Sanyo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sanyo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Sanyo
Logo
Rechtsform Kabushiki-gaisha
(Aktiengesellschaft)
Gründung 1947
Sitz Moriguchi, Präfektur Ōsaka, Japan
Leitung Masato Ito, Präsident und CEO[1]
Mitarbeiter 92.675 (März 2011)[2]
Umsatz 1,489 Billionen Yen (2011)[3]
Branche Elektronik
Website www.panasonic.net/sanyo

Sanyo Denki K.K. (jap. 三洋電機株式会社 San’yō Denki Kabushiki-gaisha, engl. SANYO Electric Co. Ltd.) ist ein japanisches Unternehmen mit Hauptsitz in Moriguchi, Präfektur Ōsaka und heute eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Panasonic. Sanyo produziert hauptsächlich elektrische und elektronische Endprodukte und Komponenten.

Firmengeschichte[Bearbeiten]

Historische Logos von Sanyo
Sanyo VPC-S760 Digitalkamera (2008)

Sanyo wurde 1947 von Toshio Iue (井植 歳男 Iue Toshio, 1902–1969), einem früheren Matsushita-Angestellten und Schwager des Matsushita-Gründers Kōnosuke Matsushita,[4] gegründet. Der Name bedeutet „Drei Ozeane“ und drückt die Absicht des Konzerns aus, seine Produkte weltweit über den Pazifischen, den Atlantischen und den Indischen Ozean zu vertreiben. Das Unternehmen begann als Hersteller von Fahrradlampen.

Sanyo befand sich jahrelang in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 2005 retteten Banken Sanyo mit einer Finanzspritze vor dem sicheren Ende. Für das Geschäftsjahr 2006 rechneten Marktbeobachter mit einem Verlust von 50 Mrd. Yen (in den zwei vorangegangenen Jahren schrieb das Unternehmen jeweils Verluste über einer Milliarde Euro) und Sanyo überprüfte daher einen Verkauf der Endkundensparten im Bereich Handy, Digitalkamera, Fernseher und Haushaltsgeräte. Bereits im Dezember 2006 wurden auf Druck der Banken die Anteile an einem Joint-Venture für LCD-Bildschirme an den Partner Seiko Epson abgegeben. Der öffentliche Druck auf die Sanyo-Führung wuchs 2007, als Bilanzmanipulationen zu Tage kamen. Personelle Konsequenzen folgten. So trat die Vorstandsvorsitzende Tomoyo Nonaka ab und eine Woche später folgte Toshimasa Iue, Chef für das operative Geschäft. Mit dem Ausscheiden von Iue verabschiedete sich das letzte Mitglied der Gründerfamilie aus der Führungsriege des Unternehmens.

Im Dezember 2009 übernahm Panasonic durch Erwerb der Mehrheitsanteile Sanyo.[5] 2010 wurde die Halbleitersparte Sanyo Semiconductor an ON Semiconductor verkauft.[6] Am 29. Juli 2010 kündigte Panasonic an, dass man mit Sanyo vereinbart habe, diese ab April 2011 zu einer Tochterfirma von Panasonic zu machen und dass die Sanyo-Marke auch weiterhin in bestimmten Regionen und Geschäftsbereichen verwendet werden wird.[7] Nach der Übernahme wurde San’yō Denki zum Ende des Handelsjahres im März 2011 aus dem Nikkei 225 gestrichen.[8] Der Haushaltsgeräte-Bereich wurde im gleichen Jahr an Haier verkauft[9].

Firmengliederung[Bearbeiten]

Das Europäische Hauptquartier von Sanyo, die Sanyo Sales & Marketing GmbH mit Sitz in München, betreut den Europäischen Markt für die weiterhin unter der Marke Sanyo vertriebenen Produkte (Projektoren, LCD-Monitore, Unterhaltungselektronik, Digital Imaging, Diktiergeräte und Sicherheits- und Überwachungstechnik).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sanyo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.panasonic.net/sanyo/corporate/profile/management.html
  2. http://panasonic.net/sanyo/csr/en/employee/employee01.html
  3. http://panasonic.net/sanyo/corporate/ir_library/pdf/financialstatements/fs-2010-4q.pdf
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format1. The Apprentice 3. In: The Life And Times of Toshio Iue. Sanyo, abgerufen am 5. September 2009 (englisch).
  5. SANYO Becomes A Panasonic Company. Sanyo, 21. Dezember 2009, abgerufen am 28. Oktober 2010 (englisch).
  6. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/japan-sanyo-verkauft-verlustbringende-halbleiter-sparte;2619056
  7. http://panasonic.co.jp/corp/news/official.data/data.dir/en100729-12/en100729-12-1.pdf
  8. 日経225種に第一生命保険など3銘柄採用・三洋電機など経営統合のため. In: Zaikei Shimbun. 8. März 2011, abgerufen am 9. Juni 2011 (japanisch).
  9. Chinese Champions: Patente made in China (PDF; 1,6 MB). Technische Universität München, Munich Innovation Group, März 2012, S. 19–23, abgerufen am 13. September 2013.