deutschlands (erbaut 1448). Zahlreiche alte historische Bauten wurden bereits saniert. Darunter das Areal "Mollenhof" (1980-1983), das Areal "Riesen" (1983-1986), ein herrschaftliches Anwesen das zu einem stilvollen Landgasthof wurde, und der städtische Schlachthof (2001-2002) der jetzt das "Jugend- und Kulturzentrum" der Stadt beherbergt.
[Bearbeiten] Museen
- Stadt- und Wallfahrtsmuseum
- Odenwälder Freilandmuseum in Walldürn-Gottersdorf mit 16 historische Dorfgebäuden
- Lichtermuseum im Ortsteil Wettersdorf
- Kultur- und Kunstmuseum
- Elfenbeinmuseum
[Bearbeiten] Bauwerke
- Limeslehrpfad, Römerbad und Kleinkastell Haselburg
- Überreste der historischen Stadtmauer von 1335
- Historisches Rathaus von 1448
- Altes Schloss von 1492
- Wallfahrtsbasilika
- Der Grünkerndarren im Ortsteil Altheim wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats April 2007“ ernannt.
- Jugend- und Kulturzentrum Alter Schlachthof Walldürn
[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen
Walldürn verfügt über ein Freizeitangebot mit Hallen- und Freibad, Sauna, Tennis (In- und Outdoor), Kegelbahnen, Golfplatz, Hochseilgarten, Wildgehege, Ponyreiten, Postkutschenfahrten, Rad- und Wanderwegen sowie einer Spiel- und Erholungsanlage im Marsbachtal.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft
Das Braun-Werk in Walldürn dient als Produktionsstätte für den gesamten Rasiererbereich des Unternehmens und beschäftigt 1.100 Mitarbeiter.[4] Walldürn ist traditionell vom Mittelstand geprägt.
[Bearbeiten] Verkehr
- Bundesautobahn 81, Ausfahrten: 4 und 5 Ahorn, Boxberg (südlich von Würzburg)
- Bundesstraße 27 (Neckartal, zwischen Mosbach und Tauberbischofsheim)
- Bundesstraße 47 (über Michelstadt ins Rheintal)
- Eisenbahnstrecke (Madonnenlandbahn Seckach - Miltenberg)
- Örtlicher Verkehrslandeplatz ist der Flugplatz Walldürn mit der (ICAO-Kennung: EDEW)
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
- Geriatrische Rehabilitation mit Alten- und Pflegeheim
- Pflegeheim der AWO "Maria Rast"
- Kinderheim St. Kilian
- Jugend- u. Kulturzentrum "Alter Schlachthof"
[Bearbeiten] Staatliche Einrichtungen
In der Nibelungenkaserne der Bundeswehr ist das Logistikbataillon 461 beheimatet. Bis 1992/1993 waren hier auch das Panzergrenadierbataillon 362, das Panzerartilleriebataillon 365, bis 2002 Teile des Instandsetzungsbataillon 12 sowie von 1993 bis 2002 das Raketenartilleriebataillon 122 stationiert.
[Bearbeiten] Bildung
- Grundschule Walldürn
- Auerberg- Schule Hauptschule mit Werkrealschule Walldürn
- Konrad-von-Dürn-Realschule Walldürn
- Städtische Musikschule
- Frankenlandschule Walldürn mit folgenden Bildungszweigen:
- Wirtschaftsgymnasium
- Kaufmännisches Berufskolleg I
- Kaufmännisches Berufskolleg II
- Kaufmännisches Berufskolleg Wirtschaftsinformatik
- Wirtschaftsschule
- Berufsfachschule für Bürotechnik
- Kaufmännische Berufsschule
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- Wilhelm Weimar (1867–1938)
- Franz Dorbath (1866–1946), Priester
- Heinrich Köhler (1878–1949), Politiker
- Wendelin Rauch (1885–1954), Erzbischof von Freiburg im Breisgau
- Oscar Stalf (1882–1974), Unternehmer
- Hermann Schäufele (1906–1977), Erzbischof von Freiburg im Breisgau
- Alfred Zeller (* 1919), Oberlehrer
- Adolf Hahn (1905–1983), Lehrer
- Paul Bleichroth (1893–1982), katholischer Pfarrer
- Arthur Trautmann (1894–1974)
- Otto Gehrig (1903–1974), ehem. Bürgermeister von Altheim
- Alfons Engert (1882–1979), Oberlehrer
- Ludwig Stich (1904–1979)
- August Berberich (1912–1982), Politiker
- Karl Gnädiger (1905–1995), Weihbischof von Freiburg
- Josef Spieler (1900–1987), Psychologe, Pädagoge, Heilpädagoge
- Wigbert Richter (1924–1998), Stadtpfarrer
- Robert Hollerbach (* 1924), Altbürgermeister
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Felix Anton Blau (1754–1798), Theologe, Philosoph
- Walter Zimmermann (1892–1980), Biologe und Botaniker
- Josef Spieler (1900-1987), Psychologe, Pädagoge, Heilpädagoge
- August Berberich (1912–1982), Politiker (CDU), Landtags- und Bundestagsabgeordneter
- Josef Tadler (* 1938), Komponist und Pianist
- Peter Hauk (* 1960), MdL (CDU), Minister für Ernährung und Ländlichen Raum in der Landesregierung von Baden-Württemberg
- Silvia Neid (* 1964), ehemalige Fußballspielerin und Weltmeister-Trainerin der deutschen Fußballnationalmannschaft der Damen
- Rolf Miller (* 1967), Kabarettist
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
- ↑ Hauptsatzung der Stadt Walldürn vom 26. Juni 1989, zuletzt geändert am 26. Juli 2004
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 270–275
- ↑ Mannheimer Morgen 28. Mai 2008
[Bearbeiten] Weblinks
- Walldürn auf der offiziellen Webpräsenz der Gemeinde
- Walldürn auf der privaten Architekturwebseite "Baukunst in Baden"
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